Warum Frau K. einen Bundeskanzler ohrfeigte
Sabine Rückert, Andreas Sentker
Die Episode dreht sich um Beate Klarsfeld, die am 7. November 1968 auf dem CDU-Parteitag in der Berliner Kongresshalle Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger ohrfeigte — eine Tat, die die damals 27-Jährige schlagartig in alle Zeitungen brachte. Sabine Rückert hat Klarsfeld in ihrem Pariser Büro besucht, wo noch heute die Bild-Titelseite von damals hängt, und erzählt die Geschichte hinter der wohl berühmtesten Ohrfeige der deutschen Nachkriegsgeschichte.
„Wenn man heute zu ihr reinkommt, in ihr Büro in Paris, dann sieht man eine große Zeitungsseite, die Bild-Zeitung, Seite 1. Und da ist eine wunderschöne junge Frau mit einem Kopftuch, die schaut so ein bisschen zu Boden und oben drüber steht, diese Frau ohrfeilte den Bundeskanzler.“
Erwähnte Medien (3)
Erinnerungen (Memoiren)
Beate Klarsfeld · 2015
Günter Karl Heinz Guillaume (* 1. Februar 1927 in Berlin; † 10. April 1995 in Eggersdorf als Günter Bröhl) war Offizier im besonderen Einsatz (OibE) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und als Agent im Bundeskanzleramt Namensgeber der Guillaume-Affäre.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:09:25 „Da beschreibt sie das auch sehr schön in ihren Erinnerungen, diese Überwindung, die ein anständiges junges Mädchen in sich verspürt, die auf einmal Furore machen möchte in einem großen, von mit lauschenden Zuhörern gefüllten Saal.“
Sabine Rückert schildert Beate Klarsfelds Weg zur Ohrfeige gegen Kiesinger und verweist dabei auf Klarsfelds schriftlich festgehaltene Erinnerungen, in denen sie die innere Überwindung beschreibt, als wohlerzogene junge Frau öffentlich einen Skandal zu provozieren.
Fritz Bauer Verfilmung(en)
· 2007
Seitdem Cutler Beckett und die East India Trading Company das Herz von Davy Jones besitzen und so über ihn und seine scheinbar unbesiegbare Flying Dutchman gebieten, machen sie erbarmungslos Jagd auf sämtliche Piraten und deren Sympathisanten. Der hohe Rat der Piraten will sich versammeln, um über eine Taktik zu beratschlagen, doch dafür müssen alle Piratenfürsten anwesend sein - auch Captain Jack Sparrow, der nun in der Unterwelt weilt.
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:24:17 „Das ist eine Geschichte, die sehr eindrucksvoll verfilmt worden ist. Ja, mehrfach verfilmt worden ist und der ein ganz, ganz großer Held der deutschen Strafjustiz ist.“
Im Zusammenhang mit dem Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der die Verfolgung von NS-Tätern gegen massive Widerstände durchsetzte, erwähnt Andreas Sentker, dass diese Geschichte eindrucksvoll verfilmt wurde. Sabine Rückert bestätigt, dass es mehrere Verfilmungen gibt. Konkrete Filmtitel werden nicht genannt.
Artikel über Rosen für Beate Klarsfeld
Heinrich Böll
Beate Klarsfeld ohrfeigte 1968 Bundeskanzler Kiesinger. Heinrich Böll solidarisierte sich mit ihr und schickte ihr Blumen, worauf Günter Grass ihn öffentlich kritisierte. Böll antwortete mit einem Artikel in der ZEIT, in dem er seine Unterstützung verteidigte und betonte, dass Klarsfeld den Mut gehabt habe, etwas zu wagen, das andere nicht wagten. Der Artikel war auch persönlich – Böll gedachte seiner im Krieg getöteten Mutter und verband damit die Notwendigkeit, gegen NS-Kontinuitäten zu kämpfen.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:29:52 „Und Böll hat dann in der Zeit einen langen Artikel darüber geschrieben, warum er Beate Klarsfeld Rosen schickt und warum er ihr weiter Rosen schicken wird. Und er hat eben gesagt, dass sie sich etwas getraut hat, was sich die anderen nicht getraut haben.“
Sabine Rückert erzählt, wie Heinrich Böll nach der Ohrfeige gegen Kiesinger Beate Klarsfeld Rosen schickte und dafür von Günter Grass kritisiert wurde. Böll verfasste daraufhin einen langen Artikel in der ZEIT, in dem er seine Solidarität mit Klarsfeld begründete — auch im Gedenken an seine im Krieg getötete Mutter.