ZEIT Verbrechen – Das Virus im Kopf
#109

Das Virus im Kopf

ZEIT Verbrechen / 31. Mai 2022 / 3 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker & Paul Schwenn

Der freie Journalist Paul Schwenn berichtet über seine monatelange Recherche zu einem Familienverbrechen in Königs Wusterhausen: In der Nacht auf den 3. Dezember 2021 erschoss ein 40-jähriger Vater seine Frau und seine drei Töchter im Alter von vier, acht und zehn Jahren, bevor er sich selbst tötete. Die Recherche im Umfeld der Querdenker-Szene gestaltete sich extrem schwierig, weil die Betroffenen etablierten Medien zutiefst misstrauten — ein Fall über Angst, Radikalisierung und eine Welt, die Menschen nicht mehr zu verstehen glauben.

„Unmittelbar nach der Tat haben uns ganz viele Personen gesagt, was glaubt ihr, könnt ihr in dieser Situation eigentlich machen, außer die ganze Geschichte für Klicks oder Schlagzeilen auszuschlachten.“
🗣 Paul Schwenn

Erwähnte Medien (3)

Familientragödie in Königs Wusterhausen

Familientragödie in Königs Wusterhausen

Paul Schwenn, Lennart Laberenz, Benedikt Herber

Im Dezember 2021 tötete ein Familienvater in Königs Wusterhausen seine Frau, drei Töchter und sich selbst. Die ZEIT rekonstruiert die monatelange Recherche zu diesem Gewaltverbrechen und untersucht, wie ein Mann in einer Welt aus Wut und Angst während der Pandemie abrutschte. Der Fall wird durch die Entdeckung eines gefälschten Impfpasses ausgelöst.

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:03:23 „Also erschienen ist der Artikel am 24. März 2022. Die Tat selber ist im Dezember 21 geschehen. Wieso habt ihr denn so lange gebraucht?“

Der Artikel in der ZEIT vom 24. März 2022 ist das zentrale Stück, um das sich das gesamte Gespräch dreht. Paul Schwenn, Lennart Laberenz und Benedikt Herber haben monatelang zum Fall des Familienvaters David R. in Königs Wusterhausen recherchiert, der im Dezember 2021 seine Frau, seine drei Töchter und sich selbst tötete. Sabine Rückert fragt nach der langen Recherchezeitund den Schwierigkeiten beim Zugang zum Milieu.

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Artikel über die Geschichte der mRNA-Impfstoffentwicklung

Artikel über die Geschichte der mRNA-Impfstoffentwicklung

Die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 wirkte wie ein wissenschaftliches Wunder, hat aber eine über 70 Jahre lange Vorgeschichte. Bereits in den 1950er Jahren legten Forscher die molekularbiologischen Grundlagen für die Nutzung von Boten-RNA als Wirkstoff. Entscheidend waren unter anderem die jahrzehntelangen Arbeiten von Katalin Karikó, die trotz wiederholter Rückschläge an der mRNA-Technologie festhielt. Das ZEIT-Wissensressort unter Andreas Sentker erklärt, warum die scheinbar blitzschnelle Impfstoffentwicklung 2020/21 in Wirklichkeit das Ergebnis langer wissenschaftlicher Geduld war.

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:30:48 „Ab den 50er Jahren, das habe ich in deinem Ressort gelesen.“

Im Gespräch über die Geschwindigkeit der COVID-Impfstoffentwicklung erwähnt Sabine Rückert, dass sie in Andreas Sentkers Ressort (dem ZEIT-Wissensressort) gelesen habe, dass die Vorarbeiten für mRNA-Impfstoffe bis in die 1950er Jahre zurückreichen. Der konkrete Artikel wird nicht namentlich genannt.

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Reportage über den Fall der Familie R. in Senzig

Reportage über den Fall der Familie R. in Senzig

Paul Schwenn, Lennart Laberenz

In Senzig bei Berlin hat ein Vater seine Ehefrau und drei Kinder getötet und sich anschließend selbst das Leben genommen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben, dass ein Abschiedsbrief vom Vater verfasst wurde, was auf eine geplante Tat hindeutet. Der Fall erregte großes öffentliches Mitgefühl, wie Trauergesten vor dem Familienhaus belegen. Die genauen Umstände und Motive der Tragödie waren Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen.

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:53:28 „Es ist, wie du geschrieben hast, eine Geschichte über Angst. Angst vor der Politik, Angst vor der Wissenschaft, Angst vor einer Welt, die man nicht mehr zu verstehen glaubt. Aber es ist, glaube ich, auch eine Geschichte über Menschen, die meinen, davon profitieren zu müssen, diese Angst zu schüren.“

Die gesamte Podcast-Episode dreht sich um Paul Schwenns investigative Recherche zum Fall der Familie R. in Senzig, die er gemeinsam mit Lennart Laberenz durchgeführt hat. Andreas Sentker und Sabine Rückert beziehen sich mehrfach auf den geschriebenen Text ('so habe ich es bei dir gelesen', 'wie du geschrieben hast'), was zeigt, dass es sich um eine veröffentlichte Reportage handelt, die als Grundlage des Gesprächs dient.

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