ZEIT Verbrechen – Schattenmenschen
#148

Schattenmenschen

ZEIT Verbrechen / 25. Juli 2023 / 4 Medien

Anne Kunze, Daniel Müller

Kriminalreporterin Anne Kunze und Chefredakteur Daniel Müller tauchen in die düstere Realität der deutschen Fleischindustrie ein — eine Branche, in der osteuropäische Arbeiter bei Kündigung buchstäblich im Wald schlafen. Die sogenannten Waldmenschen graben sich Mulden zwischen Bäumen, ihre Schlachtgeräte in blauen Plastikkörben daneben. Pastor Peter Kossen aus der Region nennt es eine Geisterarmee, die Deutschland sich geschaffen hat und vor der die meisten die Augen verschließen.

„Ich habe irgendwann so ein fast unwirkliches Gefühl bekommen, als könnten es solche Zustände in Deutschland eigentlich gar nicht mehr geben.“
🗣 Anne Kunze

Erwähnte Medien (4)

Joy Division

Joy Division

Joy Division war eine Post-Punk-Band aus Manchester, die 1976 von Peter Hook und Bernard Sumner gegründet wurde. Zu ihrem ersten Konzert wurde sie noch als Stiff Kittens angekündigt, trat zeitweise als Warsaw auf und benannte sich 1978 in Joy Division um. Die Band gilt als einer der frühen Protagonisten des Post-Punks und als Bezugspunkt für nachfolgende Entwicklungen, besonders im Pop, Rock und Metal.

🗣 Daniel Müller referenziert bei ⏱ 00:08:09 „Und er hat immer zu Joy Division gehört, also so einem dunklen, analytischen Post-Punk. Und er war, als ich ihn getroffen habe, 34 Jahre alt, hatte keinen Partner, keine Partnerin, keine Kinder.“

Anne Kunze erzählt von Emilian, einem rumänischen Schlachthofarbeiter, der zeitweise im Wald lebte. Nachts fuhr er mit dem Fahrrad hin und her, um nicht zu erfrieren, und hörte dabei Joy Division. Die Musik unterstreicht die düstere Stimmung seiner Existenz als sogenannter Waldmensch in der deutschen Fleischindustrie.

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M Theater

Much Ado About Nothing

William Shakespeare

"Much Ado about Nothing" von William Shakespeare ist eine Komödie aus den Jahren 1598/1599, die in Messina spielt. Das Stück zeigt zwei verschiedene Romanzen: Claudios Werbung um Hero wird vom bösen Don John sabotiert, während der witzige Benedick und die scharfsinnige Beatrice in einem verbalen Schlagabtausch verwickelt sind, bevor sie durch List ihre gegenseitige Liebe gestehen. Shakespeare verwebt Intrigen, Missverständnisse und klugen Wortwitz zu einer Geschichte, in der Klatsch und Täuschung zugleich Chaos und Freude hervorbringen.

🗣 Anne Kunze erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:42:45 „Also much ado about nothing, wie es im Englischen heißt, viel Lärm um nichts. Und apropos Lärm, da gibt es ja einen sehr schillernden Chef eines großen deutschen Schlachtbetriebes.“

Daniel Müller kommentiert die gescheiterte Selbstverpflichtung der Fleischindustrie nach Sigmar Gabriels Besuch bei Tönnies. Er nutzt den Titel von Shakespeares Komödie als geflügeltes Wort, um auszudrücken, dass trotz des großen politischen Auftritts nichts Substanzielles passiert ist.

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Deutschland sucht den Superstar

Deutschland sucht den Superstar

· 2002

Die 22. Staffel der Casting-Show Deutschland sucht den Superstar aus 2026. Ein Sieger dieser Show ähnelt dem ESC-Kandidaten Isaac optisch so stark, dass eine Verwechslung naheliegt. Der Podcast diskutiert diese auffällige Ähnlichkeit zwischen den beiden TV-Kandidaten.

🗣 Anne Kunze erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:43:02 „Den größten deutschen Schlachter. Deutschland sucht den Superschlachter Clemens Tönnies und den hast du ja gemeinsam mit Sigmar Gabriel besucht.“

Daniel Müller spielt mit dem Wortspiel 'Deutschland sucht den Superschlachter' auf die Castingshow 'Deutschland sucht den Superstar' an, um Clemens Tönnies ironisch als größten deutschen Schlachtbetrieb-Chef einzuführen. Die Referenz dient der humoristischen Überleitung zum Besuch bei Tönnies.

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Bündnis gegen Dumpinglöhne

Bündnis gegen Dumpinglöhne

Der Artikel berichtet über eine von Clemens Tönnies initiierte Selbstverpflichtung der Fleischindustrie zu besseren Arbeitsbedingungen, die nach einem gemeinsamen Besuch von Sigmar Gabriel und Andreas Sentker im Tönnies-Schlachthof angekündigt wurde. Die Bild-Zeitung griff die Initiative mit der Schlagzeile "Bündnis gegen Dumpinglöhne" auf. Sentker dokumentierte die Umsetzung dieser Selbstverpflichtung anschließend neun Monate lang journalistisch und hinterfragte dabei kritisch die Glaubwürdigkeit der Inszenierung.

🗣 Daniel Müller erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:44:53 „Und die Bild-Zeitung hat am nächsten Morgen getitelt, Bündnis gegen Dumpinglöhne. Und ich dachte so, Clemens Tönnies, der König der Schweine als Vorkämpfer für eine anständige Arbeitswelt, das wird ein interessantes Experiment.“

Nach dem gemeinsamen Besuch von Sigmar Gabriel und Andreas Sentker im Tönnies-Schlachthof inszenierte Tönnies eine Selbstverpflichtung der Fleischindustrie. Die Bild-Zeitung griff das am nächsten Tag mit dieser Schlagzeile auf. Sentker kommentiert die Inszenierung ironisch und kündigt an, das Experiment neun Monate lang journalistisch begleitet zu haben.

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