ZEIT Verbrechen – Irma, das Kind von Srebrenica (4/5): Der Soldat, der geschossen hat
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Irma, das Kind von Srebrenica (4/5): Der Soldat, der geschossen hat

ZEIT Verbrechen / 07. Juli 2025 / 2 Medien

Bastian Berbner, Simone Gaul

Die Reporter versuchen, den bosnisch-serbischen Soldaten zu identifizieren, der Nusret am 13. Juli 1995 von seiner Familie trennte — vergeblich. Stattdessen stoßen sie auf die Spur von Dražen Erdemović, dem Mann, der Irmas Vater vermutlich getötet hat. Im forensischen Institut in Tuzla zeigt Gerichtsmedizinerin Dragana Vučetić, wie sie seit 20 Jahren Knochen aus Massengräbern zusammensetzt — Nusrets Überreste wurden 2008 in einem sekundären Massengrab gefunden, wohin die Serben Leichen umgebettet hatten, um ihre Spuren zu verwischen.

„Sie alle waren Zeugen des Völkermords, ohne wirklich Zeugen davon zu sein. Die ganze Wahrheit haben sie erst später erfahren.“
🗣 Bastian Berbner

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CSI

CSI

· 2000

Gil Grissom und sein Team arbeiten für die Polizei von Las Vegas in der forensischen Abteilung. Sie finden und analysieren Spuren, die von den Tätern an ihren Tatorten zurückgelassen werden. Aus diesen Spuren können sie schließlich den Täter ermitteln, auch auf den ungeahntesten Wegen. Bis zum Schluss bleibt unklar, wer der Täter ist.

🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:04:03 „Im Fernsehen bei CSI oder so würden da jetzt die neuesten Mordopfer drauf liegen. Hier sind es alte Knochen in weißen, blauen und grünen Plastiksecken.“

Anne Kunze beschreibt das forensische Institut in Tuzla, in dem die Opfer von Srebrenica identifiziert werden. Sie vergleicht die Metallwannen in den gekühlten Regalen mit dem, was man aus der Fernsehserie CSI kennt – allerdings liegen hier keine frischen Mordopfer, sondern Jahrzehnte alte Knochen in Plastiksäcken.

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Bericht der bosnischen Untersuchungskommission zu Srebrenica

Bericht der bosnischen Untersuchungskommission zu Srebrenica

Der 2004 von einer bosnischen Untersuchungskommission veröffentlichte Bericht dokumentiert rund 25.000 Menschen, die nachweislich an den Verbrechen von Srebrenica beteiligt waren – von Schützen bis zu Logistikpersonal. Die Studie verdeutlicht die massive Diskrepanz zwischen der Zahl der Tatbeteiligten und den tatsächlich verurteilten Personen, von denen es nur etwa 45 gab. Der Bericht ist ein zentrales Dokument zur Aufarbeitung der Srebrenica-Verbrechen und illustriert das Ausmaß ungesühnter Kriegsverbrechen in Bosnien.

🗣 Unbekannt referenziert bei ⏱ 00:51:58 „Eine bosnische Untersuchungskommission hat 2004 eine Zahl veröffentlicht. Und zwar die Zahl, wie viele Menschen nachweislich an den Verbrechen von Srebrenica beteiligt waren. Also die Schützen, die Leute, die Befehle gegeben haben, die Leute, die Logistik bereitgestellt haben, die Fahrer der LKWs und der Bagger, all diese Leute. Und das waren am Ende 25.000 Menschen.“

Der Erzähler stellt die Diskrepanz zwischen der Zahl der Verurteilten und der Zahl der Tatbeteiligten dar. Die bosnische Untersuchungskommission veröffentlichte 2004 die Erkenntnis, dass rund 25.000 Menschen nachweislich an den Verbrechen von Srebrenica beteiligt waren – dem stehen nur etwa 45 Schuldsprüche gegenüber. Diese Zahl unterstreicht das Ausmaß der Straflosigkeit.

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