Amor als Sieger
Caravaggio
Caravaggios Gemälde von 1602 zeigt Amor, den Gott der irdischen Liebe, als lächelnden Sieger über die höchsten menschlichen Werte. Zu seinen Füßen liegen die Symbole von Wissenschaft, Kunst, Macht und Ruhm verstreut: Musikinstrumente wie Violine und Laute, Geometrie-Werkzeuge, ein Manuskript und Krone sowie Zepter. Der jugendliche Gott sitzt auf einem sternenbesetzten blauen Globus und triumphiert damit über die ganze Welt, was Vergils Motto »Omnia vincit amor« (Die Liebe besiegt alles) umsetzt. Nach kunsthistorischer Interpretation verspottet die Darstellung ironisch die intellektuellen und moralischen Errungenschaften des Menschen und demütigt die Ziele des menschlichen Ehrgeizes.
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„Und hier sehen wir eben einen Jungen, der vielleicht 12, 13 sein mag und nackt und erscheint aus dem Bild heraus zu steigen fast und auf uns zuzukommen. Und um dieses Bild gab es auch vor einigen Jahren eine kleine Kontroverse. Es hängt in Berlin in der Gemäldegalerie dort und es gab offene Briefe, in denen es hieß, nein, dieses Bild können wir nicht mehr so dort unkommentiert hängen lassen.“
Andreas Sentker zeigt Bilder aus Hanno Rauterbergs Recherche, darunter Caravaggios Gemälde eines nackten Knaben als Amor. Rauterberg schildert die Kontroverse um das Bild in der Berliner Gemäldegalerie – es gab Forderungen, es abzuhängen, weil es Pädophile bestärken könnte. Die Debatte entstand im Kontext des Edathy-Skandals.
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