Hotel Matze – Angela Merkel
#427

Angela Merkel

Hotel Matze / 11. Dezember 2024 / 5 Medien

Matze Hielscher & Gäste

Angela Merkel spricht über ihren Weg von der Pfarrerstochter in der DDR zur Bundeskanzlerin — über Ehrgeiz ohne Verstellung, die Herabwürdigungen als „Kohls Mädchen

„Ich bin nicht zynisch geworden und ich habe versucht, authentisch zu bleiben. Also das, was ich kann, zu machen, aber auch nicht zu spielen, was ich einfach nicht kann.“
🗣 Angela Merkel

Erwähnte Medien (5)

Freiheit

Freiheit

Angela Merkel / Beate Baumann

Angela Merkels lang erwartete Memoiren „Freiheit" sind erschienen und prägen die öffentliche Debatte. Das Buch bietet persönliche Einblicke in ihre Zeit als Bundeskanzlerin und ihre politischen Entscheidungen. Ein begleitendes Spiegel-Interview ergänzt die Veröffentlichung und macht die Memoiren zu einem wichtigen Dokument der deutschen Zeitgeschichte.

🗣 Angela Merkel empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:03:56 „ein Cover ja für ein Buch sein sollte, das mir Freude macht und das ich mit Frau Baumann zusammenschreibe oder geschrieben habe“

Angela Merkels Autobiografie, die sie zusammen mit Beate Baumann geschrieben hat. Das Buch wird im gesamten Gespräch immer wieder referenziert – Merkel und Hielscher sprechen über das Cover, einzelne Passagen und Themen daraus.

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Freiheit. Erinnerungen 1954–2021

Freiheit. Erinnerungen 1954–2021

Angela Merkel · 2024

Memoiren einer Bundeskanzlerin über ihre 16 Jahre im Amt (1954–2021). Das Buch dokumentiert ihre politischen Entscheidungen und persönliche Perspektive auf zentrale Ereignisse ihrer Amtszeit, insbesondere zur Außenpolitik und ihrer umstrittenen Russland-Strategie unter Putin.

🗣 Angela Merkel empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:03:56 „Ich habe da jetzt nicht besonders in die Freiheit geschaut, aber ich habe aus einer inneren Freiheit herausgeschaut, weil ich jetzt nicht unter Stress war, dass gerade ein Wahlkampf ansteht, sondern einfach, dass ein Cover ja für ein Buch sein sollte, das mir Freude macht und das ich mit Frau Baumann zusammenschreibe oder geschrieben habe.“

Angela Merkels Memoiren sind der Anlass des gesamten Gesprächs. Matze Hielscher spricht sie auf das Cover des Buches an, und Merkel erzählt, wie sie es gemeinsam mit Beate Baumann geschrieben hat. Im weiteren Verlauf verweist sie mehrfach auf Passagen im Buch – etwa ihre Kindheit auf dem Waldhof oder ihre beinahe gescheiterte Sportprüfung als Physikstudentin.

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Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation

Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation

Ernst-Wolfgang Böckenförde · 1995

Böckenfördes klassisches Werk zur Säkularisation des Staates analysiert die Paradoxie, dass der freiheitliche Rechtsstaat auf Werte angewiesen ist, die er selbst nicht erzwingen kann. Das berühmte Böckenförde-Diktum verdeutlicht, warum Demokratie auf kulturellen und moralischen Grundlagen beruht, die außerhalb ihrer eigenen institutionellen Reichweite liegen und daher besonders schutzbedürftig sind.

🗣 Angela Merkel referenziert bei ⏱ 00:30:49 „Ich schreibe an einer Stelle auch, der Staat lebt immer von Voraussetzungen, die er selber gar nicht schaffen kann. Und das sind eben menschliche Eigenschaften, das sind vielleicht christliche oder andere Prägungen.“

Angela Merkel paraphrasiert das berühmte Böckenförde-Diktum im Gespräch über Demokratie, Toleranz und die Grundlagen des Zusammenlebens in Deutschland. Sie nutzt es, um zu verdeutlichen, dass der freiheitliche Staat auf Werte angewiesen ist, die er selbst nicht erzwingen kann.

Zum Artikel bei Verfassungsblog.de Details
Versuch, in der Wahrheit zu leben

Versuch, in der Wahrheit zu leben

Václav Havel

Havel untersucht, wie Menschen in totalitären Systemen trotz ihrer Ohnmacht in der Wahrheit leben können. Durch die berühmte Metapher des Gemüsehändlers, der ideologische Slogans mechanisch ins Schaufenster hängt, zeigt er, wie Menschen zu Komplizen ihrer eigenen Unterdrückung werden. Seine Kernthese: Authentizität und Freiheit sind möglich, erfordern aber den Mut, konformistische Rollen abzulehnen – eine Freiheit, die gleichzeitig anstrengend und notwendig ist.

🗣 Angela Merkel zitiert daraus bei ⏱ 00:35:38 „Freiheit ist ja auch anstrengend. Watzlaw Havel hat das so schön gesagt, du musst immer wieder dich entscheiden, was möchtest du jetzt eigentlich machen. Und je mehr und je größer das Angebot ist, umso größer ist vielleicht auch manchmal die Tendenz, dann eine einfache Lösung zu nehmen.“

Im Gespräch über Informationsüberflutung, Globalisierung und die Sehnsucht nach Vereinfachung zitiert Merkel Václav Havel zum Thema, dass Freiheit auch anstrengend sei, weil sie permanente Entscheidungen erfordere. Sie ordnet dies in ihre Überlegung ein, dass Menschen sich angesichts der Vielfalt an Möglichkeiten auf Grundwerte besinnen müssen.

Zum Artikel bei Rowohlt.de Details
Artikel in der FAZ zur CDU-Spendenaffäre

Artikel in der FAZ zur CDU-Spendenaffäre

Angela Merkel

Angela Merkel distanzierte sich am 22. Dezember 1999 in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung öffentlich von Helmut Kohl und forderte die CDU auf, sich vom Spendenskandal zu befreien. Sie argumentierte, die Partei müsse politisch eigenständig werden und dürfe ihre Zukunft nicht an das Schicksal ihres langjährigen Ziehvaters knüpfen. Der Beitrag gilt als mutiger Tabubruch und als entscheidender Karriereschritt Merkels, der sie als eigenständige politische Persönlichkeit etablierte. Die CDU-Spendenaffäre hatte Kohl in eine schwere Krise gestürzt, nachdem er schwarze Kassen eingestanden hatte.

🗣 Angela Merkel referenziert bei ⏱ 00:57:37 „Und da habe ich ja dann mit meinen Mitarbeitern, mit meinen engsten Mitarbeitern einen Artikel in der FAZ geschrieben, also wirklich, wo ich mich mit Helmut Kohl auseinandergesetzt habe. Und da wusste ich nicht, was passiert danach.“

Merkel erzählt von dem historisch bedeutsamen Moment Ende 1999, als sie als CDU-Generalsekretärin einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlichte, in dem sie sich öffentlich von Helmut Kohl und dem Spendenskandal distanzierte. Sie beschreibt dies als Gewissensentscheidung aus Sorge um die Glaubwürdigkeit der CDU – nicht als Karriereschritt.

Zum Artikel bei FAZ Details
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