Hotel Matze – Winfried Kretschmann - Warum geht hier nichts voran
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Winfried Kretschmann - Warum geht hier nichts voran

Hotel Matze / 17. Dezember 2025 / 13 Medien

Matze Hielscher & Winfried Kretschmann

Winfried Kretschmann, nach über 5.300 Tagen als Ministerpräsident von Baden-Württemberg kurz vor seinem Abschied, spricht über die Ernüchterungen und Einsichten eines langen politischen Lebens: von Sitzungen, bei denen man schon vorher weiß, dass nichts rauskommt, über die erstickende Wirkung von Überregulierung bis hin zur schicksalhaften Erkenntnis, dass in der Politik nicht alles von einem selbst abhängt. Das Live-Gespräch in Stuttgart zeigt einen ungewöhnlich offenen Regierungschef, der zwischen Pragmatismus und Pathos reflektiert, warum Freiheit der eigentliche Sinn von Politik ist — und warum Nationalismus ihr gefährlichstes Gift bleibt.

„Politik macht keinen Spaß, Politik macht Sinn. Das ist meistens auch nicht lustig und man muss sich sehr viel ärgern.“
🗣 Winfried Kretschmann

Erwähnte Medien (13)

Politik als Beruf

Politik als Beruf

Max Weber · 1919

"Es gibt zwei Arten, aus der Politik einen Beruf zu machen. Entweder: man lebt für die Politik, – oder aber von der Politik. " Zitat S. 10 in diesem Buch Am 28. Januar 1919 hielt Max Weber einen Vortrag mit dem Titel “Politik als Beruf” in München. Die erweiterte Fassung dieses Vortrags wurde noch im selben Jahr gedruckt und avancierte zu einem Klassiker der Politikwissenschaft und der Soziologie.

🗣 Winfried Kretschmann zitiert daraus bei ⏱ 00:07:02 „Ja, ich meine, das ist ja ein Bonmot. Das stammt vom berühmten Soziologen Max Weber. Ein richtiger Politiker zeigte aus Leidenschaft zur Sache. Dickes, langes Bohren dicker Bretter und... Charisma, also nach seiner Ansicht.“

Kretschmann erklärt, warum er so lange in der Politik geblieben ist, und greift auf Max Webers berühmten Vortrag zurück. Er zitiert die Kernaussage über Leidenschaft, Ausdauer und Charisma als Tugenden eines Politikers und bekennt, dass Leidenschaft zur Sache ihn persönlich antreibt.

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Von der Freiheit eines Christenmenschen

Von der Freiheit eines Christenmenschen

Martin Luther · 2011

Theologische Schrift, die zwischen geistlicher Freiheit des Gläubigen und weltlicher Unterordnung unter die Obrigkeit unterscheidet. Begründung der Zwei-Reiche-Lehre: innere Freiheit im Glauben, äußere Unterwerfung unter weltliche Herrschaft.

🗣 Winfried Kretschmann referenziert bei ⏱ 00:31:27 „Das war ja sozusagen ein bisschen der Reflex auf die Freiheit des Christenmenschen, der Reformatoren. Und von diesem Gottesbild habe ich mich natürlich radikal entfernt.“

Kretschmann spricht über sein verändertes Gottesbild nach dem Wiedereintritt in die katholische Kirche. Er beschreibt das autoritäre, vorkonziliare Gottesbild als Gegenreaktion auf Luthers reformatorische Schrift über die Freiheit des Christenmenschen.

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Die Bibel

Die Bibel

Die Bibel als Klassiker der Weltliteratur und religiöses Fundament – ein Werk, das in westlichen Kulturen ständig zitiert wird, vielen Menschen aber weitgehend unbekannt bleibt. Jan Böhmermann nennt sie als eine seiner größten Wissenslücken und beschreibt das Unbehagen, nicht mitreden zu können, wenn andere Bibelreferenzen einbauen. Eine Anleitung zum Nachschlagen für alle, die ihre Kulturkompetenz erweitern möchten.

🗣 Winfried Kretschmann zitiert daraus bei ⏱ 00:32:14 „Das hat Jesus selber gesagt, was das Hauptgebot für die Christen ist, liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst. Liebe sogar deine Feinde. Das ist der Kern des Christentums.“

Kretschmann beschreibt sein Gottesbild nach seinem Wiedereintritt in die katholische Kirche. Er zitiert mehrfach aus der Schrift – das Doppelgebot der Liebe, das Feindesliebegebot und die Stelle über den Mühlstein – um zu erklären, was für ihn den Kern des Christentums ausmacht und warum er trotz der Internats-Erfahrungen gläubig geblieben ist.

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A Buch

Aphorismus über unerlöste Christen

Friedrich Nietzsche · 2017

Morgenröte: Gedanken über die moralischen Vorurteile ist ein Anfang Juli 1881 erschienenes philosophisches Werk Friedrich Nietzsches. In dem aus Aphorismen unterschiedlicher Länge bestehenden Buch hinterfragte Nietzsche die Entstehung und den Wahrheitsgehalt moralischer und religiöser Systeme. Dabei setzte er dem tragischen Pathos einer christlichen Existenz das kontemplative Glück eines Erkennenden gegenüber und interpretierte die Glaubensekstase als psychopathologisches Phänomen.

🗣 Winfried Kretschmann zitiert daraus bei ⏱ 00:37:22 „Vom Nietzsche stammt zum Beispiel der markante Satz, ich glaube nicht an Jesus Christus, weil seine Jünger, damit meint er uns, alle so unerlöst aussehen. Weil das sitzt einfach.“

Im Gespräch über Religionskritik nennt Kretschmann Feuerbach, Marx und Nietzsche als wichtige Stationen auch für den Glauben. Er zitiert Nietzsches pointierten Satz über die unerlöst aussehenden Christen als Beispiel für Kritik, die trifft und die man als Gläubiger ernst nehmen muss. Ein konkretes Werk wird nicht benannt.

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Der Sinn von Politik ist Freiheit

Der Sinn von Politik ist Freiheit

Winfried Kretschmann

Philosophische Abhandlung über die zentrale These, dass Freiheit der Kern von Politik ist. Das Buch untersucht die Verbindung zwischen politischem Handeln und Freiheit, basierend auf Hannah Arendts Machtbegriff. Eine grundlegende Reflexion über die Bedingungen politischer Freiheit.

🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:58:13 „Sie schreiben in Ihrem Buch, der Sinn von Politik ist Freiheit, also so heißt das Buch, man kann nicht über Politik sprechen, ohne auch immer über Freiheit zu sprechen.“

Matze Hielscher leitet mit dem Buch seines Gastes in eine ausführliche Diskussion über Freiheit und Macht ein. Das Buch bildet den thematischen Rahmen für den gesamten Gesprächsabschnitt über Hannah Arendts Machtbegriff und politische Freiheit. Kretschmann stellt klar, dass der titelgebende Gedanke von Hannah Arendt stammt.

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Macht und Gewalt

Macht und Gewalt

Hannah Arendt · 1971

Macht und Gewalt ist eine Studie der politischen Theoretikerin Hannah Arendt, erstmals veröffentlicht unter dem Titel On Violence 1970 gleichzeitig in den USA und Großbritannien. Sie hatte im Sommer 1968 begonnen diesen Essay auszuarbeiten. Auch die deutsche Fassung erschien 1970. Es handelt sich um eine Auseinandersetzung mit damals aktuellen Texten und Praktiken der Studentenbewegung (bis einschließlich 1969), vor allem in Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland und in den USA hinsichtlich ...

🗣 Winfried Kretschmann referenziert bei ⏱ 00:58:56 „Was ich unter Freiheit verstehe, in dem Sinn, der Sinn von Politik ist Freiheit, dass Bürger sich hinter einer Idee versammeln und handeln. Und das ist jetzt natürlich nicht Kretschmann, das ist Hannah Arendt. Und dann entsteht Macht.“

Kretschmann referiert ausführlich Hannah Arendts Unterscheidung zwischen Macht und Gewalt: Macht entsteht nur, wenn freie Menschen sich zusammenschließen und gemeinsam handeln, während Gewalt das Ende von Macht bedeutet. Er kontrastiert Arendts Machtbegriff explizit mit dem von Max Weber und nutzt ihn als philosophisches Fundament seines eigenen Politikverständnisses. Die Diskussion erstreckt sich über mehrere Minuten und bildet das intellektuelle Herzstück des Gesprächs.

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Wirtschaft und Gesellschaft

Wirtschaft und Gesellschaft

Max Weber

Webers Hauptwerk der Soziologie untersucht die Beziehungen zwischen Wirtschaft, Macht und Gesellschaftsstrukturen. Das klassische Werk entwickelt zentrale Konzepte wie instrumentelle Herrschaft und Patrimonialismus und prägt bis heute die Diskussion über Machtausübung und soziale Ordnung. Es dient als theoretische Grundlage für die Analyse moderner und historischer Gesellschaftsformen.

🗣 Winfried Kretschmann referenziert bei ⏱ 00:59:48 „Hannah Arendt generiert damit sozusagen einen Mitmach-Begriff der Macht, der sich ganz von Max Weber ansetzt, der ja sagt, Macht heißt, dass man andere zu einem gewünschten Verhalten zwingen oder veranlassen kann.“

Kretschmann stellt Max Webers klassische Machtdefinition als Gegenpol zu Hannah Arendts Machtbegriff dar. Weber dient als Kontrastfolie: Sein instrumenteller Machtbegriff – andere zu einem gewünschten Verhalten zwingen können – wird Arendts partizipativem Modell gegenübergestellt. Das konkrete Werk wird nicht genannt, die Definition stammt aus Webers soziologischem Hauptwerk.

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Vom Kriege

Vom Kriege

Carl von Clausewitz · 2023

In seinem Werk "Vom Kriege" entfaltet Carl von Clausewitz eine umfassende Theorie der Kriegsführung, die bis heute als maßgeblich gilt. Durch die Analyse historischer Konflikte und die philosophische Reflexion über den Krieg als ein politisches Instrument zeigt er die Komplexität und die Unberechenbarkeit militärischer Auseinandersetzungen auf.

🗣 Winfried Kretschmann zitiert daraus bei ⏱ 01:03:00 „Das ist ja die extremste Form des politischen, mit dem berühmten Satz, der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Das ist sozusagen im aachenschen Gebäude der falscheste Satz, den es überhaupt gibt.“

Kretschmann zitiert Clausewitz' berühmtesten Satz, um ihn mit Arendts Philosophie zu widerlegen: Im arendtschen Denken sei dieser Satz grundfalsch, weil Krieg als Gewaltform gerade das Ende von Macht und Politik bedeute. Clausewitz wird nicht namentlich genannt, aber das Zitat ist eindeutig seinem Hauptwerk zuzuordnen.

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Das Leben meiner Mutter

Das Leben meiner Mutter

Oskar Maria Graf · 2011

Das Leben meiner Mutter ist ein autobiographischer Roman des bayerischen Schriftstellers Oskar Maria Graf (1894–1967).

🗣 Winfried Kretschmann empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:16:39 „Und einfach Oskar Maria Graf lesen, dann verstehen Sie Bayern. Am Morgen sind Sie obrigkeitshörig und abends, wenn Sie zwei Maß gesoffen haben, sind Sie anarchisch.“

Kretschmann erklärt die kulturellen Unterschiede zwischen Bayern und Baden-Württemberg und empfiehlt Oskar Maria Graf als Schlüssel zum Verständnis der bayerischen Mentalität. Er nennt keinen konkreten Titel, sondern den Autor als Ganzes – Graf ist vor allem für seine bayerischen Gesellschaftsromane bekannt, darunter 'Das Leben meiner Mutter' als Hauptwerk.

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Nikomachische Ethik

Nikomachische Ethik

Aristoteles · 1876

Die Nikomachische Ethik (altgriechisch ἠθικὰ Νικομάχεια, ēthikà Nikomácheia) ist die bedeutendste der drei unter dem Namen des Aristoteles überlieferten ethischen Schriften. Da sie mit der Eudemischen Ethik einige Bücher teilt, ist sie möglicherweise nicht von Aristoteles selbst in der erhaltenen Form zusammengestellt worden. Weshalb die Schrift diesen Titel trägt, ist unklar. Vielleicht bezieht er sich auf seinen Sohn oder seinen eigenen Vater, die beide Nikomachos hießen.

🗣 Winfried Kretschmann referenziert bei ⏱ 01:32:37 „Und deswegen stand auf dem Türsturz des Delphischen Orakels Medenagan. Nichts im Übermaß. Und die aristotelische Tugendlehre heißt so, die Tugend ist die richtige Mitte zwischen einem zu viel und einem zu wenig, zwischen Übermaß und Mangel.“

Kretschmann erklärt, warum Deutschlands Perfektionismus sich ins Gegenteil verkehrt hat. Er zieht die aristotelische Tugendlehre heran, wonach die Tugend die richtige Mitte zwischen Übermaß und Mangel ist, um zu zeigen, dass Überbürokratisierung aus übertriebenem Perfektionismus entsteht.

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Über die Demokratie in Amerika

Über die Demokratie in Amerika

Alexis de Tocqueville · 1835

Alexis de Tocquevilles Klassiker von 1835 analysiert die amerikanische Demokratie und Gesellschaft. Das Werk gilt als eine der scharfsinnigsten Analysen demokratischer Systeme und warnt vor der Tyrannei der Mehrheit.

🗣 Winfried Kretschmann zitiert daraus bei ⏱ 01:41:07 „Oder der berühmte Alexis de Tocqueville, der geschrieben hat vor 200 Jahren, glaube ich, über die Demokratie in Amerika, der hat den wunderbaren Begriff geprägt, sie haben einen Geschmack an der Freiheit.“

Im Kontext der Diskussion über Demokratiemüdigkeit und die Gefahr, dass Bürger die Freiheit als Last empfinden, zitiert Kretschmann Tocquevilles berühmten Begriff vom 'Geschmack an der Freiheit'. Er nutzt das Zitat, um zu erklären, warum Menschen anfällig für autoritäre Versprechen werden, wenn sie an den Aushandlungsprozessen der Demokratie ermüden.

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Grabrede des Perikles

Grabrede des Perikles

Perikles (überliefert durch Thukydides) · 2020

Studienarbeit aus dem Jahr 2017 im Fachbereich Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike, Note: 2.0, Christian-Albrechts-Universität Kiel (Historisches Seminar), Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit befasst sich mit der Geschichtsschreibung des Thukydides und der genauen Analyse der Grabrede des Perikles. Hierbei soll geklärt werden, welche Intentionen Thukydides mit der Schilderung und Form der Grabrede verfolgt haben könnte.

🗣 Winfried Kretschmann zitiert daraus bei ⏱ 01:46:29 „Schon wie es in der schönen Rede von Pericles ist, immerhin zweieinhalbtausend Jahre alt, wir grollen dem Nachbarn nicht, wenn er mal ein bisschen daneben ist. Wenn man diese Großzügigkeit nicht wieder erlernt und denkt, man muss wegen jedem Scheiß wirklich gleich vor Gericht rennen, dann wird es überhaupt nicht nützen.“

Kretschmann zitiert die berühmte Gefallenenrede des Perikles, um für mehr Großzügigkeit und Fehlertoleranz in der Gesellschaft zu werben. Er argumentiert, dass Entbürokratisierung nur gelingen kann, wenn die Bürger auch bereit sind, nicht bei jedem kleinen Fehler nach Verantwortlichen zu suchen – eine Haltung, die schon Perikles als Kern demokratischen Zusammenlebens beschrieb.

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Tagesschau

Tagesschau

· 1952

Die Tagesschau ist die älteste und populärste Nachrichtensendung Deutschlands.

🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:47:18 „Und wenn ich dann die Tagesschau gucke oder auf Social Media und sehe, wie sich innerparteilich wieder zerlegt wird wegen irgendeiner Kleinigkeit, dann denke ich, ach, naja, die sind ja dran.“

Matze Hielscher beschreibt seinen Medienkonsum im Kontext des Gesprächs über politische Geduld. Die Tagesschau dient ihm als Beispiel dafür, wie er innerparteiliche Konflikte aus der Distanz wahrnimmt. Es ist eine beiläufige Erwähnung ohne inhaltliche Bewertung der Sendung.

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