Lanz & Precht – Ausgabe Zweiundfuenfzig
#052

Ausgabe Zweiundfuenfzig

Lanz & Precht / 26. August 2022 / 8 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Richard David Precht berichtet von seiner Reise zu den Virunga-Vulkanen in Ruanda und dem Bwindi-Regenwald in Uganda, wo er Berggorillas in nebligem, kaltem Dschungel auf 2.500 Metern Höhe beobachtete. Dabei geht es um die fragile Restnatur in Ruanda — dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, kleiner als Nordrhein-Westfalen, aber mit über 16 Millionen Menschen — und die schwierige Balance zwischen Naturschutz und Umsiedlung der Anwohner.

„Ich war in vielen afrikanischen Ländern. Aber ich glaube, ich habe kein Land gesehen, das so schön ist wie Uganda.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (8)

Gorillas im Nebel

Gorillas im Nebel

Dian Fossey · 1988

1967 ließ Dian Fossey ihr Leben voller Bequemlichkeit zurück, um in Afrika die letzten vom Aussterben bedrohten Berggorillas zu studieren. In einem Land voller Schönheit und Gefahren setzte sie alles aufs Spiel - um die Gorillas um Nebel zu retten. Doch jemand wollte das verhindern...

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:01:07 „Die Virunga-Vulkane sind allen bekannt durch Dianphosis, Gorillas im Nebel. Und so ist das auch. Also das ist sehr, sehr feucht, kalt und neblig.“

Richard David Precht erzählt von seiner Afrikareise zu den Virunga-Vulkanen in Ruanda und Uganda, wo er Berggorillas beobachtet hat. Er verweist auf den Film über Dian Fossey, um die neblig-feuchten Bedingungen vor Ort zu beschreiben – der Titel trifft die Atmosphäre laut Precht perfekt.

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Gaia: A New Look at Life on Earth

Gaia: A New Look at Life on Earth

James Lovelock · 2016

Gaia, in which James Lovelock puts forward his inspirational and controversial idea that the Earth functions as a single organism, with life influencing planetary processes to form a self-regulating system aiding its own survival, is now a classic work that continues to provoke heated scientific debate.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:15:12 „Ich habe gesehen, gerade eben ist James Lovelock gestorben. James Lovelock war viel in den 80er Jahren so bekannt mit seiner Geyer-Hypothese. Er war irgendwie so ein bisschen auch ein Guru der Esoteriker.“

Im Gespräch über Klimawandel und die Perspektive der Natur erwähnt Precht den kürzlich verstorbenen James Lovelock und dessen Gaia-Hypothese. Precht nutzt Lovelocks biozentrischen Ansatz – die Welt aus der Perspektive des Planeten statt des Menschen zu betrachten – als Denkanstoß: Lovelock war sogar begeistert von Tschernobyl, weil sich die Vegetation in der Sperrzone erholen konnte.

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Glosse über Friedrich Merz' Flugzeug auf Lindners Hochzeit

Glosse über Friedrich Merz' Flugzeug auf Lindners Hochzeit

CDU-Chef Friedrich Merz behauptete im ZDF-Sommerinterview 2022, sein Privatflugzeug verbrauche weniger Sprit als die Dienstwagen von Bundesregierungsmitgliedern. Merz hatte mit seiner Frau zur Hochzeit von Finanzminister Lindner mit seiner Diamond DA62 von Berlin nach Sylt geflogen. Die Faktencheck-Analyse zeigt jedoch: Das Flugzeug verbraucht bei Reisegeschwindigkeit 14,4 Liter pro 100 Kilometer. Die meisten Minister fahren Hybrid- oder Elektrofahrzeuge mit 0 bis 2,7 Litern Verbrauch; nur Bauministerin Klara Geywitz' normaler BMW benötigt 9,8 Liter pro 100 Kilometer. Lediglich Kanzler Scholz' gepanzerter Sicherheitswagen verbraucht mit 18–20 Litern mehr als Merz' Flugzeug. Die Aussage ist damit in dieser absoluten Form falsch, da die meisten Regierungsmitglieder deutlich weniger Treibstoff verbrauchen als das Privatflugzeug.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:21:18 „Es gab eine herrliche Kolumne dazu, eine Glosse in der Süddeutschen Zeitung, wo sich jemand dann mal genau dieses Flugzeug angeguckt hat und sagt, das hat den Merz cool gemacht. Wenn er hinten gesessen hätte, wäre es uncool gewesen, aber weil er selber geflogen ist.“

Im Kontext der Diskussion über Christian Lindners Hochzeit auf Sylt und die öffentliche Debatte über politische Doppelmoral erinnert Lanz an eine Glosse der Süddeutschen Zeitung. Der Artikel analysierte humorvoll, wie Friedrich Merz' Anreise mit eigenem Flugzeug ihn paradoxerweise cool wirken ließ – weil er selbst am Steuer saß.

Zum Artikel bei Süddeutsche Zeitung Details
Recherche zu Axpo-Gewinnen

Recherche zu Axpo-Gewinnen

Handelsblatt

Die Gas-Umlage sollte Energieimporteure während der Gaskrise unterstützen. Eine Handelsblatt-Recherche zeigt jedoch, dass viele Unternehmen auf der Empfängerliste parallel ihre Gewinne massiv steigerten. Der Schweizer Energiehändler Axpo etwa verdoppelte seinen Umsatz auf 6,2 Milliarden Euro, spielte die Lage aber herunter.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:26:52 „Und sagen auf Anfrage, das haben die Kollegen vom Handelsblatt gemacht, wir sind da jetzt also in sehr geringfügigem Maß betroffen. Für uns geht es eigentlich gut, heißt das übersetzt.“

Lanz verweist auf eine Handelsblatt-Recherche, in der der Schweizer Energiehändler Axpo zu seinen Gewinnen während der Gaskrise befragt wurde. Die Journalisten konfrontierten das Unternehmen damit, dass es seinen Umsatz auf 6,2 Milliarden verdoppelt hatte, worauf Axpo beschwichtigend antwortete.

Zum Artikel bei Handelsblatt Details
B Musik

Ballade vom Käfer in der Südsee

Musikstück aus der Öko-Bewegung der 1980er Jahre, in dem ein Performer mit Pappkarton-Begleitung die Geschichte eines ausgestorbenen Käfers in der Südsee erzählt. Das Werk illustriert, wie das Verschwinden einer Art durch Kettenreaktionen zum Weltuntergang führt und zeigt die gegenseitige Abhängigkeit aller Ökosysteme sowie die globalen Folgewirkungen kleinster Störungen.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:36:05 „In den 80er Jahren, als das so mit der Öko-Bewegung losging, da gab es einen, Sänger kann man eigentlich nicht sagen, ich glaube das lief unter Musik, aber so richtig weiß ich das nicht mehr. Der hatte einen Karton, einen Pappkarton und der tippte immer mit dem Finger auf den Pappkarton. Das war sozusagen seine musikalische Untermalung. Und erzählte die Geschichte von irgendwo in der Südsee einem Käfer.“

Precht erinnert sich an ein Musikstück aus der Öko-Bewegung der 1980er Jahre, in dem ein Performer mit Pappkarton-Begleitung die Geschichte eines ausgestorbenen Käfers in der Südsee erzählt, dessen Verschwinden eine Kettenreaktion bis zum Weltuntergang auslöst. Precht nutzt diese Domino-Metapher als Parallele zu den globalen Folgewirkungen des Ukraine-Kriegs auf Energiemärkte, Logistik und Wirtschaft.

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Der Mann ohne Eigenschaften

Der Mann ohne Eigenschaften

Robert Musil · 1930

Robert Musils unvollendeter Monumentalroman, erschienen ab 1930. Das Werk begleitet den Mathematiker Ulrich durch das Wien des Jahres 1913 und verbindet essayistisches Denken mit erzählerischer Brillanz. Musil entwirft ein Panorama der untergehenden k.u.k.-Monarchie und fragt nach den Möglichkeiten eines gelingenden Lebens.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:37:50 „Mein Lieblingssatz von Robert Musil lautet, in der Geschichte der Menschheit gibt es kein freiwilliges Zurück. Und das kann man am Beispiel deiner Kohleschiffe und deiner Fracking-Industrie und natürlich auch noch an tausend anderen Beispielen aufzeigen.“

Precht und Lanz diskutieren über die Unmöglichkeit, globalisierte Wirtschaftsstrukturen einfach rückgängig zu machen – etwa bei der Kohlelogistik oder der Fracking-Industrie. Precht zitiert Robert Musil, um zu unterstreichen, dass es in der Geschichte keinen freiwilligen Rückschritt gibt.

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My Pony, My Rifle and Me

My Pony, My Rifle and Me

Dean Martin / Ricky Nelson

Western-Song aus 'Rio Bravo', der für den amerikanischen Individualismus und die Ablehnung staatlicher Einmischung steht. Symbol für die Cowboy-Mentalität der paleoliberalen Bewegung: Autonomie und Unabhängigkeit vom Staat als Kernwert.

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:40:10 „Das ist im Grunde genommen Paleoliberalism, das sind die Trump-Wähler. Die sagen Staat, verschwinde, hau ab, my pony, my rifle and me. Hier hat mir überhaupt keiner in irgendwas rein zu quatschen.“

Precht nutzt den Song-Titel als kulturelle Chiffre für den amerikanischen Paleoliberalismus. Er kontrastiert den deutschen paternalistischen Liberalismus, in dem der Staat als fürsorglicher Schiedsrichter auftritt, mit der US-amerikanischen Variante, in der Bürger jede staatliche Einmischung ablehnen. Der Song aus dem Western 'Rio Bravo' steht dabei symbolisch für die Cowboy-Mentalität der Trump-Wähler.

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Kapuzineraffen-Fairness-Experiment

Kapuzineraffen-Fairness-Experiment

Frans de Waal

Langzeit-Experiment zur Untersuchung von Fairness-Sinn bei Kapuzineraffen. Affen wurden trainiert, Spielmarken zu sammeln und darauf mit Weintrauben oder Gurken belohnt. Zentrale Erkenntnis: Die Affen verweigerten die Mitarbeit, wenn sie sahen, dass andere Artgenossen bessere Belohnungen erhielten. Das Experiment zeigt einen angeborenen Sinn für Ungerechtigkeit im Tierreich.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:43:32 „Also das berühmte Experiment von Franz de Waal, mittlerweile 20 Jahre alt. Kapuzineraffen wurden dressiert, man hat Spielmarken in den Käfig geworfen und wenn sie die wieder rausreichten, bekamen die entweder eine Weintraube oder eine Gurke.“

Precht beschreibt das berühmte Verhaltensexperiment von Frans de Waal, um zu erklären, warum Menschen einen angeborenen Sinn für Unfairness haben. Die Affen verweigerten die Arbeit für Gurken, sobald sie sahen, dass andere Weintrauben bekamen. Precht überträgt diesen Mechanismus auf die aktuelle Energiekrise: Bürger können sich einschränken, aber nicht, wenn der Nachbar das nicht auch tut.

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