Der Mann ohne Eigenschaften
Robert Musil · 1930
Robert Musils unvollendeter Monumentalroman, erschienen ab 1930. Das Werk begleitet den Mathematiker Ulrich durch das Wien des Jahres 1913 und verbindet essayistisches Denken mit erzählerischer Brillanz. Musil entwirft ein Panorama der untergehenden k.u.k.-Monarchie und fragt nach den Möglichkeiten eines gelingenden Lebens.
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Erwähnungen (18)
„Also ganz extrem, bis hin zu so einer Hirnvergiftung war ich besessen von Musil. Dessen wirklich ja sehr ausladenden, ausufernden Tonfall, der hat mich richtig, also da habe ich richtig Ohrwürmer davon bekommen.“
Juli Zeh erzählt, wie sie als Jugendliche den Stil von Autoren nachahmte, die sie bewunderte. Musils ausladender Tonfall habe sie regelrecht besessen – sie beschreibt es als 'Hirnvergiftung' und vergleicht den Effekt mit einem musikalischen Ohrwurm. Dieser Einfluss führte später am Literaturinstitut Leipzig zu Konflikten mit dem Zeitgeist der Popliteratur.
„Sören C. war so ein bisschen das Gegenteil von Jörg L. Also es war ein Mann mit schütterem, hellblondem Haar und einem konturlosen Gesicht und es war ein Mann ohne Eigenschaften, würde ich sagen, was natürlich nicht stimmt, aber wenn man sagen würde, man konnte ihn nicht greifen.“
Rudolf Novotny beschreibt den Kompagnon Sören C. und greift dabei auf Musils berühmten Romantitel als sprachliches Bild zurück – ein ‚Mann ohne Eigenschaften', konturlos und schwer greifbar. Die Referenz ist implizit, Novotny relativiert sie sofort selbst ('was natürlich nicht stimmt').
„Roger Willemsen hat, wie ich, über den Mann ohne Eigenschaften promoviert. Robert Musil, ja? Ja, genau. Also wir haben dasselbe Buch promoviert. Ich konnte mit seiner Arbeit nichts anfangen, weil ich sie für völlig unverständlich gehalten habe.“
Precht erzählt von seinem Neid auf Roger Willemsen und berichtet, dass beide über denselben Roman – Musils Hauptwerk – promoviert haben. Der Roman dient als Verbindungsglied zwischen den beiden Karrieren und als Ausgangspunkt für Prechts offene Schilderung seiner Neidgefühle gegenüber Willemsen.
„Precht empfiehlt Musils unvollendeten Roman als eines der bedeutendsten Werke der deutschsprachigen Literatur.“
Precht erklärt die Handlung und Bedeutung des Romans.
„Ich muss dann immer denken an meinen Lieblingsschriftsteller Robert Musil, der gesagt hat, es wäre eigentlich völlig egal, wo man ist. Weil die Überschätzung der Frage, wo man ist, stammt aus der Hordenzeit, als man sich die Futterplätze merken musste.“
Precht zitiert Robert Musil als seinen Lieblingsschriftsteller und gibt ein Zitat über die Irrelevanz des Aufenthaltsorts wieder. Das konkrete Werk wird nicht genannt, aber Musil ist vor allem für 'Der Mann ohne Eigenschaften' bekannt, aus dessen gedanklichem Umfeld das Zitat stammen dürfte. Es dient als launiger Einstieg ins Gespräch.
„Mein Lieblingssatz von Robert Musil lautet, in der Geschichte der Menschheit gibt es kein freiwilliges Zurück. Und das kann man am Beispiel deiner Kohleschiffe und deiner Fracking-Industrie und natürlich auch noch an tausend anderen Beispielen aufzeigen.“
Precht und Lanz diskutieren über die Unmöglichkeit, globalisierte Wirtschaftsstrukturen einfach rückgängig zu machen – etwa bei der Kohlelogistik oder der Fracking-Industrie. Precht zitiert Robert Musil, um zu unterstreichen, dass es in der Geschichte keinen freiwilligen Rückschritt gibt.
„Machen wir Aufführungen zu Robert Musils Roman »Der Mann ohne Eigenschaften«. Das ist sozusagen dieses Jahrhundertbuch, über das ich meine sämtlichen Uni-Arbeiten geschrieben habe. Und das sozusagen das bedeutendste Werk der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts ist, das nur wenige gelesen haben.“
Precht erzählt, dass er mit seinen Studenten an der Musikhochschule Hans Eisler Aufführungen zu Musils Roman vorbereitet. Er bezeichnet das Buch als seine 'persönliche Bibel' und das bedeutendste Werk der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Er schwärmt von Musils Fähigkeit, naturwissenschaftliches und geisteswissenschaftliches Denken in ironischer Sprache zusammenzubringen.
„Weil mein absoluter Lieblingsschriftsteller Robert Musil genau die gleiche Kunst beherrscht hat. Mann ohne Eigenschaften? Ja, also das ist ein wahnsinnig tiefgründiges Buch. Aber jeder einzelne Satz für sich genommen hat eine gewisse Leichtfüßigkeit und immer auch etwas Augenzwinkernes.“
Precht nennt Robert Musil seinen absoluten Lieblingsschriftsteller und zieht eine direkte Linie von Watzlawicks Stil zu Musils Meisterwerk. Er bewundert die Verbindung von Tiefgründigkeit und Leichtigkeit und nutzt das Buch als Beleg für seine These, dass die österreichische Sprache besonders zum Philosophieren geeignet sei.
„Aber der große Robert Musil hat gesagt, in der Geschichte der Menschheit gibt es kein freiwilliges Zurück. Also werden wir uns auf dem mühseligen Weg machen müssen, ein gutes Vorwärts zu finden.“
Als Schlusswort der Episode zitiert Precht Robert Musil mit dem Satz, dass es in der Geschichte kein freiwilliges Zurück gibt. Das Zitat dient als Appell, trotz der Sehnsucht vieler Menschen nach einer politischen Auszeit den Weg nach vorne zu suchen. Der Satz stammt vermutlich aus Musils Werk, wird aber ohne konkreten Werktitel genannt.
„Er ist eigentlich nicht nur ein Mann ohne Eigenschaften, auch ein Mann ohne Begierden. Und man könnte fast sagen, ein Mann ohne Gefühle, jedenfalls ohne sichtbare Gefühle.“
Radisch greift auf Musils berühmten Romantitel zurück, um Meursaults Wesen zu charakterisieren. Sie steigert den Vergleich: Meursault sei nicht nur eigenschaftslos wie Musils Ulrich, sondern darüber hinaus auch begierden- und gefühllos – eine radikalere Leere als bei Musil.
„Und ich zitiere immer gerne einen Satz von Robert Musil, in der Geschichte der Menschheit gibt es kein freiwilliges Zurück.“
Precht nutzt das Musil-Zitat als Schlusswort zur Debatte über die multipolare Weltordnung. Gegen Wolffsohns Idee einer neuen NATO-artigen Allianz argumentiert er, dass sich die geopolitischen Verhältnisse unwiderruflich verändert haben und kein Zurück zur alten westlichen Hegemonie möglich sei. Das Zitat wird Robert Musil zugeschrieben und stammt vermutlich aus 'Der Mann ohne Eigenschaften', wird aber nicht explizit diesem Werk zugeordnet.
„Ich habe über Robert Musil schon, bevor ich darüber promoviert habe, mehrere Arbeiten geschrieben und natürlich fragt man sich, was haben die anderen in der Zeit gemacht. Und wenn man auf der einen Seite Musil sieht, was also unendlich reif und erwachsen ist, und auf der anderen Seite Kafka.“
Precht erzählt von seinem Literaturwissenschaftsstudium, in dem er sich auf die 1920er Jahre spezialisierte und über Robert Musil promovierte. Er kontrastiert Musils 'unendlich reifes und erwachsenes' Werk mit Kafkas eingefrorener Jugendlichkeit – beide Autoren derselben Epoche, aber mit völlig unterschiedlicher emotionaler Temperatur.
„Ich habe es auch wirklich als erstes von Robert Musil gelesen und wer den Mut hat, sich dieses großen Jahrhundertromans »Der Mann ohne Eigenschaften«“
Wird als Musils Hauptwerk erwähnt, in das der Törleß-Roman thematisch einführt
„Und das ist eben dieser von mir so gerne zitierte Satz von Robert Musil. In der Geschichte der Menschheit gibt es kein freiwilliges Zurück. Das heißt, wir können aus der Krise der Moderne nur mit modernen Mitteln rauskommen.“
Precht argumentiert gegen die konservative Idee, man könne das Rad der Geschichte zurückdrehen. Er zitiert Robert Musil als Beleg dafür, dass es in der Menschheitsgeschichte kein freiwilliges Zurück gibt, und wendet dies auf Patrick Deneens Vorschläge an.
„Und eigentlich ist jede rasante Fortschrittsentwicklung parallel dazu mit Rückschrittsentwicklungen gekoppelt. Eine einzige Form von Irrungen und Wirrungen oder wie ich gerne von Robert Musil zitiere, wir irren vorwärts.“
Precht entwickelt seine These, dass Geschichte nicht linear verläuft, sondern dialektisch — jeder Fortschritt trägt einen Rückschritt in sich. Er illustriert das mit Musils berühmtem Diktum 'wir irren vorwärts' und bezieht es auf die Gleichzeitigkeit von moralischer Sensibilisierung und brutalen Trotzreaktionen wie bei Trump oder der AfD.
„Also vor allen Dingen Musiel, er hat den ganzen Mann ohne Eigenschaften ins Französische übertragen. Also er war auch ein großer Übersetzer. Hölderlin hat er übersetzt, aber auch aus dem italienischen Ungaretti.“
Musils Hauptwerk wird erwähnt, um Jaccotéts Bedeutung als Übersetzer zu illustrieren. Die komplette Übertragung dieses monumentalen Romans ins Französische zeigt, wie tief Jaccotét in der deutschsprachigen Literatur verwurzelt war — neben seiner eigenen dichterischen Arbeit.
„Also auch ein bisschen Musil. Ja, natürlich. Also Menschen mit vielen Möglichkeiten, vielen Eigenschaften.“
Iris Radisch und Adam Soboczynski diskutieren die literarischen Vorbilder von Raffaela Edelbauer. Radisch sieht in 'Die echtere Wirklichkeit' Einflüsse der österreichischen Literaturtradition und verweist auf Musil – die Formulierung 'Menschen mit vielen Möglichkeiten, vielen Eigenschaften' ist eine klare Anspielung auf Musils Hauptwerk.
„Und diesen Umbruchs, krisenhaften Umbruchscharakter, genau dieses, ist dann egal, ob es die Leibniz, Jungwerther oder Epiprist oder Mann ohne Eigenschaften ist. Überall immer mit einem krisenhaften Umgang.“
Mangold argumentiert, dass die Literaturwissenschaft jedes kanonische Werk als Krisenprodukt liest. Musils 'Mann ohne Eigenschaften' dient ihm als weiteres Beispiel für diese These – unabhängig von Epoche oder Gattung werde immer ein krisenhafter Umbruchscharakter diagnostiziert.
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