Lanz & Precht – Ausgabe Fuenfundsechzig
#065

Ausgabe Fuenfundsechzig

Lanz & Precht / 02. Dezember 2022 / 8 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Die Episode dreht sich um die Macht von Social Media — 4,6 Milliarden Nutzer weltweit — und die heikle Verstrickung westlicher Tech-Konzerne mit China. Am Beispiel der chinesischen Proteste zeigen Lanz und Precht, wie Apple die Airdrop-Funktion einschränkte und Twitter mit Erotik-Posts ablenkte, während Tesla und Apple Milliardenumsätze im Land erwirtschaften. Der Bogen führt zu Hollywoods blinden Fleck: Filme, die die eigene Regierung zerlegen, gibt es zuhauf — doch einen kritischen Blick auf die Kommunistische Partei Chinas sucht man vergeblich.

„Was du nicht findest, ist ein Film, der sich kritisch mit der kommunistischen Partei Chinas auseinandersetzt.“
🗣 Markus Lanz

Erwähnte Medien (8)

Full Metal Jacket

Full Metal Jacket

Stanley Kubrick · 1987

South Carolina 1967. Im Camp von Parris Island werden Joker und seine Kameraden auf traditionell-brutale Art zu Marines gedrillt. Der Ausbilder bezahlt seine Profiarbeit mit dem Leben: Leonard, sein Lieblingsopfer, erschießt den Schinder, bevor er sich selbst tötet. An der Dschungelfront in Vietnam, nach der Tet-Offensive, geraten Joker – der inzwischen als Journalist Heldenberichte für die Soldatenzeitung „Stars and Stripes“ schreibt – und seine Kameraden in den Hinterhalt eines Heckenschützen....

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:03:53 „Du wirst ja in der amerikanischen Unterhaltungsindustrie jederzeit den Film finden, den großen Hollywood-Blockbuster, und die Geschichte ist voll davon, der sich ganz, ganz kritisch mit der eigenen Regierung auseinandersetzt. Full Metal Jacket und viele, viele andere Filme oder Zero Dark Thirty oder Michael Moore Filme und so weiter.“

Lanz argumentiert, dass Hollywood regelmäßig regierungskritische Filme produziert, aber keinen einzigen Film findet, der sich kritisch mit der kommunistischen Partei Chinas auseinandersetzt – weil der chinesische Markt mit 1,4 Milliarden Menschen zu wichtig ist. Full Metal Jacket dient als Paradebeispiel für diese amerikanische Tradition der Selbstkritik.

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Vice

Vice

Adam McKay · 2018

Wyoming im Jahr 1963: Der 22-jährige Dick Cheney schlägt sich durchs Leben, indem er Stromleitungen repariert. Er ist ein ungelernter Arbeiter, da er das Studium in Yale wegen seiner ständigen Sauferei geschmissen hat. Sein Trinkverhalten hat sich seitdem aber nicht geändert. Nachdem er wegen Trunkenheit am Steuer angeklagt wird, zieht seine Ehefrau Lynne die Reißleine. Sie will ihn verlassen, wenn er sein Leben nicht auf die Reihe kriegt. Daraufhin ergattert Cheney ein Praktikum in Washington.

🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:04:13 „Oder die großartigen Filme hier, Beweis über Dick Cheney. Zum Beispiel, genau. Ganz toller Film.“

Precht ergänzt Lanz' Aufzählung regierungskritischer Hollywood-Filme begeistert um den Film über den ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney. Der Titel wird im Transkript als 'Beweis' wiedergegeben, gemeint ist sehr wahrscheinlich 'Vice' (2018) von Adam McKay. Precht bezeichnet ihn ausdrücklich als 'ganz tollen Film'.

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Zero Dark Thirty

Zero Dark Thirty

Kathryn Bigelow · 2012

Ein Jahr nach den Anschlägen vom 11. September beteiligt sich die CIA-Analystin Maya an der Jagd auf den Terroristen Osama bin Laden. Es wird eine zermürbende, jahrelange Suche nach Hinweisen, bin Ladens Kontaktmännern und seinem Aufenthaltsort. Das Ganze wird begleitet von vielen Rückschlägen und sogar dem Tod einer engen Kollegin Mayas - bei einem Treffen mit einem Bin-Laden-Informant wird sie Opfer eines Bombenattentats.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:04:21 „Oder hier Catherine Bigelow, die Frau von James Cameron, dem Titanic-Regisseur, die diesen Zero Dark Thirty gemacht hat. Diesen Film über die Ergreifung von Osama Bin Laden, diese Sonderoperation, Spezialoperation in Abbottabad in Pakistan.“

Lanz nennt Zero Dark Thirty als weiteres Beispiel für Hollywoods Bereitschaft, heikle Operationen der eigenen Regierung filmisch aufzuarbeiten. Er ordnet den Film inhaltlich ein – die Jagd auf Bin Laden in Pakistan – und kontrastiert diese Offenheit mit dem völligen Fehlen chinakritischer Filme in Hollywood.

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Titanic

Titanic

James Cameron · 1997

Atlantischer Ozean, 1912: Auf der Jungfernfahrt der Titanic trifft der mittellose Maler Jack Dawson auf die schöne, aber unglückliche Erste-Klasse-Passagierin Rose DeWitt Bukater. Rose reist gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem versnobten Verlobten Cal, den sie aus finanziellen Gründen heiraten soll, aber nicht liebt.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:04:21 „Oder hier Catherine Bigelow, die Frau von James Cameron, dem Titanic-Regisseur, die diesen Zero Dark Thirty gemacht hat.“

Titanic wird nicht inhaltlich besprochen, sondern dient nur als Erkennungsmerkmal für den Regisseur James Cameron, um dessen damalige Ehefrau Kathryn Bigelow einzuordnen. Eine beiläufige Erwähnung ohne eigene inhaltliche Bedeutung im Gespräch.

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Snowden

Snowden

Oliver Stone · 2016

Edward Snowden arbeitet als Computer-Profi für einen Subunternehmer der NSA. Doch weder seine langjährige Freundin Lindsay Mills noch sein Kollege ahnen, wohin Snowden geht, als er von einem Tag auf den anderen verschwindet. Snowden trifft sich in Hong Kong mit der Dokumentarfilmerin Laura Poitras sowie dem Journalisten Glenn Greenwald und dem britischen Korrespondenten Ewen MacAskill.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:04:41 „Was du nicht findest, ist ein Film, der sich kritisch mit der kommunistischen Partei Chinas auseinandersetzt. Den findest du nicht. Film über Snowden. Genau.“

Der Film über Edward Snowden wird als letztes Beispiel in der Reihe amerikanischer Filme genannt, die sich kritisch mit der eigenen Regierung bzw. deren Geheimdiensten auseinandersetzen. Lanz nutzt diese Aufzählung, um den Kontrast zum Fehlen chinakritischer Filme in Hollywood herauszuarbeiten.

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Tatort

Tatort

ARD · 1970

Unter dem Titel Tatort sind streng genommen Dutzende von Krimiserien vereint. Jede ARD-Anstalt produziert innerhalb der Tatort-Reihe 90 Minuten lange Filme mit eigenen Ermittlern, die in der Regel Mordfälle aufzuklären haben. Auch das Schweizer und das Österreichische Fernsehen schicken eigene Polizisten ins Rennen. Einige Folgen wurden vom ORF außerhalb der offiziellen Tatort-Reihe ohne die ARD produziert und in der Erstausstrahlung nur in Österreich in der Erstausstrahlung gesendet.

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:34:37 „Früher war das so, wenn so ein Derrick oder ein Tatort war in den 70er Jahren, kaum eine Leiche gesehen, kein Blut. Da gab es auch keine durchgeknallten Massenmörder. Kinder, glaube ich, wurden auch nicht umgebracht und so weiter. Heute ist genau das Gegenteil der Fall.“

Precht nutzt den Tatort als Beispiel für die Eskalation von Gewaltdarstellungen im Fernsehen. In den 70er Jahren sei kaum Blut zu sehen gewesen, heute dagegen stürben jeden Abend über 100 Figuren teils auf bestialische Weise – und das Publikum empfinde es als ähnlich aufregend wie damals das Harmlose.

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Derrick

Derrick

Herbert Reinecker · 1974

Die Serie begleitet den Oberinspektor Stephan Derrick und seinen Assistenten, Inspektor Harry Klein, von der Mordkommission der Münchner Kriminalpolizei bei den Ermittlungen und der Lösung von Mordfällen im Großraum München

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:34:37 „Früher war das so, wenn so ein Derrick oder ein Tatort war in den 70er Jahren, kaum eine Leiche gesehen, kein Blut. Da gab es auch keine durchgeknallten Massenmörder.“

Neben dem Tatort nennt Precht die Krimiserie Derrick als zweites Beispiel für die damals zurückhaltende Gewaltdarstellung im deutschen Fernsehen der 70er Jahre. Beide Serien dienen ihm als Kontrastfolie zur heutigen Gewaltdosis im TV.

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Die vierte Gewalt

Die vierte Gewalt

Richard David Precht, Harald Welzer · 2022

Analyse wie Medien ohne bewusste Absprache eine veröffentlichte Meinung schaffen, die von der tatsächlichen öffentlichen Meinung abweicht. Das Werk untersucht die Selbstangleichung der Presse am Beispiel der Ukraine-Berichterstattung und hinterfragt die Rolle der Medien als vierte Gewalt in der Demokratie.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:37:10 „Ich habe ja, wie du weißt, ein Buch geschrieben, das vom Gegenteil ausgeht. Nämlich, wo ich die Gefahr sehe, dass die Qualitätsmedien zunehmend die Erregungsdiskurse der sozialen Medien reiten und dass dadurch Qualitätsverflachung damit einhergeht.“

Lanz wirft die These auf, dass Social Media den klassischen Journalismus auch besser gemacht habe. Precht verweist auf sein eigenes Buch, in dem er die Gegenthese vertritt: Qualitätsmedien übernehmen zunehmend die Erregungslogik sozialer Medien, was zu einer Qualitätsverflachung führe. Später erwähnt er das Buch erneut im Zusammenhang mit der Kölner Silvesternacht, die dort als Fallbeispiel behandelt wird.

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