Lanz & Precht – Ausgabe Sechsundsiebzig
#076

Ausgabe Sechsundsiebzig

Lanz & Precht / 17. Februar 2023 / 6 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Die Episode dreht sich um die vieldiskutierte Szene vom Parteitag der chinesischen KP im Oktober 2022, als der ehemalige Staatspräsident Hu Jintao aus dem Saal geführt wurde. Anhand der Videoaufnahmen wird minutiös analysiert, wie westliche Medien die Szene interpretierten — von „abgeführt

„Ich weiß nicht, wie man als westlicher Korrespondent feststellt, ob jemand in China verschwunden ist.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (6)

21 Lektionen für das 21. Jahrhundert

21 Lektionen für das 21. Jahrhundert

Yuval Noah Harari · 2018

Yuval Noah Harari ist der Weltstar unter den Historikern. In «Eine kurze Geschichte der Menschheit» erzählte er vom Aufstieg des Homo Sapiens zum Herrn der Welt. In «Homo Deus» ging es um die Zukunft unserer Spezies. Sein neues Buch schaut auf das Hier und Jetzt und konfrontiert uns mit den drängenden Fragen unserer Zeit.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:13:31 „Das kann man sich auch angucken, schreibt auch Harari in seinen Lektionen für das 21. Jahrhundert, die haben, das zeigt auch die ganze Geschichte, die haben wenig Kriege nach außen geführt.“

Lanz zitiert Hararis Buch, um seine These zu untermauern, dass China historisch wenige Kriege nach außen geführt hat. Er nutzt das als Argument dafür, dass wirklich prosperierende Länder tendenziell keine Kriege führen.

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Interview mit Helmut Schmidt über China

Interview mit Helmut Schmidt über China

Fünfzehn Mal besuchte der Altbundeskanzler China. Im Gespräch mit unserer Zeitung warnt Helmut Schmidt davor, das Riesenreich an den Maßstäben westlicher Erwartungen zu messen. Eine „Demokratisierung“ nach amerikanischen Vorbild schließt der China-Kenner aus. Das Land werde seinen eigenen Weg gehen.

🗣 Markus Lanz zitiert daraus bei ⏱ 00:14:24 „In der Weltgeschichte gab es eine Reihe von Hochkulturen. Zum Beispiel im heutigen Iran, Irak, also Mesopotamien, früher Zwei-Strom-Land genannt... Die chinesische Hochkultur ist zwischen 4000 und 5000 Jahren alt. Und das Besondere an ihr ist, sie lebt immer noch, obwohl sie uralt ist. Warum ist das so? Das finde ich einen so guten Text, ein Teil aus einem Interview mit Helmut Schmidt, der glaube ich 15 Mal in China war.“

Lanz liest aus einem Interview mit Helmut Schmidt vor, in dem dieser die Einzigartigkeit der chinesischen Hochkultur hervorhebt – sie sei die einzige, die seit 4000-5000 Jahren überlebt hat. Lanz nutzt das Zitat, um Schmidts faszinierten, neugierigen Blick auf China zu illustrieren.

Zum Artikel bei Wz.de Details
Der Fürst

Der Fürst

Niccolò Machiavelli · 2020

Das ultimative Lehrbuch der Macht von Niccolò Machiavelli. Weltliteratur.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:23:11 „Und das war die Grundlage für die Idee mit dem Fürsten zu sagen, Realpolitik betreiben, immer auf die Interessen gucken, kühles, eiskaltes Schach spielen, aber sich nicht irgendwie hitzig in irgendwas reinziehen lassen oder persönliche Präferenzen und Weltanschauungen damit reinmischen.“

Precht räumt mit Vorurteilen über Machiavelli auf und erklärt, dass dieser eigentlich Republikaner war und wertegeleitete Politik ablehnte. Er zieht eine Parallele zwischen Machiavellis Konzept der Realpolitik und der chinesischen Außenpolitik sowie Henry Kissingers späterer Haltung.

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Reportage über Umweltkatastrophen in China

Reportage über Umweltkatastrophen in China

Adrian Geiges

Die Stern-Reportage von Adrian Geiges aus 2005 dokumentiert die Folgen einer massiven Benzol-Verseuchung in Nordostchina. Ein 80 Kilometer langer Giftstoffteppich aus Benzol kontaminierte eine Millionenstadt und führte zu direkten Todesfällen bei Personen, die mit dem Gift in Berührung kamen. Der Artikel zeigt die verheerenden Umweltschäden, die Chinas rapider wirtschaftlicher Entwicklung folgten, und belegt die hohen Kosten dieses Wachstums für Bevölkerung und Umwelt.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:28:35 „Es gab, ich glaube auch Adrian Geiges war es unter anderem, der für den Stern mal eine große Reportage 2005 gemacht hat, berichtet hat über einen 80 Kilometer langen Teppich aus Benzol. In Nordostchina, der dadurch so eine Vier-Millionen-Stadt geflossen ist, ja, Menschen, die damit in Berührung gekommen sind, sind sofort gestorben.“

Markus Lanz schildert das westliche Bild von China als Umweltzerstörer und zitiert eine Stern-Reportage von Adrian Geiges aus dem Jahr 2005, die über eine verheerende Benzol-Verseuchung in Nordostchina berichtete. Die Reportage dient als Beleg dafür, welchen Preis der rasante wirtschaftliche Aufstieg Chinas für Umwelt und Bevölkerung hatte.

Zum Artikel bei Stern Details
Politik

Politik

Aristoteles · 1880

Die Politik (altgriechisch Πολιτικά Politiká „die politischen Dinge“) ist die wichtigste staatsphilosophische Schrift des Aristoteles. Das in acht Bücher aufgeteilte Werk behandelt hauptsächlich verschiedene real existierende und abstrakte Verfassungen. In diesem Werk stellt Aristoteles vier Thesen auf, die „jahrhundertelang widerspruchslos anerkannt“ wurden.

🗣 Richard David Precht zitiert daraus bei ⏱ 00:35:42 „Das Interessante ist, dass sich das natürlich die alten Griechen schon überlegt haben. Aristoteles hat gesagt, die effizienteste Regierungsform ist eine Monarchie, also eine Autokratie, wie China, eine Diktatur. Aber sie ist auch gleichzeitig diejenige, die am ehesten in den Wahnsinn und ins Verbrecherische und so weiter abdriftet.“

Precht greift auf Aristoteles' Analyse der Regierungsformen zurück, um das Dilemma zwischen Effizienz und Stabilität zu illustrieren. Er paraphrasiert die aristotelische These, dass Autokratien zwar am effizientesten, aber auch am instabilsten seien, während Demokratien das Gegenteil darstellten – und wendet dies direkt auf den Vergleich zwischen China und westlichen Demokratien an.

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Das Schwarzbuch des Kommunismus

Das Schwarzbuch des Kommunismus

Stéphane Courtois u.a.

Das >Schwarzbuch des Kommunismus hat den Blick auf das 20. Jahrhundert tiefgreifend verändert. Von den Autoren minutiös recherchiert, zieht es die grausige Bilanz des Kommunismus, der prägenden Idee unserer Zeit. Mehr als 80 Millionen Tote, so rechnen die Autoren vor, hat die Vision der klassenlosen Gesellschaft gekostet - mehr als der Nationalsozialismus zu verantworten hat.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:41:00 „Es gab vor langer Zeit dieses berühmte Schwarzbuch-Kommunismus. Und da wurde sozusagen aufgezählt, welches System wie, wo, wann, wie viele Tote fabriziert hat. Das sind natürlich immer sehr, sehr schwierige Zahlen, weil darüber hat keiner Statistik geführt.“

Im Gespräch über die Opferzahlen des Großen Sprungs nach vorn unter Mao verweist Precht auf das bekannte Schwarzbuch des Kommunismus, das die Todeszahlen verschiedener kommunistischer Regime auflistete. Er relativiert die genauen Zahlen als schwer bestimmbar, betont aber, dass die Dimension der Katastrophe unabhängig davon erschütternd bleibt.

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