Altes Denken neues Denken - iranische Raketen auf Israel
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode startet mit einem Lacher über den Philodendron-Gag der Vorwoche, bevor es um Bayerns Cannabisverbot auf Volksfesten geht — ausgerechnet dort, wo Alkohol in Strömen fließt und jährlich 60.000 Alkoholtote zu beklagen sind. Dann wird es ernst: Der iranische Raketenangriff auf Israel, die Unterwanderung durch das Mullah-Regime über das Islamische Zentrum Hamburg und die Frage, warum der Staat trotz seit 2005 vorliegender Beweise so lange zugeschaut hat.
„Die bayerische Landesregierung hat Cannabiskonsum auf Volksfesten und Bierfesten verboten. Also da ist nur eine Droge erlaubt.“
Erwähnte Medien (5)
Artikel über Iran-Sanktionen und Ölexporte
Natalie Amiri
Artikel von Natalie Amiri in der Süddeutschen Zeitung über die Wirksamkeit westlicher Sanktionen gegen den Iran angesichts von Chinas andauernden Ölimporten. Amiri untersucht die geopolitische Frage, ob Sanktionen überhaupt greifen können, wenn China den Iran weiterhin beliefert.
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:08:11 „Natalie Amiri war es, liebe Grüße an der Stelle, die ich wirklich sehr schätze, weil sie mit so großer Leidenschaft immer über dieses Thema redet und hat in dieser Tage ein sehr interessantes Stück in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht, das sich sehr zu lesen lohnt.“
Lanz empfiehlt den Artikel im Kontext der Diskussion über Iran-Sanktionen und Chinas Rolle. Es geht um die Frage, ob westliche Sanktionen gegen den Iran überhaupt wirken können, solange China weiterhin iranisches Erdöl importiert. Lanz schätzt Amiris Expertise zum Iran und empfiehlt den Artikel ausdrücklich als lesenswert.
Artikel über Iran-Sanktionen und Erdölexporte
Natalie Amiri
Natalie Amiri kritisiert in diesem Gastbeitrag der Süddeutschen Zeitung die Doppelmoral der deutschen Iran-Politik angesichts des iranischen Drohnenangriffs auf Israel. Sie argumentiert, dass wirtschaftliche Interessen wie Energiepreise Menschenrechtsbedenken in den Hintergrund drängen, wenn es um die Sanktionspolitik gegenüber dem Iran geht. Der Artikel wird durch die Beobachtung eingeleitet, dass von den 170 vom Iran abgeschossenen Drohnen keine im israelischen Luftraum ankam, was die Ineffektivität des Angriffs demonstriert. Amiri beleuchtet die Verstrickung deutscher und westlicher Politik mit iranischen Erdölexporten und der Rolle Chinas in diesem geopolitischen Gefüge, um die Widersprüche zwischen verkündeten Werten und tatsächlicher Außenpolitik offenzulegen.
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:08:44 „hat in dieser Tage ein sehr interessantes Stück in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht, das sich sehr zu lesen lohnt“
Markus Lanz empfiehlt einen Artikel von Natalie Amiri in der Süddeutschen Zeitung über Iran-Sanktionen und die Rolle Chinas bei iranischen Erdölexporten
Weltweite Umfrage zu Lebensvorstellungen
Timothy Garton Ash, Ivan Krastev
Internationale Forschungsstudie von Timothy Garton Ash und Ivan Krastev, die untersucht, wie Menschen weltweit leben möchten. Die globale Umfrage zeigt, dass westliche Lebensvorstellungen international als erstrebenswert gelten und offenbart zentrale Unterschiede zwischen Regionen.
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:17:40 „diese Studie, von der ich mal erzählt habe, die mir die Augen für vieles geöffnet hat, die Tim Stiegarten, Ash, Ivan Krastev und andere gemacht haben, indem sie überall in der Welt die Leute gefragt haben, wie sie leben möchten“
Precht verweist auf eine internationale Studie, die untersucht hat, wie Menschen weltweit leben möchten, und deren Ergebnis zeigt, dass der westliche Lebensstil global als erstrebenswert gilt
Unbenannter Text von Michael Wolffsohn
Michael Wolffsohn
Der Historiker Michael Wolffsohn beschreibt eine neue geopolitische Ordnung im Nahen Osten, in der sich Saudi-Arabien, Israel und Jordanien gegen den gemeinsamen Feind Iran zusammenschließen. Diese Allianz deutet auf ein fundamentales Umdenken in den historischen Feindschaften der Region hin und könnte als Hoffnungssignal für stabilere Verhältnisse gelesen werden.
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:37:35 „Ich habe Michael Wolfson gelesen dieser Tage, der sagt, er ist längst am Horizont und das ist eigentlich eine gute Nachricht, eine neue Ordnung absehbar, wenn man sieht, wie Saudi-Arabien mit Israel plötzlich zusammenarbeitet, mit Jordanien und vielen, vielen anderen Ländern.“
Lanz bezieht sich auf einen aktuellen Text des Historikers Michael Wolffsohn, in dem dieser eine neue Ordnung im Nahen Osten skizziert – eine Art 'nahöstliche NATO' aus Saudi-Arabien, Israel, Jordanien und weiteren Staaten gegen den gemeinsamen Feind Iran. Ein konkreter Titel wird nicht genannt, nur dass Lanz ihn 'dieser Tage gelesen' hat.
Der Mann ohne Eigenschaften
Robert Musil · 1930
Robert Musils unvollendeter Monumentalroman, erschienen ab 1930. Das Werk begleitet den Mathematiker Ulrich durch das Wien des Jahres 1913 und verbindet essayistisches Denken mit erzählerischer Brillanz. Musil entwirft ein Panorama der untergehenden k.u.k.-Monarchie und fragt nach den Möglichkeiten eines gelingenden Lebens.
🗣 Richard David Precht zitiert daraus bei ⏱ 00:40:31 „Und ich zitiere immer gerne einen Satz von Robert Musil, in der Geschichte der Menschheit gibt es kein freiwilliges Zurück.“
Precht nutzt das Musil-Zitat als Schlusswort zur Debatte über die multipolare Weltordnung. Gegen Wolffsohns Idee einer neuen NATO-artigen Allianz argumentiert er, dass sich die geopolitischen Verhältnisse unwiderruflich verändert haben und kein Zurück zur alten westlichen Hegemonie möglich sei. Das Zitat wird Robert Musil zugeschrieben und stammt vermutlich aus 'Der Mann ohne Eigenschaften', wird aber nicht explizit diesem Werk zugeordnet.