Lanz & Precht – EURO24 - ueber die Sehnsucht nach Sorglosigkeit
#146

EURO24 - ueber die Sehnsucht nach Sorglosigkeit

Lanz & Precht / 21. Juni 2024 / 11 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Anlässlich des EM-Spiels Spanien gegen Italien schwärmt Precht im Spanien-Trikot von der Aggressionsfreiheit des spanischen Fußballs — kleine Jungs, die stundenlang am Strand kicken, ohne sich je anzubrüllen. Die beiden vergleichen den spanischen mit dem italienischen Spielstil und landen schließlich bei der überraschenden Erkenntnis, dass Italien das am stärksten tätowierte Land der Welt sein soll.

„Was ich am allermeisten bewundere am spanischen Fußball, ist die völlige Aggressionsfreiheit. Die spielen da stundenlang miteinander Fußball und da wird sich nie angebrüllt und da liegt auch keiner am Boden und heult.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (11)

Game of Thrones

Game of Thrones

David Benioff, D. B. Weiss / HBO · 2011

Game of Thrones (engl. für „Spiel der Throne“, oft abgekürzt mit GoT) ist eine US-amerikanische Fantasy-Fernsehserie von David Benioff und D. B. Weiss für den US-Kabelsender HBO. Die von Kritikern gelobte und kommerziell erfolgreiche Serie basiert auf der Romanreihe A Song of Ice and Fire („Das Lied von Eis und Feuer“) des US-amerikanischen Schriftstellers George R. R. Martin, der anfangs ebenfalls an der Serie mitwirkte.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:22:55 „Von dem Marcel Reif in der Sendung sagte, der muss nicht in die Maske, der kann einfach so wie er ist bei Game of Thrones mitspielen.“

Markus Lanz beschreibt den ungarischen Fußballer Martin Adam, der mit 1,91 m und 90 Kilo eine ungewöhnliche Statur für einen Fußballer hat. Er zitiert Marcel Reif, der Adam scherzhaft mit einer Figur aus Game of Thrones verglich – ein humorvoller Vergleich, der die imposante Erscheinung des Spielers unterstreicht.

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Schwarzwald-Klinik

Schwarzwald-Klinik

Arztserie aus dem Schwarzwald: Ärzte und Patienten einer idyllischen Klinik erleben medizinische Fälle gepaart mit persönlichen Schicksalen. Drama und Menschlichkeit in klassisch-deutschem Fernsehton.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:23:24 „Seine Großmutter Fan von Klaus-Jürgen Wussow war. Die hat immer die Schwarzwald-Klinik geguckt.“

Erklärung, warum der albanische Fußballer Klaus Gjasula den Vornamen Klaus trägt – seine Großmutter war Fan der Serie und des Schauspielers Klaus-Jürgen Wussow

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Die Schwarzwaldklinik

Die Schwarzwaldklinik

· 1985

Professor Klaus Brinkmann wird in seinem Heimatort der neue Chefarzt. Mit seiner Haushälterin Käti zieht er in sein Geburtshaus, in dem schon sein Sohn Udo wohnt, ebenfalls Arzt in der Schwarzwaldklinik. Beide interessieren sich für Schwester Christa die sich jedoch später für den Chefarzt entscheidet und ihn heiratet.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:23:40 „Und das hat damit zu tun, dass seine Großmutter Fan von Klaus-Jürgen Wussow war. Die hat immer die Schwarzwald-Klinik geguckt.“

Markus Lanz erzählt die Hintergrundgeschichte des albanischen Fußballers Klaus Gjasula, dessen ungewöhnlicher Vorname daher rührt, dass seine Großmutter ein Fan von Klaus-Jürgen Wussow aus der Schwarzwaldklinik war. Sein Bruder heißt entsprechend Jürgen – eine amüsante Anekdote über den kulturellen Einfluss deutscher Fernsehserien bis nach Albanien.

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Leitartikel von Peter Ahrens im Spiegel

Leitartikel von Peter Ahrens im Spiegel

Peter Ahrens

Geboren 1966 in Paderborn, studierte Geschichte, Germanistik und Sportwissenschaft. Von 1994 bis 1999 als Volontär und Redakteur bei der »Ostfriesen-Zeitung«, danach fünf Jahre lang Redakteur für Landespolitik bei der »taz« in Hamburg. Ab 2004 freier Autor für Politik und Sport in Berlin, seit Dezember 2009 Sportredakteur beim SPIEGEL.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:26:01 „ich habe neulich einen Leitartikel von Peter Ahrens gelesen im Spiegel, der sehr schön formulierte und sagte, 2006, die Deutschen haben sich damals sehr gut gefallen“

Lanz zitiert ausführlich aus einem Spiegel-Leitartikel über die veränderte Stimmungslage in Deutschland im Vergleich zum Sommermärchen 2006

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Leitartikel über das Sommermärchen 2006

Leitartikel über das Sommermärchen 2006

Peter Ahrens

Wie in einem anderen Land: Hunderttausende in den Stadien, Millionen vor den Fernsehern und auf den Straßen feiern den Fußball und sich selbst - mit mediterranem Frohsinn und unverklemmtem, weltoffenem Patriotismus. Ob sich die Stimmung hält, wenn das Fest vorüber ist?

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:26:02 „Ich habe neulich einen Leitartikel von Peter Ahrens gelesen im Spiegel, der sehr schön formulierte und sagte, 2006, die Deutschen haben sich damals sehr gut gefallen. Und das trifft es, trifft es so gut, aber im Moment gefallen sich die Deutschen nicht mehr.“

Lanz zitiert einen Spiegel-Leitartikel von Peter Ahrens, der die Stimmung von 2006 mit der heutigen vergleicht. Der Artikel argumentiert, dass ein zweites Sommermärchen unmöglich sei, weil sich Deutschland fundamental verändert habe — von Klimasorgen bis zu politischen Grabenkämpfen um Fanmeilen.

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Psychologie der Massen

Psychologie der Massen

Gustave Le Bon · 2021

Klassisches Werk der Massenpsychologie, das die psychologischen Mechanismen untersucht, die in großen Menschenansammlungen wirken. Le Bon analysiert, wie Individuen ihre persönliche Verantwortung aufgeben und sich stattdessen kollektiven Gefühlen und Impulsen hingeben. Das Pionierwerk beschrieb erstmals systematisch die modernen Phänomene von Massenversammlungen und Kollektivverhalten.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:36:00 „Und das sind Prozesse, die sind das erste Mal beschrieben worden von einem Franzosen namens Gustave Le Bon. Der hat über das Phänomen der Massen so um die Jahrhundertwende geschrieben.“

Precht erklärt die psychologischen Mechanismen, die in Menschenmassen wirken — das Aufgeben individueller Verantwortung zugunsten eines kollektiven Gefühls. Er nennt Le Bon als Pionier dieser Massenpsychologie, der das Phänomen erstmals um 1900 beschrieb, als durch Sport und Arbeiterbewegung erstmals große Menschenansammlungen möglich wurden.

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Das Ornament der Masse

Das Ornament der Masse

Siegfried Kracauer · 1977

Siegfried Kracauers Klassiker der Kulturkritik untersucht die Massenpsychologie und erklärt, wie sich Menschen lustvoll als Teil eines größeren Ganzen auflösen – sei es im Stadion, in Menschenmengen oder kulturellen Bewegungen. Der Essay verbindet soziologische Analyse mit philosophischer Tiefe und bleibt zeitlos relevant für das Verständnis von Gruppenverhalten und kollektiven Erfahrungen in der modernen Gesellschaft.

🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:36:49 „Also Siegfried Krakauer hat dieses, einer meiner absoluten Lieblingsphilosophen, das Ornament der Masse geschrieben. Die Idee ist eben auch das gleiche, dass man sich quasi aufgibt in etwas Größerem, lustvoll.“

Precht reiht Kracauers Essay in eine Tradition massenpsychologischer Denker ein und bezeichnet Kracauer als einen seiner absoluten Lieblingsphilosophen. Die zentrale These: Menschen genießen es lustvoll, sich vorübergehend als Teil von etwas Größerem aufzulösen — ein Gedanke, den Precht direkt auf das Stadionerlebnis bei der EM überträgt.

Zum Artikel bei Suhrkamp.de Details
Der Aufstand der Massen

Der Aufstand der Massen

José Ortega y Gasset · 1993

Ortega y Gassets Klassiker der Massensoziologie kritisiert die Auswirkungen der Massengesellschaft auf Kultur und Geist. Der spanische Philosoph analysiert, wie die Masse den individuellen Geist verdrängt und zur Vereinheitlichung des Denkens führt. Das Werk steht in der Tradition frühen 20. Jahrhunderts massenkritischer Philosophie und wurde von Denkern wie Spengler und Le Bon geteilt.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:37:15 „Das hat Ortega y Gasset, der berühmte spanische Philosoph, 20er Jahre drüber geschrieben, der Aufstand der Massen.“

Im Kontext einer intellektuellen Genealogie des Massenphänomens nennt Precht Ortega y Gassets Klassiker aus den 1920er Jahren als weiteren wichtigen Beitrag zur Frage, was passiert, wenn Menschen sich als Masse formieren und individuelles Denken zugunsten kollektiver Identität aufgeben.

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Massenpsychologie und Ich-Analyse

Massenpsychologie und Ich-Analyse

Sigmund Freud · 2023

Der Gegensatz von Individual- und Sozial- oder Massenpsychologie, der uns auf den ersten Blick als sehr bedeutsam erscheinen mag, verliert bei eingehender Betrachtung sehr viel von seiner Schärfe. Die Individualpsychologie ist zwar auf den einzelnen Menschen eingestellt und verfolgt, auf welchen Wegen derselbe die Befriedigung seiner Triebregungen zu erreichen sucht, allein sie kommt dabei nur selten, unter bestimmten Ausnahmsbedingungen, in die Lage, von den Beziehungen dieses Einzelnen zu ande...

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:37:24 „Sigmund Freud, ja, hat über den Massenmenschen geschrieben und Elias Canetti.“

Precht erwähnt Freuds Arbeit über den Massenmenschen als Teil einer Aufzählung bedeutender Denker, die sich mit dem Phänomen der Masse auseinandergesetzt haben. Der konkrete Titel wird nicht genannt, gemeint ist wahrscheinlich Freuds Schrift zur Massenpsychologie.

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Masse und Macht

Masse und Macht

Elias Canetti · 2016

In seinem philosophischen Hauptwerk "Masse und Macht" beschäftigt sich Elias Canetti mit zwei Schlu?sselbegriffen zum Verständnis unseres Zeitalters. Damit das Zusammenleben funktioniert, folgt die Masse bestehenden Gesetzen – doch kennt die Geschichte auch viele Beispiele, wo sie blind der Macht eines Diktators oder einer Weltanschauung folgt.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:37:31 „Sigmund Freud, ja, hat über den Massenmenschen geschrieben und Elias Canetti. Genau, Literatur und Weltpreisträger, ne? Richtig, lauter, bedeutende, der ja auch gleichzeitig Philosoph quasi war, also Schriftsteller und Philosoph.“

Canettis Werk wird mehrfach im Gespräch aufgegriffen. Precht würdigt Canetti als Literaturnobelpreisträger und Philosophen zugleich. Lanz zitiert anschließend direkt aus dem Werk: 'Der wichtigste Vorgang, der sich innerhalb einer Masse abspielt, ist die Entladung.' Das Buch dient als intellektueller Rahmen für die Diskussion über Fußball-Euphorie und Massenphänomene.

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Sportpalastrede

Sportpalastrede

Joseph Goebbels · 1998

Als Sportpalastrede wird die Rede bezeichnet, in der der nationalsozialistische Reichspropagandaminister Joseph Goebbels am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast zur Intensivierung des „totalen Krieges“ aufrief. Die knapp 108 Minuten dauernde Rede gilt als ein Paradebeispiel der Rhetorik und der NS-Propaganda.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:39:10 „Dann denkt man an Goebbels und so weiter. Diese gruselige Frage, wollt ihr den totalen Krieg und so weiter.“

Im Gespräch über die Gefahr des Missbrauchs von Massengefühlen nennt Markus Lanz die berüchtigte Sportpalastrede von Goebbels als Beispiel dafür, wie die Dynamik einer Masse politisch instrumentalisiert werden kann. Richard David Precht ergänzt den NS-Slogan 'Du bist nichts, dein Volk ist alles' als Verlängerung dieses Massengefühls.

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