Lanz & Precht – Vom Feuer und Atomen: Wer die Energie hat, der hat die Macht
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Vom Feuer und Atomen: Wer die Energie hat, der hat die Macht

Lanz & Precht / 27. März 2026 / 6 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Bevor das eigentliche Thema beginnt, erklären die beiden, warum sie zum Fall Ulmen-Fernandes bewusst schweigen: solange nur die eine Seite bekannt ist und Männer bei diesem Thema nicht die lautesten sein sollten, wollen sie sich zurückhalten. Danach geht es um Energie als geopolitische Machtfrage im Nahen Osten — eingestiegen wird über einen SZ-Essay von Max Scharnik, der die deutsche Tankstelle als Sehnsuchts- und Wutort beschreibt, an dem sich der Volkszorn zuverlässiger entlädt als bei steigenden Kaffeepreisen.

„Vor der Zapfsäule sind eben nicht nur alle gleich, sondern auch alle gleich beleidigt.“
🗣 Markus Lanz

Erwähnte Medien (6)

Kommentar zum Fall Ulmen-Fernandes

Kommentar zum Fall Ulmen-Fernandes

Kommentar in der taz zum Fall Ulmen-Fernandes, der argumentiert, dass sich Männer in dieser Debatte zurückhalten sollten. Ein Plädoyer für den Raum von Opferstimmen in gesellschaftlichen Debatten über Übergriffe.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:01:34 „In der Taz hat es geheißen, die Männer sollten jetzt mal die Klappe halten. Da ist durchaus was dran.“

Zu Beginn des Podcasts sprechen Lanz und Precht kurz über den Fall Ulmen-Fernandes. Precht verweist auf einen taz-Kommentar, der fordert, Männer sollten sich in dieser Debatte zurückhalten, und stimmt dem grundsätzlich zu.

Zum Artikel bei taz Details
T Essay

Tankstellen-Essay (SZ)

Max Scharnik · 2021

Max Scarniks Essay in der Süddeutschen Zeitung analysiert die besondere Beziehung der Deutschen zur Tankstelle. Er beschreibt darin einen asymmetrischen Kampf zwischen Individuum und Energiemächten und reflektiert über Abhängigkeit und Macht in der modernen Gesellschaft.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:02:55 „Wir sind darauf gestoßen, unter anderem über einen schönen Essay, den Max Scharnik in der SZ vor einiger Zeit veröffentlicht hat, wo er über Tankstellen nachgedacht hat. Das ist ein wahnsinnig schöner Text. Er beschreibt das als einen fast ungleichen David-gegen-Goliath-artigen Kampf.“

Markus Lanz leitet das Thema Energie ein und verweist auf einen Essay von Max Scharnik in der Süddeutschen Zeitung über die besondere Beziehung der Deutschen zur Tankstelle. Er liest ausführlich daraus vor und nutzt den Text als Einstieg in eine größere Diskussion über Energie, Macht und Abhängigkeit.

Zum Artikel bei Truckonline.de Details
Eine kurze Geschichte der Menschheit

Eine kurze Geschichte der Menschheit

Yuval Noah Harari · 2024

Der Millionenseller jetzt aktualisiert und mit neuem Nachwort Vor 100.000 Jahren lebte Homo Sapiens als unbedeutende Spezies in einem abgelegenen Winkel des afrikanischen Kontinents. Heute ist der Mensch Herr und Schrecken des Planeten. Wie konnte es dazu kommen? In seiner fulminanten Reise von den Menschenaffen bis zum Cyborg entwirft Yuval Noah Harari mit seinem international gefeierten Bestseller »Sapiens - Eine kurze Geschichte der Menschheit« das große Panorama unserer eigenen Geschichte – ...

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:06:30 „Wir beide sind ja ab und zu mal bei Yuval Noah Harari unterwegs, der in seiner kurzen Geschichte über die Menschheit auch genau darüber nachgedacht hat und sagt, Energie war eigentlich immer die Grundlage, für die Art und Weise, wie Menschen leben.“

Markus Lanz zieht Hararis Buch als zentralen Referenzrahmen für die gesamte Episode heran. Er paraphrasiert ausführlich Hararis These der 'Feuerrevolution' — dass Feuer nie nur Wärme war, sondern von Anfang an Macht bedeutete. Hararis Gedanken strukturieren die gesamte Diskussion über Energie, Evolution und die Entstehung menschlicher Zivilisation.

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Petra Kelly (Dokumentation)

Petra Kelly (Dokumentation)

· 2024

Der deutsche Dokumentarfilm Petra Kelly - Act Now! widmet sich einer einflussreichen Größe des 20. Jahrhunderts: Petra Kelly setzte sich in ihrem Leben für den Feminismus, Umweltaktivismus, Menschenrechte und Frieden ein. Sie war in den 1970er und 80er Jahren politische Mitbegründerin der Grünen Partei und protestierte auf der Höhe des Kalten Krieges gegen Atomraketen in Westdeutschland.

🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:21:26 „Ich habe vorgestern auf Arte eine sehr gute Dokumentation über Petra Kelly gesehen. Eine der frühen Ikonen, wenn nicht die Ikone der frühen Grünen. Und die machte sich schon pausenlos Gedanken über eine Parteigründung links von der SPD, lange bevor die Grünen überhaupt entstanden sind.“

Precht empfiehlt eine Arte-Dokumentation über Petra Kelly als Schlüssel zum Verständnis der Gründungsgeschichte der Grünen. Er sagt später ausdrücklich: 'Ich kann diesen Petra Kelly Film jedem nur allerwärmstens empfehlen. Ich habe den gesehen und ich habe mir gedacht, jetzt weiß ich, warum ich damals die Grünen gewählt habe.'

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Die Grenzen des Wachstums

Die Grenzen des Wachstums

Club of Rome / Dennis Meadows

Der Bericht „Die Grenzen des Wachstums" aus dem Jahr 1972 ist ein Meilenstein der Umweltbewegung und entstand unter federführender Beteiligung des Club of Rome. Der Bericht warnte vor den ökologischen Folgen unbegrenzten wirtschaftlichen Wachstums und legte damit einen wesentlichen Grundstein für das entstehende Umweltbewusstsein in der Gesellschaft. Seine Analysen inspirierten die Gründung der Grünen und die Aktivitäten von Umweltorganisationen wie Greenpeace in den 1970er und 1980er Jahren.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:24:30 „Wie gesagt, Club of Rome spielte sicherlich eine große Rolle, die Vorstellung von den Grenzen des Wachstums. Und eben das Gefühl, deswegen SPD, es gibt keine politische Repräsentation für grundsätzlich alternatives Denken.“

Precht ordnet die Anti-AKW-Bewegung der 1970er Jahre historisch ein und nennt den Bericht des Club of Rome als entscheidenden intellektuellen Hintergrund. Das Bewusstsein für begrenzte Ressourcen habe zusammen mit der Unzufriedenheit mit der SPD den Boden für die Gründung der Grünen bereitet.

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Keine Ausreden mehr

Keine Ausreden mehr

Hannah Ritchie · 2026

Gute Argumente statt fauler Kompromisse Gute Argumente statt fauler Kompromisse Klimaleugner sind selten geworden. An ihre Stelle sind Klimaskeptiker getreten: Sie sagen, dass der Klimawandel schon nicht so schlimm wird, Gegenmaßnahmen viel zu teuer sind und die Landschaft verschandeln. Die renommierte Wissenschaftlerin Hannah Ritchie hört diese Phrasen täglich – und weiß, wie man sie mit guten Argumenten entkräftet.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:26:37 „Und ich habe neulich eine schottische Datenwissenschaftlerin gelesen, Hannah Ritchie, die ist eben auch jung, 33 Jahre alt, die sich in einem sehr lesenswerten Buch, Keine Ausreden mehr heißt das, mit 50 Mythen rund um den Klimawandel beschäftigt.“

Markus Lanz bringt Hannah Ritchies Buch als Gegenposition zur traditionellen deutschen Atomkraft-Skepsis ein. Er zitiert ihre Daten, wonach Atomkraft pro erzeugter Energieeinheit zu den sichersten Energiequellen gehört — deutlich sicherer als Braunkohle oder Gas. Lanz nutzt das Buch, um die generationelle Verschiebung in der Atomkraft-Debatte zu untermauern.

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