Alles gesagt? – Birgit Lohmeyer, wie geht Zivilcourage
#085

Birgit Lohmeyer, wie geht Zivilcourage

Alles gesagt? / 06. Juni 2024 / 10 Medien

Christoph Amend, Jochen Wegner & Birgit Lohmeyer

Birgit Lohmeyer hat mit ihrem Mann in einem Sackgassendorf in Mecklenburg-Vorpommern ein kleines Musikfestival auf dem eigenen Grundstück ins Leben gerufen — und damit ungewollt ein ganzes Dorf berühmt gemacht. Elf Preise hat sie für ihr Engagement bekommen, darunter den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage, doch der Preis dafür ist hoch: Ihre Nachbarn sehen sie als politische Gegnerin, die mundtot gemacht gehört. Lohmeyer erzählt mit trockenem Humor und unerschütterlicher Haltung, warum Widerstand sie antreibt und wieso Herbert Grönemeyer und die Toten Hosen Teil ihrer Geschichte sind.

„Wir sagen ja auch mal, wir haben unseren demokratischen Trotz entdeckt.“
🗣 Birgit Lohmeyer

Erwähnte Medien (10)

The Man Who Fell to Earth

The Man Who Fell to Earth

Nicolas Roeg · 1976

Um dem Wassermangel auf seinem Planeten entgegen zu wirken, landet Thomas Jerome Newton auf der Erde. Mit Hilfe bahnbrechender Patente baut er ein Wirtschaftsimperium auf, mit dessen Finanzkraft er das Wasser zu seinem Planeten transportieren will. Doch sein Erfolg wird vom Neid der Konkurrenz begleitet, wodurch der außerirdische Bewohner zunehmend Probleme bekommt.

🗣 Birgit Lohmeyer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:05:30 „Das ist ein Filmzitat aus dem wunderbaren Film mit David Bowie in der Hauptrolle, Der Mann, der vom Himmel fiel.“

Birgit Lohmeyer wählt als Schlusswort-Satz ein Zitat aus diesem Film. Sie erklärt, dass David Bowie einer der Musiker ist, die ihr Leben über Jahrzehnte begleitet haben, und dass er in diesem Film im Grunde sich selbst gespielt habe, was er fantastisch gemacht habe. Der Film hat offensichtlich eine große persönliche Bedeutung für sie.

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Spiegel-Doppelseite über Jamel

Spiegel-Doppelseite über Jamel

Umzingelt von Rechten: Eine ARD-Dokumentation begleitet den musikalischen Widerstand, den ein Künstlerpaar im bekannten »Nazi-Dorf« Jamel organisiert. Und mit dem es sich in ganz Deutschland Feinde macht.

🗣 Birgit Lohmeyer zitiert daraus bei ⏱ 00:26:08 „Also in dem Jahr, als der Spiegel diese Doppelseite über Janel und unser Engagement veröffentlichte, hatten wir, glaube ich, 80 Pressetermine im ganzen Jahr.“

Birgit Lohmeyer beschreibt, wie das mediale Interesse an Jamel explodierte. Die Spiegel-Doppelseite über ihr Engagement gegen Rechtsextremismus im Dorf war offenbar ein Wendepunkt, der zu einer Flut von 80 Presseterminen im Jahr und internationalem Medieninteresse führte.

Zum Artikel bei Spiegel Details
Alster, Tod und Hafenmord – Das große Hamburg-Krimi-Lesebuch

Alster, Tod und Hafenmord – Das große Hamburg-Krimi-Lesebuch

· 2024

Kürschners Deutscher Literatur-Kalender – seit über 140 Jahren die bewährte Dokumentation der zeitgenössischen deutschsprachigen Literaturszene – umfasst in seiner 74. Ausgabe Einträge zu ca. 9.000 Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Ohne literaturkritische Wertung stellt der Literatur-Kalender die lebenden Verfasserinnen und Verfasser schöngeistiger Literatur in deutscher Sprache vor – unabhängig von Staatsangehörigkeit und geographischem Lebens- und Wirkungsbereich.

🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:50:24 „Ich habe hier gerade mal Alster Tod und Hafenmord rausgeholt, das große Hamburg Krimi-Lesebuch, in dem eine Geschichte wieder abgedruckt worden ist.“

Jochen Wegner holt das Buch hervor, um Birgit Lohmeyers literarische Karriere zu illustrieren. In dem Sammelband ist ihre preisgekrönte Kurzgeschichte 'Süßer Sumpf' erneut veröffentlicht worden. Es dient als Beleg für den Bogen von ihren Kindergeschichten bis zur preisgekrönten Kriminalautorin.

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Süßer Sumpf

Süßer Sumpf

Birgit Lohmeyer · 2022

Die bewährte Dokumentation der zeitgenössischen deutschsprachigen Literaturszene umfasst über 9.000 Einträge lebender Verfasserinnen und Verfasser schöngeistiger Literatur in deutscher Sprache: Adressen, Lebensdaten, Mitgliedschaften, Auszeichnungen sowie 140.000 Veröffentlichungen; im Anhang u. a.: Übersetzer, Verlage, Literaturpreise, Fachverbände, Literaturhäuser, Zeitschriften, Agenturen; Festkalender, Nekrolog, geographische Übersicht.

🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 00:50:49 „Eine der preisgekrönten Geschichten von Birgit Lohmeier, Klammer auf, Birgit H. Hölscher, Klammer zu. Mit dem Namen Süßer Sumpf ist in dem eben zitierten Band veröffentlicht, nochmal veröffentlicht worden.“

Jochen Wegner erwähnt die preisgekrönte Kurzgeschichte von Birgit Lohmeyer, die unter ihrem Pseudonym Birgit H. Hölscher veröffentlicht wurde. Die Geschichte spielt offenbar auf St. Pauli und wurde im Hamburg-Krimi-Lesebuch erneut abgedruckt. Es unterstreicht Lohmeyers literarische Karriere als Kriminalautorin.

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Perry Clifton

Perry Clifton

· 2019

5 Kriminalgeschichten von Perry Clifton auf 4 CD's

🗣 Christoph Amend zitiert daraus bei ⏱ 00:51:22 „Man liest ja als Kind so Kinderkrimis, also ich weiß gar nicht, wie die Perry Clifton und wie die dann so hießen.“

Christoph Amend erinnert sich an seine eigene Kindheit, als er Kinderkrimis gelesen und selbst angefangen hat, Geschichten in Schulhefte zu schreiben. Perry Clifton wird als beiläufiges Beispiel für Kinderkrimi-Reihen genannt, die ihn damals begleitet haben.

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K Buch

Kalle Blomquist

Astrid Lindgren · 2007

Kalle Blomquist ist eine Kinderkrimiserie, in der ein junger Detektiv mit seinen Freunden spannende Fälle löst. Die Geschichten handeln von Abenteuern, Rätseln und mutigen Freunden, die gemeinsam Gefahren bestehen und mysteriöse Verbrechen aufklären.

🗣 Christoph Amend zitiert daraus bei ⏱ 00:51:33 „Kalle Brodenquist von Astrid Lindgren. Natürlich. Das war nach meiner Zeit, die habe ich nie erlebt.“

Im Gespräch über Kinderkrimis und das frühe Schreiben von Geschichten erwähnt Christoph Amend die Kalle-Blomquist-Reihe von Astrid Lindgren als Beispiel für Kinderkrimis, die ihn als Kind zum eigenen Schreiben inspiriert haben. Birgit Lohmeyer bestätigt, dass sie alle Bände gelesen hat und diese ihr Leseinteresse an spannenden Geschichten geprägt haben.

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Fink

Fink

Nils Koppruch

Am 10. Oktober 2012 ist der Hamburger Musiker und Künstler Nils Koppruch (geb. 27.10.1965) friedlich eingeschlafen. R.I.P. Der Vogel ist tot, lang lebe sein Sänger! Nach sieben Alben, unzähligen Konzerten und fast ebenso vielen Besetzungswechseln gab die Hamburger Band FINK im Dezember 2006 auf ihrer Homepage die Auflösung bekannt. Über zehn Jahre lang hatte die Band um Nils Koppruch der deutschsprachigen Popmusik ein neues Zuhause gegeben: das lag irgendwo zwischen Hamburg und Omaha

🗣 Birgit Lohmeyer erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:05:19 „Das war der Sänger der Band Fink, der auch malte. Der Nils Kopbruch, der war dabei, der hatte relativ gut Karriere gemacht, auch mit der Musik dann nachher, auch beides im Grunde.“

Im Gespräch über die Off-Kunstszene auf St. Pauli und die Cheap-Art-Galerie 'Art Store' in der Wohlwillstraße erzählt Birgit Lohmeyer von den Künstlern, die dort aktiv waren. Sam, der Sänger der Hamburger Band Fink, gehörte zu ihrer Gruppe und war neben der Musik auch als Maler tätig. Christoph Amend bestätigt, dass Fink eine berühmte Hamburger Band war.

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Big in Japan

Big in Japan

Alphaville

Big in Japan ist ein 1984 veröffentlichter Popsong von Alphaville, der von Marian Gold, Bernhard Lloyd und Frank Mertens geschrieben wurde. Das Stück erreichte in einigen Ländern Platz eins der Charts.

🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:27:52 „Ich meine, wir haben vorhin kurz dann erwähnt, dass Alphabil die erste, sagen wir mal, berühmte Band war, die da zu Ihnen nach Jamel gekommen ist. Also Alphabil, Big in Japan, Forever Young, jeder kennt die Lieder.“

Christoph Amend erinnert daran, dass Alphaville die erste prominente Band war, die beim Festival in Jamel gegen Rechtsextremismus aufgetreten ist. Er nennt die bekanntesten Songs der Band, um ihre Popularität zu unterstreichen. Der Kontakt kam über die Amadeu-Antonio-Stiftung und deren Chefin Anetta Kahane zustande, die Sänger Marian Gold privat kannte.

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Forever Young

Forever Young

Alphaville

Forever Young (englisch für „Für immer jung“) ist ein Lied der deutschen Band Alphaville aus dem Jahr 1984, das von Marian Gold, Bernhard Lloyd und Frank Mertens geschrieben wurde.

🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:28:06 „Also Alphabil, Big in Japan, Forever Young, jeder kennt die Lieder. Wie kamen Sie auf die Idee, zu sagen, wir sind jetzt hier so selbstbewusst, zu sagen, wir laden die jetzt mal ein?“

Christoph Amend nennt die bekanntesten Songs von Alphaville, um zu verdeutlichen, wie bedeutend es war, dass eine so bekannte Band beim kleinen Festival in Jamel aufgetreten ist. Der Auftritt markierte den Beginn einer Reihe prominenter Musikerauftritte gegen Rechtsextremismus in dem Dorf.

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Geheimplan gegen Deutschland

Geheimplan gegen Deutschland

Correctiv

Die Recherche von Correctiv aus Januar 2024 enthüllte ein geheimes Treffen in Potsdam, bei dem Remigrationspläne diskutiert wurden. Der Bericht löste intensive öffentliche Debatten über Grenzen des politischen Spektrums aus und markierte für viele einen Wendepunkt in der Wahrnehmung des gesellschaftlichen Klimas in Deutschland. Die Enthüllung intensivierte die Angst in betroffenen Communitys erheblich.

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:45:16 „In diesem Jahr haben wir ja sehr viele, über Wochen, sehr viele große Demonstrationen erlebt von Menschen, die nach den Enthüllungen von Korrektiv über das berüchtigte Treffner in Potsdam auf die Straße gegangen sind, soweit man es ja weiß, auch aus fast allen gesellschaftlichen Schichten, auch aus allen politischen Richtungen.“

Christoph Amend verweist auf die Correctiv-Recherche über ein geheimes Treffen von Rechtsextremen und Politikern in Potsdam, die Anfang 2024 eine große Demonstrationswelle in Deutschland auslöste. Er fragt Birgit Lohmeyer, ob diese breite gesellschaftliche Reaktion ein ausreichendes Zeichen für die Verteidigung der Demokratie sei.

Zum Artikel bei Correctiv.org Details
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