Louis Klamroth, wie ist man hart aber fair
Christoph Amend, Jochen Wegner & Louis Klamroth
Louis Klamroth erzählt vor tausend Zuschauern im Hamburger Audimax aus seinem Leben zwischen Goldener Kamera und Spülmaschinenreparatur — und davon, wie er als jüngster hart-aber-fair-Moderator anfangs von Gästen für das Lichtdouble gehalten wurde. Als Stoppwort wählt er »Dinkelkissen«, während das Publikum Proviant mitbringt und die Erinnerung an Uli Wickerts Rotwein-Laptop-Rettung die Runde macht.
„Ich habe die goldene Kamera gewonnen, bin nach Hause gekommen und musste erstmal die Spülmaschine ausbauen.“
Erwähnte Medien (13)
Der Mistkerl
· 2001
Die 10-jährige Pauline lebt zusammen mit ihrer alleinerziehenden Mutter. Der Vater hat die Familie schon vor langer Zeit verlassen und nun ist ihre Mutter neu verliebt
🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 00:12:36 „Luis sammelte als Kind erste Erfahrungen vor der Kamera an der Seite seines Vaters in einem Kinderfilm. Der Mistkerl, den habe ich nicht gesehen. Ich habe ihn nicht gesehen. Wir bereiten uns ja einigermaßen gut vor. Eigentlich ziemlich gut, aber den habe ich nicht geschafft.“
Jochen Wegner stellt Louis Klamroths Biografie vor und erwähnt dessen ersten Kinderfilm, in dem er an der Seite seines Vaters Peter Lohmeyer mitspielte. Wegner gibt zu, den Film trotz guter Vorbereitung nicht gesehen zu haben. Der Film wird als Vorstufe zum späteren großen Erfolg 'Das Wunder von Bern' eingeordnet.
Toast Hawaii
Bettina Rust
Kaugummi-Eis und Köfte, Feldsalat und Ravioli aus der Dose. Der Volksmund sagt: Du bist, was Du isst. In „Toast Hawaii“ stellt Bettina Rust jede Woche ihren vielfach prominenten –aber immer interessanten – Gästen Fragen, die sich nur ums Essen drehen. Fast nur.
🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 00:18:07 „Ich habe den ganzen Podcast heute Morgen beim Laufen mit Bettina Rust gehört, wo ihr nur über Essen spricht. Toast Hawaii, können wir empfehlen. Toller Podcast, es geht um Essen.“
Jochen Wegner erwähnt den Podcast 'Toast Hawaii' von Bettina Rust, in dem Louis Klamroth zu Gast war und ausführlich über Essen gesprochen hat. Wegner hat die Folge zur Vorbereitung auf das Interview gehört und empfiehlt den Podcast ausdrücklich dem Publikum. Christoph Amend ergänzt die Empfehlung.
Die Hard
John McTiernan · 1988
Eigentlich möchte der New Yorker Polizist John McClane dieses Weihnachten nur seine Noch-Ehefrau Holly, welche in Los Angeles in einer großen, erfolgreichen Firma Karriere gemacht hat, besuchen und das Fest mit den beiden gemeinsamen Kinder verbringen. Als die Feierlichkeiten im Nakatomi Plaza beginnen sollen, stürmt eine Gruppe von Terroristen das Hochhaus und nur John McClane schafft es ihnen zu entwischen.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:32:27 „Wenn Bruce Willis in diesem Weihnachtsfilm nicht mitspielen kann. Die Version machen wir eben was mit Aliens.“
Jochen Wegner zieht einen humorvollen Vergleich, als Louis Klamroth erzählt, dass er nach dem Wunder von Bern ein großes Filmangebot abgelehnt habe und die entsprechende Rolle daraufhin aus dem Drehbuch gestrichen wurde. Wegner vergleicht das scherzhaft mit der Vorstellung, Bruce Willis würde seinen ikonischen Weihnachtsfilm (Die Hard) absagen.
Rödelheim Hartreim Projekt
Moses Pelham
Legendärer Hip-Hop-Sound aus Frankfurts kulturellem Zentrum. Das Projekt verkörpert authentischen Rap mit direktem, energetischem Stil und prägendem Einfluss auf die deutsche Hip-Hop-Szene.
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:59:55 „Ich habe mal Moses Pelham interviewt, also Rödlheim, ein Hardtrap-Projekt. Ein Musiker aus Frankfurt, den habe ich auch mal gefragt. Und er meinte, ja, Sie nannten mich die Katze von Rödlheim.“
Christoph Amend erwähnt das Rödelheim Hartreim Projekt und dessen Gründer Moses Pelham als Anekdote über Fußballer-Spitznamen. Er erinnert sich an ein Interview mit Pelham, in dem dieser seinen Spitznamen 'die Katze von Rödlheim' nannte – als Parallele zu Louis Klamroths Jugend-Spitznamen 'die Lunge aus Altona'.
Interview mit drei Männern über Fußballkarrieren
Der Artikel porträtiert drei ehemalige Mitspieler, von denen einer Fußballprofi wurde, während die anderen beiden einen anderen Weg einschlugen. Das Interview zeigt, wie Zufall und Glück Karriereverläufe im Fußball beeinflussen und welche Faktoren darüber entscheiden, wer es schafft und wer nicht.
🗣 Louis Klamroth referenziert bei ⏱ 01:01:37 „Ich meine, es war in der Zeit, wenn es nicht in der Zeit war, entschuldigt bitte, aber es war ein ganz spannendes Interview gerade mit drei Männern, von denen einer Fußballprofi geworden ist und die anderen beiden eben nicht. Und die haben sich unterhalten und das war ein... Zeit online.“
Louis Klamroth erinnert sich an einen Artikel auf Zeit Online, in dem drei ehemalige Mitspieler interviewt wurden – einer wurde Fußballprofi, die anderen beiden nicht. Er findet den Artikel spannend, weil er zeigt, wie Zufälle und Glück Karrieren beeinflussen.
Was macht eigentlich...?
Die Stern-Rubrik "Was macht eigentlich...?" porträtiert Personen des öffentlichen Lebens, über die lange nichts mehr bekannt war. Der Artikel behandelt Louis Klamroths Rückkehr in die Öffentlichkeit, nachdem er eine längere Pause gemacht hatte. Darin äußert Klamroth erstmals den Gedanken, eine politische Talkshow moderieren zu könnten – eine Ankündigung, die sich später in seiner Karriere verwirklichte.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:28:30 „Stimmt die Geschichte eigentlich, dass du, es gibt im Stern immer noch diese Seite, was macht eigentlich Luis Klamroth zum Beispiel und da hättest du das so fallen lassen und du hattest eine, was macht eigentlich, also das ist ja die Seite von Menschen, von denen man schon lang, über Menschen, von denen man schon lang nichts mehr gehört hat.“
Jochen Wegner spricht über die Rubrik 'Was macht eigentlich...?' im Stern-Magazin, in der Louis Klamroth nach seinem Verschwinden aus der Öffentlichkeit porträtiert wurde. In diesem Artikel ließ Klamroth erstmals fallen, dass er sich vorstellen könnte, eine politische Talkshow zu moderieren – was dann tatsächlich zu seiner Karriere führte.
ZAK
Friedrich Küppersbusch · 2011
WDR-Kulturmagazin mit freien, metaphernreichen Anmoderationen ohne Teleprompter. Die Sendung bot intellektuelle Medienkritik und gesellschaftliche Debatten mit originärer Sprachkunst. Ein Beispiel für die verlorene Meinungsvielfalt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:30:35 „Er hatte ganz lange eine eigene Sendung, ZAK. Genau, ZAK bei RTL war das, glaube ich. Ich glaube, in WDR. Oder WDR, ja.“
Im Gespräch über Friedrich Küppersbusch, der Louis Klamroth als Moderator entdeckte und förderte, erwähnt Christoph Amend Küppersbusch eigene TV-Sendung 'ZAK'. Die Sendung wird als Beleg dafür angeführt, dass Küppersbusch jemand war, der Politalk im deutschen Fernsehen geprägt hat.
Doppelpass
· 2001
Der Doppelpass (kurz DoPa) ist eine Fußball-Talkshow des deutschen Privatsenders Sport1. Sie wird seit dem 3. September 1995 während der laufenden Bundesliga-Saison immer sonntags ab 11:00 Uhr live ausgestrahlt. Die Sendung wird seit dem 8. August 2021 von Florian König moderiert.
🗣 Louis Klamroth erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:12:59 „Wir machen dann natürlich nicht eine Fußball-Sendung, die irgendwie wie Doppelpass oder so, die ich sehr gerne gucke, sondern wir machen dann eine Fußball-Sendung, wo wir kurz den Anschluss finden zur EM.“
Louis Klamroth erklärt, wie Hart aber Fair eine Fußball-Sendung nach dem Länderspiel konzipiert hat. Er grenzt das eigene Format von reinen Sport-Talkshows wie dem Doppelpass ab, den er persönlich gerne schaut, betont aber, dass Hart aber Fair den Fußball politisch auflädt.
Alles auf Anfang. Statt mit Reformen nur noch das Nötigste zu reparieren, brauchen wir jetzt den ganz großen Wurf
Bernd Ulrich · 2021
Deine Normalität ist meine Krise - Wir müssen reden! 2021 ist ein Jahr der Zäsuren. Mit der Bundestagswahl endet nach 16 Jahren die Ära Merkel, und in einer historischen Entscheidung stärkt das Bundesverfassungsgericht die Freiheitsrechte der jüngeren Generation. Die Ökologie steht nun endlich im Zentrum aller Zukunftsfragen: Wirtschaft, Verkehr, Ernährung, aber auch Wissenschaft, Journalismus und Politik – elementare Bereiche der Gesellschaft müssen neu gedacht werden.
🗣 Louis Klamroth referenziert bei ⏱ 02:29:54 „Reform oder Revolution? Nach dem Buch von Bernd Ulrich beides, aber ich sage jetzt mal Reform.“
Im A-oder-B-Spiel wird Louis Klamroth gefragt, ob er Reform oder Revolution wählt. Er verweist auf das Buch von Bernd Ulrich, dessen zentrale These lautet, dass es beides braucht – nicht nur kleine Reformen, sondern einen grundlegenden Umbau. Louis entscheidet sich dann aber knapp für Reform.
The Old Oak
Ken Loach · 2023
Die glorreichen Zeiten liegen längst hinter dem alten Grubendorf im Nordosten Englands. Im The Old Oak genannten Pub treffen sich nun regelmäßig die Arbeiter, die einst unter Tage ihr Werk verrichteten und schließlich ihrer Meinung nach vom System verraten und ausgespuckt wurden. Doch auch diese Stammgäste reichen Pubinhaber TJ Ballantyne nicht, um den Laden vor dem Ruin zu retten.
🗣 Louis Klamroth referenziert bei ⏱ 02:30:53 „Ken Loach, ein, wie ich finde, fantastischer Regisseur, dessen Filme ich nur allen ans Herz legen kann, der unfassbar tolle, starke Filme gemacht hat, ein englischer Regisseur. Ich fand aber seinen letzten Film, den er gemacht hat, nicht gut.“
Im A-oder-B-Spiel wird Louis zwischen Ken Loach und Sönke Wortmann gefragt. Er nutzt die Gelegenheit für eine enthusiastische Empfehlung von Ken Loachs Gesamtwerk, schränkt aber ein, dass er dessen letzten Film nicht überzeugend fand. Der letzte Film von Ken Loach ist The Old Oak (2023).
Günther Jauch im Podcast über das deutsche Privatfernsehen
Podcast-Interview mit Günther Jauch über das deutsche Privatfernsehen. Er erklärt, warum er seine Sonntagspolitik-Talkshow aufgegeben hat: wegen ständiger Einmischung der Sender in die redaktionelle Arbeit trotz gegenteiliger Versprechen.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:53:17 „Er hat auch bei uns, aber jetzt vor kurzem auch mal wieder in einem anderen Interview, in einem Podcast über das deutsche Privatfernsehen sehr deutlich gesagt, warum er seine Sonntagspolitik-Talkshow nicht weitergemacht hat. Weil ihm nämlich, also ich zitiere aus dem Gedächtnis, sinngemäß gesagt hat, weil ihm so viel reingeredet worden ist von den Sendern.“
Christoph Amend erwähnt einen Podcast-Auftritt von Günther Jauch, in dem dieser erklärt hat, warum er seine politische Sonntagstalkshow aufgegeben hat – weil ihm trotz gegenteiliger Versprechen immer wieder in die Themenauswahl und redaktionelle Arbeit hineingeredet worden sei. Der genaue Podcast-Name wird nicht genannt.
Interview mit Julia Jäkel und Roger de Weck zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
Ein Zukunftsrat unter Leitung der früheren Gruner+Jahr-Chefin Julia Jäkel und des ehemaligen Schweizer Fernseh-Direktors Roger de Weck hat vor einem halben Jahr Reformvorschläge für ARD, ZDF und Deutschlandradio erarbeitet. Kernforderung ist eine zentral gelenkte ARD statt der gegenwärtigen Struktur aus neun autonomen Landessendern, die als hauptsächliches Problem identifiziert wurden. Trotz Engagement der achtköpfigen Expertengruppe bleiben die Reformpläne bislang ohne gesetzliche Umsetzung – die zuständigen Länder haben keine Maßnahmen eingeleitet, während parallel der Streit um erforderliche Beitragserhöhungen beim Bundesverfassungsgericht eskaliert. Der Artikel deutet die Sorge der Reformer an, dass ihre Vorschläge wirkungslos verpuffen könnten.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:59:53 „Und am heutigen Samstag ist ein Interview erschienen in der Süddeutschen Zeitung. Da haben eben Roger de Weck und Julia Jäkel auch über ihr Projekt und wie es so steht gesprochen.“
Im Kontext der Diskussion über die Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verweist Christoph Amend auf ein aktuell erschienenes Interview in der Süddeutschen Zeitung, in dem Julia Jäkel und Roger de Weck über ihre Initiative zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sprechen. Amend zitiert daraus Jäkels Aussage, dass es unter den Intendanten auch welche gebe, die 'den Betonmischer angeworfen' hätten.
Meines Vaters Land
Wibke Bruhns
Familiengeschichte während des Zweiten Weltkriegs, die den inneren Kreis des 20. Juli-Attentats und den deutschen Widerstand beleuchtet. Das Buch verwebt persönliche Familienmomente mit großhistorischen Ereignissen und bietet Einblicke in die Alltagserfahrungen einer Familie in Deutschlands dunkelster Zeit.
🗣 Louis Klamroth empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:08:54 „Wiebke Bruns, meine Großtante, ich glaube, erste deutsche Nachrichtensprecherin war sie, eine ganz tolle Frau und Journalistin, hat auch ein sehr tolles Buch geschrieben, Meines Vaters Land heißt es. Da wird ein bisschen die Geschichte auch mit meiner Familiengeschichte in gewisser Weise beschrieben, die ich bis dahin nicht so richtig kannte, bis meine Mutter gesagt hat, jetzt liest doch endlich mal dieses Buch.“
Louis Klamroth erzählt von seiner Großtante Wibke Bruhns und deren Buch über die Familiengeschichte, das die Zeit des Zweiten Weltkriegs und den erweiterten Kreis des 20. Juli-Attentats beleuchtet. Er gibt zu, dass er als Jugendlicher keine Lust hatte, das Buch seiner Großtante zu lesen, es dann aber mit großem Interesse gelesen hat, weil es viel über Deutschland während des Zweiten Weltkriegs erzählt.