Friedrich Merz, warum wollen Sie Kanzler werden
Christoph Amend, Jochen Wegner & Friedrich Merz
37 Tage vor der Bundestagswahl 2025 stellt sich Friedrich Merz dem Endlos-Interview — mitten im Winterwahlkampf, in dem man vor allem aufpassen muss, sich nicht zu erkälten. Merz verteidigt den verkürzten Wahlkampf nach dem Ampel-Aus als Chance, betont Deutschlands Führungsrolle in Europa und beschreibt den mühsamen Kurswechsel seiner Partei mit einem einprägsamen Bild: Die CDU sei ein Tanker, kein Schnellboot.
„Diesen großen Tanker, den bewegen sie nicht wie ein Schnellboot, mal eben so mit einer harten Wende um die Kurve.“
Erwähnte Medien (8)
Interview mit Friedrich Merz im Tagesspiegel
Christoph Amend, Helmut Schümann
In diesem Tagesspiegel-Interview aus dem Jahr 2000 erzählt Friedrich Merz von seiner wilden Jugend und rebellischen Schulzeit in seiner Heimatstadt Brilon. Das von Christoph Amend und Helmut Schümann geführte Gespräch sorgte damals für erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit und wird in der Podcast-Episode als Beispiel für eine facettenreichere Seite des späteren Unionspolitikers erwähnt.
🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 00:13:00 „Es gibt ein legendäres Interview mit ihnen im Tagesspiegel, das für relativ viel Aufmerksamkeit in anderen Zeiten in ihrem Leben mal geführt hat, weil sie da auch so ein bisschen darüber erzählen, wie wild es war. Und das Interview hat ein gewisser Christoph Ahmend gemacht.“
Jochen Wegner erwähnt ein früheres Tagesspiegel-Interview, das Christoph Amend gemeinsam mit Helmut Schümann mit Friedrich Merz in dessen Heimatstadt Brilon geführt hat. In dem Interview ging es um Merz' wilde Jugend und seine Schulzeit, und es sorgte damals für erhebliche Aufmerksamkeit. Die Erwähnung dient als Brücke, um im Podcast über Merz' rebellische Schulzeit zu sprechen.
Spiegel-Interview mit Paul Kirchhof
80 Milliarden Euro müssen eingespart werden - wie konnte Deutschland in diese Lage kommen? Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof erklärt im Interview, woran der Staat krankt, welche Reformen jetzt notwendig sind - und spricht über den Kampf um die Stabilität des Euro.
🗣 Friedrich Merz referenziert bei ⏱ 00:37:56 „Das war Paul Kirchhoff, der es gut meinte, hochintelligent, ein Intellektueller, wirklich von besonderem Rang. Professor aus Heidelberg. Ja, der dann aber eben von Gerhard Schröder als der Professor aus Heidelberg apostrophiert wurde.“
Friedrich Merz analysiert die Bundestagswahl 2005 und erklärt, warum die CDU damals so schlecht abschnitt. Er verweist auf ein Spiegel-Interview, das der damalige Kandidat für das Amt des Bundesfinanzministers Paul Kirchhof gab und in dem sich dieser vom Wahlprogramm der CDU entfernte. Das habe maßgeblich zum schlechten Wahlergebnis beigetragen.
Rede von Alice Weidel auf dem AfD-Parteitag
Alice Weidel · 2024
Deutschland rechts außen – eine Gefahr für uns alle Die Gefahr, die von der AfD ausgeht, wird im öffentlichen Diskurs nicht abgebildet. Die Partei wird verharmlost, indem sie etwa als »rechtspopulistisch« bezeichnet wird. Dabei hat sie sich längst zu einer rechtsextremen Partei entwickelt. Ihre Gewaltbereitschaft wird regelmäßig ausgespart. Zugleich erzielt sie hohe Zustimmungswerte, und Vertreter:innen demokratischer Parteien grenzen sich nicht genügend von ihr ab.
🗣 Friedrich Merz zitiert daraus bei ⏱ 00:50:47 „Schauen Sie sich die Rede von Frau Weidel auf dem Parteitag der AfD an, vor wenigen Tagen. Da kann es einem doch nur kalt den Rücken runterlaufen, wenn man das hört.“
Im Kontext seiner Abgrenzung zur AfD verweist Friedrich Merz auf die jüngste Parteitagsrede von Alice Weidel. Er nutzt sie als Beleg dafür, warum der Sprachgebrauch der AfD für ihn persönlich und die CDU völlig inakzeptabel sei und eine Koalition ausgeschlossen bleibe.
Artikel über grünen Stahl im Ruhrgebiet
Die Süddeutsche Zeitung bestätigt die von Friedrich Merz früh geäußerte Skepsis gegenüber der Machbarkeit von grünem Stahl im Ruhrgebiet. Was lange als politisch unkorrekte Aussage galt und einen Shitstorm auslöste, wird nun auch von einem eher kritischen Medium gegenüber Merz als zutreffend eingestuft. Der Artikel beleuchtet die energiepolitischen und wirtschaftlichen Hürden, die eine grüne Stahlproduktion im Ruhrgebiet unter realistischen Bedingungen kaum umsetzbar machen. Er steht im Kontext der breiteren Debatte um die Energiewende, Industriepolitik und die Zukunft des deutschen Stahlstandorts.
🗣 Friedrich Merz referenziert bei ⏱ 01:08:09 „Als ich mal nur darauf hingewiesen habe, dass diese ganze Fantasie mit dem grünen Stahl im Ruhrgebiet nicht möglich ist, hat es einen Shitstorm sondergleichen gegeben. Heute schreibt sogar die Süddeutsche Zeitung, und die ist mir gegenüber ja nun besonders kritisch, Merz hat Recht.“
Im Kontext der Energiepolitik-Debatte verweist Merz auf einen Artikel der Süddeutschen Zeitung, der ihm in seiner Kritik an der Machbarkeit von grünem Stahl im Ruhrgebiet Recht gibt. Er nutzt die Erwähnung als Beleg dafür, dass seine anfänglich kritisierte Position nun auch von ihm gegenüber kritischen Medien bestätigt werde.
Robert Habecks Wahlkampfbuch
Robert Habeck · 2016
Gegen eine verzagte Demokratie – wir müssen für unsere Republik streiten! Neuauflage 2018 mit einem 50-seitigen aktuellen Nachwort über das politische Jahr 2017, über persönliche Erfahrungen in den Jamaika-Sondierungen – und über Robert Habecks Vorstellungen einer anderen Politik Die sogenannte Politik- und Parteienverdrossenheit begleitet uns seit vielen Jahren, das öffentliche Ansehen von Politikern ist erbarmungswürdig.
🗣 Friedrich Merz referenziert bei ⏱ 01:12:13 „Dieses Buch, was er da jetzt geschrieben hat, das ist auch nur deshalb so erfolgreich, weil die Grünen und seine Partei darin überhaupt nicht vorkommen. Haben Sie es gelesen? Nein, ich habe es überflogen und auch mir angeschaut in den Kritiken.“
Friedrich Merz spricht über Robert Habecks Beliebtheit trotz schlechter Bilanz als Wirtschaftsminister. Er analysiert Habecks Buch als strategisches Manöver: Habeck entkopple sich darin völlig von seiner eigenen Partei und erwecke den Eindruck, mit dem Scheitern der Regierung nichts zu tun zu haben. Merz nennt das eine 'Meisterleistung'.
Freiheit
Angela Merkel / Beate Baumann
Angela Merkels lang erwartete Memoiren „Freiheit" sind erschienen und prägen die öffentliche Debatte. Das Buch bietet persönliche Einblicke in ihre Zeit als Bundeskanzlerin und ihre politischen Entscheidungen. Ein begleitendes Spiegel-Interview ergänzt die Veröffentlichung und macht die Memoiren zu einem wichtigen Dokument der deutschen Zeitgeschichte.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:27:46 „Sie waren nicht bei ihrer Buchvorstellung. Ich habe sie jedenfalls nicht gesehen.“
Im Gespräch über das Verhältnis zwischen Friedrich Merz und Angela Merkel spricht Jochen Wegner die Buchvorstellung von Merkels Memoiren an. Merz gibt zu, vermutlich nicht eingeladen gewesen zu sein, relativiert das aber sofort. Der Buchtitel wird nicht explizit genannt, es handelt sich um Merkels 2024 erschienene Autobiografie.
Welt in Aufruhr. Die Ordnung der Mächte im 21. Jahrhundert
Herfried Münkler · 2023
Spätestens seit dem Abzug westlicher Truppen aus Afghanistan und dem russischen Überfall auf die Ukraine wissen wir, dass die bislang geltende Ordnung an ihr Ende gekommen ist. Die Welt ist in Aufruhr. Doch wie wird sie sich neu sortieren, und wie wird sie im 21. Jahrhundert aussehen? Vor welchen Umwälzungen, Brüchen und Umbrüchen stehen wir? Eine auf Werten und Normen fußende Weltordnung durchzusetzen, übersteigt die Fähigkeiten des Westens.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:15:34 „Sie sind so ein Münklerianer, glaube ich. Also Sie glauben auch an die vier, fünf Punkte, die die Welt im Grunde organisieren werden. Also wahrscheinlich China, wahrscheinlich die USA, wahrscheinlich Indien, vielleicht ja Russland. Und dann mal gucken, was mit Europa ist, hat er, glaube ich, gesagt.“
Jochen Wegner vergleicht Friedrich Merz' geopolitische Weltsicht mit der Theorie Herfried Münklers über eine multipolare Weltordnung mit vier bis fünf dominierenden Mächten. Münkler war zuvor Gast im Podcast und hat dort diese These ausgeführt. Kein konkreter Buchtitel wird genannt, aber die Beschreibung passt zu Münklers geopolitischen Analysen.
Tagesspiegel-Interview mit Friedrich Merz
Christoph Amend
Jeder fünfte junge Mensch in Deutschland denkt ans Auswandern. Mehr Prävention könnte die Kosten des Gesundheitssystems senken. Und Bundeskanzler Merz provoziert mit einer Äußerung über Gewalt durch Zuwanderer. Das ist die Lage am Mittwochabend.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:18:30 „Weil wir uns ja damals im Jahr 2000 getroffen haben für dieses Tagesspiegel-Interview und die Frage muss ich Ihnen einfach noch stellen, weil ich habe es in der Nachbereitung, es gab ja viel Berichterstattung über das, was Sie da gesagt haben. Auch relativ lustig heute, wenn man das nochmal nachliest teilweise.“
Christoph Amend erinnert an ein Interview, das er selbst im Jahr 2000 für den Tagesspiegel mit Friedrich Merz geführt hat. Das Gespräch hatte damals viel Berichterstattung ausgelöst. Amend nutzt die Referenz, um eine persönliche Detailfrage über Merz' frühere Frisur zu stellen.