Es ist meine ganze Leidenschaft, Parlamentarier zu sein
Roman Pletter, Tina Hildebrandt & Christian Lindner
Im Rahmen der Zeitbühne blicken Roman Pletter und Tina Hildebrandt auf ihr Gespräch mit Christian Lindner zurück, das sie im September in einem Berliner Fernsehstudio aufgezeichnet haben. Tina Hildebrandt beschreibt Lindner als jemanden, der politisch schon immer präsent war — lange zu jung für seine Erfahrung, inzwischen aber in seiner Rolle angekommen. Besonders auffällig: Obwohl er als Kind einer alleinerziehenden Mutter aufwuchs, nutzte er diese Biografie nicht, um den Privilegien-Vorwurf gegen die FDP zu entkräften.
„Er war eigentlich lange Zeit so ein bisschen im Grunde dann schon zu jung für seine fortgeschrittene Erfahrung. Man hatte so ein bisschen das Gefühl, er ist einer von denen, die erst im Laufe der Jahre so in ihr Alter reingewachsen sind.“
Erwähnte Medien (3)
TAZ-Interview mit Christian Lindner
Finanzminister Christian Lindner ist für sein Interview mit dem Portal „Nius" (unter dem ehemaligen Bild-Chef Julian Reichelt) öffentlich kritisiert worden. In seiner Reaktion auf X verwies Lindner auf ein kürzlich gegebenes taz-Interview und betonte die Bedeutung von Medienvielfalt. Die taz-Chefredaktion reagierte mit Irritation auf die Gleichsetzung der taz mit „Nius", das aufgrund seines politisch-publizistischen Charakters umstritten ist.
🗣 Christian Lindner zitiert daraus bei ⏱ 00:40:51 „Und sie ist mir auch schon von vielen Kolleginnen und Kollegen von Ihnen gestellt worden, gerade auch von der TAZ. Möglicherweise haben Sie das Interview gerade heute, weil es erschienen ist, gelesen. Und da habe ich dasselbe gesagt wie jetzt Ihnen.“
Im Gespräch über CO2-Budgets verweist Lindner auf ein am selben Tag erschienenes TAZ-Interview, in dem ihm dieselbe Frage nach konkreten CO2-Budget-Zahlen gestellt wurde. Er nutzt den Verweis, um zu zeigen, dass er diese Frage bereits beantwortet hat.
Gutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen (CO2-Budget)
Sachverständigenrat für Umweltfragen
Das Gutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen berechnete Deutschlands verbleibendes CO2-Budget basierend auf globalen Emissionszielen und historischer Verantwortung. Nach diesen Berechnungen hätte Deutschland sein Budget bereits 2026 aufgebraucht, wenn der aktuelle Emissionskurs beibehalten wird. Das Gutachten zeigt die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen und wurde als Argument in der politischen Debatte über Deutschlands Klimapolitik verwendet.
🗣 Roman Pletter referenziert bei ⏱ 00:41:49 „Ich habe zwar nicht in der Taz gelesen, aber in einem Gutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen der Bundesregierung. Und der kommt zur Zahl 4,2 Gigatonnen, die wir, wenn man global den deutschen Anteil an den noch zu emittierenden Emissionen runterrechnet, in Deutschland noch verbrauchen dürfte.“
Roman Pletter konfrontiert Lindner mit dem CO2-Budget-Gutachten des Sachverständigenrates, das berechnet, dass Deutschland bei aktuellem Ausstoß bereits 2026 sein CO2-Budget aufgebraucht hätte. Lindner weist das Gutachten als nicht geeignet zurück, weil darin Annahmen über historische und internationale Emissionen getroffen würden.
The Unknown Known
Errol Morris · 2013
Dokumentarfilm über Donald Rumsfeld, eine der prägendsten Figuren der US-amerikanischen Politik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Er war Kongressmitglied, Mitarbeiter im Pentagon und Verteidigungsminister. Durch markige Worte fiel er immer wieder auf, vor allem jedoch durch seine Auftritte im Jahr 2003, in denen er vermeintliche Belege für Massenvernichtungswaffen im Irak vorlegte, die einen Präventivschlag der USA rechtfertigen sollten.
🗣 Christian Lindner zitiert daraus bei ⏱ 00:57:43 „Donald Rumsfeld sprach ja mal vom Unknown Unknown und vom Known Unknown in einer sehr bemerkenswerten Dokumentation, die ich einmal sah. Also beim Known Unknown glaube ich, dass wir politisch einen neuerlichen Lockdown ausschließen müssen.“
Am Ende des Gesprächs über mögliche künftige Lockdowns greift Lindner auf die berühmte Unterscheidung von Donald Rumsfeld zwischen 'Known Unknowns' und 'Unknown Unknowns' zurück, die er aus einer Dokumentation kennt. Er nutzt das Konzept, um zu argumentieren, dass bei den derzeit absehbaren Risiken ein erneuter Lockdown ausgeschlossen werden müsse.