Die sogenannte Gegenwart – Weltrettung als Event
#017

Weltrettung als Event

Die sogenannte Gegenwart / 22. Februar 2021 / 5 Medien

Lars Weisbrod, Ijoma Mangold

Im Zentrum steht die Streaming-Doku Unfuck the World über zwei Start-up-Unternehmer, die mit veganen Kondomen zu Geld kamen und dann per Crowdfunding das Berliner Olympiastadion mieten wollten, um dort ein Mega-Event zur Weltrettung zu veranstalten. Die Episode nimmt auseinander, wie dabei moralische, politische und Lebensstil-Diskurse der Gegenwart gleichzeitig aufeinanderprallen — und wie das Ganze in den sozialen Medien zwischen Begeisterung und Hate explodierte.

„Man kann da nämlich sehr viel darüber erfahren, wie gegenwärtig die Moral-, Politik- und Lebensstil-Diskurse parallel prozessiert werden.“
🗣 Lars Weisbrod

Erwähnte Medien (5)

Unfuck the World

Unfuck the World

Dokumentation über zwei Berliner Start-up-Gründer (Einhorn-Kondome), die per Crowdfunding ein Mega-Event im Olympiastadion organisieren. Seziert kritisch den Habitus des Berliner Social-Entrepreneurship-Milieus mit seinen Weltrettungsansprüchen und typischen Attributen wie Babytragen und weißen Sneakern.

🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:01:19 „Die heißt Unfuck the World und man kann die schauen bei dem Streaming-Anbieter Join. Vielleicht erinnern sich manche, es gibt diese zwei Start-up-Unternehmer, die sind, glaube ich, zu Geld gekommen mit veganen Kondomen. Und die hatten vor zwei Jahren die Idee, ein Mega-Event des Berliner Olympiastadions zu mieten über Crowdfunding und dann dort ein Mega-Event zu machen, um die Welt zu retten.“

Die Streaming-Doku 'Unfuck the World' (auf Join) ist das Hauptthema der Episode. Sie begleitet zwei Berliner Start-up-Gründer der veganen Kondommarke 'Einhorn', die per Crowdfunding ein Mega-Event im Olympiastadion organisieren wollten, um die Welt zu retten. Mangold und Weisbrod nutzen die Doku als Ausgangspunkt, um den Habitus des Berliner Social-Entrepreneurship-Milieus soziologisch zu sezieren — von Babytragen über weiße Sneaker bis zu BWL-Floskeln mit Weltrettungsanspruch.

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The Philosopher Queens

The Philosopher Queens

Rebecca Buxton, Lisa Whiting · 2020

'This is brilliant. A book about women in philosophy by women in philosophy – love it!' Elif Shafak Where are the women philosophers? The answer is right here. The history of philosophy has not done women justice: you’ve probably heard the names Plato, Kant, Nietzsche and Locke – but what about Hypatia, Arendt, Oluwole and Young? The Philosopher Queens is a long-awaited book about the lives and works of women in philosophy by women in philosophy.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:03:13 „Zwei junge Frauen aus Oxford, die Philosophiestudenten sind, die bringen jetzt ein Buch raus über alle weiblichen Denker der letzten 2000 Jahre und da macht die eine das halt so extra breitmaulfroschmäßig.“

Ijoma Mangold spricht im Gegenwartscheck über das Phänomen des übertrieben offenen Lachens auf Werbefotos und nennt als Beispiel zwei Philosophiestudentinnen aus Oxford, die ein Buch über weibliche Denkerinnen der letzten 2000 Jahre veröffentlichen. Das Buch wird nicht namentlich genannt, passt aber exakt auf 'The Philosopher Queens' (2020).

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Man Repeller

Man Repeller

Leandra Medine

Leandra Medine Cohen’s blog shaped the way millennial women dressed. Then, during the pandemic, it disappeared—the result, employees say, of a long-term inability to respond to a changing political climate.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:05:14 „Das Lachen ist ein Man-Repeller, um einen anderen Gegenwartsbegriff zu nennen. Ich glaube, das ist vor vielen Jahren mal eingeführt worden, um bestimmte Kleidungsstücke zu bezeichnen, die Frauen selber gerne tragen. Aber das Gerücht geht, dass Männer sie nicht mögen.“

Lars Weisbrod verwendet den Begriff 'Man Repeller' als kulturelle Referenz im Gespräch über weibliche Selbstdarstellung. Man Repeller war ein einflussreicher Mode-Blog, gegründet von Leandra Medine, der als Gegenwartsbegriff für bewusst nicht-männergefällige Ästhetik steht.

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H Serie

Held der Steine

Thomas Panke

Held der Steine ist ein YouTube-Kanal, auf dem der Betreiber Lego-Produkte rezensiert und Bausätze aufbaut. Der einstige Lego-Fan ist zum kritischen Beobachter geworden und erzielt mit Videos über fehlerhafte oder fragwürdige Produkte hunderttausende Aufrufe. Mittlerweile hat der YouTuber juristische Konflikte mit dem Lego-Konzern, der ihn bereits zweimal abgemahnt hat – unter anderem wegen der falschen Bezeichnung von chinesischen Klemmbausteine-Kopien als echte Lego-Produkte.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:18:12 „Es gibt eine Szene von YouTubern, die sich mit Lego beschäftigen. Da gibt es noch einen ganz wichtigen Deutschen, der heißt Held der Steine. Und der baut immer so Lego-Produkte auf und rezensiert die und alte Lego-Produkte. Und mittlerweile hat der aber richtig Ärger mit Lego. Der ist zum zweiten Mal jetzt juristisch von Lego belangt worden.“

Lars Weisbrod erzählt im Gegenwartscheck vom YouTube-Kanal 'Held der Steine', der Lego-Produkte rezensiert und inzwischen juristischen Ärger mit dem Konzern hat. Der YouTuber wurde abgemahnt, weil er billige Lego-Kopien aus China versehentlich als 'Lego' bezeichnete statt als 'Klemmbausteine'. Weisbrod findet das Phänomen faszinierend, weil sich der einstige Lego-Fan zum Lego-Kritiker gewandelt hat und nun mit Videos über fehlerhafte Straßenplatten hunderttausende Klicks erzielt.

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Jung & Naiv

Jung & Naiv

Tilo Jung

Politik für Desinteressierte: Interviews, Talks und Shows. Uns gibt es nur dank eurer finanziellen Unterstützung https://paypal.me/jungnaiv Auf Youtube als Video, hier als Podcast - DE/EN - www.jungundnaiv.de

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:35:42 „Wer interviewt den Philipp? Naja, der Typ von Jung und Naiv, der für sich selber auch schon wieder eine interessante Medienerfolgsgeschichte mit seinem Format hat und der so einen anderen Approach und so eine andere Herangehensweise hat, wo zum Beispiel mehr als im normalen Journalismus auch immer sehr viel Aktivismus dabei ist.“

Ijoma Mangold erwähnt das politische Interview-Format Jung & Naiv von Thilo Jung als den Kontext, in dem das berüchtigte Interview mit Philipp stattfand. Er beschreibt Jungs journalistischen Stil als aktivistisch geprägt, was die zugespitzte Nazi-Frage an Philipp erklärt.

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