Das Geheimnis der Engel
Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler
Eine Weihnachtsspezialsendung, live aufgezeichnet in der Hamburger St. Petrikirche: Es geht um Engel in all ihren Erscheinungsformen — von den neun himmlischen Hierarchien des Mittelalters über den Todesengel, der in Ägypten die Erstgeborenen holt, bis hin zu Engelskarten und Engelstherapien der Esoterik-Szene. Dabei wird klar: Engel sind weit mehr als liebliche Weihnachtsfiguren — sie sind Wächter, Todesboten und uralte Mischwesen, die schon lange vor dem Christentum durch den Mittelmeerraum geisterten.
„Kirchen haben offenbar eher abnehmende Konjunktur, aber die Engel, es gibt Engelsteine und Engelshoroskope und Engelstherapien und Engelkerzen.“
Erwähnte Medien (23)
Weihnachtsoratorium
Johann Sebastian Bach
Das Weihnachtsoratorium BWV 248 ist ein sechsteiliges Oratorium für Soli (SATB), gemischten Chor und Orchester von Johann Sebastian Bach. Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:05:33 „Als ich im Weihnachtsoratorium war und dann in München mit der U-Bahn nach Hause gezogen bin und hatte meine Fahrkarte jemandem anderen gegeben und war also ohne Fahrkarte mit meiner kleinen Tochter in dieser U-Bahn gesessen.“
Sabine Rückert erzählt eine persönliche Weihnachtsanekdote, die mit einem Besuch des Weihnachtsoratoriums beginnt. Die Erwähnung dient als Ausgangspunkt für eine Geschichte über wundersame Begegnungen mit einem nachsichtigen Kontrolleur und einem orientierungslosen Busfahrer, die sie scherzhaft als Engel deutet.
Artikel über Engel in der Süddeutschen Zeitung
Kratzer
Der Artikel von Paul Kratzer in der Süddeutschen Zeitung greift die mittelalterliche scholastische Frage auf, wie viele Engel auf dem Kopf einer Nadel Platz haben – eine Frage, die als Sinnbild für nutzlose theologische Spekulation gilt. Kratzer beleuchtet die Vorstellung, dass Engel als immaterielle Wesen unbegrenzt an einem Ort existieren könnten. Der Artikel dient als Einstieg in das weitreichende Thema der Engelslehre (Angelologie) und der gefallenen Engel bzw. des Teufels in der christlichen Tradition.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:16:48 „Ich habe in der Süddeutschen kürzlich gelesen, ein Artikel von Herrn Kratzer, da schreibt er, die Zahl der Engel soll so groß sein, dass auf dem Kopf einer Nadel eine unendliche Zahl von Engeln Platz haben soll.“
Johanna Haberer referenziert einen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung, um in das Thema der gefallenen Engel und Luzifers überzuleiten. Der Artikel behandelt die kirchliche Tradition der Engelsvorstellungen, von mittelalterlichen Spekulationen bis zu Papst Benedikt XVI.
Vom Leben und anderen Zumutungen
Giovanni di Lorenzo · 2023
Giovanni di Lorenzos Interviews mit prominenten Zeitgenossen sind immer wieder ein Ereignis. Neuausgabe mit zwei zusätzlichen Gesprächen. Wir erfahren, warum Daniel Cohn-Bendit kurz nach seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag erstmals seine jüdische Familiengeschichte erzählt. Staunen, dass Telekomchef Timotheus Höttges für das bedingungslose Grundeinkommen plädiert und Udo Jürgens sich nach umjubelten Konzerten manchmal wie ein Nichts fühlte.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:17:54 „Es gibt ein neues Buch von Giovanni di Lorenzo, das heißt 'Vom Leben und anderen Zumutungen', eine Interviewsammlung. Da ist auch ein Interview mit mir drin. Darum geht es jetzt nicht. Es geht um ein anderes Interview, nämlich um das Interview mit dem Papst.“
Johanna Haberer zitiert aus diesem Interviewband ein Gespräch zwischen Giovanni di Lorenzo und Papst Franziskus über die Existenz des Teufels. Der Papst vertritt darin die Position, dass der Teufel als gefallener Engel real existiert – eine Haltung, die Sabine Rückert anschließend als 'blanke Häresie' kommentiert.
Faust
Johann Wolfgang von Goethe · 2018
Goethes »Faust. Der Tragödie erster Teil« mit 200 Wort- und Sacherklärungen für ein besseres Textverständnis Goethes »Faust« ist schlichtweg das Menschheitsdrama. Es ist das Drama des nach Erkenntnis strebenden Menschen, der an seine eigenen Grenzen stößt. In seinem Existenzhunger überschreitet Faust diese Grenze und geht einen Pakt mit dem Teufel ein. Goethes Faust-Dichtung ist eines der wort- und motivgewaltigsten Dramen der deutschen Literatur.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:26:44 „Bei Goethe heißt es, bei Faust ist der Geist stets verneint. Also das ist der sozusagen, du sagst ja und er sagt nein.“
Sabine Rückert zitiert Mephistopheles' Selbstbeschreibung aus Goethes Faust, um die Idee des Teufels als eigenständige Figur zu illustrieren. Das Zitat dient als literarischer Beleg in der Debatte darüber, ob das Böse eine abgespaltene Kraft oder Teil des Menschen selbst ist.
Schatten-Konzept / Archetypen
C.G. Jung · 2011
"C.G. Jung's Psychologie ist heute von grosser Aktualität : Sein Ziel war es, eine Psychologie und Psychotherapie zu entwickeln, die den ganzen Menschen in den Blick nimmt, und so beschäftigte er sich vor allem mit den unbewussten, nicht-rationalen und transpersonalen Aspekten der Psyche. Sein besonderes Verdienst ist die Erforschung der Tiefendimensionen der Seele, die über das persönliche Unbewusste hinausreichen : die sogenannten Archetypen."--Publisher's website.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:27:44 „Also der große Psychoanalytiker C.G. Jung, den wir jetzt umarmen und küssen, weil er sagen würde, du hast endlich gesagt, das ist der Schatten, den ich selbst habe. Und es kommt darauf an, wenn ein Mensch ganz werden will, dass er diese Anteile in sich selbst nicht abspaltet.“
Im Gespräch über den Teufel als abgespaltene Figur des Bösen bringt Sabine Rückert C.G. Jungs Schattentheorie als psychoanalytische Erklärung ein. Sie argumentiert, dass das Böse kein externes Wesen ist, sondern ein Teil der eigenen Psyche, den man annehmen muss.
Vor dem Gesetz
Franz Kafka · 2010
Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon. Mit dem Autorenporträt aus dem Metzler Lexikon Weltliteratur. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK. Die provozierende Schlusspointe dieser Parabel lässt niemanden so schnell los. Unweigerlich gerät man ins Grübeln und Rekonstruieren, und dabei kommen nicht nur Juristen, Tora-Experten und Kabbalisten auf ihre Kosten.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:31:46 „Und es gibt auch eine wunderbare Geschichte in der Literatur, die einen solchen Cherubim schildert. Und das ist die Geschichte vor dem Gesetz von Franz Kafka.“
Die Parabel wird als literarisches Beispiel für die Figur des Wächter-Engels herangezogen, der den Zugang zum Gesetz (bzw. zum Paradies) verwehrt
Alles hat seine Zeit
Karl Ove Knausgård · 2018
Über die Natur der Engel – und das Wesen der Menschen ... Wie sieht es aus, das Göttliche? Hat es die Engel wirklich gegeben? In seinem hymnisch gefeierten Roman stellt Knausgård die großen universalen Fragen und geleitet uns durch die gewaltigen alttestamentarischen Erzählungen: über Kain und Abel, Noah und die Sintflut, über Sodom und Gomorrha, gelangen wir nach einem Zwischenstopp im spätbarocken und schließlich aufgeklärten Europa auf eine Insel vor der norwegischen Küste – bei einem moderne...
🗣 Johanna Haberer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:36:41 „Es gibt noch eine andere wunderbare Assoziation mit Engel. Es gibt ein ganzes Buch über Engel. Hier, ich habe es dabei. Ich habe es auch gelesen, und zwar von der ersten bis zur letzten Seite. Was nicht ganz einfach ist. Es ist von Karl-Ove Knausgart, Alles hat seine Zeit, heißt das Buch.“
Johanna Haberer stellt Knausgårds Roman als umfassendes Buch über Engel vor und liest ausführlich daraus vor. Die Rahmenhandlung dreht sich um Antonius Bellori, der als Junge eine verstörende Engelsbegegnung hat – fischende, zitternde, tierfleischreißende Wesen – und sein Leben danach der Erforschung von Engeln widmet. Knausgård zeichnet darin Engel als verwilderte, gottlose Kreaturen, die nach dem Tod Gottes durch die Welt irren und schließlich zu Möwen degenerieren.
Über die Natur der Engel
Antonius Bellori · 1880
Fiktives Werk aus Knausgårds Roman, in dem der Protagonist Antonius Bellori seine mystischen Engelsbegegnungen dokumentiert. Das Buch soll 1584 in Venedig erschienen sein und basiert auf einer Erfahrung, die Bellori als junger Mann 22 Jahre später aufzeichnete. Das Werk veranschaulicht die Verflechtung von persönlicher Spiritualität und literarischer Fiktion innerhalb des Romans.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:40:12 „Das ist die Begegnung, die dieser Junge hat und er schreibt sie 22 Jahre später auf. 1584 wird in Venedig sein Werk mit dem Titel über die Natur der Engel gedruckt.“
Innerhalb der Nacherzählung von Knausgårds Roman erwähnt Johanna Haberer das fiktive Werk des Protagonisten Antonius Bellori, der seine Engelsbegegnungen in einem 1584 in Venedig gedruckten Buch festhielt. Es handelt sich um ein fiktives Werk innerhalb des Romans.
Das Buch meines Lebens
Teresa von Ávila · 2020
In ihrer Autobiographie gibt Teresa von Ávila einen beeindruckenden Einblick, wie sie als Frau in einer Zeit der widrigsten Umstände und gegen alle Widerstände ihren eigenen Weg geht. Sie lässt die Leserinnen und Leser an ihrem inneren Werdegang, ihren außerordentlichen geistlichen Erfahrungen und ihrem Weg in einer von Männern beherrschten Gesellschaft und Kirche teilnehmen.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:42:39 „Teresa von Avila, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts einen Engel sah, dessen Gesicht sie in ihrer Autobiografie als ein brennendes Antlitz beschrieb.“
Johanna Haberer liest aus Knausgårds Roman eine Aufzählung historischer Engelsbegegnungen vor. Teresa von Avilas Autobiografie wird als eine der Quellen genannt, in der mystische Engelserlebnisse dokumentiert sind.
Der Morgenstern
Karl Ove Knausgård · 2022
Es ist Sommer in Norwegen. Eigentlich eine beschauliche, sonnengetränkte Zeit. Doch nun scheint etwas aus den Fugen geraten zu sein. Krabben spazieren an Land, Ratten tauchen an überraschenden Stellen auf, eine Katze kommt unter seltsamen Umständen ums Leben. Kurzum: Die Tiere verhalten sich wider ihre Natur.
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:45:20 „Und der Knausgat beschreibt zu einem Nephilim. Er ist fasziniert von diesen Riesen, von diesen ungebärdigen Riesen, die alles fressen, was sie finden und beschreibt den Nephilim.“
Aus dem Buch wird ausführlich eine Passage über die Nephilim vorgelesen, die als gefallene Engel bzw. deren Nachkommen gedeutet werden
Lithographia Helvetica
Johann Jakob Scheuchzer · 1933
Scheuchzer, Johann Jakob / Biographie.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:52:43 „In seiner Lithographia Helvetica beschreibt er die Fossilien noch als Naturspiele oder Überreste der Sintflut.“
Im Zusammenhang mit Knausgårds Roman recherchiert Johanna Haberer den historischen Naturforscher Scheuchzer und erwähnt dessen Werk, in dem er Fossilien als Überbleibsel der biblischen Sintflut deutete – eine Interpretation, die später widerlegt wurde, als sich das vermeintliche Riesenskelett als ausgestorbener Riesensalamander herausstellte.
Philosophical Transactions of the Royal Society
Die "Philosophical Transactions of the Royal Society of London" ist eine der ältesten englischsprachigen wissenschaftlichen Zeitschriften, die seit 1665 in London veröffentlicht wird und auch als meteorologisches Archiv Britanniens diente. 1887 wurde die Zeitschrift in zwei separate Reihen aufgeteilt: Teil A für Mathematik, Physik und Ingenieurwissenschaften sowie Teil B für Biologie, die bis heute fortgeführt werden. Die Royal Society stellt alle 177 Bände vor dem Split von 1665 bis 1886 kostenlos online zur Verfügung, während weitere historische Jahrgänge über mehrere digitale Archive wie HathiTrust, Google Books, JSTOR, Gallica und das Internet Archive zugänglich sind. Dadurch wird ein umfassendes digitales Archiv der wissenschaftlichen Publikationen über mehr als zwei Jahrhunderte ermöglicht.
🗣 Johanna Haberer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:52:57 „1726 in der Philosophical Transactions of the Royal Society ein von ihm am Schiener Berg gefundenes Skelett als das eines in der Sintflut ertrunkenen Riesen vor.“
Johanna Haberer erwähnt Scheuchzers Veröffentlichung in den Philosophical Transactions, in der er 1726 ein Fossil als Skelett eines in der Sintflut ertrunkenen Riesen vorstellte. Der Fund wurde später von Georges Cuvier als Riesensalamander identifiziert.
Interview mit Anthony Hopkins in der ZEIT
Die ZEIT-Artikel bespricht die HBO-Serie Westworld, die futuristische Fragen zur künstlichen Intelligenz in einem Western-Setting verhandelt. Besonderheit ist ein Interview mit Anthony Hopkins, in dem der Schauspieler über höhere Mächte spricht, die sein Leben lenken – ein Thema, das philosophische Fragen zum Glauben und zur Determination aufwirft.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:54:58 „Und daraufhin hat sie Zeit mit ihm ein Interview gemacht. Und hier wollte ich jetzt nur ein paar Zeilen daraus vorlesen“
Aus dem Interview wird zitiert, wie Anthony Hopkins über eine höhere Macht spricht, die sein Leben lenkt – als Parallele zum Engelsglauben
The Father
Florian Zeller · 2020
Anne sorgt sich um ihren Vater Anthony. Als stolzer Mann lehnt er trotz seines hohen Alters jede Unterstützung durch eine Pflegekraft ab. Obwohl ihn sein Gedächtnis immer häufiger im Stich lässt, ist er davon überzeugt, auch weiterhin allein zurechtzukommen. Doch als Anne ihm eröffnet, dass sie zu ihrem Freund nach Paris ziehen wird, ist er verwirrt.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:56:04 „Anthony Hopkins hat ja einen Oscar bekommen für einen wunderbaren Film, der heißt »The Father«. Und es handelt sich um einen Mann, der schwer Alzheimer krank ist und alles durcheinander bringt. Und der Film ist der Mann. Man erlebt die totale Verwirrung dieses Mannes mit.“
Johanna Haberer erwähnt den Film als Anlass für ein ZEIT-Interview mit Anthony Hopkins, in dem dieser über Schutzengel und das Gefühl spricht, sein Leben werde von jemand anderem geschrieben. Der Film dient als Brücke zum Engelsthema – Hopkins' Reflexionen nach den Dreharbeiten führten ihn zu spirituellen Überlegungen.
Interview mit Anthony Hopkins
Anthony Hopkins beschreibt in einem ZEIT-Interview, wie er sein Leben seit Jahrzehnten nicht als selbstbestimmt empfindet, sondern sich wie auf einem fliegenden Teppich unwillkürlich „gelebt" wähnt. Der Artikel zeigt Hopkins' persönliche Perspektive auf Entscheidungsfindung und sein existenzielles Verhältnis zu Kontrolle und Schicksal. Das Interview wird als Beleg dafür angeführt, dass Menschen häufig ein Gefühl einer transzendenten Kraft verspüren, die ihr Leben lenkt, ohne dieses Phänomen klar benennen zu können.
🗣 Johanna Haberer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:56:22 „Und das hat Anthony Hopkins gespielt und daraufhin hat die Zeit mit ihm ein Interview gemacht. Und hier wollte ich jetzt nur ein paar Teile daraus vorlesen, denn Anthony Hopkins sagt, Ich bin durch Phasen gegangen, in denen ich mich fast selber zerstört habe.“
Johanna Haberer liest aus einem ZEIT-Interview mit Anthony Hopkins vor, in dem der Schauspieler beschreibt, wie er seit etwa 65 Jahren das Gefühl hat, sein Leben werde von jemand anderem geschrieben – als säße er auf einem fliegenden Teppich. Das Interview wird als Beleg für die verbreitete Erfahrung eines Schutzengels herangezogen.
Interview mit Sabine Rückert in der ZEIT
Giovanni di Lorenzo
Sabine Rückert, eine prominente Podcasterin, spricht in einem Interview mit der ZEIT über ihre Karriere und ihren geplanten Rückzug. Sie reflektiert über die Rückzugsphase ihrer Laufbahn und ihre persönlichen Gefühle zu diesem Übergang. Das Gespräch mit ihrem Chef bei der ZEIT gibt Einblicke in ihre Gedanken und die Gründe für diesen neuen Lebensabschnitt.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:56:48 „Und ich kann an der Stelle jetzt auch aus einem Interview mit Sabine Rückert was vorlesen. Das war nämlich in der Zeit.“
Johanna Haberer liest aus einem Interview mit ihrer Schwester vor, in dem diese über das Gefühl spricht, dass jemand auf sie aufpasst
Interview mit Sabine Rückert
Reporterforum
Sabine Rückert, renommierte Gerichts- und Kriminalreporterin der ZEIT, erläutert in diesem Interview ihre Philosophie der Reportage: Sie lehnt oberflächliche Beschreibungen ab und verlangt stattdessen nach "Gedankenmusik" – Texten, die über die bloße Realitätswiedergabe hinausweisen und auf metaphysischer, moralischer und gedanklicher Ebene wirken. Rückert argumentiert, dass echte Reportagen Reflexion, eine erkennbare Haltung des Autors und echtes Interesse an den porträtierten Menschen erfordern. Sie betont den fundamentalen Unterschied zwischen Kamera (pure Beobachtung) und Journalismus (Interpretation und Verstehen). Ein Kerndefizit vieler Reportagen sieht sie darin, dass Autoren sich nicht wirklich für ihr Gegenüber interessieren. Als Beispiel führt sie ihre Reportage "Die Mörderin" an, die für den Egon Erwin Kisch-Preis 2001 ausgezeichnet wurde und zeigt, wie emotionale Authentizität und gedankliche Tiefe bereits im ersten Absatz gründen können.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:57:39 „Und da steht drin, sagst du zu Giovanni di Lorenzo, je älter ich werde, desto mehr Gedanken mache ich mir über den Tod und desto weniger glaube ich an ein Leben danach. Allerdings gibt es zwei Dinge, die mich irritieren und doch manchmal eine höhere Macht glauben lassen.“
Sabine Rückert zitiert aus einem eigenen ZEIT-Interview mit Giovanni di Lorenzo, in dem sie über das Gefühl spricht, dass jemand auf sie aufpasst – Türen sich öffnen und schließen, immer zu ihrem Besten. Sie zieht eine Parallele zu Anthony Hopkins' Aussagen über eine lenkende Kraft im Leben.
Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät
Carel van Schaik, Kai Michel · 2017
Gott wirft Adam und Eva aus dem Paradies, die Arche Noah übersteht die Sintflut, und Jesus von Nazareth erweckt Tote zum Leben – die faszinierenden Geschichten der Bibel sind fester Bestandteil unserer Kultur. Und doch stecken sie voller Rätsel und Widersprüche, die auch jahrhundertelange theologische Kontroversen nicht lösen konnten. Der Evolutionsbiologe Carel van Schaik und der Historiker Kai Michel legen nun erstmals eine verborgene Seite der Bibel frei.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:59:02 „Und es gibt auch eine Erklärung hier, das Tagebuch der Menschheit. Das begleitet ja unseren Podcast schon seit Jahren. Und da geht es natürlich auch darum, dass es sehr viele Menschen gibt, die das Gefühl haben, dass jemand auf sie aufpasst.“
Johanna Haberer zitiert aus dem Buch von Carel van Schaik und Kai Michel, das den Podcast seit Jahren begleitet. Die Autoren erklären den Engelglauben evolutionär über den alten Ahnenglauben: Märtyrer und Heilige avancierten zu engelhaften Mittlerfiguren, wodurch das Christentum den tief verwurzelten Geisterglauben des Homo sapiens integrierte. 75% der Amerikaner und 66% der Deutschen glauben laut dem Buch an Engel.
FAZ-Artikel über Bogdan Wilda
Der Artikel porträtiert den Müllwerker Bogdan Wilda als einen alltäglichen Helden, der durch schnelle Geistesgegenwart einem Kind das Leben rettete. Die FAZ erzählt die Geschichte dieser spontanen Hilfsbereitschaft und beschreibt, wie ein gewöhnlicher Mensch in einer kritischen Situation außergewöhnlich handelte. Es ist eine bemerkenswerte Anekdote über Mitmenschlichkeit und echten Heroismus abseits des Ramplenlichts.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 01:03:24 „Und ich habe auch noch eine Geschichte mitgebracht, die die Frankfurter Allgemeine Zeitung geschrieben hat. Da steht oben drüber, Bogdan Wilda ist ein Schutzengel.“
Ein FAZ-Artikel über einen Müllwerker, der ein Kind auffängt, wird als reales Beispiel für einen menschlichen Schutzengel vorgelesen
Bogdan Wilda ist ein Schutzengel
Ein Müllwerker namens Bogdan Wilda rettet in Mülheim an der Ruhr einen vierjährigen Jungen namens Eden, der aus dem zweiten Stock eines Hauses stürzt. Mit schnellen Reflexen fängt Wilda das Kind auf und verhindert damit eine Tragödie. Der Beitrag der FAZ würdigt diesen alltäglichen Helden, der in einem kritischen Moment zum Lebensretter wird.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 01:04:08 „Und ich habe auch noch eine Geschichte mitgebracht, die die Frankfurter Allgemeine Zeitung geschrieben hat. Da steht oben drüber, Bogdan Vilda ist ein Schutzengel. Und die Meldung geht folgendermaßen. In der Politik der FAZ vom 27. Mai 2016 auf Seite 7.“
Johanna Haberer liest einen FAZ-Artikel vom 27. Mai 2016 vor, in dem ein Müllwerker namens Bogdan Wilda einen vierjährigen Jungen namens Eden auffängt, der aus dem zweiten Stock eines Hauses in Mülheim an der Ruhr stürzt. Die Geschichte dient als reales Beispiel für einen 'Schutzengel' – einen Menschen, der in einem kritischen Moment zum Retter wird.
Von guten Mächten wunderbar geborgen
Dietrich Bonhoeffer
Von guten Mächten treu und still umgeben ist ein geistliches Gedicht des evangelischen Theologen und NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer. Verfasst im Dezember 1944 in der Gestapo-Haft, ist es Bonhoeffers letzter erhaltener theologischer Text vor seiner Hinrichtung am 9. April 1945. Heute ist es ein viel gesungenes geistliches Lied.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 01:05:22 „Also auch der Bonhoeffer hat ja in seinem berühmten, weltberühmten Gedicht von guten Mächten wunderbar geborgen. Das sind auch diese Vorstellungen von Schutzengeln.“
Sabine Rückert verweist auf Bonhoeffers berühmtes Gedicht, das auch als Kirchenlied weit verbreitet ist, um die Vorstellung von Schutzengeln als 'gute Mächte' zu illustrieren. Es dient ihr als Brücke zum Thema der Weihnachtsbotschaft und der Sehnsucht nach Rettung von außen.
Brich an, du schönes Morgenlicht
Johann Sebastian Bach
Das Weihnachtsoratorium BWV 248 ist ein sechsteiliges Oratorium für Soli (SATB), gemischten Chor und Orchester von Johann Sebastian Bach. Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 01:06:09 „Auch in so einem wunderbaren Baschchoral wie 'Brich an, du schönes Morgenlicht', im Weihnachtsoratorium kennen wir das alle, wo einfach es beginnt eine neue Zeit, wie die Sonne aufgeht.“
Sabine Rückert nennt den Choral als Beispiel für die mit Engeln verbundene Sehnsucht nach einer Zeitenwende und Rettung. Sie ordnet ihn in die Weihnachtsbotschaft ein, dass Heilung auch von außen kommen kann.
Engelszitat
Anselm Grün · 2005
Anselm Grün, der renommierte Benediktinermönch und Bestsellerautor, reflektiert über die existenzielle Bedeutung von Engeln in der menschlichen Spiritualität. Er definiert Engel als Vermittler der tiefgreifenden Sehnsucht nach Hilfe und Heilung, die von außerhalb unserer selbst kommt. Das Zitat verdeutlicht, wie religiöse Symbole die menschliche Hoffnung auf äußere Rettung und Unterstützung in schwierigen Zeiten artikulieren.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 01:06:47 „Und ich finde, das hat sehr schön der Hansel in Grün gesagt, er sagt, Engel sind Binder der tiefenbleibenden Sehnsucht nach Hilfe und Heilung, die nicht aus uns selber kommt.“
Sabine Rückert zitiert am Ende der Sendung den Benediktinermönch und Bestsellerautor Anselm Grün, um die Kernbotschaft des Gesprächs über Engel zusammenzufassen: die menschliche Sehnsucht nach Rettung von außen.