13 bei Tisch
Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler
Diese Folge widmet sich dem letzten Abendmahl Jesu — jener berühmten Tischszene kurz vor seiner Gefangennahme, die auch Leonardo da Vinci hundertfach verewigt hat. Nach Jesu Einzug in Jerusalem und zahlreichen Streitereien mit Pharisäern und Sadduzäern versammelt er seine Apostel zum Passamahl, bricht das Brot, teilt den Wein und kündigt seinen Verrat an. Besonders faszinierend: Die Jünger fragen sich gegenseitig — und Jesus selbst — ‚Herr, bin ich's?', weil keiner von ihnen sicher ist, wer der Verräter sein wird.
„Er nervt, er stört, und es gibt jede Menge Leute, die ihm ans Leben wollen.“
Erwähnte Medien (5)
Das Abendmahl
Leonardo da Vinci
Leonardos berühmtes Gemälde des Abendmahls zeigt die letzte Mahlzeit Jesu mit seinen 12 Aposteln – eine Konstellation von 13 Personen, die zum hartnäckigen Aberglaube führte, dass 13 Menschen an einem Tisch Unglück bringt. Dieser Glaube an die Unglückszahl 13 reicht bis in die Gegenwart und inspirierte skurrile Lösungen wie die hölzerne Katze im Londoner Savoy Hotel, die als vierzehnter Gast platziert wurde, um die ungünstige Zahl zu vermeiden.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:52 „Ganz besonders von Leonardo da Vinci, der werde ich mir nachher noch einen kleinen Text vorlesen, den ich selbst verfasst habe über dieses Bild. Es handelt sich um das Abendmahl.“
Sabine Rückert kündigt an, später über Leonardo da Vincis berühmtes Gemälde des Abendmahls zu sprechen. Das Bild dient als kultureller Bezugspunkt zur biblischen Abendmahlsszene, die das Hauptthema der Episode ist.
Heimlich zur Kommunion
Annette Zoch
Ein Ehepaar lebt die Ökumene ganz konkret: Die evangelische Frau und der katholische Mann nehmen gegenseitig an Eucharistie und Abendmahl teil. Eine Studie des Ökumenischen Arbeitskreises begründete 2019 theologisch, warum dies möglich ist – unabhängig davon, welche Konfession den Gottesdienst zelebriert. Der Vatikan untersagte jedoch solche deutschen Alleingänge. Der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt umgeht das Verbot durch eine andere Interpretation: Nicht die Kirchen laden ein, sondern Jesus – und jeder Gläubige entscheidet aus eigenem Gewissen, ob er teilnimmt. An einem Samstag feierten vier Frankfurter Kirchen parallel konfessionelle Gottesdienste mit Abendmahl oder Eucharistie, wobei alle Christen selbst wählen konnten, wo sie hingehen.
🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:19:24 „Ich habe mehrere Texte dabei. Einige lustige, einige traurige. Ich fange mal mit einem traurigen an. Aus der Süddeutschen, heimlich zur Kommunion. Katrin Hassel ist evangelisch, ihr Mann Peter ist katholisch. Sie sind seit 43 Jahren verheiratet und praktizieren schon lange, was Theologen als Recht für alle Christen fordern, die wechselseitige Teilnahme in Eucharistie und Abendmahl.“
Sabine Rückert liest ausführlich aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vor, in dem das Ehepaar Hassel – sie evangelisch, er katholisch – über ihre Erfahrungen mit der konfessionsverbindenden Ehe berichtet. Der Artikel illustriert die schmerzhafte Ausgrenzung beim Abendmahl zwischen den Konfessionen.
Gemeinsam am Tisch des Herrn
Ein Ökumenischer Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen hat nach mehr als zehn Jahren Arbeit ein Dokument mit dem Titel „Gemeinsam am Tisch des Herrn – Ökumenische Perspektiven bei der Feier von Abendmahl und Eucharistie" erarbeitet. Das am 11. September 2019 im Haus am Dom in Frankfurt vorgestellte Votum befasst sich mit der Abendmahlspraxis und reagiert auf die von vielen Gläubigen als besonders schmerzhaft empfundene Trennung bei der Kommunionfeier zwischen Protestanten und Katholiken. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) betrachtet die Studie als theologisch konsequente Weiterführung des gemeinsamen ökumenischen Weges beider Kirchen.
🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:19:47 „Gemeinsam am Tisch des Herrn, so heißt eine Studie des ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen. Die Autoren begründeten schon 2019, warum für evangelische und katholische Christen die wechselseitige Teilnahme an der Eucharistie beziehungsweise am Abendmahl möglich ist.“
Im Zusammenhang mit dem Artikel über das Ehepaar Hassel wird diese ökumenische Studie von 2019 erwähnt, die theologisch begründet, warum eine wechselseitige Teilnahme an Eucharistie und Abendmahl möglich sein sollte. Der Vatikan verbot jedoch einen solchen Alleingang.
Das letzte Abendmahl und seine Portionen
Dieser Artikel aus dem Hamburger Abendblatt untersucht künstlerische Darstellungen des letzten Abendmahls über tausend Jahre hinweg. Wissenschaftler analysierten 52 Gemälde und entdeckten, dass die dargestellten Portionsgrößen und Tellerausmaße kontinuierlich zunahmen. Die Studie fragt, welche Aussagen diese visuellen Veränderungen über die jeweilige Zeit und Kultur treffen.
🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:29:37 „Jetzt lese ich dir mal was aus dem Hamburger Abendblatt vor, das letzte Abendmahl und seine Portionen. Gründonnerstag ist der Tag des letzten Abendmahls. Die Christen erinnern an diesem Abend an das in der Bibel überlieferte Ereignis.“
Sabine Rückert liest einen Artikel aus dem Hamburger Abendblatt vor, der über eine wissenschaftliche Analyse von 52 Abendmahl-Gemälden aus 1000 Jahren berichtet. Der Artikel beschreibt, wie die dargestellten Portionen und Tellergrößen über die Jahrhunderte immer größer wurden.
Last Supper Portion Sizes Study
Brian Wansink, Craig Wansink
Kunsthistorische Analyse von 52 Abendmahl-Gemälden aus 1000 Jahren: Portionsgrößen stiegen um 69%, Tellergrößen um 66%. Die Studie untersucht kulturelle Verschiebungen in der Esskultur durch ikonographische Daten und wurde im International Journal of Obesity veröffentlicht.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:30:33 „Brian Wensing vom Institute of Angewandte Wirtschaftswissenschaften der Cornell Universität im Bundesstaat New York und sein Bruder Craig, Religionswissenschaftler am Wesleyan College in Norfolk, Virginia, haben ihre Analyse im International Journal of Obesity, also im Internationalen Journal für Fettleibigkeit, präsentiert.“
Im Rahmen des Hamburger-Abendblatt-Artikels wird eine Studie von Brian und Craig Wansink vorgestellt, die 52 Gemälde des letzten Abendmahls aus 1000 Jahren analysierten und feststellten, dass die dargestellten Portionen um 69% und die Tellergrößen um 66% zunahmen. Die Studie wurde im International Journal of Obesity veröffentlicht.