ZEIT Verbrechen – Eine betrogene Frau
#135

Eine betrogene Frau

ZEIT Verbrechen / 04. April 2023 / 8 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker & Moritz Aisslinger

Die Folge beginnt mit einer Richtigstellung: Das umstrittene bayerische Unterbringungsgesetz wurde nicht am Heiligabend 2001 durchgewunken, sondern bereits am 12. Dezember vom Landtag beschlossen — der 24. Dezember war lediglich das Datum, an dem Ministerpräsident Stoiber das später vom Bundesverfassungsgericht kassierte Gesetz unterzeichnete. Anschließend stellt Moritz Eislinger eine Geschichte aus der Serie *Sternstunden der Menschheit* vor, die als 14-teilige Reihe in der ZEIT erschien und im September als Buch im Beck Verlag herauskommen wird.

„Der ist also vor der Christmette nochmal kurz ins Büro und hat seine Unterschrift unter das Gesetz gesetzt.“
🗣 Andreas Sentker

Erwähnte Medien (8)

Sternstunden der Menschheit

Sternstunden der Menschheit

Stefan Zweig

Eine Sammlung historischer Wendepunkte, in denen große Persönlichkeiten oder Zufälle entscheidende Momente prägten. Originelle Szenen aus der Geschichte zeigen, wie kleine Entscheidungen und Zufälle weitreichende Konsequenzen hatten.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:03:13 „Stefan Zweig, Sternstunden der Menschheit. Stefan Zweig hat da einfach seiner Meinung nach total originelle Wendungen der Geschichte herausgegriffen. Also ich finde, ich kenne das Buch ganz gut, völlig willkürlich. Man kann auch genauso gut andere Geschichten zur Sternstunden der Menschheit erklären. Er hat das aber sehr schön begründet.“

Sabine Rückert stellt die Vorlage für eine eigene 14-teilige Serie in der ZEIT vor. Stefan Zweigs Buch, in dem er historische Wendepunkte durch große Persönlichkeiten oder irre Zufälle beschreibt, diente als Inspiration. Die ZEIT-Redaktion hat das Konzept übernommen und eine eigene Serie daraus gemacht.

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Sternstunden der Menschheit (ZEIT-Serie / Buch im Beck Verlag)

Sternstunden der Menschheit (ZEIT-Serie / Buch im Beck Verlag)

· 2023

Klimakrise, Pandemie, Krieg – düster klingt die Melodie unserer Zeit. Doch es gab und gibt sie, die Sternstunden, die den Glauben an die Menschheit wachhalten, so selbstzerstörerisch, fehlerbehaftet und unzulänglich sie auch sein mag. «Sternstunden der Menschheit» – so nannte Stefan Zweig 1927 seine Sammlung historischer Miniaturen. Ein knappes Jahrhundert später hat die Wochenzeitung Die Zeit neue Sternstunden publiziert, aus denen dieses Buch hervorgegangen ist. Es sind andere als bei Zweig.

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:03:46 „Und haben wir gedacht, was Stefan Zweig kann, das können wir auch und haben eine ebenfalls 14-teilige Serie ersonnen, die wir dann in der Zeit Woche für Woche abgearbeitet haben, Sternstunden der Menschheit. Und eine dieser Folgen, übrigens wird da ein Buch draus entstehen, also es wird im September ein Buch erscheinen im Beck Verlag. Mit allen 14 Folgen.“

Sabine Rückert kündigt an, dass aus der 14-teiligen ZEIT-Serie 'Sternstunden der Menschheit' im September ein Buch im Beck Verlag erscheinen wird. Die heutige Podcast-Folge basiert auf einer der Geschichten aus dieser Serie, verfasst von Moritz Aisslinger.

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Ulysses

Ulysses

James Joyce

Written over a seven-year period, from 1914 to 1921, this book has survived bowdlerization, legal action and controversy. The novel deals with the events of one day in Dublin, 16th June 1904, now known as "Bloomsday". The principal characters are Stephen Dedalus, Leopold Bloom and his wife Molly. Ulysses has been labelled dirty, blasphemous and unreadable. In a famous 1933 court decision, Judge John M.

🗣 Andreas Sentker erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:15:55 „Also sie hat wahnsinnig viele Talente, sie beherrscht mehrere Sprachen, sie liest sehr gerne. Wir werden nachher noch einen Freund von ihr kennenlernen, mit dem sie über den Ulysses von James Joyce lange diskutiert hat. Also eine faszinierende Frau.“

Andreas Sentker beschreibt Rosalind Franklins vielseitige Begabungen und Interessen jenseits der Naturwissenschaften. Der Ulysses wird als Beleg dafür angeführt, dass Franklin nicht nur brillante Wissenschaftlerin war, sondern auch literarisch bewandert und intellektuell breit interessiert.

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Erstes Buch Mose (Genesis)

Erstes Buch Mose (Genesis)

· 1987

Das Erste Buch Mose erzählt die Ursprungsgeschichte des Volkes Israel. In der behandelten Episode liegt der Fokus auf der Josefsgeschichte: Josef wird als Sklave nach Ägypten gebracht, deutet Träume des Pharao und wird dessen Stellvertreter. Die Novelle bietet zeitlose Einsichten in Themen wie Aufstieg durch Verstand, Wirtschaftsmigration und Krisenmanagement.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:21:32 „Das weiß man sogar schon im Alten Testament. Also es gibt im ersten Buch Mose schon Überlegungen, wie sich Böcke und Schafe zusammentun und welche Farben da hervortreten. Das sind fast 5000 Jahre alte Geschichten.“

Sabine Rückert ordnet die Geschichte der Vererbungslehre ein und verweist auf das erste Buch Mose als frühestes Zeugnis für die Beobachtung von Vererbungsphänomenen. Die alten Israeliten hätten an ihren Schafherden gesehen, dass sich Merkmale fortpflanzen, dies aber noch mit magischem Denken erklärt.

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Autobiografie von Maurice Wilkins

Autobiografie von Maurice Wilkins

Maurice Wilkins · 2005

Francis Crick and Jim Watson are well known for their discovery of the structure of DNA in Cambridge in 1953. But they shared the Nobel Prize for the discovery of the Double Helix with a third man, Maurice Wilkins, a diffident physicist who did not enjoy the limelight. He and his team at King's College London had painstakingly measured the angles, bonds, and orientations of the DNA structure - data that inspired Crick and Watson's celebrated model - and they then spent many years demonstrating t...

🗣 Moritz Aisslinger referenziert bei ⏱ 00:29:49 „Es gibt eine lustige Anekdote, die Maurice Wilkins später in seiner Autobiografie schildert. Und zwar hat er seinem Analytiker immer wieder erzählt vom Stress, den er mit Rosalind Franklin hatte.“

Moritz Aisslinger zitiert aus der Autobiografie von Maurice Wilkins eine Anekdote über dessen gescheitertes Verhältnis zu Rosalind Franklin. Die Episode – Wilkins geht auf Rat seines Therapeuten zu Franklin, um sie zum Essen einzuladen, dreht aber an der Labortür wieder um – illustriert die dysfunktionale Arbeitsbeziehung zwischen den beiden.

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Die Doppelhelix

Die Doppelhelix

James Watson · 2003

James Watsons Autobiografie dokumentiert die Entdeckung der DNA-Doppelhelix und gilt als wissenschaftliches Klassiker-Werk. Das Buch ist jedoch auch ein Beweisstück für die unrechtmäßige Aneignung von Rosalind Franklins Forschungsdaten und ihrem berühmten Foto 51. Watsons Darstellung offenbart seine frauenverachtende Haltung gegenüber Franklin und zeigt offen auf, wie er sich ihre Erkenntnisse zunutze machte. Das macht das Buch zu einer wichtigen Quelle für die Aufarbeitung dieser wissenschaftlichen Ungerechtigkeit.

🗣 Moritz Aisslinger referenziert bei ⏱ 00:33:25 „Und später wird er in seinem Bestsellerbuch »Die Doppelhelix« diesen Tag, diesen Vortrag beschreiben. Und aus seiner Beschreibung sieht man, was er von Rosalind Franklin hält, was er von Frauen generell hält.“

Das Buch ist ein zentrales Beweisstück in der Erzählung über den Diebstahl von Rosalind Franklins Forschungsdaten. Moritz Aisslinger zitiert ausführlich daraus, um Watsons frauenverachtende Haltung und sein offenes Eingeständnis des Betrugs zu belegen. Watson beschreibt darin ungeniert, wie er Franklins Daten und das berühmte Foto 51 unrechtmäßig erlangte.

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Foto 51

Foto 51

Rosalind Franklin

Foto 51 ist die berühmte Röntgenbeugungsaufnahme der DNA-Struktur, die Rosalind Franklin 1952 anfertigte. Das Bild lieferte den entscheidenden visuellen Beweis für die Doppelhelix-Struktur und wurde zum Schlüsselbeweis der modernen Molekularbiologie. Obwohl Franklin das Foto selbst aufnahm, gelangte es ohne ihre Zustimmung an Watson und Crick, die damit ihren Durchbruch bei der DNA-Entschlüsselung vollendeten.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:39:44 „Das ist das, was Andreas vorhin erwähnt hat, das Foto 51.“

Die berühmte Röntgenbeugungsaufnahme der DNA, die Rosalind Franklin am 2. Mai 1952 anfertigte, ist das zentrale Beweisstück der Episode. Das Foto wurde ohne Franklins Wissen von Maurice Wilkins an James Watson weitergegeben und ermöglichte Watson und Crick den entscheidenden Durchbruch bei der Entschlüsselung der DNA-Struktur.

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Molecular Structure of Nucleic Acids: A Structure for Deoxyribose Nucleic Acid

Molecular Structure of Nucleic Acids: A Structure for Deoxyribose Nucleic Acid

James Watson, Francis Crick

Dieser bahnbrechende Artikel präsentiert die revolutionäre Entdeckung der Doppelhelix-Struktur der DNA durch James Watson und Francis Crick. Die Publikation in der renommierten Fachzeitschrift Nature im April 1953 markiert einen Meilenstein in der Molekularbiologie und erklärt die grundlegende biologische Struktur, die für die Vererbung verantwortlich ist. Der Artikel legte den Grundstein für unser modernes Verständnis von Genetik und Molekularbiologie.

🗣 Moritz Aisslinger referenziert bei ⏱ 00:49:39 „Im April 1953 wird dann in der Fachzeitschrift Nature der Artikel publiziert von Watson und Crick, der mittlerweile legendär geworden ist, in dem sie eben beschreiben, dass die Struktur der DNA eine Doppelhelix ist.“

Aisslinger beschreibt die Veröffentlichung des legendären Nature-Artikels von Watson und Crick im April 1953 als Höhepunkt des wissenschaftlichen Betrugs. In derselben Ausgabe publizierte auch Rosalind Franklin ihre Daten, doch Watson und Crick behaupteten darin fälschlich, keine Kenntnis von Franklins Forschungsergebnissen gehabt zu haben.

Zum Artikel bei Nature.com Details
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