Was liest du gerade? – Kampf und Glamour
#026

Kampf und Glamour

Was liest du gerade? / 21. September 2024 / 24 Medien

Iris Radisch, Adam Soboczynski

Die Episode kreist um das Spannungsfeld zwischen Künstlerdasein und Elternschaft — ausgehend von einem provokanten Zitat, wonach Künstler die schlimmsten Eltern seien. Iris Radisch spricht aus eigener Erfahrung mit drei Kindern über den Schock, das eigene Leben nach der Geburt nicht wiederzuerkennen, und stellt die These auf, dass sich Selbstverwirklichung und Elternschaft als zwei menschliche Grundbedürfnisse nie wirklich ausbalancieren lassen.

„In den wirklich ernsten existenziellen Fragen lässt es sich oft nicht ausbalancieren.“
🗣 Iris Radisch

Erwähnte Medien (24)

Parade

Parade

Rachel Cusk

Cusks radikaler Roman untersucht die Spannung zwischen künstlerischer Existenz und Elternschaft. Der Text erforscht ein neues weibliches Erzählen und stellt die provokative Frage, ob kreative Menschen zwangsläufig scheiternde Eltern sind.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:05:48 „Das ist die Autorin Rachel Cask und ihr neuer Roman Parade, der gerade erschienen ist, aus dem Englischen übersetzt, von Eva Bonnet bei Surkamp erschienen.“

Alexander Cammann stellt Rachel Cusks neuen Roman als Hauptbuch der Episode vor. Das Gespräch dreht sich um die Frage, ob Künstler die schlimmsten Eltern sind – ein Zitat aus dem Roman bildet den Einstieg. Cammann ordnet das Buch in Cusks Gesamtwerk ein und betont ihr radikales Projekt, ein neues weibliches Erzählen zu finden.

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Lebenswerk

Lebenswerk

Rachel Cusk · 2019

Prix Femina, auch Prix Fémina, ist ein französischer Literaturpreis. Er wurde 1904 von 22 Mitarbeiterinnen des Magazins La Vie heureuse unter dem Namen Prix La Vie heureuse begründet und erhielt 1922, als La vie heureuse mit der Zeitschrift Femina fusionierte, seinen heutigen Namen. Der Prix Femina wird jedes Jahr Anfang November von einer weiblichen Jury verliehen. Die Verleihung fand bis 2020 im Hôtel de Crillon statt. Seit 2021 findet sie im Musée Carnavalet statt.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:06:14 „Rachel Kask, die kennt man, die ist bekannt für ihre eher harschen Memoirs, Romane, ich nenne mal Lebenswerk. Das war das erste Buch, wo sie wirklich auch als eine der ersten schriftstellenden Müttern eben auch genau auf dieses Problem hingewiesen hat.“

Cammann erwähnt Cusks früheres Werk 'Lebenswerk' als dasjenige Buch, in dem sie als eine der Ersten auf das Problem hinwies, dass Mutterschaft und künstlerische Arbeit kollidieren. Er ordnet es in die spätere Debatte um 'Regretting Motherhood' ein.

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R Studie

Regretting Motherhood

Orna Donath

Soziologische Studie über Mütter, die ihre Mutterschaft bereuen, und die Vereinbarkeitskrise von Mutterschaft und Berufstätigkeit. Donath untersucht, wie die Mutterschaft die berufliche Leistung von Frauen einschränkt und löste damit eine gesellschaftliche Debatte über ambivalente Gefühle gegenüber dem Muttersein aus.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:06:27 „Hat mir denn niemand gesagt, dass ich gar nicht mehr so arbeiten kann wie ein Mann in dem Moment, wo ich ein Baby zu Hause habe? Und sie hat eigentlich aus diesem Problem auf das sie so vehement hingewiesen hat, so ein bisschen als eine der Ersten in dieser Welle, die man später Regretting Motherhood genannt hat.“

Im Gespräch über Rachel Cusks Werk 'Lebenswerk' und deren Thematisierung der Schwierigkeiten schreibender Mütter verweist Alexander Cammann auf die spätere gesellschaftliche Debatte 'Regretting Motherhood', die auf Orna Donaths gleichnamige soziologische Studie zurückgeht. Cusk wird als Vorläuferin dieser Debattenwelle eingeordnet.

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Outline-Trilogie

Outline-Trilogie

Rachel Cusk

Eine experimentelle Trilogie, die durch fokussierte Porträts weiblicher und männlicher Schicksale ein radikal neues Erzählen erprobt: Sie integriert Mutterschaft und Kinderkriegen als künstlerisches Material und entwickelt damit eine revolutionäre Erzählform für die Gegenwart.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:07:50 „Und ihr ganzes Erzählen, vor allen Dingen ihre sogenannte Outline-Trilogie, wo sie eben von weiblichen, vor allen Dingen auch von männlichen, aber doch sehr mit dem Fokus auf weibliche Schicksale erzählt, ist ein Zeugnis davon, dass sie nach einem neuen, und da würde ich jetzt wirklich sagen, weiblichen Erzählen für die Neuzeit sucht.“

Cammann verweist auf Cusks Outline-Trilogie als Beleg für ihr radikales literarisches Projekt, ein neues weibliches Erzählen zu entwickeln, das die Erfahrung von Mutterschaft und Kinderkriegen in die Kunst integriert.

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Das zweite Geschlecht

Das zweite Geschlecht

Simone de Beauvoir

Das berühmte Standardwerk von Simone de Beauvoir! Die universelle Standortbestimmung der Frau, die aus jahrtausendealter Abhängigkeit von männlicher Vorherrschaft ausgebrochen ist, hat nichts an Gültigkeit eingebüßt. Die Scharfsichtigkeit der grundlegenden Analyse tritt in der Neuübersetzung noch deutlicher hervor. Simone de Beauvoir überprüft die subjektiven und objektiven Einschränkungen und Belastungen, denen Frauen ausgesetzt waren und sind.

🗣 Iris Radisch erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:09:19 „der Feminismus, der zum Beispiel von Simone de Beauvoir initiiert wurde, wo man sagt, nein, Weiblichkeit ist ja etwas, was uns nur zugeschrieben wird von der Gesellschaft“

Simone de Beauvoirs feministischer Ansatz wird als Gegenposition zu Rachel Cusks Differenzfeminismus erwähnt

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Das andere Geschlecht

Das andere Geschlecht

Simone de Beauvoir · 2018

Das berühmte Standardwerk von Simone de Beauvoir! Die universelle Standortbestimmung der Frau, die aus jahrtausendealter Abhängigkeit von männlicher Vorherrschaft ausgebrochen ist, hat nichts an Gültigkeit eingebüßt. Die Scharfsichtigkeit der grundlegenden Analyse tritt in der Neuübersetzung noch deutlicher hervor. Simone de Beauvoir überprüft die subjektiven und objektiven Einschränkungen und Belastungen, denen Frauen ausgesetzt waren und sind. Aus souveränem Verständnis, profundem Wissen und u

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:09:21 „Das ist ja anders als der Feminismus, der zum Beispiel von Simone de Beauvoir initiiert wurde, wo man sagt, nein, Weiblichkeit ist ja etwas, was uns nur zugeschrieben wird von der Gesellschaft. Das müssen wir überhaupt nicht annehmen.“

Cammann ordnet Rachel Cusks feministischen Ansatz ein, indem er ihn vom Gleichheitsfeminismus Simone de Beauvoirs abgrenzt. Cusk vertrete einen Differenzfeminismus, der biologische Unterschiede betont, während Beauvoirs Tradition Weiblichkeit als gesellschaftliche Zuschreibung versteht.

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Identitti

Identitti

Mithu Sanyal

Was für ein Skandal: Prof. Dr. Saraswati ist WEISS! Schlimmer geht es nicht. Denn die Professorin für Postcolonial Studies in Düsseldorf war eben noch die Übergöttin aller Debatten über Identität – und beschrieb sich als Person of Colour. Als würden Sally Rooney, Beyoncé und Frantz Fanon zusammen Sex Education gucken, beginnt damit eine Jagd nach „echter“ Zugehörigkeit. Während das Netz Saraswati hetzt und Demos ihre Entlassung fordern, stellt ihre Studentin Nivedita ihr intimste Fragen.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:11:22 „Mithu Sanyal, die viele natürlich kennen durch ihren großen Erfolgsroman »Identity«“

Früherer Erfolgsroman von Mithu Sanyal, ein Campus-Roman über Identitätsdebatten und kulturelle Aneignung

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Antichristi

Antichristi

Mithu Sanyal

Nach dem Erfolgsdebüt „Identitti“ endlich der neue Roman von Mithu Sanyal! Eine abgefahrene, lustige und schonungslose Debatte über den Kolonialismus London 2022, die Königin ist tot! An den Trauernden vorbei rennt Durga: internationale Drehbuchautorin, Tochter eines Inders und einer Deutschen, und voller Appetit auf Rebellion und Halluzinationen. Erzählte Mithu Sanyals gefeiertes Debüt „Identitti“ von Identitätspolitik, fragt „Antichristie“ nach dem Kolonialismus und der Gewalt in uns allen.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:11:46 „Mithu Sanyals großer Roman Antichristi, also groß schon mal vom Volumen her. Absolut debattenfreundliches, ich würde fast sagen debattenseliges, sich ganz in Debatten verlierendes Buch. Das muss man mögen, da muss man ein bisschen Lust drauf haben.“

Cammann stellt Sanyals neuen Roman vor, in dem eine deutsch-indische Protagonistin in einem Filmkollektiv Agatha Christies Werke postkolonial überarbeiten will und dann per Zeitmaschine ins Jahr 1906 in den indischen Unabhängigkeitskampf gerät. Die Kritiker loben den furiosen Anfang, bemängeln aber die lehrbuchartigen Passagen über indische Geschichte.

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Verkin

Verkin

David Wagner

Autobiografisch geprägter Roman über die Begegnung mit einer türkischen Armenierin und deren Familiengeschichte vor dem Hintergrund des armenischen Völkermords. Eine persönliche Erkundung von Identität, Trauma und Versöhnung.

🗣 Adam Soboczynski empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:20:23 „Wir kommen zum nächsten Buch, David Wagners Roman, bei Rowold erschienen, »Werkin« heißt er, mit V geschrieben, »Werkin«.“

Autobiografisch geprägter Roman über die Begegnung mit einer türkischen Armenierin und deren Familiengeschichte vor dem Hintergrund des Völkermords an den Armeniern

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W Buch

Werkin

David Wagner · 1864

Contains the following types of materials: diary, registers.

🗣 Adam Soboczynski empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:23:04 „David Wagners Roman, bei Rowold erschienen. Werkin heißt er, mit V geschrieben Werkin. Das ist interessant, ist mir gerade aufgefallen. Wir haben hier das zweite große Buch, ungefähr gleich lang, auch etwas umfangreicher, was doch eine ganz große Weltläufigkeit hat.“

Der Roman erzählt von einem Berliner Schriftsteller, der eine türkische Armenierin kennenlernt und ihre Lebensgeschichte aufzeichnet – verwoben mit dem Völkermord an den Armeniern und dem türkischen Jetset-Milieu. Die Kritiker streiten heftig: Einer findet das Buch faszinierend, die andere hält die unkritische Darstellung einer AKP-Anhängerin für einen politischen Skandal.

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Pardon (Zeitschrift)

Pardon (Zeitschrift)

Pardon ist eine deutsche Satirezeitschrift mit einer langen Traditionsgeschichte, deren Ausgaben ab 1969 dokumentiert sind. Das Online-Archiv ermöglicht den Zugang zu Einzelheften aus verschiedenen Jahrzehnten der Publikationsgeschichte. Die Zeitschrift dokumentiert die deutschsprachige Satireszene und ihre Autoren über mehrere Generationen hinweg.

🗣 Iris Radisch erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:26:15 „war in Frankfurt, hat da die Autoren von Pardon kennengelernt“

Die Satirezeitschrift Pardon wird im Zusammenhang mit Verkins Aufenthalt in Frankfurt erwähnt

Zum Artikel bei Altezeitschriften.de Details
Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens

Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens

Johann Peter Eckermann · 1999

Johann Peter Eckermann dokumentierte die Gespräche mit dem greisen Goethe in dessen letzten Lebensjahren. Als treuer Sekretär hielt er Goethes Äußerungen wörtlich fest – eine einzigartige Quelle für die Gedankenwelt des Dichters. Das Werk zeigt Goethes intellektuelle Kraft, aber auch die Grenzen einer devotionalen Anhängerschaft ohne kritische Distanz.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:26:42 „Und er ist ein bisschen ihr Berliner Eckermann. Also so wie Eckermann, der Sekretär von Köln war, der also alles aufgestimmt hat, was der Meister sagt.“

Cammann vergleicht David Wagners unkritische Protokoll-Haltung gegenüber seiner Protagonistin mit Eckermanns devoten Aufzeichnungen von Goethes Gesprächen. Der Vergleich dient der Kritik: Wagner lasse seine Figur endlos reden, ohne selbst einzuordnen.

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Pardon

Pardon

Pardon war ein einflussreiches deutsches Satiremagazin mit Redaktionssitz in Frankfurt. Das Publikation war in intellektuellen Kreisen bekannt und pflegte Kontakte zu Künstlern und Aktivisten, darunter auch Vertreter der Black-Panther-Bewegung wie Angela Davis. Das Magazin repräsentierte eine wichtige Stimme der kritischen deutschen Medienlandschaft.

🗣 Iris Radisch erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:26:59 „War in Frankfurt, hat da die Autoren von Pardon kennengelernt, hat Black Panther-Leute... Angela Davis.“

Im Kontext von David Wagners Roman 'Werkin' wird das Satiremagazin Pardon beiläufig erwähnt. Die Protagonistin Verkin hat in Frankfurt die Autoren des Magazins kennengelernt – ein Detail aus ihrem schillernden Jetset-Leben.

Zum Artikel bei Justice.gov Details
Tausendundeine Nacht

Tausendundeine Nacht

· 2016

In einer kleinen Bibliothek in Zentralanatolien, die vor 250 Jahren ein Sammler alter Handschriften erbaute, liegt – versteckt in einem falsch beschrifteten Schuber – ein uraltes Manuskript des Endes von „Tausendundeine Nacht“. Diese sensationelle Entdeckung macht Claudia Ott mit ihrer Übersetzung erstmals der Öffentlichkeit zugänglich.

🗣 Iris Radisch erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:28:47 „Und er, der deutsche Schriftsteller, der sich da ständig einladen und auf den Yachten rumchauffieren lässt und sich irgendwie dem türkischen Geldadel vorstellen lässt, der sagt dann, ach, das ist ja alles Stoff für Tausend und eine Nacht.“

Cammann zitiert eine Passage aus Wagners Roman, in der der Erzähler das Leben der türkischen Protagonistin mit 'Tausendundeine Nacht' vergleicht – was Cammann als Beleg für dessen unkritische, exotisierende Haltung anführt.

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Die Marquise von O....

Die Marquise von O....

Heinrich von Kleist

Die Marquise von O. ist eine psychologische Novelle von Heinrich von Kleist aus dem frühen 19. Jahrhundert. Sie gilt als Klassiker der deutschsprachigen Literatur und behandelt Fragen von Ehre und Geheimnis in einer rätselhaften Liebesgeschichte. Das Werk zeichnet sich durch seine subtile Erkundung menschlicher Leidenschaften und moralischer Konflikte aus.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:36:13 „Wir haben ihn ja schon einmal hier in diesem Podcast gehabt, die Marquise von O. Über die haben wir mal lange gesprochen und hatten unsere große Freude daran.“

Erzählung von Kleist, die in einer früheren Podcast-Folge besprochen wurde

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Briefe von Heinrich von Kleist (Neuentdeckung)

Briefe von Heinrich von Kleist (Neuentdeckung)

Heinrich von Kleist

Neu entdeckte Briefe aus den Jahren 1809-1810, die Kleist als Schlachtbeobachter bei Aspern dokumentieren. Sie zeigen seinen intensiven antinapoleonischen Einsatz und bieten Einblicke in seine persönlichen Reflexionen während dieser turbulenten politischen Periode.

🗣 Adam Soboczynski empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:36:13 „Es sind Briefe von Heinrich von Kleist aufgetaucht, wie aus dem Nichts, könnte man sagen.“

Neu entdeckte Briefe Kleists aus den Jahren 1809-1810, die ihn als Schlachtbeobachter bei Aspern zeigen und seinen antinapoleonischen Kampf dokumentieren

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Briefe aus den Jahren 1809 und 1810

Briefe aus den Jahren 1809 und 1810

Heinrich von Kleist · 2025

Der Mönch am Meer ist ein zwischen 1808 und 1810 entstandenes Gemälde von Caspar David Friedrich. Das Bild in Öl auf Leinwand im Format 110 × 171,5 cm ist auch unter dem Titel Wanderer am Gestade des Meeres bekannt. Es gilt mit der radikalen Bildgestalt einer Landschaft als „Inbegriff eines modernen Bildes“ und „Altarbild des modernen Menschen“. Das Gemälde befindet sich in der Alten Nationalgalerie in Berlin und ist dort zusammen mit der Abtei im Eichwald als Bildpaar zu sehen.

🗣 Adam Soboczynski empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:38:06 „Hier haben wir nun einen ganz anderen Kontext. Warum ist das so außergewöhnlich, dass Briefe von Heinrich von Kleist aufgetaucht sind? Weil so ohnehin bei diesem doch großen und bedeutenden Schriftsteller so wenig überhaupt übermittelt ist.“

Das gesamte Klassiker-Segment widmet sich fünf neu entdeckten Briefen Heinrich von Kleists aus den Jahren 1809/1810, die aus einem walisischen Familienarchiv aufgetaucht sind. Die Briefe zeigen Kleist als Schlachtbeobachter bei der Schlacht von Aspern und als konspirativ arbeitenden antinapoleonischen Aktivisten – ein sensationeller Fund für die Kleist-Forschung.

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Krieg und Frieden

Krieg und Frieden

Leo Tolstoi · 2022

"Ganz Moskau spricht nur von Krieg. Einer meiner beiden Brüder ist schon im Ausland, der andere bei der Garde, welche an die Grenze abmarschiert. Unser teurer Kaiser verläßt Petersburg und ist entschlossen, wie man glaubt, seine kostbare Person den Zufällen des Krieges auszusetzen, um das korsikanische Ungeheuer auszurotten. Dieser Krieg beraubt mich außer meiner Brüder auch einer meinem Herzen nahen Bekanntschaft." (Zitat S.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:42:50 „Und man sieht nie das Ganze. Das sind ja die tollen Schlachtbeschreibungen von Tolstoi in Krieg und Frieden. Dass es so unmöglich ist, das Ganze einer Schlacht zu sehen, war immer der Augenblick ja auch suffizient.“

Im Gespräch über Kleists Schlachtbeobachtung bei Aspern zieht Cammann einen literarischen Vergleich zu Tolstois Schlachtbeschreibungen in 'Krieg und Frieden'. Beide Autoren thematisieren die Unmöglichkeit, eine Schlacht in ihrer Gesamtheit zu erfassen.

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Michael Kohlhaas

Michael Kohlhaas

Heinrich von Kleist

"Michael Kohlhaas has been wronged. First his finest horses were unfairly confiscated and mistreated. And things keep going worse-his servants have been beaten, his wife killed, and the lawsuits he pursues are stymied-but Kohlhaas, determined to find justice at all costs, tirelessly persists. Standing up against the bureaucratic machine of the empire, Kohlhaas becomes an indomitable figure that you can't help rooting for from start to finish.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:43:25 „Weil er Propagandatexte in dieser Zeit geschrieben hat, die deutlich schlechter sind als sein wirklich brillantes und großes Werk. Mit Erzählungen oder den zerbrochenen Krug oder was wir alles kennen, Michael Kohlhaas.“

Neben 'Der zerbrochne Krug' wird auch 'Michael Kohlhaas' als Beispiel für Kleists großes literarisches Werk angeführt, das sich qualitativ deutlich von seinen politischen Propagandatexten unterscheide.

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Der zerbrochne Krug

Der zerbrochne Krug

Heinrich von Kleist

Klassisches deutsches Lustspiel von Heinrich von Kleist über einen korrupten Dorfrichter und den Diebstahl seines Krugs. Die Aufführung bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen prägte die Schulbesuche des Podcast-Gastgebers und zeigte ihm die Herausforderung, ein unaufmerksames Publikum zur Mitarbeit auf der Bühne zu bewegen – ein Moment, der seinen späteren Wunsch nach direkter Publikumsinteraktion inspirierte.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:43:39 „Er hatte kaum für längere Zeit einen Wohnsitz. Er war ein wahnsinniger Reisender. Weil er Propagandatexte in dieser Zeit geschrieben hat, die deutlich schlechter sind als sein wirklich brillantes und großes Werk. Mit Erzählungen oder den zerbrochenen Krug oder was wir alles kennen, Michael Kohlhaas.“

Der Sprecher kontrastiert Kleists Propagandatexte aus der antinapoleonischen Zeit mit seinem eigentlichen literarischen Hauptwerk. 'Der zerbrochne Krug' wird als Beispiel für Kleists brillante Literatur genannt, die deutlich über seinen politischen Gelegenheitsschriften steht.

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Don Quixote (verschollenes Werk Kleists)

Don Quixote (verschollenes Werk Kleists)

Heinrich von Kleist · 1909

Schattenhaftes Werk des deutschen Dichters Heinrich von Kleist, das in seinen Briefen an einen Diplomaten erwähnt wird. Es handelt sich um eine mögliche Übersetzung oder Bearbeitung von Cervantes' Don Quixote, die bislang völlig unbekannt ist und dessen Verbleib ungeklärt bleibt. Das Werk könnte in privaten Familienarchiven noch auffindbar sein und würde neues Licht auf Kleists literarische Interessen werfen.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:49:00 „an einer Stelle schreibt er an so heißt sein Briefpartner, der Diplomat, dass er ihm den Don Quixote mitschickt. Der Don Quixote ist ein Werk, das wir noch überhaupt nicht kennen.“

Verschollenes, unbekanntes Werk Kleists, das in den neu entdeckten Briefen erwähnt wird und möglicherweise noch in Familienarchiven zu finden ist

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Kleist-Jahrbuch

Kleist-Jahrbuch

Jährlich erscheinende Fachpublikation des Metzler Verlags, die sich der literarischen Hinterlassenschaft Heinrich von Kleists widmet. Die aktuelle Ausgabe dokumentiert neu entdeckte Briefe und ist auch online zugänglich.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:49:43 „Einmal im Jahr erscheint das Kleist-Jahrbuch im Metzler Verlag. Jetzt ist es, glaube ich, draußen. Man kann es auch online sich anschauen, diese Briefe.“

Akademische Jahrespublikation, in der die neu entdeckten Kleist-Briefe veröffentlicht wurden

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Don Quixote

Don Quixote

Heinrich von Kleist · 1837

In neu entdeckten Briefen erwähnt der Dichter Heinrich von Kleist ein völlig unbekanntes Werk mit dem Titel „Don Quixote", das er seinem Briefpartner, dem Diplomaten Buhl, mitschickt. Dieses Werk galt bisher als völlig verloren und ist nur aus dieser Briefstelle bekannt. Es besteht die Hoffnung, dass das Manuskript noch in einem walisischen Familienarchiv auftaucht und so ein bislang verschollenes Stück Kleists Werk der Nachwelt erhalten bleibt.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:50:06 „Und es gibt in diesen Briefen etwas Interessantes, weil an einer Stelle schreibt er an Buhl, so heißt sein Briefpartner, der Diplomat, dass er ihm den Don Quixote mitschickt. Der Don Quixote ist ein Werk, das wir noch überhaupt nicht kennen. Was es damit auf sich hat, wissen wir einfach nicht.“

In den neu entdeckten Briefen erwähnt Kleist ein verschollenes Werk mit dem Titel 'Don Quixote', das er seinem Briefpartner Buhl mitschickt. Es handelt sich um ein bislang völlig unbekanntes Werk Kleists, von dem man hofft, es könnte noch im walisischen Familienarchiv auftauchen.

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Kleist-Jahrbuch

Kleist-Jahrbuch

Das Kleist-Jahrbuch ist eine jährliche Publikation der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft, die den aktuellen Stand der literaturwissenschaftlichen Kleist-Forschung dokumentiert. Die Jahrgänge enthalten wissenschaftliche Abhandlungen zu Kleists Werken, Besprechungen neu erschienener Fachliteratur und die Reden zur Verleihung des Kleist-Preises, eines der bedeutendsten deutschsprachigen Literaturauszeichnungen. Das Kleist-Jahrbuch 2025 führt mit dem neuen Schwerpunkt „Realien" die materielle Überlieferung zu Kleist ein und nutzt erstmals ein anonymisiertes Begutachtungsverfahren für Abhandlungen. Das 2024er Jahrbuch machte mehrere bislang unbekannte Briefe Kleists aus den Jahren 1809 und 1810 zugänglich und ergänzte damit die Forschungsgrundlagen wesentlich. Mitglieder der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft erhalten das Jahrbuch kostenlos.

🗣 Adam Soboczynski empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:50:56 „Einmal im Jahr erscheint das Kleist-Jahrbuch im Metzler Verlag. Jetzt ist es, glaube ich, draußen. Man kann es auch online sich anschauen, diese Briefe. Das ist eine ganz großartige, wahnsinnig interessante, auch in historischer Hinsicht, aber auch in literarischer Hinsicht interessante Fund.“

Am Ende des Klassiker-Segments empfiehlt der Sprecher das Kleist-Jahrbuch als Quelle, in der die neu entdeckten Kleist-Briefe veröffentlicht wurden. Die Briefe stammen aus einem walisischen Familienarchiv und dokumentieren Kleists Rolle als Schlachtbeobachter und politischen Akteur in den Jahren 1809–1810.

Zum Artikel bei Heinrich-von-kleist-gesellschaft.de Details
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