Episoden
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Gegner statt Feind - Warum wir mehr streiten sollten
Markus Lanz & Richard David Precht
Ausgehend von der Frankfurter Buchmesse, die seit ihrer Hochzeit Ende der 90er Jahre spürbar an Substanz verloren hat — weniger Fachpublikum, kaum noch Partys, junge Autoren fast chancenlos — schwenkt das Gespräch auf die Streitkultur in Deutschland. Am Beispiel von Juli Zeh, die sich mit unbequemen Positionen zu Corona und Ukraine-Krieg Feinde gemacht hat, diskutieren sie, warum echte Debatte Gegner braucht, keine Feinde.
Thomas Hübl – Was ist Weisheit
Matze Hielscher & Gäste
Thomas Hübl erklärt, wie Trauma das Nervensystem überwältigt und warum sich „gefühlt fühlen
Die Berlin-Paris-Connection
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Live von der Frankfurter Buchmesse diskutieren die Hosts drei Bücher, die alle um Überlebenskünstler kreisen: Han Kangs erschütterndes "Menschenwerk" über das Gwangju-Massaker, das der frischgebackenen Nobelpreisträgerin als Ursprungstrauma dient; Katja Lange-Müllers "Unser Ole" über zwei herzlose, aber schlagfertige Berliner Seniorinnen aus Ost und West mit einem autistischen Enkel; und Patrick Modianos melancholisches "Memory Lane" über eine Pariser Gesellschaft, die noch Cabrio fährt, aber keinen Strom mehr hat. Als Klassiker rundet Brechts "Die unwürdige Greisin" den Bogen — eine 72-Jährige, die nach dem Tod ihres Mannes den Hedonismus entdeckt.
Müssen Märchen woke werden
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Was tun mit Grimms grausamen Geschichten in Zeiten von Sensitivity Reading und kindgerechter Pädagogik? Die Folge nimmt sich das Märchen vor — jene uralte Erzählform, die Kinder seit Jahrhunderten gleichermaßen fasziniert und verstört — und fragt, ob Rotkäppchen, Hänsel und Gretel noch zeitgemäß sind oder ein Update brauchen.
Wie wollt Ihr mich f*cken, Instagram
Jan Böhmermann & Olli Schulz
Olli Schulz überlässt Jan Böhmermann heute das Steuer und berichtet stolz, dass er seit der MPU kein einziges Mal geblitzt wurde — die strenge Psychologin hat offenbar bleibenden Eindruck hinterlassen. Während Jan von einer kräftezehrenden Sendungswoche mit juristisch heiklen Konfrontationen erzählt, kämpft Olli mit dem Berliner Bürgeramt Pankow, wo er sich nach seinem Umzug ummelden muss und generalstabsmäßig mit sechsstelliger Wartenummer um 10.47 Uhr antritt.
Die Ersten sind plötzlich die Letzten
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Diese Folge widmet sich dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg — einer Geschichte, in der die zuletzt Angestellten denselben Lohn erhalten wie die Frühaufsteher. Bevor es ans Eingemachte geht, gibt Johanna Haberer eine kleine Einführung in die Gleichnistheorie: Warum diese zweitausend Jahre alten Erzählminiaturen bis heute funktionieren, sich gegen simple Auslegungen sperren und zum Streit einladen.
Generation Z - Grund genug fuer eine Revolution
Markus Lanz & Richard David Precht
Ein Cappuccino-Kauf in Berlin-Mitte wird zur Kulturanalyse: Vier selbstverwirklichende Baristas, zwölf Minuten Wartezeit, und wer nach Zucker fragt, wird angeschaut wie ein Zeitreisender. Aus der Beobachtung einer Wohlstandsjugend, die Sorglosigkeit zelebriert und Weizen für tödlich hält, entspinnt sich ein Gespräch über die Prioritäten der Generation Z — und die Frage, ob diese Blase weiß, wie privilegiert sie ist.
Deutsche KI-Übersetzung – Bryan Ferry, wie geht Coolness
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
In einem Londoner Studio voller alter Synthesizer und Telefunken-Mikrofone trifft das Team Bryan Ferry — die Stilikone, die Anfang der 70er elektronische Instrumente in den Rock einführte. Erstmals in der Podcast-Historie wird das Gespräch parallel in zwei Versionen veröffentlicht: im englischen Original und als deutsche KI-Übersetzung mit künstlich generierten Stimmen. Ferry selbst, gerade in Sevilla beim Flamenco-Training, reagierte erstaunt auf seine neue deutsche Stimme.
Frank Schätzing - Welche Macht haben Geschichten
Matze Hielscher & Gäste
Frank Schätzing spricht über die Entstehung seiner monumentalen Romane, seine unstillbare Neugierde als kreative Triebfeder und den schmalen Grat zwischen Größenwahn und Selbstzweifel. Er erzählt von seinem inneren Absturz nach Jahren rastloser Produktivität und wie er lernen musste, sich selbst wieder zu spüren — und warum gute Ideen wie ein Urknall funktionieren, dem man nur zusehen muss.
Ein lebensgefährliches Mandat
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Ein 2100 Jahre alter Mordfall aus dem Jahr 80 vor Christus — recherchiert anhand von Ciceros eigenen Schriften, antiken Quellen und mit Hilfe der Rechtswissenschaftlerin Tiziana Chiusi. Cicero, den die meisten nur als Rhetoriker und Staatsphilosoph kennen, war zuallererst Strafverteidiger, und genau diese vergessene Seite wird hier lebendig: ein antiker Kriminalfall, der sich dank Ciceros Detailfetischismus so präzise rekonstruieren lässt wie kaum ein moderner.