Aeneis
Vergil · 2022
Das lateinische Epos Aeneis erzählt vom Fall Troias nach zehnjähriger Belagerung durch die Griechen sowie von den abenteuerlichen Irrfahrten des Troianers Aeneas bis zu seiner Landung an der Westküste Italiens und seinem Sieg über den einheimischen Fürsten Turnus. Es wurde zum Nationalepos der Römer und übte nach Ende des Römischen Reiches starken Einfluss auf die europäische Literatur- und Geistesgeschichte aus.
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Erwähnungen (3)
„Es gibt berühmte Stellen sowohl in der Odyssee als auch in Vergils Buchstaben, wo einmal Odysseus und ein anderes Mal Aeneas in die Unterwelt herabsteigt, und zwar, wie es antik heißt, zu den Schatten.“
Neben der Odyssee nennt Mangold Vergils Aeneis als zweites antikes Werk, in dem ein Held in die Unterwelt hinabsteigt. Beide Texte dienen ihm als Beleg für die antike Vorstellung, dass das Jenseits kein erstrebenswerter Ort war – im Gegensatz zum christlichen Himmel –, weshalb irdischer Ruhm die einzige Unsterblichkeit darstellte.
„Niemand sollte das Neue Testament lesen, bevor er nicht Vergil oder Homer gelesen hat. Wenn Sie das Neue Testament ohne Vorbildung lesen, denken Sie, ein Mensch, der Gott ist? Wow! Wenn Sie aber erst Vergil lesen, erkennen Sie den damaligen Zeitgeist.“
Im FAS-Interview empfiehlt der Historiker Crossan (zitiert von Sabine Rückert), vor der Bibellektüre Vergil zu lesen, um den antiken Zeitgeist zu verstehen, in dem Anführer wie Kaiser Augustus als menschgewordene Götter galten.
„Der berühmteste aller Aeneen ist doch derjenige, der aus Troja geflohen ist und das römische Reich gegründet haben soll, nachdem er eine heftige leidenschaftliche Beziehung zu der Königin Dido von Kartago beendet haben soll und dann sich eingeschifft und in Rom gelandet und dort der wahre Gründer Roms geworden sein soll.“
Bei der Besprechung des Namens Eneas/Aeneas in der Apostelgeschichte kommt Sabine Rückert auf den mythologischen Aeneas zu sprechen — die Hauptfigur aus Vergils Aeneis. Sie referenziert die Handlung des Epos (Flucht aus Troja, Dido, Gründung Roms), um zu zeigen, dass der Name griechisch-römischen Ursprungs ist und kein jüdischer Name.
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