Der Leser braucht den Autor
· 1989
Der Artikel diskutiert die Frage, ob künstlich generierte Texte menschliche Autoren ersetzen können. Precht argumentiert mit der literaturwissenschaftlichen These, dass Leser eine imaginäre Beziehung zum Autor aufbauen und deshalb die menschliche Autorschaft für das Leseerlebnis wesentlich bleibt. Die Überlegung stellt in Frage, ob KI-generierte Inhalte wirklich gleichrangig mit von Menschen verfassten Werken wahrgenommen werden können.
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„Ich habe ja mal Literaturwissenschaften studiert und ich kann mich an einen Text erinnern, den ich damals gelesen habe. Der hieß, der Leser braucht den Autor. Wenn ich also weiß, dass das Buch, was ich gelesen habe, oder der Text nicht von Matthias Greffrath ist, sondern ich weiß, der ist von einem Computersystem, werde ich mich wirklich daran gewöhnen, das gleichrangig zu sehen?“
Precht argumentiert gegen die These, dass KI-generierte Texte menschliche Autoren ersetzen könnten. Er erinnert sich an einen literaturwissenschaftlichen Text aus seinem Studium, der die These vertritt, dass Leser eine imaginäre Beziehung zum Autor aufbauen. Dieses Argument nutzt er, um zu zeigen, dass die Autorschaft eines Menschen für das Leseerlebnis wesentlich bleibt.
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