Lanz & Precht – Ausgabe Fuenfunddreissig
#035

Ausgabe Fuenfunddreissig

Lanz & Precht / 29. April 2022 / 18 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Nach einem launigen Einstieg über Bücherkisten und die Qual des Umziehens lenkt die Folge auf ein zentrales Thema: die fehlende Korrelation zwischen Sinn und Bezahlung im Berufsleben. Altenpflegerinnen leisten gesellschaftlich unverzichtbare Arbeit für wenig Geld, während Spitzenverdiener nicht unbedingt die sinnvollsten Jobs haben — und die Erwartung, dass Arbeit auch glücklich machen soll, ist historisch betrachtet ein völlig neues Phänomen.

„Wir haben eigentlich keine Korrelation zwischen Sinn und Bezahlung.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (18)

Endspiel

Endspiel

Samuel Beckett

Becketts "Endspiel" ist ein absurdistisches Drama über zwei Figuren in einem verschlossenen Raum, die sich wiederholende, sinnlose Gespräche führen. Das Theaterstück thematisiert die existenzielle Absurdität und Wiederholung menschlicher Kommunikation. Precht nutzt das Motiv, um die Sinnlosigkeit sich wiederholender Gedankenmuster zu illustrieren und damit fundamentale philosophische Fragen zu stellen.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:00:28 „Freilich Beckett, der immer gesagt hat, immer dieselben Fragen, dieselben Antworten.“

Richard David Precht zitiert zu Beginn des Gesprächs Samuel Beckett und dessen berühmtes Motiv der ewigen Wiederholung gleicher Fragen und Antworten aus dem Theaterstück 'Endspiel' (Endgame), als Markus Lanz ihn fragt, wo er sich gerade befindet.

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Gallup Global Workplace Report

Gallup Global Workplace Report

Der Gallup Global Workplace Report ist eine weltweite Studie zur Arbeitszufriedenheit. Sie zeigt, dass im Durchschnitt nur 15-20% der Arbeitnehmenden ihre Arbeit als erfüllend erleben. Die Ergebnisse variieren deutlich zwischen Ländern – in Europa liegt die Quote bei nur 10-15%, in den USA bei etwa 30%. Der Report wirft die wichtige Frage auf, warum so viele Menschen täglich einer Tätigkeit nachgehen, die sie nicht erfüllt.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:04:14 „Eine globale Untersuchung und die hat auch Ungenauigkeiten drin und da gibt es auch große Unterschiede sozusagen zwischen den einzelnen Ländern. Aber im Schnitt kommen die Autoren dieser Studie zum Ergebnis, dass nur noch irgendwo zwischen 15 und 20 Prozent der Menschen, die arbeiten, wirklich zufrieden sind, ausgefüllt sind von dieser Arbeit.“

Lanz zitiert eine globale Studie zur Arbeitszufriedenheit, die ihn 'völlig erschüttert' hat. Die Studie zeigt, dass in Europa nur 10-15% der Beschäftigten wirklich zufrieden sind, in Amerika etwa 30%. Er nutzt diese Zahlen als Einstieg in die Diskussion über die Zukunft der Arbeit und die Frage, warum 85% der Menschen jeden Morgen einer Tätigkeit nachgehen, die sie nicht erfüllt.

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T Artikel

Text über die Zukunft der Arbeit

Matthias Greffrath

Matthias Greffrath untersucht in seinem Text die Auswirkungen von KI-Algorithmen auf verschiedene Berufsgruppen. Er speist gezielt Fragen über Kassiererinnen und Lagerarbeiter in einen KI-System ein und lässt diesen automatisch ergänzte Antworten generieren. Der Artikel diskutiert, ob durch künstliche Intelligenz kein Beruf mehr sicher ist, und hinterfragt damit die Zukunft von menschlicher Arbeit im Zeitalter von Machine Learning.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:13:25 „Ich habe mich damit beschäftigt, das was ich vorhin zitiert habe, die Kassiererinnen an der Supermarktkasse und so weiter, das ist aus einem Text von Matthias Greffrath, den ich mit großer Begeisterung gelesen habe. Weiß ich, ob du den kennst? Ich kenne ihn sehr gut.“

Lanz offenbart, dass seine vorherigen Fragen über Kassiererinnen und Lagerarbeiter aus einem Text von Matthias Greffrath stammen. In diesem Text gibt Greffrath seine Fragen in einen KI-Algorithmus ein (ein Pilotprojekt mit Beteiligung von Elon Musk und Microsoft) und lässt den Text automatisch ergänzen. Greffrath kommt zum Schluss, dass kein Beruf mehr sicher ist — Precht hält den Text für 'altmodisch', weil er nur ein Zwischenstadium beschreibe.

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Der Leser braucht den Autor

Der Leser braucht den Autor

· 1989

Der Artikel diskutiert die Frage, ob künstlich generierte Texte menschliche Autoren ersetzen können. Precht argumentiert mit der literaturwissenschaftlichen These, dass Leser eine imaginäre Beziehung zum Autor aufbauen und deshalb die menschliche Autorschaft für das Leseerlebnis wesentlich bleibt. Die Überlegung stellt in Frage, ob KI-generierte Inhalte wirklich gleichrangig mit von Menschen verfassten Werken wahrgenommen werden können.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:16:21 „Ich habe ja mal Literaturwissenschaften studiert und ich kann mich an einen Text erinnern, den ich damals gelesen habe. Der hieß, der Leser braucht den Autor. Wenn ich also weiß, dass das Buch, was ich gelesen habe, oder der Text nicht von Matthias Greffrath ist, sondern ich weiß, der ist von einem Computersystem, werde ich mich wirklich daran gewöhnen, das gleichrangig zu sehen?“

Precht argumentiert gegen die These, dass KI-generierte Texte menschliche Autoren ersetzen könnten. Er erinnert sich an einen literaturwissenschaftlichen Text aus seinem Studium, der die These vertritt, dass Leser eine imaginäre Beziehung zum Autor aufbauen. Dieses Argument nutzt er, um zu zeigen, dass die Autorschaft eines Menschen für das Leseerlebnis wesentlich bleibt.

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You're My Heart, You're My Soul

You're My Heart, You're My Soul

Modern Talking · 1984

You’re My Heart, You’re My Soul ist ein Popsong von Modern Talking aus dem Jahr 1984, den Dieter Bohlen unter dem Pseudonym Steve Benson geschrieben hat.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:18:25 „Der einzige Algorithmus, den ich je wirklich selber entschlüsseln konnte, war der Algorithmus von Modern Talking von Dieter Bohlen. Das war, wenn du You're My Heart, You're My Soul kanntest, wusstest du, wie der Rest jetzt weitergeht. Danach kam You Can Win If You Want, danach kam Cherry, Cherry Lady und so.“

Lanz greift Prechts These auf, dass KI-komponierte Musik die Musikwelt nicht revolutioniert habe. Er kontert humorvoll, dass der einzige musikalische Algorithmus, den er je durchschaut habe, Dieter Bohlens Hitformel bei Modern Talking war — alle Songs folgten dem gleichen Muster. Der Song dient als Beispiel für musikalische Formelhaftigkeit, die auch eine KI leisten könnte.

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You Can Win If You Want

You Can Win If You Want

Modern Talking

You Can Win If You Want ist ein Lied von Modern Talking aus dem Jahr 1985, welches von Dieter Bohlen geschrieben wurde und auf dem Album The 1st Album veröffentlicht wurde.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:18:25 „Das war, wenn du You're My Heart, You're My Soul kanntest, wusstest du, wie der Rest jetzt weitergeht. Danach kam You Can Win If You Want, danach kam Cherry, Cherry Lady und so. Das folgte alles dem exakt gleichen Muster.“

Lanz nennt den Song als weiteres Beispiel für die formelhafte Hitproduktion von Modern Talking, die alle dem gleichen algorithmischen Muster folgten.

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Cherry, Cherry Lady

Cherry, Cherry Lady

Modern Talking

Cheri, Cheri Lady ist ein Euro-Disco-Lied von Modern Talking aus dem Jahr 1985, das von Dieter Bohlen geschrieben wurde. Das Stück erreichte in vielen Ländern Platz eins der Charts.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:18:30 „Danach kam You Can Win If You Want, danach kam Cherry, Cherry Lady und so. Das folgte alles dem exakt gleichen Muster. Das ist der einzige Algorithmus, den ich jemals verstanden habe.“

Dritter Song in Lanz' Aufzählung der Modern-Talking-Hits, die alle demselben musikalischen Schema folgten — sein humorvolles Argument dafür, dass manche Popmusik bereits algorithmisch wirkt.

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Spiegel-TV-Reportage über die Anfänge vom Wendler

Spiegel-TV-Reportage über die Anfänge vom Wendler

Spiegel-TV-Reportage über Michael Wendlers Karriereanfänge und seinen Aufstieg im Schlagerbusiness. Die Dokumentation zeigt legendäre Momente aus seinen frühen Jahren, darunter ikonische Szenen mit Luxusautos und persönliche Zitate. Eine unterhaltsame Zeitreise in die Wurzeln des Wendler-Phänomens.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:19:52 „Kennst du diese großartige Spiegel-TV-Reportage über die Anfänge vom Wendler? Die kann man bei YouTube heute noch sehen. Und die gucke ich mir manchmal an, weil ich einfach ein bisschen Spaß haben möchte. Dauert ungefähr 20 Minuten.“

Lanz empfiehlt eine Spiegel-TV-Reportage über Michael Wendlers Karriereanfänge, die er sich zur Unterhaltung immer wieder anschaut. Er schildert ausführlich und mit großer Begeisterung eine Szene mit Stretchlimousine und dem berühmten Wendler-Zitat über sein eigenes Fantum. Die Empfehlung ist persönlich und humorvoll gemeint.

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Tout va bien

Tout va bien

Jean-Luc Godard · 1972

Politisches Drama über Fabrikarbeiter, die vorübergehend die Kontrolle ihrer Fabrik übernehmen und satirisch ihren Chef denselben unbarmherzigen Zeitvorgaben unterwerfen, denen er sie unterwirft. Ein experimenteller Kommentar zur Ausbeutung in der Industrieproduktion und zum Kampf um Machtverhältnisse.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:25:33 „Es gibt einen Film von Jean-Luc Godard, dem Nouvelle Vague Regisseur, wo die Arbeiter in einer Fabrik das Kommando übernehmen und dann dem Chef mal verdonnern in dieser Sekundenzeit, bis zum Klo zu kommen und wieder zurück.“

Precht kritisiert Greffraths Text als 'altmodisch' und vergleicht dessen Beschreibung der Überwachung am Arbeitsplatz mit der Kritik an Fließbandarbeit aus den 60er/70er Jahren. Er verweist auf einen Godard-Film, in dem Fabrikarbeiter die Machtverhältnisse umkehren und den Chef denselben erniedrigenden Zeitvorgaben unterwerfen. Der Film dient als Beleg, dass diese Kritik nicht neu ist.

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Newsweek-Cover mit Professor Ishiguro und seinem Roboter

Newsweek-Cover mit Professor Ishiguro und seinem Roboter

Ishiguro Hiroshi ist Robotik-Professor an der Universität Ōsaka. In seinem dortigen Labor beschäftigt sich der Visionär mit humanoiden Robotern, künstlicher Intelligenz und der Beziehung zwischen Mensch und Maschine. JAPANDIGEST hat der Robotik-Professor (und seinen Androiden) interviewt.

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:26:59 „Der war mal, ich glaube, in Newsweek auf dem Cover, er und sein Roboter, den er nach seinem Bilde gefertigt hatte. Und du kannst wirklich nicht erkennen, wer von beiden ist ein Mensch und wer ist der Roboter.“

Precht erzählt von einer Begegnung mit Professor Ishiguro aus Kyoto, dem weltweit führenden Hersteller androider Roboter. Er erwähnt ein Newsweek-Cover, auf dem Ishiguro neben seinem menschengleichen Roboter-Ebenbild abgebildet war, als Beleg für die Fortschrittlichkeit dieser Technologie.

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Autobiography of John Stuart Mill

Autobiography of John Stuart Mill

John Stuart Mill · 2007

British economist and ethical theorist, John Stuart Mill (1806–73), recounts his rigorous tutelage under a domineering father, his mental health crisis at age twenty, and his struggle to regain joy amid self-reflection.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:32:14 „John Stuart Mill wurde von seinem Vater John Mill zu Hause erzogen und ultimativ Potenzial entfaltet. Also der ist getrimmt worden, das kannst du dir gar nicht vorstellen. Der war die höchste Begabung seiner Zeit. Also kein anderer Zwölfjähriger in England hätte mit ihm noch konkurrieren können. Und heraus kam sicherlich einer der bedeutendsten angelsächsischen Philosophen ever. Und ein Leben lang ein tief unglücklicher Mensch.“

Precht argumentiert gegen Professor Ishiguros These, dass Roboter Erzieher und Lehrer ersetzen könnten. Er führt John Stuart Mills Biografie als warnendes Beispiel an: Mill wurde von seinem Vater zu Hause zu einem intellektuellen Wunderkind erzogen, wurde aber zeitlebens unglücklich – weil ihm die soziale Erfahrung mit Gleichaltrigen fehlte. Das Beispiel untermauert Prechts These, dass Schule primär soziales Lernen ermöglicht.

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The Future of Employment

The Future of Employment

Carl Benedikt Frey, Michael Osborne

Oxford-Studie untersucht, welche Berufe durch Technologie ersetzt werden. Zentrale Erkenntnis: Es gibt Bottlenecks wie fehlendes Geschäftsmodell oder mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz, die verhindern, dass Automation sich automatisch durchsetzt.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:36:43 „Also das ist die Oxford-Studie, über die wir letztes Mal geredet haben, nennt das Bottlenecks, also Flaschenhälse, durch die die Technik durch muss.“

Precht verweist auf eine Oxford-Studie zur Zukunft der Arbeit, die sie bereits in einer früheren Folge besprochen hatten. Die Studie identifiziert 'Bottlenecks' – Flaschenhälse, die verhindern, dass Technik sich automatisch durchsetzt: Es muss ein Geschäftsmodell dahinterstehen und gesellschaftliche Akzeptanz vorhanden sein. Später erwähnt er die Studie erneut im Kontext der Models.

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A Studie

Automatisierungsrisikoindex-Studie

Eine Studie von Arbeitsforscher und Soziologen bewertet Berufe nach ihrem Automatisierungsrisiko und zeigt auf, wie anfällig verschiedene Tätigkeiten für Automatisierung durch KI und Robotik sind. Überraschend ist, dass selbst vermeintlich sichere Berufe wie Physiker bereits zu 43 Prozent automatisierbar sind, während stark gefährdet Berufe wie Schlachter (78%) oder Taxifahrer deutlich höhere Risiken tragen. Die Studie verdeutlicht, dass die Automatisierungswelle nicht nur manuelle Tätigkeiten betrifft, sondern auch hochqualifizierte Positionen unter Druck setzt. Sie liefert damit wichtige Erkenntnisse für die Debatte über die Zukunft der Arbeitswelt.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:42:08 „Ich habe in dieser Woche auch eine andere interessante Studie gelesen. Da haben Soziologen, Arbeitsforscher und so weiter sich sozusagen mit einem Automatisierungsrisikoindex auseinandergesetzt. Also die haben gesagt, okay, wie hoch ist die Gefahr, dass ein bestimmter Beruf irgendwann einfach automatisiert werden kann?“

Lanz bringt eine aktuelle Studie ins Gespräch, die Berufe nach ihrem Automatisierungsrisiko bewertet. Die überraschende Erkenntnis: Selbst der sicherste Beruf (Physiker) hat bereits einen Automatisierungsindex von 43 Prozent. Am stärksten gefährdet sind Schlachter (78%), relativ sicher Chirurgen und Ingenieure, unsicher Kassierer, Taxifahrer und Models.

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Germany's Next Topmodel

Germany's Next Topmodel

Heidi Klum / ProSieben · 2006

Germany’s Next Topmodel (kurz: GNTM) ist eine deutsche Castingshow im Reality-TV-Format des Senders ProSieben. Die seit 2006 jährlich ausgestrahlte Sendung wird von Heidi Klum moderiert und ist eine glokalisierte Adaption des amerikanischen Next-Topmodel-Formats.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:44:10 „Also ich meine, wer einmal Heidi Klum sich angeguckt hat, Germany's Next Topmodel, der sieht, wie großartige, wunderbare, schillernde junge Mädels in Attitude-Roboter verwandelt werden.“

In der Diskussion darüber, ob Models durch Roboter ersetzt werden könnten, verweist Precht auf Germany's Next Topmodel als Beleg für seine These. Er argumentiert, dass das Modelbusiness selbst schon darauf abzielt, Menschen in roboterhafte Wesen zu verwandeln – mit normiertem Gang und unpersönlicher Mimik. Wenn der Beruf ohnehin Menschlichkeit unterdrückt, liege der Ersatz durch Maschinen nahe.

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Bullshit Jobs

Bullshit Jobs

David Graeber

Ein Bullshit-Job ist eine Beschäftigungsform, die so völlig sinnlos, unnötig oder schädlich ist, dass selbst der Arbeitnehmer ihre Existenz nicht rechtfertigen kann. Es geht also gerade nicht um Jobs, die niemand machen will, sondern um solche, die eigentlich niemand braucht. Im Jahr 1930 prophezeite der britische Ökonom John Maynard Keynes, dass durch den technischen Fortschritt heute niemand mehr als 15 Stunden pro Woche arbeiten müsse.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:47:02 „Über David Gräber müssen wir noch sprechen. Großartiges Buch. Gab, glaube ich mal, wann war das? 2013 oder so? Hat er diesen Essay geschrieben über Bullshit-Jobs.“

Lanz leitet ein ausführliches Gesprächskapitel über David Graebers Werk ein. Das Buch wird als großartig bezeichnet und bildet den Rahmen für eine lange Diskussion über sinnlose Berufe in modernen Gesellschaften. Graeber kategorisiert darin überflüssige Jobs in Typen wie Lakaien, Schläger, Flickschuster und Kästchenankreuzer – Precht und Lanz gehen alle diese Kategorien im Detail durch.

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On the Phenomenon of Bullshit Jobs

On the Phenomenon of Bullshit Jobs

David Graeber · 2018

Graebers provokatives Essay analysiert die Existenz von Jobs, die gesellschaftlich wertlos oder schädlich sind ('Bullshit Jobs'). Der Text argumentiert, dass eine wachsende Anzahl von Arbeitstätigkeiten keinen realen Nutzen haben, während sie ihre Ausübenden frustrieren und demotivieren. Der Essay wurde zur Grundlage für Graebers späteres Buch und löste massive öffentliche Debatten aus.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:47:02 „Gab, glaube ich mal, wann war das? 2013 oder so? Hat er diesen Essay geschrieben über Bullshit-Jobs.“

Lanz erwähnt den ursprünglichen Essay von 2013, aus dem Graeber später das gleichnamige Buch entwickelte. Der Essay erschien im Strike! Magazine und ging viral – er wurde zur Grundlage für Graebers spätere, ausführliche Analyse sinnloser Berufe in Buchform.

Zum Artikel bei Strikemag.org Details
Schulden: Die ersten 5000 Jahre

Schulden: Die ersten 5000 Jahre

David Graeber

Eine Wirtschaftsgeschichte, die die gesamte Menschheit durch die Linse des Kreditwesens und der Verschuldung betrachtet. Das Werk erklärt, wie Schuld- und Kreditsysteme Gesellschaften über 5000 Jahre hinweg geprägt haben, und zeigt alternative Perspektiven auf die gegenwärtige Wirtschaftsordnung.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:47:35 „Er hat ja erst ein Buch geschrieben, das hieß Schulden, die ersten 4000 Jahre. Sehr lustiger Untertitel. Und eben die ganze Wirtschaftsgeschichte erklärt aus dem Kreditwesen und aus der Verschuldung heraus.“

Precht stellt Graebers früheres Werk vor, um den Autor als originellen Denker zu charakterisieren. Das Buch erklärt die gesamte Wirtschaftsgeschichte aus der Perspektive von Kreditwesen und Verschuldung. Precht erinnert sich an eine persönliche Begegnung mit Graeber und beschreibt ihn als extrem originellen Menschen. Der Untertitel wird im Transkript als '4000 Jahre' zitiert, korrekt sind es 5000 Jahre.

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Economic Possibilities for our Grandchildren

Economic Possibilities for our Grandchildren

John Maynard Keynes · 2013

This book introduces a refreshing perspective to the discussion on the barriers to economic development in third world countries. It is one of the rare moments when the pursuit of self- interest by developed nations is held accountable for slow development in third world countries. David Tataw, PhD, MMIS,MPA,FACHE

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:47:54 „Warum ist nicht eingetreten, was der ganz große Ökonom John Maynard Keynes 1930 sagte, dass wir im Jahr 2030 nur noch acht Stunden die Woche arbeiten müssen?“

Im Zusammenhang mit Graebers Bullshit-Jobs-These verweist Precht auf Keynes' berühmte Prognose von 1930, wonach technischer Fortschritt die Arbeitszeit bis 2030 auf acht Wochenstunden reduzieren würde. Graeber nutzt das Scheitern dieser Vorhersage als Ausgangspunkt für seine Analyse: Statt weniger zu arbeiten, haben wir massenhaft sinnlose Berufe erfunden.

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