Erbschaft dieser Zeit
Ernst Bloch · 1962
Ernst Blochs Essaysammlung erläutert das Phänomen der "Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" – dass gesellschaftliche Gruppen mit gleicher Intensität in entgegengesetzte Richtungen voranschreiten. Dieses philosophische Konzept aus den 1930er Jahren bietet bis heute eine scharfsinnige Analyse der gegenwärtigen gesellschaftlichen Spannungen und erklärt, warum moderner Fortschritt auf erbitterten Widerstand trifft.
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„Und eine der besten Erklärungen für das, was sich da abspielt, hat Ernst Bloch. Also der große Philosoph Ernst Bloch, Essayist Ernst Bloch, der hat ein Buch geschrieben in den 30er Jahren, das heißt Erbschaft dieser Zeit. Und in dem hat er genau das beschrieben, worüber wir gerade reden. Also diese unterschiedlichen Tempi.“
Precht führt Ernst Blochs Werk als philosophischen Schlüsseltext ein, um das Phänomen der 'Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen' zu erklären: Während die einen den gesellschaftlichen Fortschritt vorantreiben, stürmen andere mit gleichem Tempo in die Gegenrichtung. Precht sieht darin eine treffende Beschreibung der heutigen gesellschaftlichen Lage.
„Ich meine, wir haben uns ja schon mal über den Begriff Ungleichzeitigkeit unterhalten, also den Begriff von Ernst Bloch. Dass also Problemsituationen und die Weltlage sich sehr schnell verändern können, aber dass die Leute mit diesen neuen Problemen und der Weltlage nicht nachkommen.“
Precht greift Ernst Blochs philosophisches Konzept der 'Ungleichzeitigkeit' auf, um das Dilemma der Klimapolitik zu erklären: Die objektiven Probleme verändern sich schneller, als die Bevölkerung mental nachkommen kann. Deshalb sei es so schwer, die Leute bei notwendigen Klimaschutzmaßnahmen mitzunehmen – selbst wenn die Politik handwerklich alles richtig machen würde.
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