Kann ein AfD-Verbotsverfahren die Loesung sein
Markus Lanz & Richard David Precht
Zum Jahresauftakt tauschen sich die beiden über die Misere der Deutschen Bahn aus: 10,5 Stunden für 650 Kilometer nach Reutlingen, die Riesenbaustelle Stuttgart 21 — und trotzdem bemerkenswert gute Laune beim Bahnpersonal, das sich mit Galgenhumor durch den Alltag rettet. Precht zieht den Vergleich zu den brummeligen Schaffnern seiner Kindheit und stellt fest, dass sich beim Personal alles verbessert hat, während drumherum alles schlechter wurde.
„Es hat sich beim Personal bei der Bahn alles verbessert, was sich gleichzeitig auf anderen Ebenen verschlechtert hat.“
Erwähnte Medien (8)
Correctiv-Recherche zum Geheimtreffen in Potsdam
Correctiv
Die Correctiv-Recherche über einen angeblichen Remigrations-Plan wird als auslösender Moment für Großdemonstrationen analysiert. Der Artikel dokumentiert die gesellschaftliche Mobilisierungswirkung dieser investigativen Berichterstattung und reiht sie als bedeutenden politischen Moment in den Kontext jüngerer Protestbewegungen ein.
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:08:48 „die Kollegen von Korrektiv haben das öffentlich gemacht. Das ist eine Rechercheredaktion, den ein oder anderen kenne ich auch. Das sind sehr gute Investigativjournalisten, die da am Werk sind. Und die haben das mal genau aufgedröselt.“
Lanz verweist auf die investigative Recherche von Correctiv, die das Geheimtreffen in Potsdam mit AfD-Politikern und Rechtsextremen öffentlich machte.
Korrektiv-Recherche zum Potsdamer Treffen
Korrektiv
Im vergangenen Jahr löste der "Correctiv"-Bericht über das "Potsdamer Treffen" große Empörung aus. Hunderttausende demonstrierten gegen rechts. Teilnehmer des Treffens reichten Klagen ein. Zwei wurden nun abgewiesen.
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:08:59 „Die Kollegen von Korrektiv haben das öffentlich gemacht. Das ist eine Rechercheredaktion, den ein oder anderen kenne ich auch. Das sind sehr gute Investigativjournalisten, die da am Werk sind und die haben das mal genau aufgedröselt.“
Lanz verweist auf die investigative Recherche des Medienhauses Korrektiv, die das geheime Treffen in Potsdam mit AfD-Politikern und Rechtsextremen öffentlich machte. Diese Enthüllung ist der Auslöser der gesamten Debatte über Remigration und ein mögliches AfD-Verbot, die den Kern der Episode bildet.
Nie zweimal in denselben Fluss
Björn Höcke · 2018
Die Berichterstattung zu Björn Höcke besteht überwiegend aus Meinungen ü b e r ihn. Äußerungen v o n ihm sind den Medien eher selten zu entnehmen. Wenn es dann doch geschieht, werden seine Worte nur ausschnittsweise mit skandalisierender Absicht wiedergegeben. Derart wie ein bedrohliches Phänomen analysiert, kommt er als eigenständiger Autor seiner Äußerungen nicht in Betracht. Er dient nur als die harte Kante, an der die gegen ihn ausgesandten Signale zur Resonanz kommen.
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:14:24 „Du erinnerst dich, Björn Höcke hat doch 2018 dieses Buch damals geschrieben, nie zweimal in denselben Fluss. Er schildert dort auch eine Remigration, für die es, Zitat, eine wohltemperierte Grausamkeit braucht.“
Markus Lanz zitiert ausführlich aus Höckes Buch, um zu zeigen, dass die bei dem Potsdamer Treffen besprochenen Remigrations-Fantasien keine neue Qualität haben, sondern bereits 2018 von Höcke schriftlich formuliert wurden – inklusive der Formulierung einer 'wohltemperierten Grausamkeit' und eines 'groß angelegten Remigrationsprojekts'.
Die Deutschen sind sich selbst nicht ganz geheuer
Jacques Schuster
In den Umfragen wächst die AfD in ungeahnte Höhen. Die hysterischen Debatten darüber beschwören faschistische Gespenster. Doch diese Strategie der Ausgrenzung greift nicht. Den Deutschen fehlt etwas ganz Entscheidendes.
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:24:30 „Jacques Schuster, kennst du, Chefkommentator bei den Kollegen der Welt, der sich immer zu lesen lohnt und der dieser Tage etwas geschrieben hat, einen Leitartikel unter dem Titel 'Die Deutschen sind sich selbst nicht ganz geheuer'.“
Lanz bringt den Leitartikel von Jacques Schuster in die Debatte ein, um eine differenziertere Perspektive auf die AfD-Diskussion zu eröffnen. Schuster argumentiert darin, dass die hysterische Faschismus-Debatte zu kurz greife und verweist auf die historische Leistung Deutschlands, nach 1945 Millionen ehemaliger NSDAP-Mitglieder und Vertriebene demokratisch integriert zu haben.
Recherche zur Streichung klimaschädlicher Subventionen
Die Bild am Sonntag hat recherchiert, dass alle im Bundestag vertretenen Parteien der Streichung klimaschädlicher Subventionen wie Agrardiesel zunächst zugestimmt hatten, sich davon in der öffentlichen Debatte dann aber distanzierten. Der Artikel dokumentiert damit die Scheinheiligkeit in der politischen Debatte um fossile Energiesubventionen und zeigt, wie Parteien ihre Positionen je nach öffentlichem Druck wechseln.
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:42:43 „Das haben die Kollegen von Bild am Sonntag, war es glaube ich, jetzt nochmal, finde ich toll, dass die das gemacht haben, nochmal aufgearbeitet und gesagt, Freunde, alle, alle haben euch da an den Punkt...“
Lanz verweist auf eine Recherche der Bild am Sonntag, die nachgewiesen hat, dass alle Parteien – auch die CDU – der Streichung klimaschädlicher Subventionen wie Agrardiesel zugestimmt hatten, bevor sie sich in der öffentlichen Debatte davon distanzierten. Lanz nutzt dies als Beleg für die politische Scheinheiligkeit, die das Vertrauen der Wähler zerstört.
Artikel bzw. Aussagen beim Weltwirtschaftsforum Davos
Niall Ferguson
Der Historiker Niall Ferguson kritisiert beim Weltwirtschaftsforum Davos die Weltuntergangsrhetorik der Klimabewegung und setzt sich mit vermeintlich falschen Antworten auf die Erderwärmung auseinander. Ferguson argumentiert, dass sich politische Eliten besonders bei zwei Themen maximal von der Bevölkerung entfernt haben: beim Klimaschutz und bei der humanitären Migrationspolitik. Der 58-jährige Autor ist bekannt dafür, etablierte Narrative infrage zu stellen und andere führende Köpfe intellektuell herauszufordern. Das Interview verdeutlicht die wachsende Kluft zwischen der Weltelite und den Bürgern bei strategischen Zukunftsfragen.
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:43:03 „Und ich habe heute ein, das ist ja gerade Davos, Weltwirtschaftsforum, Niall Ferguson gelesen, über den wir hier schon häufiger gesprochen haben. Eigentlich einer der, wie soll man sagen, berühmtesten Weltenerklärer im Moment, der auch immer gut ist für eine steile These.“
Lanz zitiert Niall Ferguson im Kontext des Weltwirtschaftsforums in Davos. Ferguson argumentiert, dass sich die politischen Eliten an zwei Punkten maximal von den Wählern entfremdet haben: beim Klimaschutz und bei der humanitären Migrationspolitik. Lanz nutzt Fergusons These, um die wachsende Kluft zwischen Eliten und Bevölkerung zu illustrieren.
Erbschaft dieser Zeit
Ernst Bloch · 1962
Ernst Blochs Essaysammlung erläutert das Phänomen der "Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" – dass gesellschaftliche Gruppen mit gleicher Intensität in entgegengesetzte Richtungen voranschreiten. Dieses philosophische Konzept aus den 1930er Jahren bietet bis heute eine scharfsinnige Analyse der gegenwärtigen gesellschaftlichen Spannungen und erklärt, warum moderner Fortschritt auf erbitterten Widerstand trifft.
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:44:20 „Ich meine, wir haben uns ja schon mal über den Begriff Ungleichzeitigkeit unterhalten, also den Begriff von Ernst Bloch. Dass also Problemsituationen und die Weltlage sich sehr schnell verändern können, aber dass die Leute mit diesen neuen Problemen und der Weltlage nicht nachkommen.“
Precht greift Ernst Blochs philosophisches Konzept der 'Ungleichzeitigkeit' auf, um das Dilemma der Klimapolitik zu erklären: Die objektiven Probleme verändern sich schneller, als die Bevölkerung mental nachkommen kann. Deshalb sei es so schwer, die Leute bei notwendigen Klimaschutzmaßnahmen mitzunehmen – selbst wenn die Politik handwerklich alles richtig machen würde.
Artikel über die Ursprünge der Bauernproteste in Italien
Virginia Kirst
Nicht nur in Deutschland protestieren die Landwirte. In Spanien gibt es ebenso Demonstrationen wie in Italien und Polen – auch wegen billiger Importe aus der Ukraine.
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:47:33 „Ich habe dieser Tage etwas Interessantes gelesen. Da schrieb jemand, ich glaube es war Virginia Kirst, die Korrespondentin der Welt in Rom. Die sagte, die wahre Wiege der Bauernproteste liegt in Italien und die wahre Wiege auch überhaupt dieser ganzen populistischen Bewegung.“
Lanz greift einen Artikel der Welt-Korrespondentin Virginia Kirst auf, um die historischen Wurzeln der aktuellen populistischen Bewegungen nachzuzeichnen. Die These des Artikels: Die Protestbewegungen von Trump über die Gelbwesten bis zu den deutschen Bauern haben ihren Ursprung in Italien – konkret im V-Day von 2008 und der Gründung der Fünf-Sterne-Bewegung durch Beppe Grillo.