Exil
44 Medien · 2 Episoden
Medien (44)
Ausstellung über verfolgte Künstler in Bayreuth
Das Kunstmuseum Bayreuth zeigt in der Ausstellung „AugenZeugen mit Stift und Kamera" zwei künstlerische Positionen, die die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts dokumentieren. Max Beckmann (1884–1950) hielt mit intensiven Grafiken aus seinen Mappen wie „Berliner Reise" (1922) das urbane Leben, Kriegserlebnisse und alltägliche Szenen fest und wurde in der NS-Zeit als „entarteter Künstler" diffamiert und ins Exil gezwungen. Der Fotograf Armand Besch (1872–1955) dokumentierte ebenfalls seine Zeit – von historischen Ereignissen über Straßenleben bis zu idyllischen Naturdarstellungen – und experimentierte dabei mit modernsten fotografischen Techniken. Beide Künstler vereint ein gemeinsames Verständnis: Sie waren Augenzeugen, die in ihren Arbeiten die Welt in einem Moment radikalen gesellschaftlichen Wandels festhielten und damit persönliche Kommentare zu ihrer Realität abgaben.
BBC-Radioansprachen an die Deutschen
Thomas Mann · 2025
Thomas Manns wichtigstes politisches Vermächtnis. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten verließ Thomas Mann Deutschland und kehrte nie wieder zurück. Im Schweizer Exil verlor der deutsche Literaturnobelpreisträger 1936 seine Staatsbürgerschaft. Er emigrierte weiter nach Amerika, von wo aus er ab 1940 seine Anti-Kriegsreden sendete. In 58 verzweifelten, glühenden humanistischen Appellen redete er den deutschen Hörern bis November 1945 ins Gewissen.
Berichterstattung über die Nürnberger Prozesse
Erika Mann
19.12.1945 | Erika Mann, Tochter von Thomas Mann, lebte erst im Exil in der Schweiz und emigrierte dann in die USA. Im Krieg berichtet sie für britische und amerikanische Medien. Im Interview mit einem deutschen Kollegen schildert sie ihre Eindrücke von den Angeklagten im Gefängnis und aus dem Gerichtssaal. | Nürnberger Prozesse
Café mit Croissant in Avignon
Ré Soupault · 2025
Aus dem Exil in den USA nach Europa zurückgekehrt, lebte Ré Soupault von 1948 bis 1958 in Basel, begann dort als Übersetzerin und Radio-Essayistin zu arbeiten und studierte vier Jahre lang bei Karl Jaspers. Am 30. April 1951 reiste sie mit der Bahn von Basel nach Avignon. Am 2. Mai notierte sie in einer Bäckerei: »Ich liess es mir gut schmecken, während ich bemerkte, dass Kaffee mit Croissant mir am meisten gefehlt hatte während all der Hungerjahre.« Am 6. Mai kaufte sie sich in Avignon ein Vélo
Das Prinzip Hoffnung
Ernst Bloch · 2016
Ernst Blochs frühes Hauptwerk ist dem schwierigen Verhältnis von offener materialistischer Philosophie und geschlossenem Systemansatz gewidmet und ringt dabei mit der idealistischen Metaphysik ebenso wie mit der Existenzphilosophie. Der vorliegende Band erschließt Das Prinzip Hoffnung auf dem neuesten Stand der Debatte und macht seine ungebrochene Aktualität für ein breites akademisches Publikum zugänglich.
Denkschrift: Die nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei als staats- und republikfeindliche hochverräterische Verbindung
Robert Kempner · 2010
Bernhard Weiß (1880–1951) war von 1927 bis zu seiner Amtsenthebung 1932 Polizeivizepräsident in Berlin. Weiß, promovierter Jurist, Weltkriegsteilnehmer und engagierter „deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ floh im März 1933 nach Prag. Später fand der inzwischen Staatenlose Zuflucht in London, wo er 1951 starb. Die Biographie zeichnet die Lebensstationen und das Wirken dieses preußisch-deutschen Patrioten und kämpferischen Republikaners nach.
Der Ausflug der toten Mädchen
Anna Seghers · 1947
Der Ausflug der toten Mädchen ist eine um 1944 entstandene und 1946 in New York in dem gleichnamigen Band erschienene Erzählung von Anna Seghers mit autobiographischen Bezügen. Sie handelt von den Erinnerungen der im mexikanischen Exil lebenden Erzählerin „Netty“ an einen Schulausflug vor dem Ersten Weltkrieg und an die Schicksale der Mädchen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Dadurch entsteht ein breites Bild der Gesellschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Der Leviathan
Josef Roth
In The Grace of Misery. Joseph Roth and the Politics of Exile 1919–1939 Ilse Josepha Lazaroms offers an account of the life and intellectual legacy of Joseph Roth, one of interwar Europe's most critical and modern writers.
Der Trost des Nachthimmels
Dževad Karahasan
Dževad Karahasans Roman „Der Trost des Nachthimmels" erzählt von Juso Pochan Livniak, einem Bibliothekar aus Sarajevo, der als Vertriebener ein Antiquariat führt. Die Figur verkörpert die Perspektive eines durch den Krieg entwurzelten Menschen, die kulturelle Kontinuität bewahrt. Der Roman ist relevant, da ein Podcast-Gast diese literarische Figur bewusst in sein eigenes Werk integriert hat, um die komplexe Erfahrung von Vertreibung und kultureller Identität zu erkunden.
Deutsche Hörer
Thomas Mann · 2003
Thomas Manns Rundfunkansprachen wurden während des Zweiten Weltkrieges in regelmäßigen Abständen insgesamt 58mal durch die British Broadcasting Corporation nach Deutschland übermittelt. Die Radioreden sind die entschiedensten und kompromißlosesten Äußerungen Thomas Manns zu Fragen des Zeitgeschehens. Erklärtes Ziel der Botschaften war es, die deutschen Hörer zum Widerstand gegen Hitler und den Nationalsozialismus aufzurufen.
Die Buchhandlung der Exilanten. Paris 1940 — Zuflucht und Widerstand
Uwe Wittstock
Die Geschichte zweier legendärer Pariser Buchhandlungen — Shakespeare and Company (Sylvia Beach) und La Maison des Amis des Livres (Adrienne Monnier) — als literarische Zentren und Zufluchtsorte für Exilanten. Schwerpunkt auf das Netzwerk aus Joyce, Hemingway, Sartre und Beauvoir sowie auf den Widerstand der Buchhändlerinnen gegen die Besatzung 1940, besonders beim Schutz verfolgter Exilanten wie Walter Benjamin. Non-lineare, szenische Erzählung mit Zeitsprüngen.
Die Drahtharfe
Wolf Biermann · 1965
Wolf Biermanns "Die Drahtharfe" ist ein schmaler, einflussreicher Gedichtband, dessen Manuskript während der DDR-Zeit illegal zu dem Westberliner Verleger Klaus Wagenbach geschmuggelt wurde. Die Veröffentlichung im Westen machte Biermann zur Ikone der verfolgten DDR-Literatur und zum Symbol des künstlerischen Widerstands gegen die SED-Diktatur.
Die Geschwister Oppermann
Lion Feuchtwanger · 2005
**Die Geschwister Oppermann** ist ein Zeitroman von Lion Feuchtwanger aus dem Jahr 1933, der zusammen mit den Romanen Erfolg und Exil zu Feuchtwangers „Wartesaal-Trilogie“ gehört. Die ersten beiden Auflagen des Romans erschienen 1933 und 1935 unter dem Titel Die Geschwister Oppenheim. Ein deutscher Nationalsozialist mit dem Namen Oppermann hatte noch während der Drucklegung durch Drohungen gegen den noch in Deutschland lebenden Bruder Feuchtwangers eine Namensänderung erzwungen.
Die Manns
Florian Illies
Florian Illies porträtiert in dieser ZEIT-Titelgeschichte Thomas Mann und seine Familie im Exil. Der Artikel zeichnet nach, wie die Familie Mann zu einem kulturellen Symbol für Deutschland wurde – ähnlich wie die britischen Windsors für England. Illies zeigt, wie diese Künstlerfamilie den Deutschen als Ventil für nationale Identität und Gefühle diente, auch während ihrer Zeit im Ausland.
Die letzte Welt
Christoph Ransmayr · 1991
Christoph Ransmayrs »Die letzte Welt« ist ein Roman, der Ovids Verbannung ans Schwarze Meer literarisch verarbeitet. Das Werk setzt sich intensiv mit den »Metamorphosen« auseinander und folgt dem römischen Dichter während seines Exils unter Kaiser Tiberius. Ransmayr kombiniert antike Mythologie mit moderner Erzählweise und schafft so eine fesselnde Neuinterpretation von Ovids Schicksal und literarischem Vermächtnis.
Emigranten-Monolog (Wenn ich ein Vöglein wär)
Mascha Kaléko · 2017
Dual language - German original with English translations on facing pages. For much of her lifetime, and for decades after her death, Mascha Kaleko was a forgotten poet. With his publications, Andreas Nolte has played a role in changing this. To him, she personifies an all-too-typical example of a German-Jewish artist who was marginalized, intimidated, expelled into exile, and then forgotten.
Enfant perdu
Heinrich Heine
Heinrich Heines Gedicht "Enfant perdu" entstand 1851 während seines Spätwerks in der Matratzengruft und zählt zu seinen bedeutendsten Werken. Wolf Biermann hat seinen Song gleichen Titels nach diesem Gedicht benannt und würdigt darin Heines tiefe Auseinandersetzung mit Exil und innerer Emigration. Das Gedicht ist zentral für das Verständnis von Biermanns künstlerischer Haltung und seiner Referenz zur deutschen Literaturgeschichte.
Erinnerungen an den Prozess
James Broh · 2022
Das kurze Leben des streitbaren Rechtsanwalts Hans Litten, der 1938 im KZ Dachau in den Selbstmord getrieben wurde. In einem spektakulären Prozess vor dem Berliner Kriminalgericht in Moabit stellte der junge Rechtsanwalt Hans Litten 1931 den »Schriftsteller« Adolf Hitler als Zeugen für die Gewaltbereitschaft von SA und NSDAP zur Rede.
Flüchtlingsgespräche
Bertolt Brecht · 1963
Bertolt Brechts Flüchtlingsgespräche sind klassische Meditationen über die existenzielle Abhängigkeit von Geflüchteten von Ausweispapieren und Dokumenten. Sie behandeln die Absurdität einer Bürokratie, die Menschenleben von einem Pass abhängig macht, sowie deren unmenschliche Konsequenzen. Das Werk bleibt hochaktuell für die Diskussion über Asylpolitik und die Verletzlichkeit von Staatlosen.
Freunde, dass der Mandelzweig (Gedicht)
Schalom Ben-Chorin · 1942
Das Lied „Freunde, dass der Mandelzweig" wurde 1942 vom jüdischen Theologen Schalom Ben Chorin geschrieben, der als Flüchtling in Jerusalem im Exil lebte und vom Holocaust seiner Heimatgemeinde in Berlin erfuhr. Der Text nutzt das Bild des blühenden Mandelbaums – das erste Frühjahrszeichen – als hoffnungsvolles Symbol gegen persönliche Verzweiflung und als Bekenntnis, dass das Leben stärker ist als die Zerstörungskräfte des Krieges. Die Symbolik verweist auf eine biblische Stelle aus dem Buch Jeremia, in der der Mandelzweig Gottes wachende Gegenwart bedeutet. Ben Chorin, ein tiefgläubiger Jude, setzte sich zeitlebens für Dialog und Versöhnung zwischen Juden und Christen ein und wurde zum Brückenbauer zwischen Religionen – sein Lied bleibt damit eine Ermutigung, auch in dunkler Zeit auf Frieden und gegenseitiges Verständnis hinzuarbeiten.
Fuck You America
Eduard Limonov · 2004
Eduard Limonovs provokatives Skandalbuch aus den 1980er Jahren, in dem er seine Erfahrungen in Amerika auf explizite und verstoßende Weise dokumentiert. Das Werk machte Limonov in Pariser Künstlerkreisen berühmt und wird als Schlüsselwerk seiner autobiografischen Schriften betrachtet, die seinen wilden Lebenslauf dokumentieren.
Geschichten über Babel
Maxim Biller · 2019
Während alle anderen Passagiere der "Bessarabia" an Deck stehen und das Auftauchen der kleinen weißen Häuser von Tel Aviv am Horizont feiern, liegt Max seekrank in seiner Kajüte. Seine Gedanken kreisen um das Zurückgelassene und das Kommende, die Freunde und Gefährten in der alten, gefährlich gewordenen Heimat.
Göring zittert und schwitzt
Heinrich Mann · 1971
Heinrich Manns "Der Haß" (1933) ist eine scharfsinnige Exilschrift aus Nizza, die das nationalsozialistische Regime und Hermann Göring einer vernichtenden Kritik unterzieht. Der Text, ursprünglich als Dankrede bei einer Preisverleihung vorgetragen, besticht durch klare politische Analyse und zeitlose Beobachtungen über Machtmissbrauch. Seine Parallelen zu heutigen autoritären Tendenzen machen das Werk trotz 90 Jahren Abstand hochrelevant und verstörendfoll aktuell.
Hannah Arendt (Biografie)
Thomas Meyer · 2025
Elisabeth Young-Bruehl est professeur à la Wesleyan University (États-Unis). Elle est aussi l’auteur d’une biographie de Anna Freud (Payot, 1991). Biographie de référence de l’auteur qui forgea le concept de totalitarisme, ce livre retrace l’itinéraire de celle qui, obligée de fuir le nazisme en 1933, trouva finalement refuge à New York, comme de nombreux Juifs allemands. La vie de Hannah Arendt éclaire de nombreux pans de sa pensée, attachée à penser l’événement.
Hannah Arendt / Karl Jaspers: Briefwechsel 1926–1969
Hannah Arendt, Karl Jaspers
Der Briefwechsel zwischen der Philosophin Hannah Arendt und ihrem Lehrer Karl Jaspers dokumentiert eine der wichtigsten intellektuellen Freundschaften des 20. Jahrhunderts. Die veröffentlichte Korrespondenz von 1926 bis 1969 bietet Einblick in Arendts politisches Denken, besonders ihre Überzeugung von der Republik als Grundlage der Freiheit, die sich während ihrer Emigration in Amerika formte. Der Band ist eine Primärquelle für das Verständnis von Arendts Philosophie der Menschenrechte und ihrer Kritik am Totalitarismus.
Heine-Programm (Elbphilharmonie / Berliner Ensemble)
Wolf Biermann
Wolf Biermann inszeniert in seinem Bühnenprogramm einen fiktiven Dialog mit dem Dichter Heinrich Heine. Das Stück wurde zunächst in der Elbphilharmonie Hamburg aufgeführt und später im Berliner Ensemble wiederholt. Biermann verhandelt darin seine Erfahrung des Ankommens im Westen nach seiner Ausbürgerung durch die DDR und reflektiert über sein Leben als Lyriker und Performer im freien Deutschland.
Hiob. Roman eines einfachen Mannes
Joseph Roth · 2022
"Vor vielen Jahren lebte in Zuchnow ein Mann namens Mendel Singer. Er war fromm, gottesfürchtig und gewöhnlich, ein ganz alltäglicher Jude. Er übte den schlichten Beruf eines Lehrers aus. In seinem Haus, das nur aus einer geräumigen Küche bestand, vermittelte er Kindern die Kenntnis der Bibel. Er lehrte mit ehrlichem Eifer und ohne aufsehnerregenden Erfolg. Gewiß war sein Leben ständig schwer und zuweilen sogar eine Plage. Eine Frau und drei Kinder mußte er kleiden und nähren.
Ich bin meinem Heimatrecht auf der Spur
Nelly Sachs
Der Artikel behandelt das bekannte Gedicht von Nelly Sachs über die Suche nach Heimatrecht und die Erfahrung des Exils. Das Zitat wird in einer Rede von Stanišić verwendet, um eine Brücke zwischen Sachs' Exil in Schweden und Stanišić's eigener Fluchtgeschichte aus Bosnien zu schlagen. Das Werk erforscht die existenzielle Situation von Menschen, die ihre Heimat verlieren und sich in der Fremde neu verankern müssen.
Ich will nicht Präsidentin werden
Elisabeth Räther, Michael Thumann
Swetlana Tichanowskaja, die belarussische Oppositionelle, äußert sich im ZEIT-Interview über ihre unfreiwillige Führungsrolle im Exil. Wie der Prophet Mose wollte sie diese Verantwortung ursprünglich nicht annehmen, wurde aber durch die politischen Umstände dazu gedrängt. Der Artikel beleuchtet ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft für Belarus und ihr Verlangen, ihre Macht eines Tages wieder abgeben zu können.
In den Zeiten des abnehmenden Lichts
Eugen Ruge · 2011
Eine deutsche Familie durchlebt ein halbes Jahrhundert voller politischer Hoffnungen und Enttäuschungen: Die Großeltern fliehen als Kommunisten aus mexikanischem Exil, der Sohn kehrt traumatisiert aus sowjetischen Lagern zurück, der Enkel flieht schließlich aus der DDR. Eugen Ruges preisgekrönter Roman zeichnet dieses Panorama von Mexiko über Sibirien bis zur Wendezeit 1989 nach – eine Geschichte über die Gipfel und Abgründe des 20. Jahrhunderts, die Politik als Familiengeschichte erlebbar macht. Mit Humor und Menschlichkeit verbindet der Bestseller-Roman (Deutscher Buchpreis 2011) Zeitgeschichte mit persönlichem Schicksal und wurde erfolgreich fürs Kino verfilmt.
Jahrestage
Uwe Johnson · 1970
Uwe Johnsons vierbändiger Romanzyklus "Jahrestage" untersucht die deutsche Teilung und Fluchtmotivationen von DDR-Bürgern. Das Werk stellt die zentrale Frage, ob Menschen primär aus der DDR fliehen wollten oder gezielt in den Westen strebten – eine wichtige historische Perspektive auf Fluchtbewegungen der Nachkriegszeit. Johnsons differenzierte Darstellung trägt zum Verständnis ideologischer Brüche und persönlicher Entscheidungen bei.
Jüdisches Museum Berlin
Daniel Libeskind
Architektonisches Kunstwerk von Daniel Libeskind: Der Garten des Exils im Jüdischen Museum Berlin mit schrägen Säulen und geneigtem Boden erzeugt körperliche Destabilisierung und zwingt Besucher, ihre Selbstwahrnehmung im Raum neu zu bewerten – ein Konzept künstlerischer Intervention, das mit Claude Parents Theorie der Obliquität verbunden ist.
Landgericht
Ursula Krechel
Ein Roman über einen jüdischen Richter, der nach dem Zweiten Weltkrieg als Remigrant nach Deutschland zurückkehrt und dort vergeblich nach Gerechtigkeit und Anerkennung ringt. Das Werk behandelt die Themen Exil und Flucht und bezieht auch die Schicksale von Kindertransportkindern ein.
Marseille 1940 – Die große Flucht der Literatur
Uwe Wittstock · 2024
Juni 1940: Hitlers Wehrmacht hat Frankreich besiegt. Die Gestapo fahndet nach Heinrich Mann und Franz Werfel, nach Hannah Arendt, Lion Feuchtwanger und unzähligen anderen, die seit 1933 in Frankreich Asyl gefunden haben. Derweil kommt der Amerikaner Varian Fry nach Marseille, um so viele von ihnen wie möglich zu retten. Uwe Wittstock erzählt die aufwühlende Geschichte ihrer Flucht unter tödlichen Gefahren.
Nachts unter der steinernen Brücke
Leo Perutz · 1953
Nachts unter der steinernen Brücke ist ein Roman von Leo Perutz (1882–1957). Perutz begann ihn 1924 in Wien und stellte ihn 1951 in Tel Aviv fertig. Er erschien 1953.
Nicht alle sind im selben Jetzt da
Ernst Bloch · 1975
Das Prinzip Hoffnung ist das Hauptwerk des deutschen Philosophen Ernst Bloch (1885–1977). Geschrieben wurde es zwischen 1938 und 1947 im US-amerikanischen Exil. Ursprünglich sollte es The dreams of a better life heißen. Es erschien in mehreren Bänden ab 1954 zunächst in der DDR und 1959 im Verlag Suhrkamp.
Rede zum Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund
Saša Stanišić
Dankesrede von Saša Stanišić zur Verleihung des Nelly-Sachs-Preises 2026. Die Rede verbindet seine persönliche Erfahrung des Bosnienkriegs und seiner Mathematiklehrerin Rosalia Mimic mit der biblischen Bergpredigt und ihrer Botschaft von Barmherzigkeit und Feindesliebe.
Schachnovelle
Stefan Zweig · 2024
"Ich war durch meine fürchterliche Situation gezwungen, diese Spaltung in ein Ich Schwarz und ein Ich Weiß zumindest zu versuchen, um nicht erdrückt zu werden von dem grauenhaften Nichts um mich." (Zitat auf S. 32 in diesem Buch) Das berühmteste Werk von Stefan Zweig, die Schachnovelle, ist zugleich sein Letztes: Geschrieben von 1938 bis 1941 im brasilianischen Exil, erschien es zuerst in Buenos Aires in einer Auflage von 300 Exemplaren. Heute ist es ein millionenfacher Bestseller.
Tagebücher
Thomas Mann · 1977
Persönliche Aufzeichnungen des Nobelpreisträgers Thomas Mann aus seinem Schweizer Exil – ein literarisches Dokument, das Einblicke in sein Leben, seine Gedanken und Begegnungen mit Zeitgenossen bietet. Die Tagebücher verbinden intime Reflexionen mit historischem Zeugnis einer prägende Epoche der Literaturgeschichte.
Tagebücher von Klaus Mann
Klaus Mann · 2020
Der älteste Sohn Thomas Manns hinterließ ein ungeschminktes Protokoll seines außergewöhnlichen Lebens. Die Tagebücher spiegeln seine ruhelose Existenz - als weltläufiger Literat und engagierter Antifaschist, aber auch als Zeitgenosse, den Drogensucht und offen bekannte Homosexualität zum Außenseiter stempelten. Diese Ausgabe enthält einen grundlegend überarbeiteten und erweiterten Anmerkungsteil.
Théorie du pouvoir politique et religieux
Louis de Bonald
Politische und religiöse Theorie des französischen Konservativen Louis de Bonald aus dem Exil nach der Revolution. Zentrale These: Eine Gesellschaft scheitert, wenn zu viele Bürger Rechtsansprüche entwickeln – ein Gründungswerk des modernen Konservativismus.
Transit
Anna Seghers · 2013
Menschen auf der Flucht. Marseille im Sommer 1940: Am Rande Europas versammeln sich die von den Nazis Verfolgten und Bedrohten. Sie hetzen nach Visa, Bescheinigungen und Stempeln, um nach Übersee ins rettende Exil zu entkommen. Im Chaos der Stadt, in den Cafés, auf dem Gang von Behörde zu Behörde kreuzen sich ihre Wege – und für kurze Zeit sind fremde Leben durch Hoffnungen, Träume und Leidenschaften miteinander verbunden. »Ein zeitaktueller Roman.« Hanjo Kesting, NDR.
Vom Herz Asthma des Exils
Ursula Krechel · 2025
Ein Essay der Schriftstellerin Ursula Krechel über die existentielle Dimension des Exils. Der metaphorische Titel „Herz Asthma" verdeutlicht die psychologische Bedrängnis und innere Ersticktheit durch Entwurzelung und Fremdheit. Krechel untersucht die emotionalen Auswirkungen von Exil als menschliches Schicksal.
Vom Herzasthma des Exils
Ursula Krechel · 2025
Ursula Krechels Essay verbindet Flüchtlingsschicksale verschiedener Epochen – jüdische Emigranten 1933, irische Hungerflüchtlinge, vietnamesische Boat People – und hinterfragt problematische Kategorien wie „Wirtschaftsflüchtling". Der Text zeichnet sich durch sprachliche Sensibilität und empathischen Ton aus.