Walter Jens: KÖNIG DAVID
König David, Herrscher und Musikant
Walter Jens
Walter Jens kommentiert in diesem Essay eine biblische Stelle aus 1. Samuel 24 humorvoll durch verschiedene Übersetzungsvarianten – von der Einheitsübersetzung über Luthers ‚Füße decken' bis zum ursprünglichen ‚scheißen'. Ein literarisch feinsinniger Text über König David und Bibelübersetzung, 1993 in Die Zeit.
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„Ich bin nämlich in dem Zeitarchiv auf einen Text von Walter Jens gestoßen, dem berühmten, inzwischen verstorbenen Rhetorik-Professor, der ein großes Stück geschrieben hat über den König David, Herrscher und Musikant. Und zwar am 24.12.1993. Also da hatte ich gerade bei der Zeit angefangen. Da war ich gerade zwei Jahre bei der Zeit.“
Sabine Rückert hat im ZEIT-Archiv einen Artikel von Walter Jens über König David wiedergefunden, den sie bereits 1993, kurz nach ihrem Einstieg bei der ZEIT, gelesen hatte und der sie damals schwer beeindruckte. Sie liest eine längere Passage daraus vor, in der Jens die Musik als Heilmittel gegen Schwermut und Melancholie beschreibt — von David über Orpheus, Rembrandt, Faust bis hin zu Luther.
„Ich habe in der letzten oder vorletzten Folge ja schon ein bisschen was vorgelesen aus einem Artikel von Walter Jens über den König David. Und auch zu dieser kleinen Episode, die eben gerade geschildert worden ist, hat sich Walter Jens geäußert in seinem Artikel über König David aus dem Jahr 1993.“
Sabine Rückert zitiert ausführlich aus einem Essay von Walter Jens über König David aus dem Jahr 1993. Jens kommentiert darin die Höhlenszene aus 1. Samuel 24, in der Saul seine Notdurft verrichtet, und vergleicht humorvoll verschiedene Übersetzungsvarianten – von der gespreizten Einheitsübersetzung über Luthers ‚Füße decken' bis hin zu Luthers ursprünglicher, handschriftlich in roter Tinte verworfener Fassung mit dem Wort ‚scheißen'.
„Ich wollte noch ein letztes kleines Stückchen vorlesen aus dem Artikel, den ich auch schon mal zitiert habe, von Walter Jens aus der Zeit, aus dem Jahr 1993 zu Weihnachten. Über den König David hat er da geschrieben.“
Am Ende der Folge liest Sabine Rückert einen längeren Abschnitt aus einem Weihnachtsartikel von Walter Jens in der ZEIT vor, der Davids Altern und Niedergang poetisch beschreibt. Der Artikel dient als literarischer Schlussakkord zur besprochenen Bibelpassage über Davids Tod — Jens zeichnet das Bild eines Mannes, dessen Lebenskraft mit der Jugend erlosch und der am Ende einsam und verloren war.
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