Minima Moralia
Theodor W. Adorno · 2018
»Adornos Werk Minima Moralia erdrückt alles, was unser Jahrhundert bisher an kulturdiagnostischen und kulturkritischen Dokumenten vorgelegt hat.« Hans Kudszus
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„Es gibt kein richtiges Leben im Falschen, alter ausgenudelter Adorno-Satz. Und genauso würde man doch sagen, es gibt keinen richtigen Content in der falschen Form. Also wenn am Ende alles Bits and Pieces and snackable kleine Häppchen sein sollen, dann komme ich ja auch nur so und so weit damit.“
Lars Weisbrod adaptiert Adornos berühmten Aphorismus aus den Minima Moralia, um seine Skepsis gegenüber Microlearning auszudrücken. Seine These: Wenn das Format grundsätzlich falsch ist – kleine Häppchen statt vertiefter Auseinandersetzung –, kann auch der Inhalt nicht richtig sein. Der Adorno-Verweis verleiht seiner Kritik an der Snackification von Wissen philosophisches Gewicht.
„Und wenn man sich also vorstellt, 2000 Jahre, dann passiert das, was Theodor Adorno dazu sagt, er bezeichnet den Antisemitismus mit der kürzesten, wie ich finde, aber besten Definitionen, er sagt, Zitat, das ist das Gerücht über die Juden.“
Im Gespräch über die Ursachen des Antisemitismus zitiert Friedman Adornos berühmte Definition aus den 'Minima Moralia': Antisemitismus sei 'das Gerücht über die Juden'. Friedman hält dies für die kürzeste und beste Definition und nutzt sie, um zu erklären, wie über Jahrhunderte ein diffuses Nebelnetz aus Vorurteilen gesponnen wurde, das rational nicht greifbar ist.
„Naja, ich könnte jetzt ganz banal mit Adorno antworten. Es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Also solange wir noch nicht das Reich erreicht haben, muss ich mich nicht dafür rechtfertigen, dass ich nicht ein richtiges Leben im Falschen führen kann.“
Auf die Frage, wie er den Widerspruch zwischen seiner anarchistischen Haltung und seiner Rolle als Intendant der Schaubühne auflöst, greift Ostermeier zum berühmten Adorno-Aphorismus aus den Minima Moralia. Er nutzt das Zitat als philosophische Rechtfertigung, gibt aber selbst zu, dass diese Antwort 'ein bisschen faul' ist.
„Oder wie Adorno gesagt hat, der Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden, als eine kulturelle Erinnerungswahrheit mit sich getragen hat.“
Friedman zitiert Adornos berühmten Aphorismus aus den 'Minima Moralia', um zu erklären, wie der Antisemitismus als kulturelles Gerücht über 2000 Jahre christlicher Tradition weitergegeben wurde – selbst an Menschen, die mit dem Christentum längst nichts mehr zu tun haben. Er ordnet dies in die aktuelle Bedrohungslage für Juden in Deutschland ein.
„Es gibt den tollen Adorno-Satz, bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie ich sagen. Das denke ich dann immer. Wenn die da so sitzen und sagen, was sie so für ein Gefühl haben zum Nahostkonflikt.“
Stuckrad-Barre zitiert Adorno im Kontext seiner Kritik an Künstlern, die sich auf Podien setzen und zu politischen Themen äußern. Er nutzt das Zitat, um die Selbstüberschätzung solcher öffentlichen Auftritte zu illustrieren.
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