Alles gesagt? – Thomas Ostermeier, was soll das Theater?
#107

Thomas Ostermeier, was soll das Theater?

Alles gesagt? / 12. Juni 2025 / 84 Medien

Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste

Thomas Ostermeier, seit über zwei Jahrzehnten Intendant der Berliner Schaubühne, erzählt von einer Kindheit zwischen Militär und Mangelwirtschaft — Vater Soldat, Mutter Verkäuferin, der Traum vom Klavier endete beim Akkordeon. Der Mann, der sich selbst als Vulgärmarxisten und Voyeur bezeichnet, musste wegen Rädelsführerschaft zwei Monate nachdienen und fühlt sich bis heute nirgendwo wohler als im Proberaum.

„Ich würde alles versuchen, davon zu kommen. Weil das Leben das Einzige ist, was man nicht wiederkriegt, wenn es einem genommen wurde.“
🗣 Thomas Ostermeier

Erwähnte Medien (84)

Die Räuber

Die Räuber

Friedrich Schiller

Friedrich Schillers Klassiker Die Räuber in einer provokanten Inszenierung von Frank Kastorff an der Volksbühne 1991. Der Schauspieler Henry Hübchen verließ mitten in der Aufführung bewusst die Rolle des Franz – ein theatralischer Schock, der die vierte Wand durchbrach und für den anwesenden Regisseur Thomas Ostermeier ein prägender Moment der modernen deutschen Theaterkunst wurde.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 00:08:00 „Henry Hübchen 1991, Räuber an der Volksbühne, vorne an der Rampe, ich saß in der Premiere und dann sagte er, er spielte den Franz, ich habe keine Lust mehr, den Franz zu spielen. Mitten in der Aufführung und das war natürlich verabredet und inszeniert, aber für uns im Publikum war es wirklich, boah.“

Thomas Ostermeier beschreibt den für ihn prägenden Moment, als Frank Kastorfs Inszenierung der Räuber an der Volksbühne 1991 die vierte Wand durchbrach. Henry Hübchen stieg mitten in der Aufführung aus der Rolle aus – ein Schlüsselmoment des deutschen Theaters, den Ostermeier als Zuschauer in der Premiere erlebte.

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Kuh und Kuh

Kuh und Kuh

· 1997

Erlebe die verrückten Scherze der zwei ungleichen Geschwister Muhkuh & Chickie. So erleben sie gemeinsame Abenteuer in ihrem Heim am Rande der Stadt.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:19:24 „Es war eine blöde Fernsehserie damals, die hieß Kuh und Kuh. Erinnert ihr euch noch? Nee, leider nicht. Und dann sang ich Kuh und Kuh.“

Thomas Ostermeier erzählt von seiner Kindheit in Landshut, wo er als Außenseiter provozierte, indem er im Sportunterricht den Titelsong einer damaligen Fernsehserie sang – was den Sportlehrer so erzürnte, dass er den jungen Ostermeier gewaltsam gegen einen Metallspind warf.

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The Pogues

The Pogues

The Pogues

The Pogues sind eine 1981 von Shane MacGowan gegründete englisch-irische Band. Sie gelten als Begründer des britischen Celtic Punk und waren in den 1980er Jahren die populärsten Vertreter dieses Musikstils.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 00:28:30 „Die Pokes, die ich damals sehr viel gehört habe, die hatten Akkordeon dabei. Also es wäre schon gegangen.“

Thomas Ostermeier erzählt von seiner Jugend in Landshut und seiner ersten Band. Als er sagt, Akkordeon sei ihm als Instrument zu uncool gewesen, erinnert er sich, dass seine damalige Lieblingsband The Pogues durchaus Akkordeon einsetzte.

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Smoke on the Water

Smoke on the Water

Deep Purple

Smoke on the Water ist ein 1971 entstandenes Lied der britischen Rockband Deep Purple, das 1972 auf dem Album Machine Head erschien. Das Lied erreichte Platz vier der amerikanischen Billboard-Charts, gilt mit über 12 Millionen verkauften Exemplaren als eines der meistverkauften und bekanntesten Werke der Rockmusik und wurde in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Laut einer US-amerikanischen Umfrage ist Smoke on the Water das bekannteste Lied nach deren Nationalhymne.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:30:26 „Bestimmt, auch wieder voll peinlich, Smoke on the Water. Die Purple. Ja. So ein richtiger Rock-Klassiker.“

Auf die Frage nach dem ersten Basslauf, den er je gespielt hat, nennt Thomas Ostermeier den Deep-Purple-Klassiker Smoke on the Water. Er bezeichnet die Wahl selbst als peinlich – es ist der typische erste Song, den jeder Bassist lernt.

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Denn es ist unsere Lebenszeit

Denn es ist unsere Lebenszeit

Stefan Lebert · 2002

Aufarbeitung der Kriegserlebnisse der Vätergeneration und deren Auswirkungen auf nachfolgende Generationen. Eine persönliche historische Reflexion über die Verarbeitung von Kriegserinnerungen in der Familie und deren Einfluss auf die eigene Identität.

🗣 Thomas Ostermeier empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:46:27 „der eben schon zitierte Stefan Lebert, hat ja dieses Buch geschrieben, was ich leider noch nicht gelesen habe, wo es ja auch genau darum geht. Gemeinsam mit Louis Levitin kann ich sehr empfehlen, die Lektüre.“

Im Gespräch über die Kriegsvergangenheit seines Großvaters empfiehlt Ostermeier ein Buch von Stefan Lebert (gemeinsam mit Louis Lewitan), das sich mit der Aufarbeitung der Kriegserlebnisse der Vätergeneration beschäftigt. Er selbst hat es noch nicht gelesen, empfiehlt es aber ausdrücklich.

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Ich werde für dieses Land nicht kämpfen

Ich werde für dieses Land nicht kämpfen

Das Buch untersucht die Frage der patriotischen Verteidigungsbereitschaft aus einer linken Perspektive. Der Autor argumentiert, dass es für politisch links positionierte Menschen schwierig ist, sich emotional so mit dem Staat zu identifizieren, dass sie bereit wären, dafür ihr Leben zu riskieren. Das Werk reflektiert ein grundsätzliches Spannungsverhältnis zwischen kritischer Staatskritik und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 00:53:36 „Ich sehe das genauso wie dieser junge Mensch, dessen Name mir leider entfällt, aber ihr habt ihn bestimmt parat, der ein Buch darüber geschrieben hat, ich werde für dieses Land nicht kämpfen.“

Auf die Frage, ob er Deutschland verteidigen würde, verweist Ostermeier auf ein Buch eines jungen Autors, dessen Name ihm entfällt. Er stimmt der darin vertretenen These vollständig zu: Aus einer linken Perspektive sei es schwer, sich mit dem Staat so zu identifizieren, dass man dafür sein Leben riskiert.

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Ein Volksfeind

Ein Volksfeind

Henrik Ibsen / Thomas Ostermeier · 2012

Ibsens Klassiker in Thomas Ostermeiers preisgekrönter Inszenierung von 2012. Ein Drama über einen Arzt, der die unbequeme Wahrheit sagt und zum Feind der Gesellschaft wird. Ostermeiers innovative Town Hall-Szene bezieht das Publikum direkt ein und provozierte weltweit tumultartige Reaktionen – von New York bis Santiago de Chile.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 01:00:46 „üben gerade ein Stück. Wir probieren gerade ein Stück, was auch in Avignon Premiere hat“

Ostermeier erzählt ausführlich über seine berühmte Volksfeind-Inszenierung mit Townhall-Format, die er weltweit aufgeführt hat. Er hat einen Dokumentarfilm darüber begonnen (Mapping the World).

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Der weiße Hai

Der weiße Hai

Steven Spielberg · 1975

Ein weißer Hai terrorisiert eine Badeinsel an der amerikanischen Atlantikküste. Besonnene Einheimische unter Führung von Polizeichef Brody wollen alle Strände schließen und zur großen Jagd blasen, während die Schar der Kaufleute und Gastwirte angesichts der einträglichen Badesaison lieber zur Tagesordnung übergeht und sich damit auch durchsetzt.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:03:16 „Also ein klassischer, etwas holzschnittartiger Widerspruch. Übrigens auch der Plot für den weißen Hai, den hat Spielberg sich geholt. Aber das nur am Rande.“

Bei der Zusammenfassung des Plots von Ibsens 'Volksfeind' – eine Stadt vertuscht die Vergiftung ihres Bades, um den Tourismus nicht zu gefährden – merkt Ostermeier beiläufig an, dass Spielberg sich diesen Grundkonflikt für 'Der weiße Hai' geliehen habe.

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L'Insurrection qui vient (Der kommende Aufstand)

L'Insurrection qui vient (Der kommende Aufstand)

Comité invisible · 2007

Der kommende Aufstand ist ein linkspolitischer Essay, der erstmals 2007 unter dem Titel L’Insurrection qui vient in französischer Sprache mit der Autorenangabe Comité invisible (Unsichtbares Komitee) erschien. 2009 wurde der Essay überarbeitet und fand zumeist über das Internet große Verbreitung. Er wurde in mehrere Sprachen übersetzt, unter anderem Deutsch, Englisch (The Coming Insurrection) und Spanisch.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 01:04:58 „Der Text heißt L'Insurrection qui vient, der kommende Aufstand, der Aufstand, der kommt. Und das war Mitte der Nullerjahre, Anfang der Zehnerjahre für die Linke ein Referenztext, ein wichtiger Referenztext. Und den haben wir da reingeschnitten und das ist so eine radikale Abrechnung mit dem zeitgenössischen Kapitalismus.“

Ostermeier erklärt, wie er in seiner Volksfeind-Inszenierung Passagen aus dem anarchistischen Manifest des Comité invisible eingebaut hat. Der Text wurde in die lange Rede des Dr. Stockmann eingeschnitten und bildet eine radikale Kapitalismuskritik, die im Publikum für tumultartige Reaktionen sorgte.

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M Doku

Mapping Democracy

Thomas Ostermeier

Dokumentarfilmprojekt, das die weltweiten Aufführungen von Ostermeiers "Volksfeind" kartographiert und untersucht, wie verschiedene Nationalkulturen und Publika unterschiedlich auf dieselbe Theateraufführung reagieren. Ein künstlerisches Forschungsprojekt zur Erkundung von Universalität und kultureller Vielfalt im Theater.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 01:06:52 „Ich habe das Ganze, wir haben ja dann so einen Dokumentarfilm begonnen, daraus zu machen. Es gibt Bits and Pieces auf unserer Webseite. Da kann man Volksfeind on Tour anklicken und dann kann man sich die einzelnen Trailer von vielen verschiedenen Städten angucken. Und ich habe gesagt, die Arbeitstitel für diesen Dokumentarfilm wäre gewesen Mapping Democracy.“

Ostermeier beschreibt ein geplantes Dokumentarfilmprojekt über die weltweiten Aufführungen des 'Volksfeind', das die unterschiedlichen Publikumsreaktionen in verschiedenen Nationen kartographieren sollte. Der Film wurde begonnen, aber offenbar nicht fertiggestellt – Trailer sind auf der Schaubühne-Webseite verfügbar.

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Nouveau Roman

Nouveau Roman

Alain Robbe-Grillet

Der Nouveau Roman war eine experimentelle Bewegung, die traditionelle Romanstrukturen auflöste und objektive Beschreibungen statt psychologischer Charakterzeichnung bevorzugte. Robbe-Grillet definierte damit moderne Literatur gegen konventionelle Erzählweisen neu.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 01:22:40 „Also was Rob Crier zum Beispiel mit dem Roman in Frankreich mal gemacht hat, die komplette Auflösung der Form, Nouveau Roman. Und dem, wie Jonathan Franzen heute noch schreibt, das sind eigentlich fast zwei Jahrhunderte, die dazwischen liegen.“

Ostermeier zieht eine Parallele zwischen der Dekonstruktion im Theater und in der Literatur. Er verweist auf Robbe-Grillets Nouveau Roman als Beispiel für die Auflösung erzählerischer Formen und stellt dem die konventionelle Erzählweise von Jonathan Franzen gegenüber, um zu zeigen, dass die Spannung zwischen Konstruktion und Dekonstruktion alle erzählenden Medien betrifft.

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Stromlinienbaby

Stromlinienbaby

· 1968

"Der Roman ist tot", verkündete der US-amerikanische Schriftsteller Tom Wolfe zu Beginn der 70er Jahre – es war der Beginn eines neuen Zeitalters: das des New Journalism. Wolfe bezeichnete mit diesem Begriff Schreibweisen zwischen Literatur und Journalismus, die zunächst in Kolumnen oder Reportagen, zunehmend aber auch in neuen Romantypen wie der 'Nonfiction Novel' zu finden waren.

🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:24:17 „Seit Stromlinienbaby oder so, also es gab ja dann auch so ein 70er Jahre. Also wenn das halt nicht alt heißt, ja.“

Jochen Wegner erwähnt 'Stromlinienbaby' beiläufig als Beispiel für die Einführung des Journalisten-Ichs in den Journalismus, als Ostermeier fragt, wie alt diese Erzählform sei. Die Nennung ist vage und dient nur als zeitliche Einordnung.

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Backstage

Backstage

Thomas Ostermeier · 2015

Oui, sur le plan de la technique de mise en scène, je m'intéresse beaucoup à la manière dont le venin suinte lentement à travers les fissures du plancher... Beaucoup de metteurs en scène se sentent plutôt handicapés par ces scènes où l'on fait raconter tant de choses aux personnages. Pour moi, qui suis voyeur, espionner le salon des autres est extrêmement fascinant.

🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:26:14 „Das Buch heißt Backstage, Ostermeyer, Theater der Zeit. Das liegt hier zufällig rum.“

Jochen Wegner weist auf das Buch 'Backstage' von Thomas Ostermeier hin, das im Verlag Theater der Zeit erschienen ist und offenbar im Studio liegt. Es wird im Zusammenhang mit der japanischen Kunstform Kintsugi erwähnt, die Ostermeier als Metapher für seinen Theateransatz nutzt.

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Kintsugi

Kintsugi

Japanische Kunstform der Keramik-Reparatur: Zerbrochenes Porzellan wird mit vergoldeten Fugen zusammengesetzt. Die Bruchstellen werden bewusst sichtbar gemacht – nicht versteckt – und verwandeln das Schadhafte in Schönheit. Das Kunstwerk symbolisiert Widerstandskraft und die Ästhetik der Unvollkommenheit.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 01:26:27 „Es gibt eine schöne Kunstform im Japanischen, das heißt Kitsungi. Und da geht es darum, dass das Porzellan erst dann schön ist, wenn es einmal kaputtgeschlagen wurde. Und dann machen die mit so goldenen Nähten, wird dieses Porzellanteil wieder zusammengesetzt.“

Ostermeier nutzt die japanische Kunstform Kintsugi – das Reparieren zerbrochener Keramik mit Gold – als Metapher für seinen eigenen Theateransatz. Er will das Dekonstruierte rekonstruieren, aber die Bruchlinien sichtbar lassen, statt so zu tun, als wäre nie etwas zerbrochen worden.

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M Theater

Die Möwe

Anton Tschechow

Tschechows Klassiker "Die Möwe" ist eine psychologische Studie über Künstler, Liebe und Enttäuschung an einem Landsitz. Die Londoner Inszenierung des Regisseurs Ostermeier mit Cate Blanchett gehört zu den modernen Interpretationen des russischen Theaters und wird im Podcast als Beispiel für die Unterschiede zwischen britischer und deutscher Theaterlandschaft herangezogen. Der persönliche Bezug des Sprechers zum Stück verdeutlicht dessen Bedeutung für zeitgenössische Kunstdiskurse.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 01:29:10 „Meine Freundin Brigitte Hobmeier, die auch die Demütigung in einer niederbayerischen Kindheit hinter sich hat und von daher verbindet uns sehr viel, auch die Liebe zum Theater, hat mich in London besucht, um den Endproben von der Möwe beizuwohnen. Mit Cate Blanchett?“

Ostermeier erwähnt seine Londoner Inszenierung von Tschechows 'Die Möwe' mit Cate Blanchett als Anlass für den Besuch seiner Freundin Brigitte Hobmeier. Dieser Besuch führt zu einem Gespräch über die Unterschiede zwischen der Londoner und der deutschen Theaterlandschaft.

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L Theater

The Lehman Trilogy

Sam Mendes

Dramatisches Theaterstück über die Aufstiegs- und Fallgeschichte der Lehman Brothers während der Finanzkrise von 2008. Sam Mendes' eindringliche Inszenierung verbindet intensive Schauspielkunst mit spektakulären Momenten und erzählt die Generationen des Bankhauses auf beeindruckende Weise.

🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:32:53 „Und man sieht da Stücke, weiß ich nicht, Sam Mendes war ich mal, der ein Stück über die Lehman Brothers gemacht hat. Das war echt beeindruckend. Es war auch so ein bisschen Popcorn, aber es war auch echt beeindruckend. Wie kann man ein Stück über die Lehman Brothers machen und denken, dass man damit Menschen wie mich begeistern kann?“

Jochen Wegner beschreibt seine Begeisterung für Sam Mendes' Londoner Inszenierung 'The Lehman Trilogy', um zu illustrieren, warum das Londoner Theater ihn so beeindruckt. Er nutzt das Beispiel als Kontrast zur deutschen Theaterlandschaft und fragt, warum solche Erlebnisse in Berlin seltener sind.

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Porträt über Thomas Ostermeier

Porträt über Thomas Ostermeier

Stefan Lebert

Porträt des Theaterregisseurs Thomas Ostermeier von ZEIT-Journalist Stefan Lebert. Der Artikel beleuchtet Ostermeiers persönliches Schicksal, insbesondere die Todesfälle in seiner Familie und deren prägenden Einfluss auf seine künstlerische Arbeit. Das Porträt untersucht, wie diese frühen Verluste ihn zu einem radikalen Denker geprägt haben, der ständig etablierte Konventionen hinterfragt und neu bewertet.

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:34:08 „Die Geschichte Stefan Lebert, unser sehr geschätzter Kollege, hat vor vielen Jahren, wie ich finde, ein fantastisches Porträt über sie geschrieben. Und da haben sie eben auch die Geschichte oder sehr viel der Geschichte erzählt von ihrem Vater, ihrem Großvater und dann auch von den frühen Todesfällen in ihrer Familie.“

Amend verweist auf ein Porträt, das der ZEIT-Journalist Stefan Lebert vor Jahren über Ostermeier geschrieben hat. Darin wurden die tragischen Todesfälle in Ostermeiers Familie erstmals ausführlich erzählt – so eindrücklich, dass Amend sich erinnert, beim Lesen gedacht zu haben, es könne nicht alles wahr sein.

Zum Artikel bei ZEIT Online Details
Will in the World

Will in the World

Stephen Greenblatt

"How did Shakespeare become Shakespeare? Stephen Greenblatt enables us to see, hear, and feel how an acutely sensitive and talented boy, surrounded by the rich tapestry of Elizabethan life - full of drama and pageantry, and also cruelty and danger - could have become the world's greatest playwright. Greenblatt makes inspired connections between an entertainment presented to Queen Elizabeth on a visit to the countryside during Shakespeare's boyhood and passages in A Midsummer Night's Dream; betwe...

🗣 Thomas Ostermeier empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:34:08 „Stephen Greenblatt, New Historicism, hat diese These in einer grandiosen Biografie über Shakespeare, Will in the World, heißt die, aufgestellt und hat gesagt, ja, deutet viel darauf hin, dass er Katholik war und dass seine Familie das noch heimlich gelebt und auch gefeiert hat.“

Ostermeier entwickelt die These, dass Shakespeares Vorliebe für Spiel-im-Spiel-Strukturen mit seinem vermuteten katholischen Glauben zusammenhängt – als Katholik musste er ständig den Protestanten spielen. Er gibt dann offen zu, diese Idee von Stephen Greenblatts Shakespeare-Biografie übernommen zu haben, die er als 'grandios' bezeichnet.

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Hamburger Dramaturgie

Hamburger Dramaturgie

Gotthold Ephraim Lessing · 2021

Keine ausführliche Beschreibung für "LESSING: HAMBURGISCHE DRAMATURGIE BD. 1/2 E-BOOK" verfügbar.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 01:34:45 „Wir schaffen keine Revolution, aber wir schaffen es, im Theater uns als ein Volk zu begreifen, was eine Sprache teilt. Lessing, Hamburger Dramaturgie.“

Ostermeier verweist auf Lessings 'Hamburger Dramaturgie' im Kontext seiner Analyse der historischen Funktion des deutschen Theaters. Er argumentiert, dass das Theater in Deutschland – anders als in Frankreich – die Aufgabe hatte, die in 365 Kleinstaaten zersplitterte Nation über Sprache und Kultur zusammenzuschmelzen.

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An Enemy of the People

An Enemy of the People

Henrik Ibsen

Theaterproduktion von Henrik Ibsens Klassiker "Ein Volksfeind" mit Schauspieler Matt Smith. Der Artikel illustriert ein grundsätzliches Problem des kommerziellen Londoner Westend-Theaters, wo der Starname der Produktion oft wichtiger ist als der künstlerische Inhalt. Dies verdeutlicht das im Podcast diskutierte System, in dem Produzenten Shows primär nach der Berühmtheit ihrer Hauptdarsteller bewerten.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:44:41 „Ich hab, was für die Blöder, ich sag jetzt irgendwas, Sam Mendes, Kevin Costner mit Wer den Wolf getötet hat. Ja, okay. Und dann überlegen die, wer zieht mehr?“

Ostermeier beschreibt das kommerzielle System des Londoner West End, wo Produzenten Shows nach Star-Power bewerten. Er erwähnt Matt Smith in 'Enemy of the People' als Beispiel für eine aktuelle Produktion, bei der der Star-Name ausschlaggebend ist.

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Richard III.

Richard III.

William Shakespeare

Shakespeares Tragödie über die Machtergreifung des englischen Königs Richard III. während der Rosenkriege. Das Stück dient häufig als Spiegel für zeitgenössische politische Verhältnisse, wie eine israelische Inszenierung bei den Wiener Festwochen zeigte, die das Klassische nutzte, um subtil über gegenwärtige Konflikte zu reflektieren.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 01:48:34 „Und wenn das stimmt, was die Theaterschaffler sagen, auch durchaus Texte vom anderen sich angeeignet haben für ihre Vorstellung und da reingeschrieben haben und dem geile Szenen geklaut haben. Also zum Beispiel diese berühmte Szene in Richard III. mit Lady Anne wird gesagt, das gibt es ja gar nicht, das war ja gar nicht Shakespeare, das hat jemand anders geschrieben, das hat er geklaut.“

Im Gespräch über den kompetitiven Aspekt des Theaters vergleicht Ostermeier die heutige West-End-Szene mit der elisabethanischen Ära. Er erzählt, dass Shakespeare und Marlowe sich gegenseitig beäugt und voneinander gestohlen haben sollen – als Beispiel nennt er die berühmte Szene mit Lady Anne in Richard III., die angeblich gar nicht von Shakespeare selbst stammt.

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Postdramatisches Theater

Postdramatisches Theater

Hans-Thies Lehmann · 2005

Einflussreiches Standardwerk der Theaterwissenschaft, das postdramatische Theaterformen analysiert und theoretische Werkzeuge für das Verständnis moderner, avantgardistischer Aufführungen bereitstellt. Ein Schlüsseltext für Regisseure und Theaterschaffende.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 01:50:43 „Wir aber, geschärft durch die Theaterwissenschaften und Hans-Thies Lehmann, es dekonstruieren können oder zumindest so tun können, als würden wir es verstehen. Also das ist ja wirklich eine Binnenkommunikation.“

Ostermeier erklärt, warum deutsches Regietheater im Ausland oft als 'Eurotrash' gilt: Das theoretische Gerüst von Hans-Thies Lehmann – gemeint ist sein einflussreiches Standardwerk über postdramatisches Theater – ermöglicht einer kleinen Insider-Bubble, avantgardistische Aufführungen zu decodieren, während ausländische Festivalmacher oft ratlos bleiben.

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N Theater

Nora – Ein Puppenheim

Henrik Ibsen

Klassisches norwegisches Schauspiel über eine Frau, die aus ihrer bevormundeten Rolle ausbricht. Die moderne Inszenierung überträgt die bürgerlichen Widersprüche des 19. Jahrhunderts unmittelbar in heutige Berliner Interieurs und macht so die universellen Konflikte um Individualität und Gesellschaft für zeitgenössisches Publikum unmittelbar lesbar.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 01:51:57 „Das war mit meinen Ibsen-Aufführungen, wo ich mit Nora ein Puppenheim einfach gesagt habe, das, was es an Biedermeier und neobürgerlichen Milieus zu beschreiben gibt in Berlin, das sehe ich in der Beschreibung des Bürgertums im ausklingenden 1900 bei Ibsen. Und du kannst das eigentlich eins zu eins übertragen.“

Ostermeier erklärt den Durchbruch seiner internationalen Karriere. Seine Ibsen-Inszenierung von 'Nora – Ein Puppenheim' war der Schlüssel: Er übertrug die bürgerlichen Widersprüche des 19. Jahrhunderts eins zu eins in heutige Berliner Interieurs und machte damit die Stücke für ein internationales Publikum unmittelbar lesbar.

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Hedda Gabler

Hedda Gabler

Henrik Ibsen

Hedda Gabler von Henrik Ibsen wird in dieser Inszenierung als "trojanisches Pferd" eingesetzt: Das klassische Drama verbirgt darin eine scharfsinnige Kritik am modernen Kapitalismus und seinen Widersprüchen. Diese Inszenierungsstrategie ermöglicht es, sowohl Theaterprofis als auch ein breites Publikum zu erreichen und zeitgenössische Fragen durch die Linse eines Klassikers zu erforschen.

🗣 Thomas Ostermeier zitiert daraus bei ⏱ 01:53:12 „Ich habe da immer von einem trojanischen Pferd gesprochen. Ich habe immer gesagt, ich behaupte, es wäre Hedda Gabler. Es steht Hedda Gabler drauf, aber da drinnen ist eigentlich eine Kritik an unserer Welt.“

Ostermeier beschreibt seine Inszenierungsstrategie als 'trojanisches Pferd': Auf dem Programmzettel steht Ibsens 'Hedda Gabler', aber im Inneren steckt eine Gegenwartskritik an den Widersprüchen des modernen Kapitalismus. So erreicht er sowohl Theaterprofis als auch ein breites Publikum.

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Der flexible Mensch

Der flexible Mensch

Richard Sennett · 2000

Sennett untersucht den zentralen Widerspruch zwischen persönlichen Werten und den Anforderungen des modernen Kapitalismus. Wie können wir unseren Kindern Moral und Integrität vermitteln, wenn der Markt Flexibilität und Ellenbogenmentalität verlangt? Ein scharfsinniger Essay über die inneren Spannungen unserer Leistungsgesellschaft.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 01:53:29 „Richard Sennett hat es in einem Buch mal sehr schön beschrieben, wo er gesagt hat, er ist in einem Flugzeug geflogen und mit einem jungen Vater neben ihm. Und der junge Vater hat so erzählt mit seinen Kindern und in der Ausbildung und in der Erziehung und hat dann irgendwann gesagt, dass er diese Spannung von dem, was er seinen Kindern an Werten mitgeben möchte in der Erziehung und dem, was der moderne Kapitalismus an Widerwärtigkeiten von einem verlangt, nicht aushält.“

Ostermeier nutzt eine Anekdote aus einem Buch von Richard Sennett, um das zentrale Thema seiner Theaterarbeit zu illustrieren: den unauflösbaren Widerspruch zwischen den Werten, die man seinen Kindern vermitteln will, und den Ellbogen-Mechanismen, die der Kapitalismus verlangt. Diese Spannung ist für Ostermeier auch der Kern von Ibsens Stücken.

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Interview mit der Nachfolgerin von Joe Chialo

Interview mit der Nachfolgerin von Joe Chialo

Interne Besetzung: Kai Wegner beruft Sarah Wedl-Wilson zur neuen Kultursenatorin. Vorgänger Joe Chialo war zurückgetreten. Die bisherige Staatssekretärin wird wohl den Sparkurs verteidigen, gegen den es viel Protest gibt.

🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:12:52 „Ich war sehr erstaunt, als jetzt seine Nachfolgerin, die ja vorher schon Staatssekretärin war, in seinem Ministerium, seinem ehemaligen Ministerium, jetzt im Spiegel ein Interview gegeben hat, in dem sie, also nicht nur andeutungsweise, sondern sehr direkt gesagt hat, naja, von Zusammenarbeit mit meinem Vorgänger konnte bisher keine Rede sein.“

Christoph Amend spricht über den Rücktritt des Berliner Kultursenators Joe Chialo und ein Spiegel-Interview seiner Nachfolgerin, die zuvor Staatssekretärin in seinem Ministerium war. Sie äußerte sich darin sehr direkt über die fehlende Zusammenarbeit mit ihrem Vorgänger, was Amend verblüfft hat.

Zum Artikel bei Spiegel Details
The Office

The Office

Ricky Gervais · 2005

In der Papiergroßhandelsfirma Dunder Mifflin herrscht der alltägliche Bürowahnsinn. Verkaufsleiter Michael Scott hält sich für einen lustigen Entertainer und den besten Chef der Welt. Für weitere Egokrämpfe sorgt der pedantische Nerd Dwight Schrute, der um Michaels Posten buhlt. Zum bunten Büro-Team gehören u. a. der talentierte wie unterforderte Jim Halpert, die scheue Sekretärin Pam Beesly, der übermotivierte Ryan Howard sowie der spätere Regionalmanager Andy Bernard und die ehrgeizige Karrier

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:23:34 „Da saß so richtig, eigentlich wie so eine amerikanische Fernsehserie oder englische The Office, da saß man hinterm Schreibtisch und sagt, ja, Herr Ostermeier, wie geht's?“

Thomas Ostermeier beschreibt die absurde Situation, als er nach seinem Sat.1-Fernsehauftritt zum Zivi-Streik am nächsten Morgen zum Chef seiner Zivildienststelle einbestellt wurde. Die steife, bürokratische Atmosphäre des Gesprächs vergleicht er mit einer Szene aus der britischen Serie The Office.

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Godspeed You! Black Emperor

Godspeed You! Black Emperor

Godspeed You! Black Emperor ist eine kanadische Post-Rock-Band, deren düstere und atmosphärische Musik als Untermalung für Theaterinszenierungen eingesetzt wird. Der Regisseur Ostermeier nutzt ihre Musik in seiner Hamlet-Produktion, um einen cineastischen Kontrast zur Slapstick-Comedy auf der Bühne zu schaffen. Die Band wird als großartig empfohlen und ist bekannt für ihre instrumentalen Kompositionen mit melancholischem, expansivem Sound.

🗣 Thomas Ostermeier empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:58:07 „Obwohl es reinster Slapstick ist und dann aber so eingebettet in so ein düsteres Regen und Schirm und Godspeed You Black Emperor ist die Band, die da zu Gehör gebracht wird. Ja, die heißt so. Gut, dass wir das jetzt auch wissen. Ja, ist eine grandiose Band. Kann ich nur empfehlen.“

Im Gespräch über seine Hamlet-Inszenierung erwähnt Ostermeier die Post-Rock-Band Godspeed You! Black Emperor als musikalische Untermalung der Eröffnungsszene. Er empfiehlt die Band ausdrücklich und beschreibt, wie ihre düstere Musik einen Kontrast zum Slapstick auf der Bühne bildet.

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Podcast-Interview mit Brian Eno

Podcast-Interview mit Brian Eno

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🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:59:19 „Ich habe gerade ein Podcast-Interview gehört mit Brian Eno, dem Musiker. Und der hat jetzt auch gerade ein Buch über Kunst allgemein, glaube ich, geschrieben.“

Amend erwähnt ein kürzlich gehörtes Podcast-Interview mit Brian Eno, ohne den konkreten Podcast-Namen zu nennen. Der Inhalt dieses Interviews – Enos These über Spiel und Kunst – wird als Gesprächsimpuls genutzt.

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Shakespeare-Inszenierungen (Hamlet, Richard III.)

Shakespeare-Inszenierungen (Hamlet, Richard III.)

William Shakespeare / Daniel Kehlmann

Zwei klassische Shakespearestücke: Hamlet und Richard III. Thematisiert Shakespeare als Volkskultur und die dramaturgische Kunst der Kürzung in modernen Inszenierungen – ein Schwerpunkt auf der Adaptabilität klassischen Theaters.

🗣 Amend referenziert bei ⏱ 03:04:08 „Daniel Kehlmann doch bei uns erzählt hat, dass er auch so ein Vergnügen hatte, den Mann zu kürzen. Kafka.“

Amend erwähnt, dass Daniel Kehlmann in einer früheren Podcast-Folge vom Vergnügen erzählt hat, Shakespeare zu kürzen. Es folgt eine Diskussion über Shakespeares Theater als damalige Volkskultur.

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Daniel Kehlmanns Kafka-Bearbeitung

Daniel Kehlmanns Kafka-Bearbeitung

Daniel Kehlmann · 2006

Kehlmanns Bearbeitung von Kafka-Werken, bei der er klassische Texte des Dichters kürzt und neu strukturiert. Ein literarisches Experiment in Reduktion, das Kafkas wesentliche Themen und Stil bewahrt, während es sie für zeitgenössische Leser zugänglicher macht.

🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:05:39 „Weil Daniel Kehlmann doch bei uns erzählt hat, dass er auch so ein Vergnügen hatte, den Mann zu kürzen. Kafka.“

Amend verweist auf eine frühere Alles-gesagt-Folge mit Daniel Kehlmann, der über sein Vergnügen beim Kürzen von Kafka-Texten gesprochen hat. Die Erwähnung dient als Parallele zur Diskussion darüber, dass man Shakespeare-Stücke kürzen muss, damit sie für heutige Zuschauer funktionieren.

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Leonce und Lena

Leonce und Lena

Georg Büchner

Absurdes Theaterstück von Georg Büchner über eine Liebe in surrealer Atmosphäre. Büchner schrieb das Werk kurz vor seinem frühen Tod; es bleibt ein meisterliches Beispiel seiner innovativen dramatischen Kunst und wird bis heute inszeniert.

🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 03:06:21 „Das ist aus Leos und Lena. Die Welt ist wie eine Zwiebel. Da sind nichts als Schalen und dahinter sind Schalen und am Ende ist da gar nichts. Ich habe das jetzt schlecht zitiert, weil es nicht ganz präzise ist.“

Wegner zitiert aus Büchners 'Leonce und Lena' – wenn auch unpräzise, wie er selbst einräumt – um die Metapher der Verschachtelung zu illustrieren, die er in Shakespeares Stücken sieht. Ostermeier korrigiert ihn implizit, indem er vermutet, das Zitat stamme aus einem anderen Werk.

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Rosencrantz and Guildenstern Are Dead

Rosencrantz and Guildenstern Are Dead

Tom Stoppard · 1991

Rosenkranz und Güldenstern sind Nebenfiguren aus Shakespeares Hamlet, deren Schicksal hinlänglich bekannt sein dürfte. Wir begegnen den beiden armen, fahrenden Scholaren, die unterwegs zum Hof des dänischen Königs Claudius sind, um den Prinzen aufzuheitern. Äußerlich wirken die beiden wie abgerissene Schnorrer und ziemlich stumpf, sie entpuppen sich im Gespräch aber als äußerst geistreich.

🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:06:35 „Weil es gibt zum Beispiel einen Film, der heißt, glaube ich, Rosenkranz und Güldenstern sind tot, wo aus der Sicht von Rosenkranz und Güldenstern dieses Stück erzählt wird. Das ist ein Film, wo die dann aufwachen eines Morgens und an den Hof des Königs gerufen werden.“

Wegner bringt den Film als Beispiel für die Komplexität und Verschachtelung in Shakespeares Werk. Er staunt darüber, wie genial Shakespeare gewesen sein muss, in einer so 'wilden Zeit' derart meta-theatralische Strukturen zu erfinden, die Jahrhunderte später noch zu eigenständigen Werken inspirieren.

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Die Mausefalle (The Mousetrap) - Szene in Hamlet

Die Mausefalle (The Mousetrap) - Szene in Hamlet

William Shakespeare

Die Mausefallen-Szene aus Shakespeares Hamlet ist eine berühmte meta-theatralische Sequenz, in der eine Schauspielgruppe das Verbrechen des Königs vor Publikum aufführt. Diese Spiel-im-Spiel-Struktur dient dazu, den König und die Königin mit ihrer eigenen kriminellen Tat zu konfrontieren. Die Szene zeigt Shakespeares dramaturgische Raffinesse im Umgang mit Wahrheit und Täuschung und erklärt, wie Theater als Instrument zur Aufdeckung von Verbrechen fungieren kann.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 03:07:19 „Die berühmte Mausefalle bei Hamlet, einen irrsinnigen Spaß daran, König und Königin damit konfrontiert zu sehen, dass ihre eigene kriminelle Tat, ihr Verbrechen von einer Schauspielgruppe gespielt wird. Das ist ja das, was in der Mousetrap passiert.“

Ostermeier erklärt das Spiel-im-Spiel-Prinzip bei Shakespeare am Beispiel der berühmten Mausefallen-Szene in Hamlet, in der eine Schauspielgruppe das Verbrechen des Königs nachspielt. Er argumentiert, dass auch das einfache Volk an dieser meta-theatralischen Struktur Freude hatte.

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Verfall und Ende des öffentlichen Lebens

Verfall und Ende des öffentlichen Lebens

Richard Sennett · 2008

Soziologische Analyse des Verlusts der öffentlichen Rollenkultur in der Moderne. Sennett untersucht, wie der Rückzug ins Private und der Verfall gemeinsamer sozialer Rollen zur Desintegration des öffentlichen Lebens führt. Eine Studie über den Zusammenbruch von Öffentlichkeit und Authentizität in urbanen Gesellschaften.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:09:09 „Da müsste man jetzt mit Richard Sennett sich drüber unterhalten oder mit Helmut Plessner hat da drüber geschrieben oder Norbert Elias. Das sind ja auch soziologische Überlegungen.“

Ostermeier entwickelt die These, dass uns das Verständnis vom 'spielenden Menschen' abhandengekommen ist und stattdessen ein 'Terror der Authentizität' herrscht. Er verweist auf Richard Sennett als Soziologen, der über den Verlust der öffentlichen Rollenkultur geschrieben hat, ohne ein konkretes Werk zu nennen.

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Die Stufen des Organischen und der Mensch

Die Stufen des Organischen und der Mensch

Helmut Plessner · 2017

Klassisches Werk des Philosophen Helmut Plessner zur anthropologischen Grundfrage, wie sich der Mensch vom organischen Leben unterscheidet und welche Rolle Körperlichkeit für menschliche Existenz spielt. Plessner untersucht die Spannung zwischen öffentlicher Rolle und privater Identität, ein zentrales Thema für soziologische Überlegungen zum Verlust des spielerischen Selbstverständnisses. Das Buch bietet theoretische Grundlagen für Diskussionen über die Balance zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und authentischem Selbstsein.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:09:09 „Da müsste man jetzt mit Richard Sennett sich drüber unterhalten oder mit Helmut Plessner hat da drüber geschrieben oder Norbert Elias. Das sind ja auch soziologische Überlegungen.“

Im Kontext seiner These über den Verlust des spielerischen Selbstverständnisses verweist Ostermeier auf den Philosophen Helmut Plessner, der über die Differenz zwischen öffentlicher Rolle und privater Identität geschrieben hat. Das konkrete Werk wird nicht genannt.

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Über den Prozess der Zivilisation

Über den Prozess der Zivilisation

Norbert Elias

Das Werk untersucht den Zivilisationsprozess als historische Entwicklung von Affektkontrolle: Menschen werden zunehmend sensibler, Aggressivität wird weniger toleriert, gegenseitige Rücksichtnahme erweitert sich. Diese Sublimierung roher Impulse ermöglicht Spitzenleistungen, führt aber auch zu Überempfindlichkeit und neurotischen Reaktionen.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:09:09 „Da müsste man jetzt mit Richard Sennett sich drüber unterhalten oder mit Helmut Plessner hat da drüber geschrieben oder Norbert Elias. Das sind ja auch soziologische Überlegungen.“

Als dritten Denker neben Sennett und Plessner nennt Ostermeier den Soziologen Norbert Elias im Zusammenhang mit der Frage, wann und warum die westliche Gesellschaft das spielerische Selbstverständnis verloren hat. Kein konkretes Werk wird genannt.

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Falstaff

Falstaff

William Shakespeare

Falstaff ist eine der faszinierendsten Figuren William Shakespeares, eine komplexe Mischung aus Witz, Feigheit und Menschlichkeit. Die Legende besagt, dass Shakespeare diese Figur speziell für einen bestimmten Schauspieler seiner Zeit geschrieben hat – ein Aspekt, der Ostermeiers Interesse am kreativen Zusammenspiel zwischen Dramatiker und Darsteller widerspiegelt. Das Werk wirft Fragen darüber auf, wie persönliche Beziehungen zwischen Autor und Performer die Kunstwerk prägen und inwieweit Rollen für konkrete Talente gestaltet werden.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 03:15:09 „Ich würde ihn auch ganz viel fragen über sein Verhältnis zu Schauspielern und auch die Frage, hast du den Falstaff wirklich für den Schauspieler geschrieben, so wie es erzählt wird?“

Im Rahmen des Gedankenspiels, Shakespeare persönlich zu befragen, interessiert Ostermeier die Legende, dass die Figur Falstaff speziell für einen bestimmten Schauspieler geschrieben wurde – eine Frage, die sein Interesse am Zusammenspiel zwischen Autor und Darstellern widerspiegelt.

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King Lear

King Lear

William Shakespeare

König Lear dankt seinem Thron ab und verteilt sein Reich unter seinen drei Töchtern, wird jedoch von den beiden älteren hintergangen, während die jüngste verstößen wird. Das Werk entfaltet sich als düstere Tragödie von Machtmissbrauch, Wahnsinn und Familie, die mit dem Verlust aller Beteiligten endet. Shakespeare erforscht hier die Brüchigkeit menschlicher Beziehungen und die katastrophalen Folgen fehlgeleiteter Urteile.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 03:15:48 „Bei King Lear würde ich Ihnen fragen, warum endet oder warum kriegt das Stück nach dem ersten Akt keine Luft unter die Flügel? Also das ist einfach so, das ist ein grandioser erster Akt und danach ist das Stück eigentlich vorbei.“

In einem Gedankenspiel, was er Shakespeare persönlich fragen würde, übt Ostermeier als Regisseur strukturelle Kritik an King Lear: Der erste Akt sei grandios, aber danach verliere das Stück an Spannung. Das illustriert seine generelle Beobachtung, dass Shakespeare-Stücke oft Probleme im dritten bis fünften Akt haben.

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Der blinde Fleck

Der blinde Fleck

Stefan Lebert

„Der blinde Fleck" setzt sich mit der persönlichen Aufarbeitung der eigenen Familienvergangenheit in Bezug auf die NS-Zeit auseinander. Das Werk wirft die Frage auf, wie man sich mit dem Erbe von Familienmitgliedern auseinandersetzt, die in dieser Periode verstrickt waren. Es ist relevant, weil es paradigmatisch zeigt, welche Lücken und Verdrängungsmechanismen bei der Aufklärung von Familiengeschichte entstehen können.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 03:24:07 „Habt ihr diesen Kommentar von Hilmar Klute gelesen in der Süddeutschen? Der hat am Wochenende einen interessanten Kommentar geschrieben, übrigens auch als Antwort auf das Buch Der blinde Fleck von eurem Kollegen Stefan Lebert.“

Ostermeier erwähnt das Buch im Zusammenhang mit der Debatte um die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit der eigenen Familie. Hilmar Klute habe in der Süddeutschen auf Leberts Buch geantwortet und gefragt, ob man sich nicht besser um den aktuellen Faschismus kümmern solle.

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Stranger Things

Stranger Things

Matt Duffer, Ross Duffer / Netflix · 2025

Nach dem Verschwinden eines Jungen treten in einer Kleinstadt geheime Regierungsexperimente, übernatürliche Kräfte und ein merkwürdiges kleines Mädchen zutage.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:37:41 „Vor allen Dingen von dem Royal Court, das damals von Stephen Daldry geleitet wurde, den wir heute kennen als den Showrunner von Stranger Things oder als den Filmemacher von Billy Elliot, I Will Dance oder The Hours.“

Ostermeier erzählt von der Entstehung der Baracke am Deutschen Theater und erwähnt Stephen Daldry, der damals das Royal Court Theatre leitete. Er ordnet Daldry für heutige Hörer ein, indem er ihn als Showrunner von Stranger Things beschreibt.

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Billy Elliot - I Will Dance

Billy Elliot - I Will Dance

Stephen Daldry · 2000

Billy Elliot lernt seinem Vater Jackie zuliebe boxen, damit er sich auch im wahren Leben durchschlagen kann. Doch eines Tages entdeckt Billy seine Liebe zum klassischen Tanz und gibt den Boxunterricht auf, um in die Ballettschule gehen zu können. Wie man sich denken kann, sehr zum Leidwesen seines Vaters. Der verbietet Billy nämlich, das aus seiner Sicht unmännliche Tanzen fortzusetzen. Aber Billy ist nicht allein.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:37:41 „den wir heute kennen als den Showrunner von Stranger Things oder als den Filmemacher von Billy Elliot, I Will Dance oder The Hours.“

Stephen Daldrys Film Billy Elliot wird als Referenz genannt, um den ehemaligen Leiter des Royal Court Theatre für heutige Hörer einzuordnen. Daldry war es, der die neuen britischen Dramatiker entdeckte, deren Stücke Ostermeier dann in der Baracke inszenierte.

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The Hours

The Hours

Stephen Daldry · 2002

Drei Zeitperioden, drei Frauen, drei Geschichten, die auf eigenartige Weise durch das Buch „Mrs. Dalloway“ miteinander verknüpft sind. Virginia Woolf, die berühmte Schriftstellerin, kämpft in einem Londoner Vorort gegen ihre kranke Psyche. Aber heute wird sie dennoch schreiben: Die Anfangssequenz ihres bedeutenden Romans und dessen Hauptfigur „Mrs. Dalloway“. Laura Brown fristet ein Dasein, das nur noch von der Macht der Gewohnheit bestimmt wird.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:37:41 „den wir heute kennen als den Showrunner von Stranger Things oder als den Filmemacher von Billy Elliot, I Will Dance oder The Hours.“

Daldrys Film The Hours wird als weiteres Werk genannt, das ihn heute bekannt macht – im Kontrast zu seiner früheren Rolle als Theaterintendant des Royal Court, wo er Sarah Kane und Mark Ravenhill entdeckte.

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Fette Männer im Rock

Fette Männer im Rock

Nicky Silver

Englisches Theaterstück von Nicky Silver über eine dysfunktionale Familie. Das Werk gehört zu den zeitgenössischen angelsächsischen Dramen, die Dramaturg Michael Ebert für das Deutsche Theater zusammengetragen hat und die zum Grundstein von Regisseur Ostermeiers künstlerischer Karriere wurden.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 03:38:40 „Fette Männer im Rock von Nicky Silver, Messer in Hen von David Harrow, Shopping and Fucking von Mark Ravenhill, Zerbombt von Sarah Kane.“

Ostermeier zählt die Stücke auf, die er in der Baracke am Deutschen Theater inszenierte. Diese angelsächsischen Stücke hatte der Dramaturg Michael Ebert gesammelt, weil sie sonst niemand am Haus machen wollte. Sie wurden zum Grundstein von Ostermeiers Karriere.

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M Theater

Messer in Hennen

David Harrower

Messer in Hennen ist ein Einakter des schottischen Dramatikers David Harrower. Das Stück thematisiert Gewalt und Manipulation in zwischenmenschlichen Beziehungen und gehört zur britischen In-Yer-Face Theatre Bewegung. Es wurde unter anderem von Regisseur Thomas Ostermeier inszeniert und prägte seinen Durchbruch mit zeitgenössischen angelsächsischen Dramen.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 03:38:40 „Fette Männer im Rock von Nicky Silver, Messer in Hen von David Harrow, Shopping and Fucking von Mark Ravenhill, Zerbombt von Sarah Kane.“

David Harrowers Stück wird als eines der angelsächsischen Dramen genannt, die Ostermeier in der Baracke inszenierte und die seinen Durchbruch als Regisseur begründeten.

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S Theater

Shopping and Fucking

Mark Ravenhill

Markravenhill Stück über Konsum, Beziehungen und Identität in der urbanen Gegenwart. Ein provokatives Drama, das in der 1990er-Theaterlandschaft bahnbrechend wirkte und Ostermeier als ideales Material zum Provozieren diente.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 03:38:40 „Fette Männer im Rock von Nicky Silver, Messer in Hen von David Harrow, Shopping and Fucking von Mark Ravenhill, Zerbombt von Sarah Kane. Und so weiter und so weiter.“

Mark Ravenhills provokantes Stück war eines der zentralen Werke der Baracke-Zeit. Ostermeier gibt später zu, dass er das Stück 'gar nicht so geliebt' habe, es aber tolles Material gewesen sei, um 'Spaß zu haben und ein bisschen auf die Kacke zu hauen'.

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Z Theater

Zerbombt

Sarah Kane

Provokatives Theaterstück über den Zusammenbruch einer Liebesbeziehung vor Kriegshintergrund. Kane dekonstruiert romantische Ideale radikal und verwebt intime Zerstörung mit gesellschaftlicher Gewalt. Schlüsselwerk des zeitgenössischen britischen Theaters, das die Grenzen des Darstellbaren verschiebt.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 03:38:40 „Fette Männer im Rock von Nicky Silver, Messer in Hen von David Harrow, Shopping and Fucking von Mark Ravenhill, Zerbombt von Sarah Kane.“

Sarah Kanes 'Zerbombt' (Blasted) wird als eines der Schlüsselstücke der Baracke genannt. Ostermeier spricht im Anschluss ausführlich über Kane und ihre Bedeutung – sie habe die romantische Liebe dekonstruiert und sei eine der wenigen Dramatikerinnen ihrer Generation, die heute noch relevant sei.

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Recherche Faust Arto

Recherche Faust Arto

Thomas Ostermeier

Artaud-inspirierte Diplom-Inszenierung von Thomas Ostermeier, basierend auf Georg Heyms Faust-Fragment von 1911. Diese deutsch-französische avantgardistische Variation zeigt Ostermeiers künstlerische Anfänge an der Ernst-Busch-Schule.

🗣 Wegner referenziert bei ⏱ 03:43:24 „Das Stück, warum man damals auf sie aufmerksam wurde, war ja dieses Recherche-Faust-Arto-Stück.“

Wegner zitiert eine TAZ-Rezension von Ostermeiers frühem Stück Recherche Faust Arto, das im BAT Studiotheater Premiere hatte und mit dem Ostermeier erstmals Aufmerksamkeit erregte.

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Faust (Fragment)

Faust (Fragment)

Georg Heym

Georg Heyms Faust-Fragment von 1911 ist eine expressionistische Literaturvorlage, die Regisseur Thomas Ostermeyer für seine Diplom-Inszenierung an der Ernst-Busch-Schauspielschule adaptiert hat. Die Inszenierung verbindet das klassische Faust-Motiv mit expressionistischen Elementen und dokumentiert eine wichtige Regiearbeit im deutschen Theaterschaffen. Das Fragment zeigt Heyms Auseinandersetzung mit dem Faustmythos in einer modernen Interpretation.

🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:45:14 „Diese Atro-inspirierte Variation auf das Faustfragment von Georg Heim aus dem Jahr 1911 ist die Diplom-Inszenierung des Ernst-Busch-Regie-Schülers Thomas Ostermeyer.“

Georg Heyms Faust-Fragment von 1911 war die literarische Vorlage für Ostermeiers Diplom-Inszenierung an der Ernst Busch. Das Fragment wird im Kontext einer Taz-Rezension erwähnt, die Wegner vorliest.

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TAZ-Rezension zu Recherche Faust Atro

TAZ-Rezension zu Recherche Faust Atro

Petra Kose

Der Artikel untersucht die kulturhistorische Bedeutung der Faust als Symbol in verschiedenen Kontexten – von südkoreanischen Kampfsportarten bis zur afroamerikanischen Black-Panther-Bewegung. Die taz-Rezension würdigt Regisseur Thomas Ostermeiers Diplominszenierung einer modernen Faust-Variation an der Ernst Busch Schauspielschule als bildmächtige und kraftvolle Theaterarbeit.

🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:45:14 „Diese Atro-inspirierte Variation auf das Faustfragment von Georg Heim aus dem Jahr 1911 ist die Diplom-Inszenierung des Ernst-Busch-Regie-Schülers Thomas Ostermeyer. Eine Arbeit, die so kraftvoll ist... Nun denn, es war außergewöhnlich gut.“

Jochen Wegner liest aus einer TAZ-Rezension von Petra Kose vor, die Ostermeiers Diplominszenierung an der Ernst Busch besprach und als kraftvoll und bildmächtig lobte – möglicherweise eine der ersten Rezensionen über Ostermeier überhaupt.

Zum Artikel bei taz Details
Dantons Tod

Dantons Tod

Georg Büchner

Georg Büchners dramatisches Werk "Dantons Tod" thematisiert die existenzielle Desillusionierung eines revolutionären Idealisters, der an der Bedeutungslosigkeit des alltäglichen Lebens zerbricht. Danton verkörpert den verlorenen Glauben an die Revolution und kämpft gegen die erdrückende Langeweile der Wiederholung – ein Zustand, der sowohl die persönliche als auch die politische Sinnlosigkeit offenbart. Das Drama stellt fundamentale Fragen zur menschlichen Existenz und der Fähigkeit, angesichts von Absurdität und Alltäglichkeit weiterzuleben.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 03:47:27 „Also die Stücke, die ich wirklich liebe, wie zum Beispiel D'Anton's Tod, waren grandiose Misserfolge. Aber die habe ich so schlimm gemacht.“

Ostermeier nennt Büchners 'Dantons Tod' als Beispiel für ein Stück, das er so sehr liebte, dass seine Ehrfurcht vor dem Text ihn als Regisseur lähmte. Die Inszenierung sei ein 'grandioser Misserfolg' gewesen, weil er 'in Ehrerbietung und Anbetung erstarrt' sei.

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Die Möwe (Inszenierung Barbican London)

Die Möwe (Inszenierung Barbican London)

Thomas Ostermeier

Ostermeiers international beachtete Inszenierung von Tschechows "Die Möwe" am Londoner Barbican mit einer Starbesetzung um Cate Blanchett, Emma Corrin und weiteren namhaften Schauspielern. Das Bühnenbild der Bühnenbildnerin Magda Willi mit charakteristischem Schilf-Horizont prägte das Gesamterlebnis entscheidend. Der Artikel dokumentiert dieses hochrangige Theaterereigis, das für deutschsprachiges Publikum als bedeutsamer Kulturhöhepunkt der zeitgenössischen Theaterszene von Interesse ist.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 03:51:10 „Wobei das Besondere nicht unbedingt jetzt nur war, meine Möweentzündung, das hatte schon auch was damit zu tun. Wir sind jetzt dabei. Wie Cate Blanchett mit Emma Corrin und Tom Berg und Cody Smith-McPhee und Tanya Reynolds auf einer Bühne stehen.“

Ostermeier beschreibt seine Inszenierung von Tschechows 'Die Möwe' am Londoner Barbican mit 1300 Plätzen. Die Starbesetzung mit Cate Blanchett, Emma Corrin und anderen machte den Abend zu einem besonderen Ereignis. Die Bühnenbildnerin Magda Willi schuf ein umschließendes Bühnenbild mit Schilf-Horizont.

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Sex Education

Sex Education

· 2019

Nerd Otis hat dank seiner Mutter, einer Sexualtherapeutin, alle Antworten parat. Daher will seine rebellische Mitschülerin Maeve in der Schule eine Sextherapieklinik eröffnen.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:51:17 „Tanya Reynolds ist aus Sex Education diese tolle Frau, die diese Comics zeichnet, diese Wahnsinns-Science-Fiction-Pornos zeichnet, diese wirklich tolle Schauspielerin, oder?“

Ostermeier erwähnt die Netflix-Serie Sex Education, um die Schauspielerin Tanya Reynolds einzuordnen, die in seiner Londoner Möwen-Inszenierung am Barbican mitspielte. Er zeigt sich beeindruckt von der Besetzung, zu der auch Cate Blanchett und Emma Corrin gehörten.

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Reportage über Thomas Ostermeier in Paris

Reportage über Thomas Ostermeier in Paris

Elisabeth Räther

Die Berliner Schaubühne begeistert Paris mit ihrem Gastspiel, unter der Regie von Thomas Ostermeier, der als Genie gefeiert wird. Eine Reportage von Elisabeth Räther dokumentiert Ostermeiers intensive Arbeitsmethode bei den Proben und zeigt, wie er pausenlos Notizen macht und jedes Detail der Inszenierung perfektioniert. Mit Stars wie Nina Hoss erzielte die Produktion großen Erfolg beim französischen Publikum und in der Kritik.

🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:53:59 „Ich habe in der Vorbereitung noch mal diese Reportage gelesen, von unserer Kollegin Elisabeth Räther, die mal mit Ihnen in Paris war. Nina Hoss, war das Nina Hoss auch? War auch im Zeitmagazin erschienen.“

Christoph Amend spricht über eine Reportage im Zeitmagazin, in der Elisabeth Räther Ostermeier bei Proben in Paris begleitete und beschrieb, wie er sich pausenlos Notizen macht über alles, was auf der Probe nicht funktioniert.

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Stereophonic

Stereophonic

Stereophonic ist ein modernes Theaterstück, das am Broadway aufgeführt wird und etwa viereinhalb Stunden dauert. Die Anekdote eines Theaterbesuchers zeigt, wie fesselnd die Produktion selbst für Theaterneulinge sein kann – der Zuschauer blieb vollständig in der Handlung gefangen, obwohl sein Tinder-Date ihn verließ.

🗣 Thomas Ostermeier empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:58:55 „Es war ein langer Theaterabend, es war Stereophonic, ein ganz tolles neues Stück, was viereinhalb Stunden geht. Und ich hätte wetten können, dass der in der Pause spätestens geht. Bis zum Schluss geblieben.“

Ostermeier erzählt eine Anekdote aus einem Londoner Theater, wo ein Mann von seinem Tinder-Date versetzt wurde, weil die Frau es nicht aushielt, im Theater zu sitzen. Der zurückgelassene Mann blieb trotzdem den gesamten viereinhalb Stunden langen Abend von Stereophonic und amüsierte sich prächtig – für Ostermeier ein Beweis, dass Theater auch Nicht-Theatergänger begeistern kann.

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Germania 3 – Gespenster am toten Mann

Germania 3 – Gespenster am toten Mann

Heiner Müller

Heiner Müllers Drama "Germania 3 – Gespenster am toten Mann" wird anhand seines Schlusssatzes als Antwort auf die Zukunft des Theaters analysiert. Der Regisseur interpretiert die Dunkelheit und das Wort "Genossen" als Spannungsfeld zwischen Rest des utopischen Sozialismus und Abwesenheit von Heilsversprechen. Das Stück wird hier als zentrales Werk der deutschsprachigen Theatermoderne vorgestellt, das zeitgenössische Fragen nach Theater, Politik und Zukunft formuliert.

🗣 Thomas Ostermeier zitiert daraus bei ⏱ 04:03:53 „Heiner Müller hat gesagt in seinem schönen Stück Germania 3, letzter Satz, dunkel genossen ist der Weltraum sehr dunkel. Also, das ist die Zukunft des Theaters.“

Auf die Frage nach der Zukunft des Theaters antwortet Ostermeier mit dem letzten Satz aus Heiner Müllers Stück Germania 3. Er interpretiert den Satz ausführlich: Das Wort 'Genossen' als Rest utopischen Sozialismus, die Dunkelheit als Abwesenheit eines Glücksversprechens – und doch die Tatsache, dass es noch Genossen gibt. Für ihn ist das zugleich die Antwort auf die Zukunft des Theaters.

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Artikel über die Krise des Theaters

Artikel über die Krise des Theaters

Robin Detje

Robin Detje, langjähriger Theaterkritiker der ZEIT, entwickelt in diesem Artikel die These, dass die Qualität des Theaters untrennbar mit dem Zustand der Gesellschaft verbunden ist. Theater kann demnach nur so gut sein wie die Gesellschaft, in der es existiert – Stagnation im gesellschaftlichen Leben überträgt sich direkt auf die Bühne. Regisseur Thomas Ostermeier bezeichnet diesen Artikel als prägend für sein eigenes Denken über Theater. Die These ist zu einem zentralen Referenzpunkt in der deutschen Theaterdebatte über Relevanz und gesellschaftliche Funktion des Theaters geworden.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 04:05:25 „Es gab mal einen wichtigen Artikel in der Zeit von Robin Detje, der eine Zeit lang die Theaterkritik in Deutschland geprägt hat. Und der hat gesagt, dass Theater kann immer nur so gut sein, wie die Gesellschaft um es rum.“

Im Kontext der Frage nach der Zukunft des Theaters verweist Ostermeier auf einen für ihn prägenden Artikel von Robin Detje in der ZEIT. Dessen These: Theater stagniert, wenn die Gesellschaft stagniert – die Qualität des Theaters ist immer ein Spiegel der Gesellschaft. Ostermeier übernimmt diese Diagnose und wendet sie auf seine eigene pessimistische Einschätzung an: Die düstere Zukunft liegt nicht am Theater selbst, sondern an der Welt.

Zum Artikel bei ZEIT Online Details
Hamlet in Palestine

Hamlet in Palestine

Thomas Ostermeier · 2013

Hamlet in Palestine ist ein Dokumentarfilm von Regisseur Thomas Ostermeier, der seine persönlichen Erfahrungen in Palästina verarbeitet. Der Film wurde international veröffentlicht, ist aber in Deutschland nicht verfügbar. Ostermeier setzt sich mit den politischen und menschlichen Dimensionen des Konflikts auseinander und nutzt dabei Bezüge zu Shakespeares Hamlet als thematischen Rahmen.

🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 04:16:39 „Es gibt einen Film, Hamlet in Palestine. Und Sie müssen erklären, worum es in diesem Film geht. Das wäre meine erste Bitte und dann könnten wir vielleicht davon ein paar Ableitungen machen.“

Wegner bringt Ostermeiers Dokumentarfilm Hamlet in Palestine ins Gespräch. Der Film handelt von Ostermeiers Freund Giuliano Mer-Khamis, der 2011 vor seinem Freedom Theater im Flüchtlingslager Jenin erschossen wurde. Ostermeier hat darin mit allen gesprochen, die Hinweise auf den Mörder haben könnten – der Titel verweist auf Hamlets Gefühl, nicht zu wissen, was wahr und was falsch ist. Ein langes Gespräch über den Nahostkonflikt und die Rolle deutscher Kulturschaffender schließt sich an.

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Foucault und der Poststrukturalismus

Foucault und der Poststrukturalismus

Michel Foucault / Strukturalisten

Michel Foucault und die Strukturalisten waren zentral für die intellektuelle Prägung des Theatermachers Ostermeier. Sein Lehrer Wolfgang Engler vermittelte ihm an der Ernst Busch diese philosophischen Strömungen, die seine spätere Theaterarbeit grundlegend beeinflussten. Der Artikel erläutert Foucaults poststrukturalistisches Denken und dessen Bedeutung für die moderne Theatertheorie.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 04:34:45 „der hat mich mit dem ganzen... Strukturalisten und Poststrukturalisten und Foucault und“

Ostermeier erzählt, dass sein Lehrer Wolfgang Engler an der Ernst Busch ihn mit Foucault und den Strukturalisten bekannt gemacht hat, was prägend für seine Theaterarbeit war.

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B Theater

Bucketlist

Nia Eli

Experimentelles Theaterstück von Nia Eli über Traumatisierung und Orientierungslosigkeit nach dem 7. Oktober. Das Stück verzichtet auf explizite Nennung des Datums, nutzt Bucketlisten-Konzepte, um die emotionalen Nachwirkungen und existenzielle Verunsicherung zu erforschen.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 04:35:06 „Und die hat mit Bucketlisten Abend über den 7. Oktober gemacht, der dieses Datum nicht erwähnt, aber jeder geneigte Zuschauer merkt, es erzählt von Traumatisierung und Orientierungslosigkeit.“

Ostermeier beschreibt eine Theaterarbeit der Künstlerin Nia Eli, die zwei Tage nach dem Hamas-Anschlag an der Schaubühne zu proben begann. Das Stück handelt indirekt vom 7. Oktober – über Traumatisierung und Orientierungslosigkeit, ohne das Datum explizit zu nennen.

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Rückkehr nach Reims

Rückkehr nach Reims

Didier Eribon

Eine autobiografische Reflexion über die Rückkehr in die Heimatstadt und die Auseinandersetzung mit Arbeiterklassen-Herkunft, familiärer Gewalt und sozialen Strukturen. Eribon zeigt, wie Armut und soziale Umstände menschliches Verhalten prägen und ermöglicht damit Verständnis für frühere Generationen.

🗣 Wegner referenziert bei ⏱ 04:36:50 „Didier Eribon. Rückkehr nach Reims. Ja. Und ein wirklich tolles Stück.“

Wegner und Ostermeier besprechen das Buch von Didier Eribon, das für Ostermeier eine neue Schaffensperiode einläutete. Ostermeier erkennt sich in der Herkunftsgeschichte wieder.

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Homeland

Homeland

Howard Gordon, Alex Gansa · 2011

Top CIA Officer Carrie Mathison leistet großartige Arbeit im vielfältigen Kampf gegen den Terrorismus. Mit Hilfe ihres langjährigen Mentors Saul Berenson gibt die furchtlose Carrie alles und riskiert hierfür persönliches Wohl und Geisteszustand. Ihre bipolare Störung macht sie dabei verletzlich und unberechenbar.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:40:50 „Und dann natürlich die große Frage, also entstanden ist diese Arbeit ja dadurch, dass ich wieder was mit Nina machen wollte, Nina Hoss. Nina Hoss war in New York und hat Homeland gedreht.“

Ostermeier erwähnt die TV-Serie 'Homeland' beiläufig, weil Nina Hoss darin eine Rolle spielte und sich während der Dreharbeiten in New York befand, als Trump gewählt wurde – der Auslöser für die gemeinsame Arbeit an 'Rückkehr nach Reims'.

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V Theater

La Voix humaine

Jean Cocteau

La Voix humaine ist Cocteaus Einakter über eine verlassene Frau am Telefon, die mit ihrem untreuen Liebhaber spricht. Ein elegisches, intimes Drama über Liebe, Verlust und menschliche Nähe in ihrer verletzlichsten Form.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:41:12 „Ich wollte eigentlich mit ihr Jean Cocteau, La Voix Humaine, die geliebte Stimme machen. Und dann sagte Nina eben zu mir, wir können es nicht ein Stück über Liebe machen, wir müssen jetzt irgendwas machen, nachdem Trump gewählt wurde.“

Ostermeier erzählt, dass er ursprünglich Cocteaus Einakter mit Nina Hoss inszenieren wollte, bevor Trumps Wahl 2016 sie dazu brachte, stattdessen Eribons 'Rückkehr nach Reims' auf die Bühne zu bringen. Das Stück über eine verlassene Frau am Telefon wurde zugunsten eines politischeren Stoffes verworfen.

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Leben, Alter und Tod einer Arbeiterin

Leben, Alter und Tod einer Arbeiterin

Didier Eribon · 2024

»Das ist also das Leben meiner Mutter gewesen, dachte ich, das Leben und das Alter einer Arbeiterin. Noch wusste ich nicht, dass ich dieser Aufzählung bald ein drittes Wort würde hinzufügen müssen.« Eigentlich hatte Didier Eribon sich vorgenommen, ab jetzt regelmäßig nach Fismes zu fahren. Doch seine Mutter stirbt wenige Wochen nach ihrem Umzug in ein Pflegeheim in dem kleinen Ort in der Champagne.

🗣 Thomas Ostermeier empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:45:05 „Da habe ich auch darüber erzählt, dass das die letzte Aufnahme von seiner Mutter ist, die wirklich danach, in dem Sommer danach dann gestorben ist, wo er auch jetzt, wie ich finde, ein ganz tolles und wichtiges Buch geschrieben hat. Leben, Alter und Tod einer Arbeiterin.“

Ostermeier erwähnt Eribons neueres Buch im Zusammenhang mit dem Tod von Eribons Mutter. Eribon schreibt darin über den schnellen Verfall seiner Mutter im Altersheim und analysiert den gesellschaftlichen Umgang mit Alter. Ostermeier verbindet das Buch mit dem Dokumentarfilm, den er mit Eribon gedreht hatte – die letzten Aufnahmen der Mutter.

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Changer: méthode

Changer: méthode

Édouard Louis · 2021

« Une question s’est imposée au centre de ma vie, elle a concentré toutes mes réflexions, occupé tous les moments où j’étais seul avec moi-même : comment est-ce que je pouvais prendre ma revanche sur mon passé, par quels moyens ? J’essayais tout. » É. L.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 04:47:33 „Und dann weitergeführt von Edouard. Changez-Method, ein Buch, wo er darüber schreibt, Anleitung ein anderer zu werden. Wo er eben genau darüber schreibt, Prostitution, um sich die Zahnoperation leisten zu können, wo er sich seine verfaulten Zähne aus dem Präkariat rausoperieren lässt.“

Ostermeier nennt Édouard Louis' autobiografisches Buch als Weiterführung von Eribons Themen über Klassenwechsel und soziale Scham. Louis beschreibt darin, wie er sich die kulturellen Codes der höheren Schicht aneignete – vom Gang über die Kleidung bis zur Zahnoperation, die er sich durch Prostitution finanzierte.

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King Lear (Shakespeare-Studie)

King Lear (Shakespeare-Studie)

Stephen Greenblatt · 2018

This book contains the complete text of William Shakespeare's King Lear, as well as extensive background notes, explanations of Shakespearean language and numerous questions and activities. It provides details on relevant historical and social contexts for understanding the play and also discusses the play's wider themes and concerns. It is suitable for students studying the play in senior secondary years.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 04:49:13 „Es ist auch toll, ich habe vorher von Stephen Greenblatt geredet, diesen großen Shakespeare-Forscher und Exegeten. Und der hat ein Buch über Lear geschrieben. Dann bin ich nach New York und habe mich mit dem getroffen.“

Ostermeier erzählt von einem Treffen mit dem Shakespeare-Forscher Stephen Greenblatt in einem New Yorker Privatclub. Greenblatts Buch über King Lear war Anlass des Treffens, bei dem Greenblatt seine These entwickelte, dass ältere Generationen die Aufstiegskanäle für Jüngere verstopfen.

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Generation X

Generation X

Douglas Coupland · 2015

Andy, Dag and Claire have been handed a society beyond their means. Twentysomethings, brought up with divorce, Watergate and Three Mile Island, and scarred by the 80s fallout of yuppies, recession, crack and Ronald Reagan, they represent the new generation- Generation X. Fiercely suspicious of being lumped together as an advertiser's target market, they have quit dreary careers and cut themselves adrift in the California desert.

🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:52:15 „Ich glaube, wir sind Generation X. Das war auch das erste Buch damals, wo das überhaupt losging. Douglas Coupland.“

In einer Diskussion über Generationenzugehörigkeit erinnert Wegner an Douglas Couplands Roman, der den Begriff 'Generation X' populär machte. Die Erwähnung fällt beiläufig, als die Gesprächspartner versuchen, ihre eigene Generation einzuordnen.

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Changes

Changes

Thomas Ostermeier

Changes ist eine Theaterinszenierung von Thomas Ostermeier, die sich durch minimalistischen Videoeinsatz auszeichnet. Statt großflächiger Bildschirme nutzt Ostermeier nur drei kleine Fernseher und einen Kühlschrank als installative Elemente. Diese Objekte treten bewusst in den Hintergrund und funktionieren als subtile atmosphärische Impressionen, nicht als dominierendes Bühnenelement.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:56:23 „Und dieses Jahr habe ich gemacht Changes. Da gibt es kein Video. Doch, bei Changes gibt es drei kleine Fernseher und einen Kühlschrank. Aber das sind wirklich Impressionen, also installativ. Sehr klein und nicht in den Vordergrund drängend.“

Ostermeier erwähnt seine Inszenierung 'Changes' als Beispiel für reduzierten Videoeinsatz – nur drei kleine Fernseher als installative Elemente, nicht als dominierendes Bühnenelement.

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Die Wildente

Die Wildente

Henrik Ibsen

Ostermeiers Inszenierung von Ibsens Klassiker „Die Wildente" arbeitet bewusst ohne Videoeinsatz und wird damit als Beispiel für minimalistische Theaterpraxis diskutiert. Dies steht im Gegensatz zu einem verbreiteten Trend im zeitgenössischen Theater, der Video vielfach einsetzt. Die Regie zeigt einen alternativen Zugang zu Bühnendramaturgie.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:56:39 „Möwe gab es kein Video und jetzt bei Wildente gibt es kein Video. Ja, mal gucken, was ich dann mache. Ich glaube, da gibt es auch kein Video mehr.“

Ostermeier nennt seine aktuelle Inszenierung von Ibsens 'Wildente' als Beispiel für Arbeiten ohne Videoeinsatz, nachdem die Gesprächspartner den Manierismus von Video im zeitgenössischen Theater kritisiert haben.

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Mission: Impossible 8

Mission: Impossible 8

· 2025

Die Jagd ist noch nicht vorbei: Ethan Hunt und sein Team von der legendären Impossible Mission Force (IMF) sehen sich weiterhin einer extrem mächtigen und die Welt bedrohenden künstlichen Intelligenz, die nur die „Entität" genannt wird, gegenüber. Dafür müssen sie das den Namen „Sewastopol“ tragende russische U-Boot finden, dem eine Schlüsselrolle in diesem brodelnden Konflikt zukommt.

🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:59:19 „Haben Sie Mission Impossible? Acht schon gesehen. Warum sollte ich denn das gucken? Apropos Kino als... Nein, nein, nein.“

Amend fragt scherzhaft, ob Ostermeier den neuesten Mission-Impossible-Film gesehen habe, nachdem dieser sich als Verfechter der Kinokultur positioniert hat. Die Frage dient als humorvoller Kontrast zu Ostermeiers Vorliebe für Autorenfilme von Ken Loach oder den Dardenne-Brüdern.

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Le Mépris

Le Mépris

Jean-Luc Godard · 1963

Der Regisseur Fritz Lang dreht für den Produzenten Jeremy Prokosch einen Film über den griechischen Helden Odysseus. Paul Javal, ein junger Autor, wird engagiert, um das Drehbuch umzuschreiben. Nach einer ersten Besprechung lädt Prokosch Javal und dessen Frau Camille in seine Villa ein. Prokosch ist an Camille sehr interessiert und lässt nichts unversucht, um sie nach Hause zu fahren. Ihr Mann Paul hat nichts dagegen, im Gegenteil: Er besteht darauf, dass Camille Prokoschs Angebot annimmt.

🗣 Thomas Ostermeier empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:59:38 „Mein Lieblingsfilm ist... Ist ja auch blöd jetzt mit Lieblingsfilmen. Dann kriegt das sowas... Boulevard-mäßig ist. Warum? Was ist jetzt Boulevard-mäßig? Wenn ich jetzt meinen Lieblingsfilm sage. Nö. Le Mipri von Godard. Die Verachtung.“

Auf die Frage nach seinem Lieblingsfilm nennt Ostermeier zögernd Godards 'Le Mépris' (Die Verachtung), schämt sich aber etwas für die boulevardeske Natur der Frage. Die Nennung passt zu seinem Selbstverständnis als Verfechter des anspruchsvollen Autorenkinos.

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Perfect Days

Perfect Days

Wim Wenders · 2023

Hirayama scheint mit seinem einfachen Leben als Toilettenreiniger in Tokio vollauf zufrieden zu sein. Außerhalb seines sehr strukturierten Alltags genießt er seine Leidenschaft für Musik und für Bücher. Und er liebt Bäume und fotografiert sie. Eine Reihe unerwarteter Begegnungen enthüllt nach und nach mehr über seine Vergangenheit.

🗣 Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:02:40 „Sterben. Von Matthias Glasner. Völlig richtig. Da muss ich sagen, Chapeau vor der Szene zwischen Corinna und Lars.“

Wegner fragt Ostermeier nach dem Film Sterben von Matthias Glasner. Ostermeier lobt die Szene zwischen Corinna Harfouch und Lars Eidinger, in der er mit der Faust auf den Bienenstich schlägt. Wegner empfiehlt den Film.

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Sterben

Sterben

Matthias Glasner · 2024

Im Mittelpunkt steht die Familie Lunies, zu deren entfremdeten Mitgliedern Mutter Lissy, Sohn Tom und Tochter Ellen gehören. Sie finden wieder zueinander, nachdem jeder von ihnen auf die eine oder andere Weise vom Tod betroffen ist.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 05:04:40 „Sterben von Matthias Glasner. Völlig richtig. Da muss ich sagen, Chapeau vor der Szene zwischen Corinna und Lars. Corinna Hafuch und Lars Eidinger, wo er am Ende dieser Szene, die aus Schweigen und Unausgesprochenem und schwelenden Vorwürfen und Wunden und Ressentiment besteht, wo man aneinander vorbei und dann irgendwann schlägt er mit der Faust auf den Bienenstich.“

Ostermeier lobt eine bestimmte Szene aus Matthias Glasners Film 'Sterben' zwischen Corinna Harfouch und Lars Eidinger, die aus Schweigen, unausgesprochenen Vorwürfen und Ressentiments besteht. Er empfiehlt den Film allein wegen dieser Szene. Jochen Wegner kündigt an, den Film nachholen zu wollen.

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Tyrant

Tyrant

Tom Tykwer · 2014

Die Geschichte einer bescheidenen amerikanischen Familie, die in die Geschäfte einer turbulenten Nation im Nahen Osten hineingezogen wird. Bassam „Barry“ Al Fayeed, der jüngere Sohn des Diktators einer vom Krieg zerrissenen Nation, beendet ein selbst auferlegtes 20-jähriges Exil, um in Begleitung seiner amerikanischen Frau und seiner Kinder zur Hochzeit seines Neffen in sein Heimatland zurückzukehren.

🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:05:12 „Ich habe den Tiqua gesehen auf der Berlinale und, aber ich möchte jetzt nicht darüber sprechen, wenn sie den gar nicht gesehen haben. Ich dachte nur, vielleicht war er nicht gut beraten, der Eidinger in dem Tückwerfel mitzuschieben.“

Wegner fragt nach einem Tykwer-Film mit Lars Eidinger, den er auf der Berlinale gesehen hat. Er äußert vorsichtig Kritik daran, dass Eidinger in dem Film mitgespielt hat, und deutet an, dass trotz des herausragenden Schauspielers und Regisseurs etwas schiefgegangen sei. Ostermeier hat den Film nicht gesehen.

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Hamlet

Hamlet

William Shakespeare

Regisseur Johann Simons inszeniert Shakespeares Hamlet am Schauspielhaus Bochum mit der Schauspielerin Sandra Hüller in der Hauptrolle. Die Produktion gewinnt durch Hüllers internationale Bekanntheit nach ihrer Oscar-Nominierung zusätzliche Aufmerksamkeit. Die Inszenierung tourt mittlerweile über Bochum hinaus und bildet einen Schwerpunkt des Regisseurs in der zeitgenössischen Shakespeare-Interpretation.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 05:12:25 „Lars, heute Abend glaube ich später schon wieder Hamlet, wir sind jetzt bei der 410.“

Ostermeier erwähnt, dass Lars Eidinger die 410. Vorstellung von Hamlet an der Schaubühne spielt – eine enorme physische und emotionale Leistung.

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Romeo und Julia

Romeo und Julia

William Shakespeare

Shakespeares zeitlose Tragödie über zwei junge Liebende aus verfeindeten Familien in Verona. Romeo und Julia gestehen sich ihre verbotene Liebe, heiraten heimlich und werden von Familienfeindschaft und Schicksal zum tragischen Tod verdammt. Ein Klassiker über die Macht der Leidenschaft und die Kosten des Hasses.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:19:32 „They once offered me Juliet, but it was a recast. That's why I didn't do it. So, ne? Wo wirklich eine Frau sich damit konfrontiert und mit allem Mut und Schamlosigkeit sagt, ich mach mich jetzt lustig über Frauen meines Alters.“

In der Beschreibung von Cate Blanchetts Darstellung der Arkadina in Tschechows 'Die Möwe' zitiert Ostermeier einen Bühnentext, in dem die Figur behauptet, man habe ihr einst die Rolle der Julia angeboten. Das Stück wird als Referenz innerhalb der Inszenierung erwähnt, um die Eitelkeit und den Alterskonflikt der Figur zu illustrieren.

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Mittelreich

Mittelreich

Josef Birbichler · 2011

Im Ersten Weltkrieg zerschlägt eine feindliche Kugel zuerst den Stahlhelm und dann den Schädel des ältesten Sohnes vom Seewirt. Also muß sein jüngerer Bruder Pankraz das väterliche Erbe antreten. Der überlebt zwar den zweiten großen Krieg, wäre aber trotzdem lieber Künstler als Bauer und Gastwirt geworden. Da braucht es schon einen Jahrhundertsturm, der droht, Haus und Hof in den See zu blasen, damit aus Pankraz doch noch ein brauchbarer Unternehmer und Familienvater wird.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 05:20:56 „Es gibt ja ein schönes Buch von Birbichler, Josef Birbichler, dem Schauspieler, das heißt »Mittelreich«. Und das heißt genau deswegen Mittelreich.“

Auf die Frage, ob man als Theaterregisseur richtig reich werden kann, verweist Ostermeier auf Birbichlers Roman. Der Titel 'Mittelreich' dient ihm als ironische Antwort auf die Frage nach dem Wohlstand in seinem Beruf – man wird bestenfalls 'mittelreich'.

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Billy Elliot

Billy Elliot

Stephen Daldry · 2000

Billy Elliot lernt seinem Vater Jackie zuliebe boxen, damit er sich auch im wahren Leben durchschlagen kann. Doch eines Tages entdeckt Billy seine Liebe zum klassischen Tanz und gibt den Boxunterricht auf, um in die Ballettschule gehen zu können. Wie man sich denken kann, sehr zum Leidwesen seines Vaters. Der verbietet Billy nämlich, das aus seiner Sicht unmännliche Tanzen fortzusetzen. Aber Billy ist nicht allein. Unterstützung für seine Leidenschaft erfährt er von der Ballettlehrerin Georgia W

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 05:22:39 „So wie mein Freund Stephen Dordrey, einen Billy Elliot I Will Dance veröffentlichte, aus meinem Film gemacht hätte, was glaube ich an fünf, sechs Orten der Welt zwischen Hongkong, Shanghai, New York und London läuft, seit Jahren, kann man sich vorstellen.“

Ostermeier erklärt, warum man als Theaterregisseur kaum reich wird, und nennt als Gegenbeispiel seinen Freund Stephen Daldry, der aus dem Film 'Billy Elliot' ein weltweit laufendes Musical gemacht hat. Erst solche Langläufer-Produktionen an mehreren Standorten bringen echtes Geld.

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Billy Elliot The Musical

Billy Elliot The Musical

Stephen Daldry

Billy Elliot The Musical ist die erfolgreiche Theateradaption des Tanzfilms von Regisseur Stephen Daldry. Das Musical läuft an mehreren prominenten Spielstätten weltweit gleichzeitig, darunter Hongkong, Shanghai, New York und London. Es gilt als Paradebeispiel für eine extrem profitable Theaterproduktion und demonstriert das enorme wirtschaftliche Potenzial von Broadway- und West-End-Inszenierungen.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 05:22:39 „Wenn ich dann allerdings, so wie mein Freund Stephen Dordrey, einen Billy Elliot I Will Dance veröffentlichte, aus meinem Film gemacht hätte, was glaube ich an fünf, sechs Orten der Welt zwischen Hongkong, Shanghai, New York und London läuft, seit Jahren, kann man sich vorstellen.“

Im Gespräch über die Frage, ob man als Theaterregisseur reich werden kann, nennt Ostermeier Stephen Daldrys Musical-Adaption von Billy Elliot als Beispiel für eine extrem profitable Theaterproduktion, die weltweit an mehreren Standorten gleichzeitig läuft.

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The Creative Act: A Way of Being

The Creative Act: A Way of Being

Rick Rubin · 2023

THE SUNDAY TIMES BESTSELLER THE NEW YORK TIMES BESTSELLER SHORTLISTED FOR THE WATERSTONES BOOK OF THE YEAR 2023 SHORTLISTED FOR THE FOYLES NON-FICTION BOOK OF THE YEAR 2023 Many famed music producers are known for a particular sound that has its day and then ages out. Rick Rubin is known for something else: creating a space where artists of all different genres and traditions can home in on who they really are and what they really offer.

🗣 Thomas Ostermeier erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:26:59 „Dieser Produzent, das Buch habe ich auch von aus Kalifornien. Rick Rubin. Ich habe es auf dem Nachttisch, aber ich weiß auch nicht, ob ich da wirklich reinlesen möchte.“

Im Gespräch über Kreativität und wie man sie lernen kann, erwähnt Ostermeier Rick Rubins Buch über Kreativität. Er hat es zwar auf dem Nachttisch liegen, ist aber skeptisch, ob er es wirklich lesen möchte – was seine Distanz zu formelhaften Kreativitätsratgebern unterstreicht.

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Kommentar zur NS-Aufarbeitung

Kommentar zur NS-Aufarbeitung

Hilmar Klute

Hilmar Klute kommentiert in der Süddeutschen Zeitung die anhaltende Auseinandersetzung mit der NS-Zeit. Er argumentiert, dass eine ausschließliche Fokussierung auf die historische Vergangenheit den Blick auf gegenwärtige Probleme verstellt. Klute fordert stattdessen eine kritische Auseinandersetzung mit dem heutigen Rechtsextremismus und hinterfragt, warum rechtsextreme Parteien nicht verboten werden.

🗣 Thomas Ostermeier empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:36:53 „Habt ihr diesen Kommentar von Hilmar Klute gelesen in der Süddeutschen? Der hat am Wochenende einen interessanten Kommentar geschrieben, übrigens auch als Antwort auf das Buch Der blinde Fleck von eurem Kollegen Stefan Lebert, wo er so sagt, hey Leute, was ist denn da los?“

Ostermeier beschreibt einen Kommentar von Hilmar Klute in der Süddeutschen Zeitung, der die Rückschau auf die NS-Zeit kritisch sieht. Klutes These: Statt sich mit der Vergangenheit zu befassen, sollte man sich um den gegenwärtigen Rechtsextremismus kümmern und fragen, warum eine rechtsextreme Partei nicht verboten wird.

Zum Artikel bei Süddeutsche Zeitung Details
Minima Moralia

Minima Moralia

Theodor W. Adorno · 2018

»Adornos Werk Minima Moralia erdrückt alles, was unser Jahrhundert bisher an kulturdiagnostischen und kulturkritischen Dokumenten vorgelegt hat.« Hans Kudszus

🗣 Thomas Ostermeier zitiert daraus bei ⏱ 05:52:37 „Naja, ich könnte jetzt ganz banal mit Adorno antworten. Es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Also solange wir noch nicht das Reich erreicht haben, muss ich mich nicht dafür rechtfertigen, dass ich nicht ein richtiges Leben im Falschen führen kann.“

Auf die Frage, wie er den Widerspruch zwischen seiner anarchistischen Haltung und seiner Rolle als Intendant der Schaubühne auflöst, greift Ostermeier zum berühmten Adorno-Aphorismus aus den Minima Moralia. Er nutzt das Zitat als philosophische Rechtfertigung, gibt aber selbst zu, dass diese Antwort 'ein bisschen faul' ist.

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Personenkreis 3.1

Personenkreis 3.1

Lars Norén / Thomas Ostermeier · 1999

Lars Noréns Stück über schwedische Obdachlose in der experimentellen Inszenierung von Thomas Ostermeier an der Schaubühne Berlin. Die fünfeinhalbstündige Uraufführung erkundet soziales Elend und Marginalität mit eindringlicher Intensität.

🗣 Thomas Ostermeier referenziert bei ⏱ 05:56:16 „Der größte Flop, also Flop im Hintergrund von Publikumszuspruch, war meine Eröffnungsinszenierung an der Schaubühne Personenkreis 3.1. Dauerte fünfeinhalb Stunden.“

Ostermeier erzählt von seinem größten Flop: die fünfeinhalbstündige Eröffnungsinszenierung an der Schaubühne, Personenkreis 3.1 von Lars Norén, über schwedische Obdachlose.

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Die Brüder Karamasow

Die Brüder Karamasow

Fjodor Dostojewski · 2018

Der Großinquisitor ist das fünfte Kapitel des fünften Buches aus dem Roman Die Brüder Karamasow von Fjodor Dostojewski, das auch separat unter demselben Titel veröffentlicht worden ist. Zur Inhalt: Die Brüder Iwan und Aljoscha Karamasow treffen sich in einem Gasthaus. Der jüngere Aljoscha ist ein tief gläubiger Mönch, während Iwan ein atheistischer Intellektueller ist. Er erzählt die Binnenerzählung über den Großinquisitor. Diese handelt davon, dass Jesus Christus im Sevilla des 16.

🗣 Thomas Ostermeier zitiert daraus bei ⏱ 05:56:32 „Wie heißt es, Bruder Karamasoff? Sehnsüchtig guckt der, der ich bin, auf den, der ich sein könnte. Das stimmt für mich.“

Ostermeier zitiert aus Dostojewskis Roman, um seine eigene innere Sehnsucht nach persönlicher Weiterentwicklung zu beschreiben. Er spricht darüber, dass die eigentliche Arbeit im Theater nicht die Kunst selbst sei, sondern die Arbeit an sich selbst — und das Zitat drückt genau diese Spannung zwischen Ist und Soll aus.

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