Resonanz: Eine Soziologie der Weltbeziehung
Hartmut Rosa · 2019
Wenn Beschleunigung das Problem ist, dann ist Resonanz vielleicht die Lösung. So lautet die Kernthese dieses gefeierten Buches von Hartmut Rosa, das als Gründungsdokument einer Soziologie des guten Lebens gelesen werden kann. Anstatt Lebensqualität in der Währung von Ressourcen, Optionen und Glücksmomenten zu messen, müssen wir unseren Blick auf die Beziehung zur Welt richten, die dieses Leben prägt.
Deine Stimme wird anonym via IP-Hash gespeichert.
Korrektur vorschlagen
Falsche Zuordnung, schlechte Beschreibung, fehlerhafte Erwähnung? Was sollten wir korrigieren?
Erwähnungen (4)
„Der schreckliche Hartmut Roser, der ist, glaube ich, der Fachmann in Deutschland für diese Frage. Mehr Resonanz.“
Im Gespräch über die Dating-App Bumble und deren Versuch, emotionale Verfügbarkeit als Wert zu etablieren, nennt Ijoma Mangold Hartmut Rosa als den Fachmann für Resonanz in Deutschland. Der Begriff Resonanz wird als Gegenstück zur oberflächlichen emotionalen Verfügbarkeit eingeführt.
„Ich habe gestern mit einer Freundin drüber gesprochen, der Luise Tremel von Inyo, der Gründerin, die hat Hartmut Rosa irgendwie gelesen, die hat gesagt, Dinge, die man sich quasi verdienen muss, also die erarbeitet, sind, zu denen bekommt man eine Art von Verbindung, also die kann man quasi fühlen, die sind dann da und die sind dir was wert, während Dinge, die du dir einfach kaufst und das ist egal was, also einfach Sachen, du hast einfach vielleicht dann sehr, sehr viel Geld oder sehr, sehr viele Ressourcen und irgendwas und kriegst dann einfach, sagst du, ah ja, okay.“
Philip Siefer gibt eine These von Hartmut Rosa wieder, die ihm seine Freundin Luise Tremel erzählt hat: Dinge, die man sich erarbeitet, erzeugen eine tiefere Bindung als solche, die man sich einfach kauft. Matze Hielscher greift das später nochmals auf und benennt explizit das Konzept 'Resonanz' – die Verbundenheit zu Dingen und zu sich selbst. Das Buch wird als gedanklicher Rahmen für das Gespräch über Zufriedenheit und Bodenständigkeit genutzt.
„Das finde ich sehr interessant, weil das ja auch gewissermaßen Resilienz, vielleicht jetzt nicht im Hartmut-Rosa-Schen-Sinne, aber eben doch Resilienz durch Einfachheit bedeutet.“
Ijoma Mangold spricht über die Rückkehr zu Low-Tech-Verteidigungsmaßnahmen im Ukraine-Krieg und verwendet den Begriff Resilienz, den er explizit mit Hartmut Rosa assoziiert, aber abgrenzt. Rosa ist bekannt für seine soziologische Theorie der Resonanz und Beschleunigung.
„Hartmut Rosa spricht ja auch von der Resonanz, dass du es auch nicht immer kriegst. Es gibt eine Unverfügbarkeit.“
Matze nutzt Hartmut Rosas Resonanz-Konzept, um das Besondere der offenen Bühne und des Handwerks zu erklären
Ähnliche Medien
Unverfügbarkeit
Hartmut Rosa
Hartmut Rosa argumentiert, dass das zentrale Bestreben der Moderne – die Welt verfügbar zu machen – paradoxerweise dazu führt, dass sie uns verstummt und fremd wird. Ein Plädoyer für Resonanz statt Kontrolle, für Begegnung statt Beherrschung.
Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne
Hartmut Rosa · 2017
Das Buch unternimmt erstmals den Versuch, die sich potenzierende Dynamisierung gesellschaftlicher Verhältnisse, wie sie in der jüngsten politischen und digitalen Beschleunigungswelle etwa unter dem Stichwort ›Globalisierung‹ firmiert, systematisch zu erfassen und sie in ihren kulturellen und strukturellen Ursachen ebenso wie in ihren Auswirkungen auf die individuelle und kollektive Lebensführung zu analysieren.
Resonanz
Hartmut Rosa · 2016
Philosophische Analyse des Konzepts Resonanz als Gegenpol zur modernen Verfügbarkeit. Das Werk argumentiert, dass tiefe, transformative Beziehungen zur Welt entstehen, wenn wir die Dinge nicht immer kontrollieren und reproduzieren können. Unvollkommenheit und Unvorhersehbarkeit ermöglichen gerade die authentischen Begegnungen, die unser Leben sinnvoll machen.
Beschleunigung / Beschleunigung und Entfremdung
Hartmut Rosa
Die rasante Beschleunigung des sozialen Lebens ist eines der hervorstechenden Merkmale der Gegenwart, wird in den Sozialwissenschaften aber häufig übersehen. Hartmut Rosa hat mit seinen maßgeblichen Untersuchungen diesbezüglich Grundlagenarbeit geleistet. In seinem neuen Essay legt er dar, wie eine kritische Gesellschaftstheorie verfasst sein muss, die den Zusammenhang von Beschleunigung und Entfremdung ernst nimmt.