BOOMERCRINGE #17
Jan Böhmermann, Olli Schulz
In der Mittwochs-Kurzausgabe philosophiert Jan über seine heiße Fernsehphase im Frühjahr und darüber, wie er seit dem Umzug 2020 Wochenenden nicht mehr ignoriert — auch wenn der Ehrgeiz geblieben ist. Es geht um den Gewöhnungseffekt bei Comedy ("früher war er besser"), eine geheimnisvolle Mega-Sendung am Freitag und Ollis erneuten Instagram-Entzug, weil er nicht mit Hass auf die Welt schauen will.
„Ich finde es weiterhin spannend, das große Rad millimeterweise weiterzudrehen und zu gucken, was sich in der wirklichen Welt bewegen lässt.“
Erwähnte Medien (11)
Arafat Abou-Chakers Buch
Arafat Abou-Chaker · 2023
Die Debatte um die sogenannte Clankriminalität hat seit Jahren Konjunktur. Ein immer weiter wachsendes Gefüge aus polizeilichen Maßnahmenkatalogen, Medienberichten, Entertainmentformaten und (pseudo-)wissenschaftlichen Beiträgen fantasiert eine Bedrohung herbei, gegen die hart durchgegriffen werden soll.
🗣 Olli Schulz referenziert bei ⏱ 00:05:33 „Wir haben letzte Woche übrigens über Abou-Chakras Buch gesprochen, über Arafats Buch.“
Olli Schulz greift das Thema von Arafat Abou-Chakers Buch auf, das offenbar in der vorherigen Episode besprochen wurde. Es folgt eine längere humorvolle Passage, in der Jan Böhmermann und Olli Schulz fantasieren, wie Arafat in die Literaturszene einsteigen könnte – von einer Lesung bei der Lit Cologne bis zum Literarischen Quartett.
Das Literarische Quartett
Marcel Reich-Ranicki
Das Literarische Quartett ist eine deutsche Talkshow, in der Moderatoren und Gäste über aktuelle Bücher diskutieren und literarische Themen debattieren. Die Sendung wird von Thea Dorn moderiert und gilt als renommiertes Forum für kulturelle Debatten. Im Podcast wird die Show humorvoll als Beispiel für die Integration unerwarteter Personen in die Literaturszene erwähnt, was den absurden Gedanken eines Auftritts von Arafat Abou-Chaker dort verdeutlicht.
🗣 Jan Böhmermann referenziert bei ⏱ 00:06:48 „auch im literarischen Quartett mal sitzen darf. Dann darf ich eine anmoderieren. [...] Und dann sitzen sie gemeinsam bei Thea Dorn, bei Thea Dorn im literarischen Quartett nach dem ZDF Magazinregal.“
Jan fantasiert humorvoll darüber, dass Arafat Abou-Chaker im Literarischen Quartett mit Thea Dorn auftreten könnte.
Ratatouille
Brad Bird / Pixar · 2007
Der kleine Remy träumt davon, ein berühmter Chefkoch zu werden. Dabei hat er nicht nur mit den Vorurteilen seiner Familie zu kämpfen, sondern auch mit dem offenkundigen Problem, dass es sich bei dem angepeilten Berufszweig um ein eher nagetierfeindliches Gewerbe handelt: Remy ist eine Ratte! Als das Schicksal Remy nach Paris verschlägt und er ausgerechnet im Restaurant von Star-Koch Auguste Gusteau – seinem großen Idol – landet, erfährt er am eigenen Fell, welche Gefahren Haute Cuisine für einen...
🗣 Jan Böhmermann referenziert bei ⏱ 00:14:41 „Zum Zeitpunkt der Kontrolle wurde ein Mäusebefall festgestellt. Ja, das war wegen der Ratatouille-Wiederaufführung.“
Böhmermann liest aus einem Lebensmittelkontrollbericht eines Kölner Kinos vor, in dem Mäusebefall festgestellt wurde. Den Mäusebefall kommentiert er mit einem Witz über eine Wiederaufführung des Pixar-Films Ratatouille, in dem bekanntlich eine Ratte in einer Restaurantküche kocht.
The Dark Knight Trilogy
Christopher Nolan · 2013
Dieser Dokumentarfilm taucht tief in die Dark Knight Trilogie ein. Er beginnt mit der Inspiration und Vision für die neuen Batman-Filme und bahnt sich seinen Weg zum Finale von „The Dark Knight Rises“ und dem Höhepunkt von fast einem Jahrzehnt kreativer Arbeit. Offen, nachdenklich und ausführlich, mit aufschlussreichen Blicken hinter die Kulissen, unzähligen Interviews, Casting-Videos (mit Christian Bale und Cillian Murphy in Umhang und Kapuze) und einer ganz eigenen erzählerischen Spannung und ...
🗣 Olli Schulz referenziert bei ⏱ 00:23:52 „Der liebt die Batman-Filme doch. Vor allem die Christopher-Nolan-Filme. Die liebt er so sehr. Komm, den ruf ich jetzt an.“
In einer humorvollen Passage über eine Fledermaus im Zimmer scherzt Olli Schulz, dass er Jan Böhmermann anrufen würde, weil dieser die Batman-Filme von Christopher Nolan so liebt. Böhmermann korrigiert daraufhin, er meine eigentlich Inception, nicht die Batman-Reihe.
Inception
Christopher Nolan · 2010
Beim Versuch in das Unterbewusstsein des Industriellen Saito einzudringen, stoßen Cobb und seine Mitstreiter auf unerwartete Schwierigkeiten. Saito hatte Verteidigungsstrategien gegen den Gedankendiebstahl trainiert und baut nun einen Abwehrriegel auf, doch erst der Verrat eines Kollegen lässt den Versuch scheitern, dem Schlafenden Geheimnisse zu entlocken.
🗣 Jan Böhmermann referenziert bei ⏱ 00:23:58 „Nein, Olli, ich meine Inception, nicht die Batman-Reihe von Christopher Nolan.“
Böhmermann korrigiert Olli Schulz' Annahme, er sei Fan der Batman-Filme von Christopher Nolan, und stellt klar, dass er eigentlich Inception meint. Der Austausch ist Teil eines komödiantischen Bits über eine Fledermaus im Schlafzimmer.
Des Pudels Kern
Rocco Schamoni · 2024
Das Buch beinhaltet eine ganzheitliche Untersuchung von Musikclubs als Akteure der kulturellen Produktion. Die Einbettung von Clubs und ihre Reaktion auf Veränderungen in ihren sozialräumlichen Bezugsfeldern lokaler Musikszenen, des Stadtraums und der Music Industries stehen dabei im Zentrum der Analyse und werden empirisch durch drei Fallstudien der Hamburger Musikclubs Mojo, Molotow und Golden Pudel erfasst.
🗣 Olli Schulz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:26:39 „Kann man alles nachlesen im neuen Buch von Rogge Schamoni mit verschlüsselten Namen?“
Olli Schulz erwähnt scherzhaft ein neues Buch von Rocko Schamoni, in dem man Geschichten aus der gemeinsamen Hamburger Zeit mit verschlüsselten Namen nachlesen könne. Es bleibt unklar, ob es sich um ein konkretes, bereits erschienenes Buch handelt oder ob die Bemerkung rein humoristisch gemeint ist.
Müde bin ich, geh zur Ruh
Luise Hensel
Klassisches deutsches Abendgebet und Kinderlied mit der ikonischen Zeile zum täglichen Erwachen. Das Lied verbindet beruhigende Schlafenszeit-Tradition mit subtiler existenzieller Spannung. In Böhmermanns Episode wird die Zeile zu einer unterschwelligen Warnung über Vergänglichkeit und die Fragilität des Alltags.
🗣 Jan Böhmermann referenziert bei ⏱ 00:33:04 „Es ist so eines dieser Szenarien, die einem dann seit Kindesalter durch den Kopf gehen, wo so dieses Kinderlied, morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt, im Grunde genommen zwischen den Zeilen von erzählt.“
Jan Böhmermann zitiert die bekannte Zeile 'morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt' aus dem traditionellen Abendgebet bzw. Kinderlied. Er deutet die Zeile um als unterschwellige Warnung, dass man vielleicht nicht mehr aufwacht – passend zu seinem Thema Gebäudeeinsturz im Schlaf.
Stars in der Manege
· 1959
Jedes Jahr gab es eine Gala der Stars im Zirkus Krone in München
🗣 Olli Schulz referenziert bei ⏱ 00:34:48 „Es gab damals diese Promi-Sendung, wo so prominente Stars in der Manege, weißt du, wo L'Oreal auch mit den Möpsen und so Tricks gemacht haben. Das ist damals in die Geschichte des Fernsehens eingegangen.“
Olli Schulz erinnert an die TV-Sendung 'Stars in der Manege', in der Prominente mit Tieren Zirkusnummern aufführten. Er schlägt Jan Böhmermann scherzhaft vor, eine solche Sendung zu moderieren, und bietet sich selbst als Moderator an.
MacGyver
· 1985
Angus MacGyver ist eine andere Art TV-Held: Er benutzt keine Schusswaffen und hat Höhenangst. Zu seiner Grundausstattung gehören ein Schweizer Taschenmesser und ein wenig Klebeband. Mit diesen Hilfsmitteln und diversen anderen greifbaren Gegenständen manövriert er sich aus prekären Gefahrensituationen.
🗣 Jan Böhmermann erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:37:22 „Ich bin auch bis 17 ins Bett meiner Eltern gegangen. Wenn ich abends eine spannende Folge MacGyver gesehen hab, tagsüber, oder wenn ich nochmal über den Tod nachgedacht habe, dann bin ich oft gerne mal reingekrochen.“
Jan Böhmermann erzählt im Rahmen seines Platz-1-Themas 'Kinder, die einen nachts wecken' eine persönliche Kindheitserinnerung. Nach spannenden MacGyver-Folgen sei er als Teenager noch ins Bett der Eltern gekrochen – eine humorvolle Anekdote über kindliche Ängste.
Löwenzahn
Peter Lustig · 1981
Fritz Fuchs wohnt in Bärstadt, in einem umgebauten Bauwagen. An seiner Seite ist Hund Keks. Gemeinsam finden sie immer wieder interessante Themen und Spuren, denen sie folgen. Dabei erforschen sie immer aufs Neue ihre Umgebung und gehen Fragen aus Natur, Umwelt und Technik nach.
🗣 Olli Schulz referenziert bei ⏱ 00:38:37 „Nur ein Idiot glaubt, er mochte keine Kinder, wenn er 20 Jahre eine Kindersendung gemacht hat. Und natürlich hat dieser eine Typ von der Welt oder so das benutzt als Aufhänger, wie die Welt es so oft macht.“
Olli Schulz nimmt Bezug auf die ZDF-Kinderserie Löwenzahn und deren Moderator Peter Lustig. Er entlarvt das hartnäckige Gerücht, Peter Lustig habe keine Kinder gemocht, als Boulevardpresse-Erfindung und ärgert sich über die Langlebigkeit dieser Falschmeldung.
Artikel über Peter Lustig
Peter Lustig, bekannt als Moderator der Kindersendung Löwenzahn, soll Kindern gegenüber privat abgeneigt gewesen sein – so lautet ein hartnäckiges Gerücht, das durch Boulevardmedien verbreitet wurde. Der Artikel greift diese Anekdote auf und stellt sie als biografische Enthüllung dar. Olli Schulz kritisiert in seinem Podcast diese Art der reißerischen Aufbereitung und ist verärgert, dass das Narrativ trotz fehlender Belege so langlebig ist. Das Stück ist typisch für die boulevardeske Aufmachung, die ein Widerspruch zwischen öffentlichem Image und angeblicher Privatpersönlichkeit als Aufhänger nutzt.
🗣 Olli Schulz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:38:37 „Und natürlich hat dieser eine Typ von der Welt oder so das benutzt als Aufhänger, wie die Welt es so oft macht. Das ist so uralt.“
Olli Schulz verweist auf einen Zeitungsartikel, vermutlich aus der Bild-Zeitung oder der Welt, der das Gerücht verbreitete, Peter Lustig habe keine Kinder gemocht. Er kritisiert die boulevardeske Aufbereitung und ist verärgert, dass das Narrativ sich so hartnäckig hält.