Tupoka Ogette (2026) - Warum sollten wir unsere Geschichte erzählen
Matze Hielscher & Tupoka Ogette
Tupoka Ogette spricht über ihr neues Memoir „Trotzdem zu Hause
„Durch dieses Bereitstellen von eigenen Erfahrungen, so verletzlich das ist, ist es eigentlich auch ein Versuch, einen Resonanzraum aufzumachen, eine Tür aufzumachen und zu sagen, hey, das ist mir passiert, ich lade dich jetzt ein, das mal zu erleben, aber ich bin eigentlich total gespannt darauf, was du erlebt hast.“
Erwähnte Medien (20)
Trotzdem zu Hause
Tupoka Ogette · 2026
Die bewegenden Erinnerungen von Bestsellerautorin Tupoka Ogette: »Selten liest man Texte, die mit so offenem, ehrlichem Herzen geschrieben sind ...« Alice Hasters »So beginnt meine Geschichte. Als Tochter einer weißen Frau und eines Schwarzen Mannes. Zwischen Sange, Südtansania, und Gera, Thüringen. Zwischen kolonialer Vergangenheit und DDR-Diktatur.« Tupoka Ogette schreibt von der Suche nach Zugehörigkeit, vom Leben im Widerspruch, im Dazwischen.
🗣 Matze Hielscher empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:00:29 „Und gerade ist ihr neues Buch, ihr Memoir, trotzdem zu Hause erschienen. Und darin zeigt sie sich radikal verletzlich und zutiefst persönlich. Und ganz anders, als ich sie bisher wahrgenommen habe.“
Matze Hielscher stellt das neue Memoir seiner Gesprächspartnerin Tupoka Ogette vor. Es ist das zentrale Buch der Episode – Matze hat es während einer Fastenkur gelesen und beschreibt, wie es ihn an vielen Stellen berührt hat. Das gesamte Gespräch dreht sich um die Themen und Erfahrungen, die Tupoka Ogette darin verarbeitet.
Trotzdem zuhause
Tupoka Ogette · 2025
Memoir einer schwarzen Frau, die ihre Kindheit in der DDR, Missbrauchserfahrungen und eine toxische Beziehung aufarbeitet. Ein verletzliches und tiefgehendes Werk, das zum Nachdenken und Innehalten einlädt.
🗣 Hielscher empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:02:30 „Ich habe beim Fasten dein Buch gelesen, trotzdem zu Hause. Das ist ein Buch, wo man viel, also ich habe gelesen, Pausen gemacht, bin spazieren gegangen, habe weitergelesen und deswegen hast du mich so den Januar, so zehn Tagen immer wieder begleitet“
Matze erzählt, dass er Tupokas Memoir beim Fasten gelesen hat und es ihn tief berührt hat. Es ist kein Buch, das man wegliest, sondern eines, bei dem man Pausen macht und spazieren geht. Tupoka zeigt sich darin radikal verletzlich und erzählt von ihrer Kindheit als schwarzes Mädchen in der DDR, einem Missbrauch und einer toxischen Beziehung.
Backstreet Boys
Backstreet Boys
Die Backstreet Boys (BSB) sind eine US-amerikanische Gesangsgruppe. Sie wurde 1993 in Orlando, Florida von Lou Pearlman als Boygroup gegründet. Mit mehr als 130 Millionen verkauften Tonträgern ist sie eine der weltweit erfolgreichsten Gesangsgruppen.
🗣 Tupoka Ogette referenziert bei ⏱ 00:06:50 „Oder da muss ich vielleicht mitweinen. Oder da lache ich mich auch kaputt, weil ich auch Backstreet Boys Fan war oder so.“
Tupoka Ogette erwähnt die Backstreet Boys wiederholt als prägendes Popkultur-Erlebnis ihrer Jugend. Sie beschreibt ihr Fandom mit Augenzwinkern als Beispiel für Leichtigkeit inmitten schwerer Themen und plant sogar ein Konzert im September.
Min Kamp (Mein Kampf)
Karl Ove Knausgård · 2013
Med sjätte delen avslutar Karl Ove Knausgård sin episka autofiktiva roman Min kamp. På ett helt igenom självutlämnande sätt har han blottställt ambitioner och svagheter, osäkerhet och tvivel och inifrån skildrat sina relationer till fru och barn, mor och far, vänner och bekanta. Det är en roman i vilken livet skildras i alla sina nyanser, från de avgörande och upprivande ögonblicken till vardagslivets tillsynes obetydliga detaljer.
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:07:37 „Und trotzdem, es öffnet sich wie so ein Tor. Und dann ist man, während man das liest, ist man eben in der Welt von dir, von Annie Arnaud oder Knausgart und auch in seiner eigenen Geschichte.“
Matze Hielscher nennt Knausgård neben Annie Ernaux als Beispiel für autobiografisches Schreiben, das beim Leser einen Resonanzraum zum eigenen Leben öffnet. Kein konkreter Titel wird genannt, die Referenz zielt auf Knausgårds autobiografischen Romanzyklus.
Hunger
Roxane Gay · 2017
“I ate and ate and ate in the hopes that if I made myself big, my body would be safe. I buried the girl I was because she ran into all kinds of trouble. I tried to erase every memory of her, but she is still there, somewhere. . . . I was trapped in my body, one that I barely recognized or understood, but at least I was safe.” In her phenomenally popular essays and long-running Tumblr blog, Roxane Gay has written with intimacy and sensitivity about food and body, using her own emotional and ps...
🗣 Tupoka Ogette zitiert daraus bei ⏱ 00:08:06 „Die Inspiration generell Memoirs zu lesen ging bei mir über Roxane Gay. Ich weiß nicht, ob du Roxane Gay kennst, eine schwarze Autorin aus den USA, die ein Buch geschrieben hat, das heißt Hunger oder Hunger. Das ist ihr Memoir und die hat auch noch viele ganz andere tolle Sachen geschrieben, ist eine Feministin und die schreibt über ihren Körper und was sie erlebt hat und dass sie vergewaltigt wurde als Kind und die Folgen dessen und so weiter.“
Tupoka Ogette nennt Roxane Gays Memoir 'Hunger' als das Buch, das sie überhaupt erst zum Memoir-Genre gebracht hat. Sie beschreibt, wie Gay darin über ihren Körper, eine Vergewaltigung in der Kindheit und deren Folgen schreibt – und wie dieses radikale Offenlegen einen Resonanzraum schafft, in dem Lesende eigene Erfahrungen wiedererkennen oder Neues lernen.
The Body Keeps the Score
Bessel van der Kolk · 2014
#1 New York Times bestseller “Essential reading for anyone interested in understanding and treating traumatic stress and the scope of its impact on society.” —Alexander McFarlane, Director of the Centre for Traumatic Stress Studies A pioneering researcher transforms our understanding of trauma and offers a bold new paradigm for healing in this New York Times bestseller Trauma is a fact of life.
🗣 Tupoka Ogette zitiert daraus bei ⏱ 00:16:00 „Aber es ist ja nicht so, dass man jetzt den ganzen Tag durch den Alltag geht und die ganze Zeit so in dieser Rückperspektive ist. Und der Körper aber, der erinnert sich. Also es gibt ja auch so ein Buch, ich muss gerade drüber nachdenken, egal. The Body Takes the Score oder so.“
Im Gespräch über körperliche Erinnerung und Trauma verweist Tupoka Ogette auf Bessel van der Kolks Standardwerk über Traumaverarbeitung. Sie erinnert sich nicht exakt an den Titel, nutzt die Kernthese des Buches aber, um zu erklären, dass der Körper Traumata anders speichert als das bewusste Gedächtnis – und dass Trigger deshalb zeitunabhängig wirken können.
Tupoka Ogettes Memoir
Tupoka Ogette
Ein literarisches Memoir über die Kindheit als Schwarzes Kind in der DDR. Das Buch eröffnet schmerzhafter Erinnerungen mit sprachlicher Sensibilität – ohne Voyeurismus oder Sensationsgier. Ein intimer Raum, um die eigene Geschichte nachzuerleben und zu verstehen.
🗣 Tupoka Ogette empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:29:04 „Weißt du, so ein Buch ist so ein Raum, da kannst du dich entscheiden, kannst du sagen, ich mache jetzt auf, da steht ja auch vorne drin, das ist ein Raum, komm rein, wenn du gerade kannst. Pass gut auf dich auf und dann kannst du es lesen und dann kannst du es auch auf eine bestimmte Art choreografieren.“
Tupoka Ogettes literarisches Memoir über ihre Kindheit als Schwarzes Kind in der DDR ist das zentrale Thema des Gesprächs. Sie beschreibt den Schreibprozess als bewusstes Wiederöffnen schmerzhafter Erinnerungen und betont, dass sie das Buch sprachlich so gestaltet hat, dass es weder voyeuristisch noch sensationsgeil wirkt. Der genaue Titel wird in diesem Abschnitt nicht genannt.
Frühere Bücher von Tupoka Ogette
Tupoka Ogette
Unter den neuen Machteliten, die das Silicon Valley hervorgebracht hat, macht neuerdings eine Sorge die Runde, die nichts Geringeres betrifft als die Zukunft der Menschheit: Was, wenn die Erforschung künstlicher Intelligenz am Ende eine künstliche Gottheit hervorbringt, die uns alle vernichtet? Während die einen vor dem Untergang warnen, prophezeien die anderen, dass uns die göttlichen Maschinen in ein digitales Himmelreich führen werden.
🗣 Tupoka Ogette erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:31:32 „Also das hatte ich vorher bei den anderen Büchern nicht. Ich dachte so, hier lies, kannst hinten anfangen, vorne anfangen, in der Mitte. Das ist also so, nicht, dass ich meine, ich stehe jetzt in meinen Büchern, das sind gute Bücher, aber da war ich nicht so verknüpft.“
Tupoka Ogette erwähnt ihre früheren Bücher als Kontrast zum neuen Memoir. Bei den vorherigen Werken war sie emotional weniger verknüpft und es war ihr gleichgültig, in welcher Reihenfolge man sie las. Beim neuen Memoir hingegen ist ihr die Dramaturgie von Anfang bis Ende wichtig. Konkrete Titel werden nicht genannt.
Stereotype Threat (Forschung)
Claude Steele
Stereotype Threat untersucht, wie negative Stereotype über eine Gruppe die Leistung ihrer Mitglieder in Prüfungssituationen beeinträchtigen. Die zentrale Erkenntnis: Wenn Menschen unter dem Stress stehen, ein Stereotyp über ihre Gruppe nicht zu bestätigen, wird ihre kognitive Leistung messbar beeinträchtigt. Dieser Effekt ist neurobiologisch nachweisbar.
🗣 Tupoka Ogette referenziert bei ⏱ 00:38:44 „Es heißt Stereotype Threat, Stereotype Bedrohung. Dass wenn du unter einem Vorurteil bist, wenn du in einer Prüfungssituation bist und deiner Gruppe hast du dein Vorurteil auf, also dann hast du Stress, dieses Vorurteil bloß nicht zu bestätigen. Und dieser Stress im Gehirn lenkt dich ab von dem Lösen der Aufgabe.“
Tupoka Ogette erklärt anhand des Stereotype-Threat-Phänomens, warum sie trotz mathematisch begabter Familie Schwierigkeiten mit Mathe hatte. Sie verweist auf die Forschung, die zeigt, dass dieser Effekt sogar im Gehirn beobachtbar ist.
Baseballschlägerjahre
Christian Bangel
Die Nachwendejahre waren besonders in Ostdeutschland von rechter Gewalt geprägt. Unsere Serie "Baseballschlägerjahre" erzählt von einer Zeit, die bis heute nachwirkt.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:53:48 „Ich habe die auch noch so internalisiert, dass das so angeblich da war. Und dann die große Überraschung, Baseballschlägerjahre nach der Wende nie. Doch nicht so sehr.“
Matze Hielscher spricht über das DDR-Selbstbild der Völkerfreundschaft und nutzt den Begriff 'Baseballschlägerjahre' als Kontrastpunkt: Die angebliche Offenheit der DDR wurde durch die rassistische Gewalt nach der Wende brutal widerlegt. Der Begriff geht auf Christian Bangels ZEIT-ONLINE-Projekt zurück, das rechte Gewalt in Ostdeutschland der 1990er dokumentierte.
Tausend Serpentinen Angst
Olivia Wenzel · 2020
Longlist - nominiert für den Deutschen Buchpreis 2020 »Ich habe mehr Privilegien, als es je eine Person in meiner Familie hatte. Und trotzdem bin ich am Arsch. Ich werde von mehr Leuten gehasst, als meine Großmutter es sich vorstellen kann. Am Tag der Bundestagswahl versuche ich ihr mit dieser Behauptung 20 Minuten lang auszureden, eine rechte Partei zu wählen.« Eine junge Frau besucht ein Theaterstück über die Wende und ist die einzige schwarze Zuschauerin im Publikum.
🗣 Tupoka Ogette empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:54:37 „Es gibt Peggy Kuka oder Olivia Wenzel, die hat Tausend Serpentinen Angst geschrieben, also auch eine schwarze Frau mit Ostbezug.“
Tupoka Ogette ordnet ihr eigenes Buch in eine Tradition schwarzer Autorinnen mit DDR-Bezug ein. Sie nennt Olivia Wenzels Roman als wichtiges Werk einer schwarzen Frau, die ebenfalls über ihre Erfahrungen im Osten Deutschlands geschrieben hat.
Ein Artikel über Erfurt 1975
Daniel Schulz
Vor 50 Jahren jagten mehrere hundert Menschen algerische Vertragsarbeiter durch Erfurt – doch aus dem öffentlichen Bewusstsein ist das wie ausradiert. Was erzählen die Männer, die sich damals wehrten?
🗣 Tupoka Ogette empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:57:17 „Ein guter Freund von mir, Daniel Schulz, ein Journalist in der Taz, der hat einen Artikel dazu geschrieben, kann man also nachlesen, wenn man möchte.“
Tupoka Ogette erzählt von der Hetzjagd auf algerische Gastarbeiter 1975 auf dem Erfurter Marktplatz, einem kaum bekannten rassistischen Vorfall in der DDR. Sie verweist auf den Taz-Artikel ihres Freundes Daniel Schulz, der dieses Ereignis dokumentiert hat, als Leseempfehlung für alle, die mehr darüber erfahren wollen.
Bravo
Aktuelle Uhrzeit in “Bravo-Zeit” (NATO). Uhr mit korrekter Ortszeit, Zeitverschiebung von UTC / GMT, Koordinaten und alternativen Namen. Zeigt auch, wo diese Uhrzeit momentan gilt.
🗣 Tupoka Ogette referenziert bei ⏱ 01:21:36 „Ich weiß noch die Bravo damals, also wenn man jetzt die Bravo, ich hab die ja, also das war ja mein Holy Grail. Und wenn man da mal guckt, was für Botschaften, da gab es auch immer so Tipps und so für Mädchen.“
Tupoka Ogette beschreibt die Jugendzeitschrift Bravo als prägend für ihre Generation. Sie kritisiert die darin vermittelten Botschaften über Geschlechterrollen, die zusammen mit fehlender Aufklärung dazu beitrugen, dass sie sexualisierte Gewalt nicht einordnen konnte.
Opfer
Alice Hasters · 2026
Gegen die neue Verachtung von Verletzlichkeit In Talkshows, in Bundestagsdebatten, am Abendbrottisch – überall wird über »Opfer« gesprochen. Doch zunehmend sind damit nicht Menschen gemeint, denen Unrecht widerfahren ist. Sondern solche, die die Harmonie stören, als verweichlicht gelten, andere herunterziehen oder sich über sie stellen wollen. »Opfer« – das ist längst ein Vorwurf geworden. Wenn Menschen nicht so viel jammern würden, heißt es, hätten wir nicht so viele Probleme.
🗣 Tupoka Ogette empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:25:03 „Und ich habe noch einen Buchtipp. Es kommt ein ganz, ganz tolles Buch raus, kann man auch schon vorbestellen, von Alice Hasters zum Thema Opfer. Und die könnte dazu viel, viel, viel tiefer und besser das noch erklären.“
Im Gespräch über den Begriff 'Opfer' und was es bedeutet, als Opfer wahrgenommen zu werden, empfiehlt Tupoka Ogette das kommende Buch von Alice Hasters. Sie sieht es als wichtige Vertiefung der Frage, warum niemand als Opfer gelten will und was gesellschaftlich mit diesem Label verbunden wird.
Le consentement / Gisèle Pelicots Buch
Gisèle Pelicot
Memoiren über das Leben als Opfer von sexueller Gewalt und Vergewaltigung. Das Buch thematisiert die gesellschaftliche Stigmatisierung von Opfern, die ihrer Erfahrung häufig nicht geglaubt wird oder denen eine Mitschuld zugeschrieben wird, obwohl sie bewusstlos waren. Eine persönliche Auseinandersetzung mit der Frage nach Gerechtigkeit und der Definition von „perfektem Opfersein".
🗣 Tupoka Ogette referenziert bei ⏱ 01:26:32 „Also wenn wir jetzt Giselle Pellicot zum Beispiel anschauen und sie hat ja auch gerade ihr Buch rausgebracht. Da war es so, dass sie war ein Opfer von diesen unfassbar schrecklichen Taten.“
Tupoka Ogette nennt Gisèle Pelicots Buch im Zusammenhang mit der Diskussion über den Opferbegriff und die Idee des 'perfekten Opfers'. Obwohl Pelicot betäubt und gefilmt wurde, gab es Menschen, die ihr eine Mitschuld zuschrieben – ein Beispiel dafür, wie die Gesellschaft Opfern ihre Erfahrung abspricht.
Brené Brown: Verletzlichkeit macht stark
Brené Brown · 2007
Researcher, thought leader, and New York Times bestselling author Brené Brown offers a liberating study on the importance of our imperfections—both to our relationships and to our own sense of self The quest for perfection is exhausting and unrelenting. There is a constant barrage of social expectations that teach us that being imperfect is synonymous with being inadequate. Everywhere we turn, there are messages that tell us who, what and how we’re supposed to be.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:31:14 „Und das ist aber so nur meine, also weil, du kennst auch Brandy Brown, Verletzlichkeit macht stark.“
Matze Hielscher verweist auf Brené Browns Buch, als er über das Spannungsfeld zwischen Verletzlichkeit und Autorität spricht. Er nutzt die Referenz, um zu verdeutlichen, dass Verletzlichkeit eigentlich Stärke sein kann – obwohl Opfersein und Autoritätsein in der gesellschaftlichen Wahrnehmung schwer zusammengehen.
Hunger: A Memoir of (My) Body
Roxane Gay · 2017
'I ate and ate and ate in the hopes that if I made myself big, my body would be safe. I buried the girl I was because she ran into all kinds of trouble. I tried to erase every memory of her, but she is still there, somewhere. . . . I was trapped in my body, one that I barely recognized or understood, but at least I was safe.' New York Times bestselling author Roxane Gay has written with intimacy and sensitivity about food and bodies, using her own emotional and psychological struggles as a means...
🗣 Tupoka Ogette erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:33:15 „Wenn ich Roxane Gay, mit der ich heute angefangen habe, wenn ich sie sehe, denke ich, wow, was für ein toller Mensch.“
Tupoka Ogette erwähnt Roxane Gay als Beispiel für starke Frauen, die über sexualisierte Gewalt gesprochen haben. Sie nennt Gay neben Oprah Winfrey und Tarana Burke als schwarze Frauen, die sie bewundert, weil sie trotz schwerer Erfahrungen ihren Weg gefunden haben. Der konkrete Werktitel bleibt implizit.
Und jetzt ich
Tupoka Ogette · 2022
Das zweite Buch der Bestsellerautorin von »exit RACISM«: Wie wir WIRKLICH rassismuskritisch leben können - Jetzt im Taschenbuch! Wir alle sind rassistisch sozialisiert. Rassismus findet sich in jedem Bereich unseres Lebens, unserer Gesellschaft. Allerdings haben wir nicht gelernt ihn zu erkennen, geschweige denn darüber zu sprechen. Rassismuskritik ist kein Trend und keine Phase.
🗣 Tupoka Ogette empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:37:46 „Dieses Ich ist kein Selbstzweck in dem Buch. Ich habe das nicht geschrieben, um zu sagen, hier ist meine Geschichte. Ich, ich, also erst ein Buch und jetzt du und jetzt ich. Quasi nein. Sondern, wie gesagt, ich möchte einen Resonanzraum aufmachen.“
Tupoka Ogettes neues Buch ist das zentrale Gesprächsthema der Episode. Sie erklärt, dass das Buch kein Selbstzweck sei, sondern einen Resonanzraum eröffnen soll, in dem sich Leserinnen und Leser wiederfinden können. Das Buch enthält sehr persönliche Kapitel über Gewaltbeziehungen, Rassismus und sexualisierte Gewalt.
I Know Why the Caged Bird Sings
Maya Angelou · 1969
Autobiography of Black writer Maya Angelou.
🗣 Matze Hielscher zitiert daraus bei ⏱ 01:39:58 „Es gibt ein Kapitel, der gefangene Vogel, da konntest du nicht ich schreiben. Du konntest da nur über Tupoca schreiben. Kannst du erklären, warum es an der Stelle dir nicht gelungen ist?“
Das Kapitel 'Der gefangene Vogel' in Ogettes Buch verweist mit seinem Titel auf Maya Angelous autobiografischen Klassiker über Rassismus und sexuellen Missbrauch. Die Referenz ist implizit – der Kapiteltitel wird diskutiert, nicht das Originalwerk –, aber die thematische Parallele (Gewaltbeziehung, Sprachlosigkeit, Überleben) ist deutlich.
Die Scham muss die Seiten wechseln
Gisèle Pelicot · 2025
Zwei Paare und eine Single-Freundin, ein Wochenende im Sommerhaus – was soll da schon schief gehen? Mit einem scharfsinnigen Blick auf toxische Machtstrukturen schreibt Bianca Nawrath über Schuldgefühle, Selbstermächtigung und weibliche Solidarität. Zwei befreundete Paare fahren für ein gemeinsames Wochenende an die Ostsee, und zum ersten Mal ist auch Ola dabei. Ola ist Single, liebt Frauen und Männer und hat eine Biografie von Hildegard von Bingen im Gepäck.
🗣 Tupoka Ogette zitiert daraus bei ⏱ 01:45:43 „Und bin ich wieder bei Giselle Pellicot, die ja diesen Satz geprägt hat, die Scham muss die Seiten wechseln. Und das sagt sie ja nicht für ungefähr, weil die Scham tatsächlich oft auf der Seite ist von Menschen, die das erlebt haben.“
Zum Abschluss des Gesprächsblocks über Scham und Schuld in Gewaltbeziehungen zitiert Tupoka Ogette Gisèle Pelicots berühmt gewordenen Ausspruch aus dem Prozess. Der Satz fasst für Ogette zusammen, dass nicht die Betroffenen sich schämen sollten, sondern die Täter.