Lanz & Precht – Ausgabe Dreiundsiebzig
#073

Ausgabe Dreiundsiebzig

Lanz & Precht / 27. Januar 2023 / 9 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Ein Lob auf den Lokaljournalismus: Ausgehend von der Entdeckung des Nordkuriers entspinnt sich ein Gespräch über die überraschende Stärke regionaler Zeitungen und eine neue Generation engagierter Lokaljournalisten. Dann wird es persönlich — ein Artikel im Nordkurier hatte Prechts Schwärmerei über Brandenburg zur angeblichen Geißelung verdreht, woraufhin CDU-Fraktionschef Jan Redmann ihn ungehört als unerträglichen Klugscheißer beschimpfte.

„Was dein Südtirol ist, sozusagen die Heimat deiner Seele, deine Herzenslandschaft, das ist für mich ja wirklich Brandenburg.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (9)

Factfulness

Factfulness

Hans Rosling · 2022

Hans Rosling war der "Popstar der Vernunft" (Süddeutsche Zeitung Magazin), der Herr der Fakten – und zeitlebens ein Kämpfer für eine bessere und gerechtere Welt. Es wird alles immer schlimmer, eine schreckliche Nachricht jagt die andere: Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer. Es gibt immer mehr Kriege, Gewaltverbrechen, Naturkatastrophen. Viele Menschen tragen solche beängstigenden Bilder im Kopf. Doch sie liegen damit grundfalsch.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:08:09 „Es gibt ja zwei Bücher, das von Rosling, Factfulness und von Steven Pinker. Aufklärung jetzt. Und die beide 2018 rausgekommen sind und wo sich auch viele darüber gefreut haben und die eigentlich sagen, es wird immer eigentlich alles immer besser.“

Precht nennt Roslings Buch als eines von zwei zentralen Werken, die die These vertreten, dass die Welt entgegen der allgemeinen Wahrnehmung immer besser wird. Er nutzt es als Ausgangspunkt für eine Diskussion über Alarmismus und die Frage, ob optimistische Weltsichten zu Verharmlosung führen.

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Aufklärung jetzt

Aufklärung jetzt

Steven Pinker · 2018

Eine leidenschaftliche Antithese zum üblichen Kulturpessimismus und ein engagierter Widerspruch zu dem weitverbreiteten Gefühl, dass die Moderne dem Untergang geweiht ist. Hass, Populismus und Unvernunft regieren die Welt, Wissenschaftsfeindlichkeit macht sich breit, Wahrheit gibt es nicht mehr: Wer die Schlagzeilen von heute liest, könnte so denken. Doch Bestseller-Autor Steven Pinker zeigt, dass das grundfalsch ist.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:08:09 „Es gibt ja zwei Bücher, das von Rosling, Factfulness und von Steven Pinker. Aufklärung jetzt. Und die beide 2018 rausgekommen sind und wo sich auch viele darüber gefreut haben und die eigentlich sagen, es wird immer eigentlich alles immer besser.“

Precht stellt Pinkers Buch neben Roslings 'Factfulness' als zweites Schlüsselwerk für die optimistische Weltsicht vor. Beide Bücher erschienen 2018 und argumentieren, dass sich die globalen Verhältnisse verbessern – eine Position, die Precht in Diskussionen mit Linken Widerspruch einbrachte.

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Die Grenzen des Wachstums

Die Grenzen des Wachstums

Club of Rome / Dennis Meadows

Der Bericht „Die Grenzen des Wachstums" aus dem Jahr 1972 ist ein Meilenstein der Umweltbewegung und entstand unter federführender Beteiligung des Club of Rome. Der Bericht warnte vor den ökologischen Folgen unbegrenzten wirtschaftlichen Wachstums und legte damit einen wesentlichen Grundstein für das entstehende Umweltbewusstsein in der Gesellschaft. Seine Analysen inspirierten die Gründung der Grünen und die Aktivitäten von Umweltorganisationen wie Greenpeace in den 1970er und 1980er Jahren.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:20:49 „Wann ging das los, dass man Club of Rome Anfang der 70er Jahre, Gründung der Grünen Ende der 70er, Anfang der 80er, dann so der Alarmismus, der sehr produktive übrigens von Greenpeace und so weiter.“

Precht skizziert die Geschichte des Umweltbewusstseins und nennt den Club of Rome als Ausgangspunkt Anfang der 70er Jahre — eine implizite Referenz auf den berühmten Bericht 'Die Grenzen des Wachstums' von 1972, der als Meilenstein der Umweltbewegung gilt.

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Die vierte Gewalt

Die vierte Gewalt

Richard David Precht, Harald Welzer · 2022

Analyse wie Medien ohne bewusste Absprache eine veröffentlichte Meinung schaffen, die von der tatsächlichen öffentlichen Meinung abweicht. Das Werk untersucht die Selbstangleichung der Presse am Beispiel der Ukraine-Berichterstattung und hinterfragt die Rolle der Medien als vierte Gewalt in der Demokratie.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:23:21 „Das heißt also, wir leben heute in einer Gesellschaft, in der der alltägliche Bedarf an Außeralltäglichem größer ist als je zuvor. Das führt dazu, dass alles sensationiert werden muss, weil es sonst nicht wahrgenommen wird. Also Aufmerksamkeit, Ökonomie.“

Precht spricht über den tagtäglichen Alarmismus der Medien und verweist darauf, dass er sich mit Harald Welzer 'im letzten Jahr viel mit beschäftigt habe' — eine klare Referenz auf ihr gemeinsames Buch 'Die vierte Gewalt' (2022) über den Einfluss sozialer Medien auf den öffentlichen Diskurs.

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The Better Angels of Our Nature

The Better Angels of Our Nature

Steven Pinker · 2011

'The most inspiring book I've ever read' Bill Gates, 2017 'A brilliant, mind-altering book ... Everyone should read this astonishing book' Guardian 'Will change the way you see the world' Daily Mail Shortlisted for the Samuel Johnson Prize 2012 Wasn't the twentieth century the most violent in history? In his extraordinary, epic book Steven Pinker shows us that this is wrong, telling the story of humanity in a completely new and unfamiliar way.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:33:36 „Die langfristige Tendenz, die arbeitet im Sinne von Pinker oder im Sinne von Rossling. Das bedeutet aber nicht, dass solche Kurven Dellen haben und es gibt auch keine mathematische Gesetzmäßigkeit, die festlegt, dass es auf die gleiche Weise weitergeht wie in den letzten Jahrzehnten.“

Precht stellt Pinker in eine Reihe mit Rosling als Vertreter der These, dass sich die Welt langfristig zum Besseren entwickelt. Er räumt ein, dass die langfristige Tendenz stimmt, warnt aber davor, die Kurven als glatt und zwangsläufig aufwärts zu lesen – es könne durchaus Phasen der Verschlechterung geben.

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Independence Day

Independence Day

Roland Emmerich · 1996

Eine gewaltige außerirdische Armee bedroht die Existenz der Erde. Die Invasion beginnt mit dem Auftauchen gigantischer Raumschiffe, die sich über den wichtigsten Zentren der Welt positionieren. Die bedrohliche Faszination schlägt schnell in unvorstellbare Panik um, als die Raumschiffe angreifen und bedingungslos zerstören. Nun liegt das Schicksal der Menschheit in den Händen der wenigen Überlebenden, die sich für den alles entscheidenden Kampf gegen die Invasoren bereit machen…

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:40:46 „Ich habe also Independence Day gesehen vor langer Zeit, als er rauskam. Und den hat es grottenschlecht befunden und von da an um Emmerich-Filme einen riesigen Bogen gemacht.“

Im Gespräch über die menschliche Faszination für Katastrophen und Apokalypsen nennt Lanz Roland-Emmerich-Filme als Beispiel. Precht widerspricht der Verallgemeinerung, er habe Independence Day damals gesehen, ihn furchtbar gefunden und seitdem alle Emmerich-Filme gemieden – als Beleg dafür, dass nicht jedes Gehirn gleich auf Sensationalismus anspringt.

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Emilia Galotti

Emilia Galotti

Gotthold Ephraim Lessing

Lessings Drama „Emilia Galotti" behandelt Fragen von Macht, Freiheit und den Grenzen der Vernunft. Precht bezieht sich auf den berühmten Satz Lessings im Kontext der modernen Aufmerksamkeitsökonomie und medialen Daueraufgeregtheit und ergänzt ihn um eine provokante Wendung: Wer über alles den Verstand verliert, hat auch keinen zu verlieren. Das klassische Drama bleibt damit aktuell für die Frage, wie rationaler Diskurs in aufgeheizten Zeiten möglich ist.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:41:48 „Der von mir so häufig zitierte Lessing-Satz, wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verliert, hat keinen zu verlieren. Mit meiner Ergänzung, wer über alles den Verstand verliert, auch nicht.“

Precht zitiert im Zusammenhang mit der Aufmerksamkeitsökonomie und medialer Daueraufgeregtheit einen berühmten Satz aus Lessings Drama 'Emilia Galotti' (Akt IV, Szene 7) und ergänzt ihn mit einer eigenen Wendung.

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Berichte des Weltklimarats (IPCC)

Berichte des Weltklimarats (IPCC)

Dan Napstad

Übersicht der Berichte des Weltklimarats (IPCC) mit Schwerpunkt auf wissenschaftlich häufig missverstandene Aussagen zum Amazonas. Der führende IPCC-Autor Dan Napstad erläutert, warum die populäre Metapher des Regenwalds als „Lunge der Welt" einer genauerem wissenschaftlichen Betrachtung nicht standhält: Der Amazonas produziert zwar enorme Sauerstoffmengen, verbraucht diese aber in gleichem Maße selbst. Der Artikel illustriert die Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen Fakten und vereinfachten Klimanarrativen.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:47:09 „Dan Napstad, einer der Hauptautoren der Berichte des Weltklimarats. Zitat, es ist Blödsinn, dass der Amazonas eine Hauptquelle für unseren Sauerstoff ist.“

Lanz zitiert den IPCC-Hauptautor Dan Napstad, um seine These zu untermauern, dass die verbreitete Metapher vom Amazonas als 'Lunge der Welt' wissenschaftlich nicht haltbar ist. Der Regenwald produziert zwar riesige Mengen Sauerstoff, verbraucht aber ebenso große Mengen selbst – ein Beispiel für alarmistische Vereinfachungen in der Klimaberichterstattung.

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Vom Charme kleiner Länder

Vom Charme kleiner Länder

· 2017

Greens großes Südstaatenepos malt ein Panorama großbürgerlichen Lebens im Amerika des 19. Jahrhunderts. Das Schicksal verschlägt die sechzehnjährige Elizabeth zu ihren reichen Verwandten nach Georgia, in eine luxuriöse, gelangweilte Gesellschaft, die, zehn Jahre vor Ausbruch des Sezessionskriegs, schon dem Untergang geweiht ist. »Wie kaum ein zweiter vermittelt Green, ein Irrläufer aus dem 19.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:52:09 „Weil ich habe ja letztens in der Schweiz jemanden kennengelernt, der ein Buch darüber geschrieben hat vom Charme kleiner Länder und sagte sinngemäß in kleinen Ländern ist alles besser.“

Precht erwähnt ein Buch, das er bei einer Begegnung in der Schweiz kennengelernt hat. Der Autor vertritt die These, dass kleine Länder in vielen Belangen besser funktionieren. Precht nutzt das als Ausgangspunkt für seine Hypothese, dass Bevölkerungsgröße und Durchschnittsalter eines Landes mit dem Optimismus seiner Bewohner korrelieren.

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