Lanz & Precht – Aiwanger - ueber Schuld und Suehne
#105

Aiwanger - ueber Schuld und Suehne

Lanz & Precht / 08. September 2023 / 6 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Die Flugblatt-Affäre um Hubert Aiwanger wird zum Lehrstück über politische Krisenkommunikation: Erst abstreiten, dann schweigen, dann eine halbherzige Entschuldigung mit der Formel *wenn ich Gefühle verletzt habe* — Lanz seziert minutiös, wie Aiwanger dieselbe Trotzstrategie fährt, die ihm schon in der Impfdebatte Aufmerksamkeit brachte. Dabei geht es längst nicht mehr nur um ein antisemitisches Flugblatt aus der Jugend, sondern um die Frage, ob jemand, der sich konsequent weigert seine Vergangenheit aufzuarbeiten, politische Verantwortung tragen kann.

„Hoffentlich holt nie irgendeiner das raus, was ich mit 16 so fabriziert habe, weil man ist niemals im Leben so dermaßen bescheuert und verblödet wie mit 16, 17.“
🗣 Harald Welzer

Erwähnte Medien (6)

Text über Aiwangers Trotzstrategie

Text über Aiwangers Trotzstrategie

Robin Alexander

Einst, in der Impfdebatte, inszenierte sich Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger als Kämpfer gegen das Establishment. Nun, in der Flugblatt-Affäre, versucht er sich erneut an dieser Trotz-Strategie. Und diesmal ist es brandgefährlich für die politische Kultur – nicht nur in Bayern.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:02:21 „Und jetzt in dieser Flugblatt-Affäre versucht er erneut sozusagen diese Trotzstrategie, wie es Robin Alexander neulich in einem sehr guten Text genannt hat. Und er schreibt, Aiwanger möchte diese Angelegenheit irgendwie nicht richtig in Ordnung bringen.“

Markus Lanz zitiert einen Artikel von Robin Alexander, vermutlich in der Welt, der Aiwangers Umgang mit der Flugblatt-Affäre als bewusste 'Trotzstrategie' analysiert. Lanz nutzt den Text als argumentative Grundlage, um Aiwangers Verweigerungshaltung zu beschreiben — dass dieser weder den Vorfall aufklären noch sich glaubhaft entschuldigen wolle.

Zum Artikel bei Welt Details
Interview mit einem langjährigen Politikberater über Trump

Interview mit einem langjährigen Politikberater über Trump

Der US-Präsident Donald Trump stellt seine Drohungen vorerst zurück und will neue Verhandlungen. Sein früherer Spitzenberater Elliott Abrams erklärt Trumps Strategie – und ob sie Frieden bringen kann.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:07:51 „Ich habe dieser Tage ein Interview gelesen mit einem langjährigen Politikberater, so ein ganz ausgebuffter Typ, der Donald Trump schon in relativ jungen Jahren politisch beraten hat. Und der sagte, ich habe ihm eine Sache beigebracht, gib nie irgendetwas zu.“

Markus Lanz erwähnt ein Interview mit einem nicht namentlich genannten Trump-Berater, das er kürzlich gelesen hat. Der Berater beschreibt darin die Strategie, niemals etwas zuzugeben und stets in die Offensive zu gehen — genau das Muster, das Lanz bei Aiwangers Umgang mit der Flugblatt-Affäre wiedererkennt.

Zum Artikel bei Handelsblatt Details
WDR-2-Kolumne von Dieter Nuhr

WDR-2-Kolumne von Dieter Nuhr

Dieter Nuhr

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🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:30:44 „Er hatte früher beim WDR immer so eine Kolumne, bei WDR 2, und den habe ich ganz oft gehört auf dem Weg zur Arbeit, wenn ich so über die A4 ging.“

Lanz schildert seine persönliche Geschichte mit Dieter Nuhr, den er als linksliberalen Komiker in Erinnerung hat. Die regelmäßige WDR-2-Radiokolumne begleitete ihn auf dem Arbeitsweg und prägte sein Bild von Nuhr, bevor dieser zunehmend als rechts wahrgenommen wurde.

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Investigativ-Artikel zum Fall Aiwanger

Investigativ-Artikel zum Fall Aiwanger

Roman Deininger

Der Artikel behandelt Reaktionen auf die Veröffentlichung eines antisemitischen Flugblatts aus Aiwangers Schulzeit durch die Süddeutsche Zeitung. Lanz und Precht diskutieren die journalistische Qualität des Reports und kritisieren dessen narrativen Aufbau, der eine suggestive Verbindung zwischen dem minderjährigen Aiwanger und dem heutigen Politiker herstellt, ohne diese ausreichend einzuordnen. Der Text wirft Fragen zur journalistischen Verantwortung beim Umgang mit belastenden historischen Dokumenten auf.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:40:49 „Und das war in diesem ersten langen Stück, das sehr gut zu lesen war. Und das war auch das Problematische an dem Stück. Es war ein richtig gut geschriebener Text. Und man hatte das Gefühl, das ist zwingend, das ist logisch.“

Lanz diskutiert den umstrittenen Süddeutsche-Zeitung-Artikel, der das antisemitische Flugblatt aus Aiwangers Schulzeit öffentlich machte. Er lobt die handwerkliche Qualität des Textes, kritisiert aber den suggestiven Tenor, der eine direkte Linie vom 17-jährigen zum heutigen Aiwanger ziehe. Precht stimmt zu und bemängelt das Fehlen einer einordnenden Passage.

Zum Artikel bei Süddeutsche Zeitung Details
Söder-Reportagen

Söder-Reportagen

Roman Deininger

Dieser SZ-Podcast dokumentiert ein Wahljahr mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und stellt die zentralen Fragen seiner politischen Zukunft: Wird er Kanzler oder endet seine Karriere? Der renommierte SZ-Journalist Roman Deininger begleitet Söders ehrgeizigen Weg mit eindringlichen Reportagen, die Deutschlands ehrgeizigsten Politiker porträtieren.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:41:27 „Er schreibt auch immer so wunderbare Söder-Reportagen, empfehle ich sehr.“

Im Gespräch über den SZ-Journalisten Roman Deininger und dessen Einschätzung zum Fall Aiwanger schwärmt Lanz von Deiningers journalistischer Arbeit. Er beschreibt ihn als lustigen Menschenfreund und empfiehlt dessen Reportagen über Markus Söder als besonders lesenswert.

Zum Artikel bei Süddeutsche Zeitung Details
Stolpersteine

Stolpersteine

Gunter Demnig

Gunter Demnigs ikonisches Kunstprojekt: kleine Messingplatten im Gehwegboden als Mahnmal für Holocaustopfer. Charlotte Knoblochs Ablehnung in München verdeutlicht die Debatte über würdevolle Erinnerungskultur und den angemessenen Umgang mit Gedenkstätten.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:50:28 „Es gibt keine Stolpersteine in München und offenkundig aus Respekt vor genau dieser Frau, vor Charlotte Knobloch, weil die sagt, Stolpersteine mit Boden, alles was sozusagen auf dem Boden ist, tue ich mich wahnsinnig schwer. Weil da auch getreten wird.“

Lanz erzählt im Zusammenhang mit Charlotte Knoblochs Rolle im Fall Aiwanger, dass es in München keine Stolpersteine gibt. Knobloch, deren Familie im Holocaust ermordet wurde, lehnt die im Boden eingelassenen Gedenksteine ab, weil auf ihnen getreten wird. Diese für Lanz überraschende Tatsache illustriert Knoblochs moralische Autorität.

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