Lanz & Precht – Leben und Tod des Alexej Nawalny
#129

Leben und Tod des Alexej Nawalny

Lanz & Precht / 23. Februar 2024 / 7 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Die Episode kreist um Alexej Nawalnys Schicksal — von der Vergiftung 2020 über die freiwillige Rückkehr nach Russland bis zum Tod im Straflager Polarwolf bei minus 20 Grad. Dabei wird die zentrale Frage verhandelt, ob Nawalny ein moderner Held ist, und was es bedeutet, eine Sache bewusst über das eigene Leben zu stellen, obwohl man weiß, dass es schlecht ausgeht. Lanz schildert eindringlich die brutalen Haftbedingungen und zieht Parallelen zu Solschenizyns Gulag-Beschreibungen.

„Die Unvorsichtigkeit bei einer Sache, wo man eigentlich weiß, dass sie ganz, ganz schlecht ausgeht und sich zu sagen, ich muss es aber trotzdem tun — das ist eigentlich seit der Antike her eine Vorstellung von Heldentum.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (7)

Der Archipel Gulag

Der Archipel Gulag

Alexander Solschenizyn · 2012

In seinem monumentalen Werk beschreibt Alexander Solschenizyn aus eigener Erfahrung den Terror der sowjetischen Straflager des GULAG, mit der dokumentarischen Sorgfalt eines Historikers und der Sprachgewalt eines großen Epikers.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:04:15 „Ja, da gibt es auch das Buch von Solzhenitsyn, wie jetzt übers Wochenende nochmal vorgenommen. Ja, du hast es ja auch schon mal aus dem Buch vorgelesen.“

Markus Lanz spricht über die Haftbedingungen in russischen Straflagern und zieht Parallelen zu Nawalnys Inhaftierung im Lager Polarwolf. Er hat das Buch am Wochenende erneut gelesen und beschreibt daraus mehrere Szenen – das morgendliche Wecken in der Dunkelheit, die Hoffnung auf minus 41 Grad (ab da durften Häftlinge drinbleiben) und den Bau des eigenen Lagers mit Stacheldraht. Das Buch dient als historischer Beleg dafür, dass sich an den Zuständen in russischen Lagern seit der Stalin-Zeit wenig geändert hat.

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Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch

Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch

Alexander Solschenizyn · 1962

Das aufsehenerregendste Buch, das nach dem Krieg in der Sowjetunion veröffentlicht wurde. Solschenizyn schildert einen einzigen Tag im sowjetischen Straflager – den Alltag des Häftlings Iwan Denissowitsch Schuchow. Ein erschütterndes Dokument über die Entmenschlichung im Gulag.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:04:53 „da gibt es auch das Buch von Solzhenitsyn, wie jetzt übers Wochenende nochmal vorgenommen“

Lanz zieht Parallelen zwischen Solschenizyns Beschreibungen sowjetischer Straflager und den Haftbedingungen Nawalnys. Er zitiert Szenen über die Kälte, das Hoffen auf minus 41 Grad und den Bau des eigenen Käfigs aus Stacheldraht.

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Der Mauretanier

Der Mauretanier

· 2021

Auf Befehl der US-Regierung wurde der Mauretanier Mohamedou Ould Slahi vor Jahren auf den Militärstützpunkt Guantanamo verschleppt und wird dort immer noch ohne Anklage oder Gerichtsverfahren festgehalten. Durch unzählige Verhöre und Folter längst aller Hoffnung beraubt, ist Slahi überrascht, als sich die Anwältin Nancy Hollander und ihre Kollegin Teri Duncan plötzlich für seinen Fall interessieren.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:07:11 „Aber ich habe erst vor wenigen Tagen im Fernsehen den Film der Mauretania gesehen, nach einer wahren Geschichte. Der spielte in Guantanamo über einen Mauretanier, der unter dem Verdacht einer der Drahtzieher des 11. September zu sein, was man ihm nie nachgewiesen hat, nach Guantanamo kam und da viele Jahre im Gefängnis war.“

Richard David Precht vergleicht die russischen Haftbedingungen mit Guantanamo und nutzt den Film als Beleg dafür, dass grausame Haftbedingungen – Isolation, Dunkelheit, Willkür – kein rein russisches Phänomen sind, sondern weltweit existieren. Er betont, dass Obama den Gefangenen noch sieben weitere Jahre einsitzen ließ, obwohl dessen Unschuld erkennbar war.

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Das gewaltrussische Buch

Das gewaltrussische Buch

Boris Schumatzki · 2017

Nach über 20 Jahren als Korrespondent in Moskau, mit dem Einblick, den nur viele Gespräche vor Ort ermöglichen, grosser Sachkenntnis und in Auseinandersetzung mit vielen geschriebenen Texten zeichnet der Autor ein Bild von Putin, das nicht sehr positiv ausfällt. Sehr gut begründete Darstellung.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:10:45 „Das hat mir Boris Schumatzki erzählt, mit dem ich heute länger telefoniert habe, russischer Schriftsteller, der in Berlin lebt, seit langer Zeit schon und der dieses unglaubliche Buch über dieses Gewaltrussische geschrieben hat.“

Markus Lanz beruft sich auf ein Telefonat mit dem russischen Schriftsteller Boris Schumatzki, der in Berlin lebt. Dessen Buch über das 'Gewaltrussische' dient als Quelle für die Schilderungen der Willkür in russischen Straflagern – etwa die Szenen, in denen Häftlinge stundenlang bei minus 20 Grad draußen stehen müssen und Schläger auf sie losgelassen werden.

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Nawalny-Dokumentation

Nawalny-Dokumentation

Dokumentation über die nationalistische Vergangenheit von Alexej Nawalny. Der Film dokumentiert seine Teilnahme an ultranationalistischen Aufmärschen und präsentiert Zeugenaussagen über kontroverse Momente – darunter der Hitlergruß. Die Doku hinterfragt das vereinfachte westliche Bild Nawalnys als liberaler Demokrat.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:18:40 „Und es heißt auch, und dafür gibt es wohl einige Zeugenaussagen, ich habe im RBB eine Dokumentation darüber gesehen, dass er da unter anderem den Hitlergruß gezeigt hat.“

Richard David Precht erwähnt eine RBB-Dokumentation über Alexej Nawalny, in der dessen nationalistische Vergangenheit beleuchtet wird – darunter die Teilnahme an ultranationalistischen Aufmärschen und Zeugenaussagen über den Hitlergruß. Precht nutzt die Doku als Beleg dafür, dass Nawalnys Bild widersprüchlich ist und sich nicht einfach als liberaler Demokrat einordnen lässt.

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Nawalny

Nawalny

· 2022

Im August 2020 wird der russische Oppositionelle Alexej Nawalny Opfer durch eine Vergiftung mit einem tödlichen Nervenkampfstoff, die er trotz aller Umstände überlebt. Während seiner monatelangen Genesung im Schwarzwald macht er schockierende Entdeckungen über den Anschlag auf sein Leben, der sehr wahrscheinlich von russischen Behörden beauftragt wurde. Nawalny beschließt dennoch, in seine Heimat Russland zurückzukehren, wo er sogleich verhaftet wird.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:19:18 „ich kann ja immer nur von dem ausgehen, was ich in der Doku gesehen habe, über Nawalny gelesen habe“

Lanz bezieht sich auf eine Dokumentation über Nawalny, die sein Bild von dem Oppositionellen geprägt hat.

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Tucker Carlson interviewt Wladimir Putin

Tucker Carlson interviewt Wladimir Putin

Tucker Carlson

Ein Gespräch zwischen einem amerikanischen Fernsehjournalisten und dem russischen Präsidenten über die Ursprünge des Ukraine-Konflikts. Statt direkter Antworten folgt eine ausführliche historische Darlegung, die Jahrhunderte russischer Geschichte durchleuchtet. Das Interview gewährt Einblick in geopolitische Perspektiven und Argumentationsmuster.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:28:38 „das hörst du ja auch in dem Interview mit Tucker Carlson, wenn Putin von einem großen Russland träumt, dann guckt er in die Vergangenheit“

Lanz verweist auf das vieldiskutierte Interview, um Putins rückwärtsgewandtes Geschichtsbild im Kontrast zu Nawalnys zukunftsorientierter Vision zu illustrieren.

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