Israel und das Voelkerrecht - mit Kai Ambos
Markus Lanz, Richard David Precht & Kai Ambos
Auslöser der Folge ist Israels Angriff auf den Iran und Friedrich Merz' umstrittener Satz, Israel erledige damit die 'Drecksarbeit' für den Westen. Völkerrechtler Kai Ambos wird zugeschaltet, um die zentrale Frage zu beleuchten: Ist Israels Militärschlag ohne unmittelbaren iranischen Angriff völkerrechtlich zu rechtfertigen — oder markiert die Reaktion des Bundeskanzlers einen gefährlichen Dammbruch, bei dem das Recht des Stärkeren die Stärke des Rechts verdrängt?
„Hier wird ein Völkerrechtsbruch von einem deutschen Bundeskanzler mit Dankbarkeit und Respekt wahrgenommen. Das ist natürlich ein sehr starkes Stück, was sich da in dem Augenblick abspielt.“
Erwähnte Medien (2)
Über Israel reden
Meron Mendel · 2023
Über kaum ein anderes Land wird in Deutschland so viel geredet und gestritten: Zu Israel hat jeder eine Meinung. Warum ist das so? Wieso hat der Nahostkonflikt eine solche Bedeutung? Und warum ist die Debatte so emotional – und oft so vergiftet? Als Meron Mendel vor zwanzig Jahren nach Deutschland kam, stellte er überrascht fest, welche Bedeutung sein Heimatland Israel hier im öffentlichen Diskurs hatte.
🗣 Unbekannt zitiert daraus bei ⏱ 00:46:06 „Wir haben ja das schöne Buch von Meryn Mendel zum Beispiel in dem Zusammenhang, dass plötzlich die israelische Armee, wie sie es noch früher gemacht hat, sehr interessant, 1967 hat sie die Siedler noch abgehalten, hat sie sie kontrolliert und heute steht sie dabei, wenn die Siedler die Palästinenser angreifen.“
Im Gespräch über die Siedlungspolitik im Westjordanland verweist der Völkerrechtler auf Meron Mendels Buch, um eine historische Umkehrung zu illustrieren: 1967 hat die israelische Armee die Siedler noch kontrolliert und zurückgehalten, heute steht sie daneben oder unterstützt sie sogar, wenn Siedler Palästinenser angreifen.
Absolution
Daniel Marwecki · 2024
Ein Plädoyer für Selbstkritik und eine Einladung zur Debatte über ein so einzigartiges wie verwirrendes Verhältnis zweier Staaten Wenn Deutsche über Israel reden, reden sie meist über sich selbst. Worum es in den hitzigen Debatten hingegen selten geht, ist die eigentliche Beziehungsgeschichte zwischen der Bundesrepublik und Israel. Reden deutsche Politiker über diese Beziehungen, so fallen Wörter wie "Wunder" oder "Versöhnung". Wörter, hinter denen eher Wunschdenken als Realität steckt.
🗣 Kai Ambos zitiert daraus bei ⏱ 00:51:57 „Also es gibt ein schönes Buch von Daniel Mavecki, einem Historiker, das heißt Absolution. Für mich ist das alles eine Frage unserer Schuld.“
Auf Prechts Frage, ob die deutsche Israel-Politik eher von historischer Schuld oder von strategischem Schulterschluss mit den USA motiviert sei, empfiehlt Kai Ambos dieses Buch. Marwecki analysiert darin, dass die deutsch-israelische Beziehung von Anfang an von gegenseitigen Interessen geprägt war – von Adenauers Luxemburger Abkommen bis zu den U-Boot-Lieferungen – und nicht primär von moralischen Motiven.