US-Angriff und Nato-Gipfel - Wie umgehen mit Trump
Markus Lanz, Richard David Precht
Eine aufgewühlte Debatte über den US-Angriff auf den Iran und das Versagen der deutschen Regierung, diesen klar als Völkerrechtsbruch zu benennen. Precht kritisiert scharf, dass der Bundeskanzler den Angriff sogar gutgeheißen habe, während Außen- und Verteidigungsminister herumeierten — und fragt, wie Europa ein eigenständiger Pol in der multipolaren Weltordnung werden will, wenn es nicht einmal die eigenen Werte ernst nimmt.
„Wenn wir das Völkerrecht ernst nehmen, dann ist es absolut bindend. Dann kennt es keinerlei Ausnahmen, dann verträgt es keinerlei Relativierung.“
Erwähnte Medien (7)
Kommentar zum Iran-Angriff
Jan Ross
Der Kommentar von Jan Ross argumentiert für den US-Angriff auf den Iran. Während Ross gewichtige Kritikpunkte gegen die Militärintervention einräumt, hält er die Gründe für den Angriff für überzeugender. Sein Kernargument: Die Alternative – ein atomar bewaffneter Iran – würde ein deutlich größeres Risiko darstellen.
🗣 Markus Lanz zitiert daraus bei ⏱ 00:05:16 „Ich habe Jan Ross gerade gelesen, das ist ein Kommentator in der Zeit, der sagt, der Angriff war richtig. Auch wenn es schwerfällt, diesen Angriff irgendwie zu rechtfertigen. Die Alternative wäre etwas gewesen, was wir uns alle gemeinsam nicht wünschen, nämlich ein nuklear bewaffneter islamistischer Terrorstaat.“
Markus Lanz zitiert einen Kommentar von Jan Ross in der ZEIT, um das Gegenargument zur Völkerrechts-Position von Precht vorzutragen. Ross argumentiert, der US-Angriff auf den Iran sei trotz völkerrechtlicher Bedenken richtig gewesen, weil die Alternative – ein atomar bewaffneter Iran – schlimmer wäre. Precht widerspricht dieser These unmittelbar.
Tucker Carlson interviewt Wladimir Putin
Tucker Carlson
Ein Gespräch zwischen einem amerikanischen Fernsehjournalisten und dem russischen Präsidenten über die Ursprünge des Ukraine-Konflikts. Statt direkter Antworten folgt eine ausführliche historische Darlegung, die Jahrhunderte russischer Geschichte durchleuchtet. Das Interview gewährt Einblick in geopolitische Perspektiven und Argumentationsmuster.
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:07:32 „Hast du gesehen, Tucker Carlson im Interview mit Ted Cruz, hast du das gesehen? Ja. Sehr interessant. Ted Cruz kennt den Iran gar nicht. Ted Cruz hat rechtfertigt die Militärschläge gegen den Iran. Und auf die Rückfrage, wo er ein bisschen was über den Iran erzählen soll, wird völlig klar, Ted Cruz hat überhaupt gar keine Ahnung vom Iran.“
Lanz und Precht diskutieren ein Interview aus Tucker Carlsons Show, in dem Carlson den Senator Ted Cruz zur Iran-Politik befragt. Beide sind beeindruckt davon, dass ausgerechnet der Trump-treue Carlson seinen Parteifreund Cruz vorführt, indem er zeigt, dass Cruz keinerlei Grundwissen über den Iran besitzt – obwohl er dessen Bombardierung befürwortet. Das Interview dient als Beleg für den Riss in der republikanischen Basis.
Aktuelles Buch über Friedrich Merz
Robin Alexander · 2025
»Dieser Autor lässt sich den Eros der Macht nicht austreiben und verwandelt die politische Realität in packende Literatur, die man wie einen Roman liest.« (Die Zeit) Friedrich Merz steht vor gewaltigen Aufgaben. Während Trump und Putin die alte Weltordnung zerstören, droht die AfD die politische Mitte in Deutschland zu sprengen. Der neue Bundeskanzler will ganz anders regieren als die abgewählte Ampel-Koalition.
🗣 Markus Lanz zitiert daraus bei ⏱ 00:26:01 „Ich glaube, dass Friedrich Merz und ich habe gerade das Vergnügen gehabt, in dem aktuellen Buch von Robin Alexander auch lange zu lesen, das in diesen Tagen erscheint, das ist ein Politkrim.“
Markus Lanz empfiehlt das gerade erscheinende Buch von Robin Alexander als Politkrimi. Er nutzt es als Beleg für seine These, dass Friedrich Merz früher als andere begriffen habe, was die Szene im Oval Office mit Zelensky wirklich bedeutet – nämlich dass Europa nun auf sich allein gestellt ist.
Machtbeben
Robin Alexander · 1993
Politkrimi über die deutsch-amerikanischen Hintergründe unter Friedrich Merz. Das Buch enthält brisante Informationen darüber, wie die Bundesregierung frühzeitig erkannte, welche Auswirkungen die Trump-Administration und J.D. Vance' Politik auf Europa haben werden.
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:26:01 „Ich glaube, dass Friedrich Merz und ich habe gerade das Vergnügen gehabt, in dem aktuellen Buch von Robin Alexander auch lange zu lesen. Das in diesen Tagen erscheint, das ist ein Politkrim.“
Markus Lanz empfiehlt das neue Buch von Robin Alexander, das er als Politkrimi beschreibt. Laut Lanz enthält es brisante Hintergrundinformationen darüber, wie Friedrich Merz frühzeitig erkannt habe, was die Szene im Oval Office für Europa bedeutet, und dass die Bundesregierung vorab von J.D. Vance' Münchner Rede wusste. Im weiteren Gespräch stützt Lanz mehrere seiner Argumente auf Informationen aus diesem Buch.
Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2022
Wolodymyr Selenskyj · 2023
Die Ukraine kämpft - dieses Buch erklärt wie, warum und wozu. Dieses Sachbuch analysiert den russisch-ukrainischen Krieg mit der Präzision eines Chronisten und der Klarheit eines Strategen. Auf Basis westlicher Berichte, Kommentare und Studien dokumentiert der Autor den Zeitraum von der Maidan-Revolution bis zu den Friedensverhandlungen im Jahr 2025. Im Zentrum steht die russische Invasion vom Februar 2022 und ihr militärischer, politischer und humanitärer Verlauf.
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:35:28 „Putin hat auch unter anderem damit argumentiert, dass Zelensky auf der Rede der Münchner Sicherheitskonferenz 2022 gesagt hat, dass man aus dem Budapester Memorandum aussteigen will. Was also heißt, dass die Ukraine sich das Recht vorbehält, an Atomwaffen zu kommen.“
Precht führt Selenskyjs Rede als Beispiel dafür an, wie eine weiche Auslegung des Völkerrechts und des Selbstverteidigungsrechts missbraucht werden kann. Er argumentiert, dass Russland diese Rede als Vorwand genutzt hat, obwohl keine unmittelbare Gefahr bestand.
Öl, Blut und keine Ahnung
Bernd Ulrich
Bernd Ulrich analysiert in seinem ZEIT-Artikel, wie westliche Interventionen im Mittleren Osten seit 80 Jahren in einem Zyklus von Fehlern gefangen sind. Der Grund liegt darin, dass der Westen primär Ölinteressen verfolgt statt echtes Verständnis für die Region zu entwickeln. Der Artikel zeigt, wie die USA und ihre Partner die gleichen strategischen Irrtümer wiederholt begehen und dabei fundamentale Lektionen ignorieren.
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:37:05 „Bernd Ulrich hat in diesen Tagen ein sehr, sehr interessantes Stück, empfehle ich wirklich sehr zu lesen, die Überschrift Öl, Blut und keine Ahnung in der Zeit veröffentlicht, in der er genau das einfach mal darlegt und sagt, im Grunde ist das einfach nur sozusagen ein weiteres Kapitel in einer langen Kette von Irrtümern, die der Westen immer wieder macht.“
Markus Lanz empfiehlt diesen ZEIT-Artikel von Bernd Ulrich ausdrücklich zum Lesen. Der Artikel legt dar, dass die westliche Intervention im Nahen Osten seit 80 Jahren immer wieder dieselben Fehler wiederholt – getrieben von Ölinteressen statt echtem Interesse an der Region und ihren Menschen. Lanz zitiert im weiteren Verlauf mehrfach zentrale Sätze daraus, darunter 'Der Westen hat Interessen in der Region, aber er hat kein Interesse an ihr' und 'Wer im Mittleren Osten mit den örtlichen Figuren Schach spielen will, der landet früher oder später selbst auf dem Brett.'
Artikel über den Mittleren Osten und westliche Interventionen
Bernd Ulrich
Bernd Ulrich argumentiert in seinem ZEIT-Artikel, dass die USA im Mittleren Osten Kriege nach einem wiederkehrenden Muster führen: Trump bombt und prahlt von neuen Siegen, ignoriert aber die historische Vorgeschichte und bisherigen Fehlschläge. Der zentrale Gedanke besagt, dass Militärinterventionen die USA selbst zum strategischen Spielball regionaler Mächte machen statt ihnen Kontrolle zu sichern. Ulrich formuliert fünf zentrale Lektionen aus Iran, Irak und Afghanistan und fordert eine Neubewertung westlicher Außenpolitik.
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:51:03 „Und Bernd Ulrich schreibt eben, das fand ich so gut, zweiter echt guter Satz in diesem Stück, Wer im Mittleren Osten mit den örtlichen Figuren Schach spielen will, der landet früher oder später selbst auf dem Brett.“
Markus Lanz diskutiert ausführlich einen Artikel von Bernd Ulrich, der die westliche Interventionspolitik im Mittleren Osten kritisch analysiert. Der Artikel argumentiert, dass der Westen immer wieder dieselben Fehler macht und sich durch militärische Einmischung selbst zum Spielball regionaler Mächte macht. Lanz zitiert mehrere zentrale Sätze daraus und nutzt den Text als Rahmen für die gesamte Diskussion über Iran, Irak und die Lehren aus vergangenen Kriegen.