Rubin Ritter, schreien Sie noch vor Glück
Christoph Amend, Jochen Wegner & Rubin Ritter
Rubin Ritter, damals CEO von Zalando, erzählt von Zalandos explosivem Wachstum in den frühen Jahren — von 2,5 Millionen Umsatz im Januar auf 30 Millionen im März desselben Monats — und nimmt sich viel Zeit für das Einstiegsspiel: Sein Schlusswort 'Bügeleisen' ist eine Hommage an die IPO-Roadshow 2014, bei der er und seine Co-CEOs sich gegenseitig herausforderten, absurde Wörter in Investorenmeetings einzubauen. Die Episode zeigt einen Unternehmer, der Selbstironie und Unternehmerstolz locker verbindet.
„Stand Januar, Umsatz 2,5 Millionen. Februar, Umsatz 3 Millionen. Da dachte ich, okay, so farce gut. März, Umsatz 30 Millionen.“
Erwähnte Medien (13)
Star Wars
George Lucas · 1977
Seit der Vernichtung der Jedi-Ritter steht die Galaxie unter der grausamen Herrschaft des Imperiums. Nur eine kleine Gruppe von Rebellen, angeführt von der schönen Prinzessin Leia, widersetzt sich der dunklen Macht. Als es ihnen gelingt, die geheimen Baupläne für den gefährlichen Todesstern zu entwenden, gerät das Imperium in Aufruhr. Durch Zufall gelangen die Pläne ausgerechnet in die Hände des Farmerjungen Luke Skywalker, der spürt, dass er sein bisheriges Leben hinter sich lassen muss. Gemein
🗣 Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:08:34 „Wir haben übrigens Star Wars Tassen, die Teil dieser Wohnung sind, irgendwo an einem unbekannten Ort in Berlin.“
Wegner zeigt Star-Wars-Tassen im Studio. Ritter sagt, er habe die Filme früher geschaut, sei aber kein Riesenfan und gucke mittlerweile wenig Science-Fiction.
Epistulae morales ad Lucilium
Seneca · 2015
Die Briefe an Lucilius über Ethik sind das reifste und eingängigste Werk des großen römischen Philosophen Lucius Annaeus Seneca. Im allerbesten Sinne des Wortes populärphilosophisch, präsentieren sie sich dem Leser als kurze und kompakte Lebensratgeber. Jeder einzelne Brief ist voll der Weisheit, des lebenspraktischen Rates, der ermutigenden Worte und an den fruchtbarsten Stellen mit prägnanten Merksätzen, sogenannten Sentenzen, versehen. Dieser Band enthält das 6.
🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 00:19:07 „Das ist der siebte Brief Senecas an Lucilius, glaube ich. Und das Zitat ist cool, weil es geht nämlich um Konsum von Informationen. Nichts ist so verderblich, wie bei einem Schauspiel müßig dazusitzen, hat Seneca geschrieben, angesichts der Zirkusspiele.“
Als Rubin Ritter von seinem altsprachlichen Gymnasium erzählt, zitiert Jochen Wegner spontan auf Latein aus Senecas siebtem Brief an Lucilius. Er übersetzt das Zitat und ordnet es als erstaunlich aktuellen Kommentar über den passiven Konsum von Informationen ein – geschrieben angesichts der römischen Zirkusspiele.
Toni Erdmann
Maren Ade · 2016
Winfried ist ein 65-jähriger, einfühlsamer Musiklehrer mit Hang zu Scherzen, der mit seinem alten Hund zusammenlebt. Seine Tochter Ines hingegen ist das Gegenteil: Als ehrgeizige Unternehmensberaterin reist sie um die Welt und von einem Projekt zum nächsten, um die Karriereleiter steil nach oben zu klettern.
🗣 Rubin Ritter referenziert bei ⏱ 00:36:15 „Haben Sie den Film Toni Erdmann gesehen? Ja, habe ich gesehen.“
Rubin Ritter erzählt, dass er sich bei McKinsey zunehmend unwohl fühlte – Ende 20, aber innerlich wie Mitte 40. Er zieht den Vergleich zu Toni Erdmann, in dem die weibliche Hauptfigur ebenfalls als Unternehmensberaterin arbeitet und in ihrem durchgetakteten Leben nicht wirklich glücklich ist. Christoph Amend greift den Vergleich auf und fasst die Handlung kurz zusammen.
Team Wallraff – Reporter undercover
Günter Wallraff · 2014
Wie von dem titelgebenden Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff in den vergangenen Jahrzehnten bereits häufig praktiziert, arbeiten Undercover-Reporter für die Sendung als Mitarbeiter in Wirtschaftsbetrieben und filmen ihre Erfahrungen mit versteckter Kamera. Außerdem werden in der Sendung Beurteilungen von Experten zu den gezeigten Zuständen und Interviews mit Mitarbeitern der Unternehmen eingespielt.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:04:57 „Team Wallraff ist übrigens aufgeschlagen, das ist schon die höchste Strafe.“
Im Gespräch über Zalando's Umgang mit Verantwortung und kritischer Berichterstattung zu Arbeitsbedingungen in der Logistik erwähnt Jochen Wegner, dass das RTL-Investigativformat 'Team Wallraff' bei Zalando undercover recherchiert hat. Er bezeichnet das als 'höchste Strafe', was die Brisanz der damaligen Vorwürfe unterstreicht. Rubin Ritter bestätigt, dass die Berichte das Unternehmen kalt erwischt haben und zu schnellen Verbesserungen führten.
Interview mit Egon Bahr
Christoph Amend
Christoph Amend, Chefredakteur des Zeit-Magazins, hat ein Buch veröffentlicht, in dem er verschiedene Zeitgenossen wie Herbert Grönemeyer, Lena Meyer-Landrut und Jens Spahn interviewt, um herauszufinden, wie es Deutschland geht. Er bezieht sich dabei auf frühere Interviews mit älteren Persönlichkeiten wie Richard von Weizsäcker. Die Rezensentin Hannah Bethke kritisiert das Buch jedoch scharf: Sie findet es redundant, oberflächlich und wenig aufschlussreich. Die Interviewten äußern sich zu wichtigen Themen wie Populismus, Migration oder Globalisierung kaum substanziell, und Amends kumpelhafter Ton mit belanglosen Anekdoten wirke ermüdend. Bethke zieht das Fazit, dass das Buch praktisch keinen Erkenntnisgewinn bietet.
🗣 Christoph Amend zitiert daraus bei ⏱ 01:26:04 „Ich habe vor ein paar Jahren kurz vor dem Tod von Egon Bahr, dem großen Vordenker der Wiedervereinigung, ein Interview mit ihm geführt. Und da hat er mir gesagt, ich habe mir das Zitat gerade noch mal hier rausgesucht. Es ist furchtbar jammervoll, wenn immer mehr Politiker glauben, sich leisten zu können, nationalistisch zu sein. Das passiert, wenn große Ideen fehlen. Europa ist eine große Idee, aber sie wird nicht überzeugend formuliert.“
Im Gespräch über die Bedeutung der EU für europäische Digitalunternehmen wie Zalando zitiert Christoph Amend aus einem seiner letzten Interviews mit dem SPD-Politiker und Architekten der Ostpolitik Egon Bahr. Das Zitat dient als eindringliche Mahnung, dass Frieden und europäische Einheit nicht selbstverständlich sind – eingebettet in die Diskussion über Brexit, Chemnitzer Unruhen und die Frage, ob sich Unternehmer politisch positionieren sollten.
Deutschlandkarte
Matthias Stolz
Die wöchentliche Rubrik 'Deutschlandkarte' des ZEITmagazins visualisiert regionale Unterschiede und geografische Besonderheiten Deutschlands. Sie vergleicht Länderformen und -größen und zeigt anhand anschaulicher Darstellungen, wie sich Deutschlands Dimensionen zu anderen Ländern verhalten.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:57:22 „Wir haben im Zeitmagazin eine Rubrik, die jede Woche erscheint, die heißt Deutschlandkarte, weil wir uns immer mit der Frage beschäftigen, wie unterschiedlich Deutschland ja auch ist.“
Christoph Amend stellt die wöchentliche Zeitmagazin-Rubrik 'Deutschlandkarte' vor, um eine Brücke zu schlagen zur Frage, wie unterschiedlich das Kaufverhalten innerhalb Deutschlands ist. Er nutzt das Konzept der Rubrik – regionale Unterschiede sichtbar machen – als Aufhänger für seine Frage an Rubin Ritter, ob Zalando solche regionalen Konsummuster in seinen Daten erkennt.
Wenn der Postmann zweimal klingelt
James M. Cain · 1981
Der Vagabund Frank Chambers zieht im Amerika der Depressionszeit durch Kalifornien, nimmt einen Job in der Raststätte John Colicos an und hat eine Affäre mit dessen Frau Cora. Da ihr einziges Problem Coras Mann ist, fassen die beiden bald den Entschluss, ihn zu beseitigen.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:01:16 „Wenn jetzt Jochen Wegner gleich vor Glück schreit. Wenn der Postmann zweimal klingelt. Ich schreibe keinen Fall, aber...“
Als es während des Gesprächs an der Tür klingelt und ein Zalando-Paket geliefert wird, das Jochen Wegner vorbestellt hatte, greift er scherzhaft den Titel des berühmten Film- und Romanklassikers 'Wenn der Postmann zweimal klingelt' auf. Es ist ein humorvoller Moment, keine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Werk.
Geschichte über Nike-Laufschuhe
Der Artikel ist eine Übersicht der besten Laufschuhe 2026 von Wirecutter, dem Testportal der New York Times. Er bewertet und vergleicht hochwertige Laufschuhe verschiedener Hersteller und hilft Lesern bei der Auswahl des richtigen Modells für ihre Bedürfnisse.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:04:26 „Ich habe 8000 Jahre lang nur Adidas Sneakers getragen und habe kürzlich angefangen, ich habe jetzt Laufschuhe von Nike, wegen der Geschichte von der New York Times, auf die wir vielleicht gleich noch zu sprechen kommen.“
Jochen Wegner erwähnt beiläufig einen Artikel der New York Times über Nike-Laufschuhe, der ihn dazu gebracht hat, von Adidas zu Nike zu wechseln. Der konkrete Titel und Autor werden nicht genannt, das Thema soll später im Gespräch noch vertieft werden.
Pamphlet zur Mitarbeiterbeteiligung in der Wirtschaftswoche
Rubin Ritter u.a.
Der Artikel behandelt die Chancen und Herausforderungen der Mitarbeiterbeteiligung an Unternehmensanteilen. Mehrere CEOs kritisieren in der Wirtschaftswoche die komplizierten deutschen Regelungen, insbesondere die sofortige Besteuerung von Aktienoptionen, obwohl Mitarbeiter die Anteile noch gar nicht besitzen. Der Text argumentiert dafür, dass eine Vereinfachung dieser Regelungen zu mehr Engagement und besseren Renditen für alle Beteiligten führt.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:20:59 „Ich erinnere mich, sie hatten glaube ich in der Wirtschaftswoche mit ein paar anderen CEOs zusammen ein kleines Pamphlet veröffentlicht, wo sie Deutschland dafür kritisieren, wie schwer das ist, Mitarbeiter am Erfolg eines Unternehmens zu beteiligen.“
Jochen Wegner leitet zum Thema Standort Deutschland über und erinnert an einen gemeinsamen Beitrag mehrerer CEOs in der Wirtschaftswoche. Darin kritisierten Rubin Ritter und andere die komplizierten deutschen Regelungen zur Mitarbeiterbeteiligung – etwa die sofortige Besteuerung von Aktienoptionen, obwohl man die Aktien noch gar nicht besitzt.
Artikel über Zalando in Gründerszene
Von der WG mit 50.000 Euro zur Milliarden-Firma – Zalando-Gründer Robert Gentz erzählt, wie aus Schuhkartons ein Startup-Märchen wurde.
🗣 Rubin Ritter erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:50:25 „Es gab mal einen Artikel in der Gründerszene, also eben ein Online-Medium für Gründer. Und das hat einen Artikel, irgendwie ging es um Zalando und da tauchte mein Name auch auf und der wurde dann übersetzt ins Englische und dann kam wahrscheinlich Google Translate oder anderes und dann wurde aus Rubin Ritter wurde Ruby Knight.“
Rubin Ritter erzählt eine Anekdote über seinen ungewöhnlichen Vornamen. Ein Artikel auf dem Gründerportal Gründerszene wurde maschinell ins Englische übersetzt, wobei Google Translate seinen Namen 'Rubin Ritter' zu 'Ruby Knight' machte – was seitdem als Spitzname unter den Gründern kursiert.
Manager-Magazin-Interview mit Rubin Ritter
Der Onlinemodehändler Zalando erwägt, Flagship-Stores in Städten wie London, Paris oder Berlin zu eröffnen. Dies sagte Zalando-Vorstand Rubin Ritter im Interview mit dem manager magazin (Erscheinungstermin: 28. April). "In den Metropolen haben wir regelrechte…
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:00:41 „Weil ich habe in einem Manager Magazin Interview, haben Sie glaube ich mal gesagt, vor dem Börsengang haben Sie Banken gesagt, dass kein Investor eine Konstellation dieser Art akzeptieren würde.“
Jochen Wegner bezieht sich auf ein früheres Interview von Rubin Ritter im Manager Magazin, in dem dieser über die ungewöhnliche Drei-CEO-Struktur bei Zalando und die Skepsis von Investoren gesprochen hat. Das Zitat dient als Aufhänger für die Frage, warum Ritter trotz dieser Widerstände an der Dreierkonstellation festgehalten hat.
Neckermann-Dokumentation
Dokumentation über die Entstehungsgeschichte des Neckermann-Unternehmens. Sie zeigt, wie der Gründer als disruptiver Unternehmer mit aggressiver Preispolitik traditionelle Handelsstrukturen revolutionierte – eine historische Parallele zur heutigen Debatte über E-Commerce-Disruptoren wie Zalando.
🗣 Rubin Ritter referenziert bei ⏱ 03:23:05 „Und ich habe mir dann mal an einem verregneten Sonntag eine Neckermann-Doku angeschaut auf YouTube, wo gezeigt wurde, wie dieses Unternehmen entstanden ist. Und ich war überrascht davon. Ich meine, der Neckermann, das war ja wirklich ein sehr, sehr mutiger Unternehmer, der sehr preisaggressiv in den Markt gegangen ist.“
Im Gespräch über den Strukturwandel im Einzelhandel und die Insolvenz von Neckermann erzählt Rubin Ritter, dass er sich eine YouTube-Dokumentation über die Entstehungsgeschichte des Unternehmens angesehen hat. Die Doku habe ihm gezeigt, dass auch Neckermann einst als disruptiver Neuerer galt, der bestehende Strukturen zerstörte – eine Parallele zu den heutigen Vorwürfen gegen E-Commerce-Plattformen wie Zalando.
Artikel über Mobile Commerce
Mobile Commerce hat sich von einer anfangs skeptisch betrachteten Idee zu einem dominierenden Megatrend im Online-Handel entwickelt. Der Artikel beleuchtet, wie Smartphones und mobile Geräte den E-Commerce grundlegend verändern und heute einen Großteil des Web-Traffics ausmachen – bei Zalando beispielsweise fast 80 Prozent. Die zentrale Herausforderung liegt darin, früh zu erkennen, welche Trends wirklich transformativ sind und welche nur vorübergehende Phänomene darstellen. Das Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, Marktentwicklungen ernst zu nehmen, auch wenn sie initial auf Widerstand stoßen.
🗣 Rubin Ritter erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:25:35 „Da haben wir irgendwo einen Artikel, irgendjemand hat was Schlaues über Mobile Commerce gesagt und es ist ja immer nicht so leicht am Anfang zu erkennen, was ist wirklich ein Megatrend und was ist einfach nur Blödsinn.“
Ritter erinnert sich an die frühe Phase des Mobile Commerce, als Zalando noch in der Blackberry-Ära war. Ein nicht näher benannter Artikel brachte das Thema Mobile Commerce erstmals auf den Tisch, doch das Team war anfangs skeptisch. Im Rückblick erwies sich Mobile als entscheidender Megatrend — heute macht es fast 80 Prozent des Traffics aus.