Christian Lindner, warum wollen Sie nicht regieren
Christoph Amend, Jochen Wegner & Christian Lindner
Christian Lindner, FDP-Chef und Meisterrhetoriker der deutschen Politik, sitzt im endlosen Format von Alles gesagt? und erzählt, wie es wirklich war: in der Koalition mit Angela Merkel, die gleich zu Beginn klarstellte, dass sie aufpassen werde, damit die FDP ihr das Land nicht in Brand steckt. Lindner verteidigt Merkels Entscheidung in der Flüchtlingsnacht 2015 – die Dublin-Verträge erlaubten es, er hätte genauso gehandelt – und schwärmt von der schwarz-gelben NRW-Koalition als seinem Regierungsideal. Als Schlusswort wählt er ein karibisches Wort, das mit J beginnt – und deutet damit schon auf das Thema an, das über seiner Karriere schwebt.
„Wir sind der Geisterfahrer. Wir sind der Geisterfahrer. Die anderen machen es anders als wir und Frau Merkel verhindert, dass wir uns an die Europäer annähern.“
Erwähnte Medien (39)
Schattenjahre: Die Rückkehr des politischen Liberalismus
Christian Lindner · 2017
Absturz und Neubeginn: Christian Lindner schildert die dramatischen Ereignisse, die zum Scheitern der FDP und schließlich zum Wiedereinzug in den Bundestag führten. Zugleich zeigt er, wie die Idee des Liberalismus in Deutschland neu gedacht werden kann. Inklusive der Bundestagswahl 2017 Nach der Bundestagswahl 2013 lag der politische Liberalismus am Boden. Nach der Bundestagswahl 2017 ist er wieder zu einem Machtfaktor in der Republik geworden.
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:11:15 „Sie hat mit großem Interesse am Wochenende noch ihr Buch gelesen dazu. Das ist übrigens sehr gut zu lesen. Total gut zu lesen. Gegen allem, was Kollegen schreiben, ist das Buch lesenswert.“
Jochen Wegner und Christoph Amend sprechen über Christian Lindners Buch zum Relaunch der FDP. Beide loben es als gut lesbar und lesenswert, entgegen mancher kritischer Rezensionen. Das Buch beschreibt den Erneuerungsprozess der Partei nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag 2013 und dient als Grundlage für das Gespräch über Lindners Strategie.
Rezension zu Lindners Buch in Die Zeit
Rezension von Christian Lindners Buch über die Wiederbelebung der FDP in der ZEIT. Der Artikel würdigt Lindners Leistungen positiv, während das Buch in anderen Medien kritischer bewertet wird. Die Rezension diskutiert die Chancen und Risiken einer möglichen Jamaika-Koalition in der aktuellen politischen Lage.
🗣 Christian Lindner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:11:26 „Es gab kritische Worte in verschiedenen Qualitäten. In der Zeit gab es eine sehr positive Rezension.“
Christian Lindner erwähnt, dass sein Buch in verschiedenen Medien unterschiedlich besprochen wurde. In der Zeit sei die Rezension positiv ausgefallen, während ein geschätzter, aber überzeugter sozialdemokratischer Kritiker sich eher negativ geäußert habe.
Miami Vice
Michael Mann · 1984
Auch in Miami, wo das Wetter niemals schlecht ist, gibt es Verbrechen. Sonny Crockett und Ricardo Tubbs, zwei Polizisten der “Miami Vice”, haben es auf die großen Fische im Drogengeschäft abgesehen. Das erklärt auch, warum sie es sich als einfache Cops leisten können, in schicken Sportwagen herumzufahren und Designeranzügen zu tragen: Sie arbeiten undercover, und das alles gehört zu ihrer Tarnung und wird vom Steuerzahler bezahlt.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 00:30:57 „in Miami Vice gab es noch einen Ferrari Daytona, einen schwarzen. Aber wenn ich mich richtig erinnere, war das kein echter Ferrari, sondern es war nur ein Replica“
Im Zusammenhang mit Lindners Autobegeisterung erwähnt er den schwarzen Ferrari Daytona aus Miami Vice, der in Wahrheit ein Replica auf einer Corvette-Bodengruppe war.
Nur noch ein Gott kann uns retten
Rudolf Augstein / Martin Heidegger
Das SPIEGEL-Gespräch wurde zur Weltsensation - obwohl es mit zehn Jahren Verspätung erschien und der Interviewte nicht mehr lebte. Bereits 1966 hatten SPIEGEL-Herausgeber Rudolf Augstein und Redakteur Georg Wolff den Philosophen Martin Heidegger in Freiburg…
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 00:43:26 „Das letzte Interview, das Heidegger gegeben hat mit Rudolf Augstein. Und die beiden gehen den sprichwörtlichen Feldweg lang zur Hütte. Links Augstein mit Aktentasche, rechts Heidegger mit diesem Hütchen und Stock von hinten. Und das habe ich auch mal gehabt.“
Lindner beschreibt ein ikonisches Foto aus Heideggers letztem Interview mit Spiegel-Gründer Rudolf Augstein von 1966 (posthum 1976 veröffentlicht). Er hatte das Bild großformatig geplottet und in seiner Wohnung aufgehängt – die Begegnung zweier Welten, des hermetischen Denkers und des liberalen Journalisten, faszinierte ihn.
Star Trek
Gene Roddenberry · 1966
Der Weltraum - unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu entdecken, neue Lebensformen und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise dabei in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat... Wir schreiben das Jahr 2264. 201 Jahre nachdem die Menschen mit Überlichtgeschwindigkeit reisen können und 113 Jahre nach dem Start der Enterpris
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 00:59:02 „Im Star Trek Universum würde man glaube ich von einer anderen Emanation sprechen. Man ist dann woanders.“
Lindner greift im Gespräch über Glauben und Jenseitsvorstellungen auf das Star-Trek-Universum zurück, um seine Haltung zu beschreiben: Er glaubt nicht an Wiedergeburt, aber die Vorstellung, dass nach dem Tod 'etwas anderes' kommt, formuliert er mit einem Science-Fiction-Begriff.
Star Wars (Filmreihe)
George Lucas · 1977
Seit der Vernichtung der Jedi-Ritter steht die Galaxie unter der grausamen Herrschaft des Imperiums. Nur eine kleine Gruppe von Rebellen, angeführt von der schönen Prinzessin Leia, widersetzt sich der dunklen Macht. Als es ihnen gelingt, die geheimen Baupläne für den gefährlichen Todesstern zu entwenden, gerät das Imperium in Aufruhr. Durch Zufall gelangen die Pläne ausgerechnet in die Hände des Farmerjungen Luke Skywalker, der spürt, dass er sein bisheriges Leben hinter sich lassen muss.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 00:59:10 „Haben Sie die letzten Star-Wars-Sachen gesehen? Ja, Solo. Wirklich? Solo, Star-Wars-Story. Solo war nicht so gut, oder? Solo war nicht so gut. Rogue One fand ich besser.“
Lindner outet sich als Star-Wars-Fan und diskutiert ausführlich über die Spin-Offs Rogue One und Solo sowie die Prequel-Trilogie mit Anakin Skywalkers Weg zu Darth Vader.
Der Flug des Navigators
Randal Kleiser · 1986
David Freeman ist ein ganz normaler 12-jähriger Junge. Eines Tages erlebt er einen harmlosen Sturz und wird bewusstlos. Als er wieder erwacht, erwartet ihn Merkwürdiges: Fremde Leute wohnen in seinem Elternhaus, und die Polizei macht eine verblüffende Entdeckung: David ist seit acht Jahren als vermisst gemeldet... Plötzlich interessiert sich die NASA für ihn und findet heraus, dass es zwischen David und einem kürzlich gefundenen Raumschiff eine Verbindung geben muss.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:59:27 „Auf der einen Seite und auf der anderen Seite der Flug des Navigators auf Filmplakate und Szenen. Und der Mann kam rein und hat sofort gesagt, ah, Star Wars. Ah, der Flug des Navigators. Ist das so ein Ding bei Ihnen?“
Jochen Wegner beschreibt die Dekoration des Aufnahmestudios, an dessen Wänden Star-Wars-Poster und Filmplakate von 'Der Flug des Navigators' hängen. Lindner erkennt die Poster sofort, was Wegner als Hinweis auf dessen Science-Fiction-Begeisterung deutet.
Rogue One: A Star Wars Story
Gareth Edwards · 2016
Die mehrfach verurteilte Jyn Erso passt gut ins Anforderungsprofil für die Rebellion gegen das galaktische Imperium. Sie ist hart, kompromisslos und steht außerhalb der Gesellschaft. Aber es gibt noch einen weiteren, ganz speziellen Grund für ihre Anheuerung. Ihr Vater wurde vor Jahren von dem imperialen Karrieristen Krennic dazu gezwungen, für den Imperator eine neue Superwaffe zu entwickeln: den Todesstern. Dabei hat er heimlich eine Schwachstelle eingebaut und diese mit einem Hilferuf an die
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 00:59:39 „Rogue One fand ich besser, weil die Geschichte auch in sich geschlossen war. Und das fand ich sehr gut. Es waren Protagonisten, die sich entwickelt haben.“
Lindner bevorzugt Rogue One gegenüber Solo wegen der geschlossenen Erzählstruktur und der emotionalen Wirkung des Endes.
Solo: A Star Wars Story
· 2018
Im Mittelpunkt steht der junge Schmuggler Han Solo dessen erstes großes Abenteuer gezeigt wird. Solo ist von der Flugakademie geworfen worden, weil er seinen eigenen Kopf hat – eine Eigenschaft, die er auch anschließend nicht verliert. Sein Mentor, der zwielichtige Gangster Tobias Beckett, schickt ihn auf eine wichtige Mission. Begleitet wird Solo unter anderem von seinem neuen, treuen Freund Chewbacca, von Qi’Ra die ihn kennt wie kein anderer – und von Lando Calrissian.
🗣 Christian Lindner empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:59:52 „Solo war nicht so gut. Rogue One fand ich besser. Jetzt wollen wir von den Spin-Offs sprechen. Rogue One fand ich besser, weil die Geschichte auch in sich geschlossen war.“
Lindner bewertet die Star-Wars-Spin-Offs und findet Solo eher schwach – auch seine Kinder teilen diese Einschätzung. Er schätzt zwar, dass bekannte Figuren wie Chewbacca eingeführt werden, sieht den Film aber insgesamt als weniger gelungen im Vergleich zu Rogue One.
Star Wars
George Lucas · 1977
Seit der Vernichtung der Jedi-Ritter steht die Galaxie unter der grausamen Herrschaft des Imperiums. Nur eine kleine Gruppe von Rebellen, angeführt von der schönen Prinzessin Leia, widersetzt sich der dunklen Macht. Als es ihnen gelingt, die geheimen Baupläne für den gefährlichen Todesstern zu entwenden, gerät das Imperium in Aufruhr. Durch Zufall gelangen die Pläne ausgerechnet in die Hände des Farmerjungen Luke Skywalker, der spürt, dass er sein bisheriges Leben hinter sich lassen muss. Gemein
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 01:12:01 „Die Vorgeschichte von Anakin Skywalker zu sehen und seinen Weg dann zu Darth Vader. Das nimmt, wenn man dann die ersten drei wieder sieht, ein klein bisschen von der Faszination, weil als ich das zum ersten Mal gesehen hab, die Maske und die Macht... und hat das im Nachhinein jetzt ein klein wenig verharmlost, weil so der Nimbus weg ist.“
Lindner spricht ausführlich über die Star-Wars-Saga und reflektiert, wie die Prequel-Trilogie (Anakin Skywalkers Werdegang) den Nimbus der Originalfilme aus den späten 70ern und frühen 80ern etwas geschmälert hat. Er genießt es trotzdem, die bekannten Figuren wiederzusehen, und zeigt sich als kenntnisreicher Fan.
Lindners Buch (mit Marmorkuchen-Metapher)
Christian Lindner · 2025
Die westliche Welt hat gelernt, die Staatsschulden zu lieben. Im Kampf gegen die große Finanzkrise und in der Pandemie wurden riesige Haushaltsdefizite zur Normalität. Der von den USA, Europa und Japan aufgetürmte Schuldenberg ist heute in Relation zur Wirtschaftskraft so hoch wie kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch die Ära, in der sich Staaten nahezu gratis verschulden konnten, ist vorüber. Die Zinsverpflichtungen steigen rasch.
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:32:20 „Auch in ihrem Buch gibt es in einem Bild eine Metapher, die Sie verwenden vom Marmorkuchen. Wie geht das?“
Christoph Amend spricht Lindner auf eine Passage in seinem Buch an, in der er den deutschen Föderalismus mit dem Bild eines Marmorkuchens versus einer Schichttorte erklärt. Der genaue Buchtitel wird nicht genannt, aber es handelt sich um ein Sachbuch Lindners zur politischen Ordnung.
Die Getriebenen
Robin Alexander · 2025
»Dieser Autor lässt sich den Eros der Macht nicht austreiben und verwandelt die politische Realität in packende Literatur, die man wie einen Roman liest.« (Die Zeit) Friedrich Merz steht vor gewaltigen Aufgaben. Während Trump und Putin die alte Weltordnung zerstören, droht die AfD die politische Mitte in Deutschland zu sprengen. Der neue Bundeskanzler will ganz anders regieren als die abgewählte Ampel-Koalition.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 01:43:36 „Hat ja Ihr Kollege Robin Alexander in seinem Buch, die Getriebenen, in dem Buch herausgearbeitet, dass schon eine Woche nach der Entscheidung von Frau Merkel innerhalb der Bundesregierung ebenfalls darüber nachgedacht worden ist, das alte Recht wiederzutragen.“
Im Gespräch über die Flüchtlingskrise 2015 und die Dublin-Regeln verweist Lindner auf Robin Alexanders Buch als Beleg dafür, dass bereits kurz nach Merkels Entscheidung intern über eine Rückkehr zu den alten Zurückweisungsregeln nachgedacht wurde. Das Buch dient ihm als journalistische Quelle, um seine Kritik an Merkels Migrationspolitik zu untermauern.
Schriften zur Demografie und Jugendüberschuss
Gunnar Heinsohn · 1979
Demografische Analyse zum Phänomen des 'Youth Bulge' – der Konzentration junger Männer ohne wirtschaftliche Perspektiven in bestimmten Regionen. Die Arbeiten erklären, wie dieser Bevölkerungsüberschuss zu Migrationsdruck und erhöhtem Aggressionspotenzial führt. Zentrale These: Fehlende berufliche und familiäre Aufstiegschancen erzeugen gesamtgesellschaftliche Spannungen.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 01:49:25 „Gunnar Heinsohn und andere haben darüber geschrieben, wie es dort einen Überschuss an jungen Männern gibt, die keine Perspektive auf familieberuflichen Erfolg haben. Das ist natürlich ein Aggressionspotenzial, das da entsteht, wenn man keine Perspektiven aufzeigt.“
Lindner verweist auf Gunnar Heinsohns Arbeiten zum sogenannten 'Youth Bulge' – dem Überschuss junger Männer ohne Perspektive auf der arabischen Halbinsel – als Erklärung für Migrationsdruck und Aggressionspotenzial. Der genaue Titel wird nicht genannt, gemeint ist vermutlich 'Söhne und Weltmacht' oder ähnliche Werke Heinsohns zur Demografie.
Gesprächsbuch mit Hans-Dietrich Genscher
Christian Lindner
Gesprächsbuch zwischen Politiker Christian Lindner und dem FDP-Gründer Hans-Dietrich Genscher. Das Interview-Werk dokumentiert ihre Diskussionen über liberale Politik und Genschers Wirken als Staatsmann und Außenminister. Lindner würdigt Genscher als politisches Vorbild und prägende Persönlichkeit des deutschen Liberalismus.
🗣 Christian Lindner erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:55:18 „Ich habe mit ihm sogar mal ein Buch zusammen gemacht. Ich kenne ihn auch persönlich. Unglaublich verehrenswertige Persönlichkeit und Staatsmann, der für einen Teil des Liberalismus steht.“
Im Kontext der Vorbilder-Diskussion erwähnt Lindner, dass er gemeinsam mit Hans-Dietrich Genscher ein Interview- bzw. Gesprächsbuch verfasst hat. Christoph Amend greift dies später nochmals auf und bezeichnet es als 'sehr interessantes Interview-Sprächsbuch'. Der genaue Titel wird nicht genannt.
Sein und Zeit
Martin Heidegger · 2008
Ohne Martin Heideggers "Sein und Zeit" von 1927 l t sich weder die Philosophie des 20. Jhs. noch die philosophische Gegenwartsdiskussion verstehen. Wie kam es, da sein bahnbrechender, innovativer Zugang zur Welt und zur menschlichen Existenz, sein neues Verst ndnis von Zeit und Geschichte, Sorge und Tod, Allt glichkeit und Verstehen sowie seine grunds tzliche Kritik an traditioneller Ontologie und Bewu tseinsphilosophie bereits die erste Sch lergeneration zu wegweisenden Entw rfen inspirierte? W...
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 02:00:15 „Sein und Zeit ist, finde ich, zumindest für mich damals nicht les- und verstehbar, total hermetisch. Der Jargon der Eigentlichkeit, sagte mal einer, ich glaube Adorno war das über Heidegger, also diese Hermetik, das fand ich irgendwie rätselhaft und faszinierend.“
Lindner erzählt von seinem früheren Interesse an Heidegger und erklärt, warum er ein großformatiges Bild des Philosophen in seiner Wohnung hatte. Er gesteht ein, dass 'Sein und Zeit' für ihn damals unverständlich war, gerade diese Hermetik ihn aber fasziniert habe.
Jargon der Eigentlichkeit
Theodor W. Adorno · 1964
Theodor W. Adornos Jargon der Eigentlichkeit (1963) gehört zu den umstrittensten Texten der Kritischen Theorie. Während der Titel inner- und außerhalb der akademischen Debatte längst zu einem geflügelten Wort mutiert ist, steht diesem die Kenntnis des Inhalts diametral gegenüber. Zumeist wird die Schrift als eine Polemik gegen Martin Heidegger abgehandelt, die zu einer 'philosophischen Kommunikationsverweigerung' Hermann Mörchen) zwischen Frankfurt und Freiburg geführt habe.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 02:00:15 „Sein und Zeit ist, finde ich, zumindest für mich damals nicht les- und verstehbar, total hermetisch. Der Jargon der Eigentlichkeit, sagte mal einer, ich glaube Adorno war das über Heidegger, also diese Hermetik, das fand ich irgendwie rätselhaft und faszinierend.“
Im Kontext seiner Faszination für Heidegger zitiert Lindner Adornos berühmte Kritik an Heideggers Sprache. Er erinnert sich nicht ganz sicher an den Autor, trifft aber mit der Zuordnung zu Adorno ins Schwarze – es handelt sich um dessen 1964 erschienene Streitschrift.
Liberalismus-Zitat von Marion Gräfin Dönhoff
Marion Gräfin Dönhoff · 1998
Das Zitat definiert das Wesen des Liberalismus: Schutz von Minderheiten, Offenheit für abweichende Ideen und Verzicht auf Diffamierung oder Verfolgung von Kritik. Es dient der Zeit-Redaktion als Leitprinzip.
🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 02:01:29 „Das Wesen des Liberalismus ist es, abweichende Ideen nicht zu diffamieren und Kritik an Bestehendem nicht als Ketzerei zu verfolgen, sondern die Minderheiten zu schützen und Offenheit zum Gegensätzlichen zu praktizieren.“
Jochen Wegner liest Lindner zwei Zitate zum Liberalismus vor, ohne die Autoren zu nennen. Das erste stammt von Marion Gräfin Dönhoff, Mitherausgeberin der Zeit. Es dient als Vorsatz zu den eigenen Leitlinien der Zeit-Redaktion.
Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
Karl Popper
An open society provides its citizens with a mechanism for changing government; a closed society doesn't, forcing its citizens to rely on extra-legal revolution. Popper analyzes the open-closed society debate using three exemplars of closed-society advocacy: Plato, Hegel (and wow, does Popper hate on Hegel), and Marx.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 02:01:48 „Absolut, das ist genau der kritische Rationalismus eines Karl Popper, die Offenheit der Gesellschaft. Du hast nicht das Gefühl, in die Geheimnisse der Geschichte eingeweiht zu sein und andere, die eine andere Meinung haben, werden verfolgt.“
Nachdem Jochen Wegner ein Zitat über das Wesen des Liberalismus vorliest, ordnet Lindner es dem kritischen Rationalismus Karl Poppers zu. Er beschreibt Poppers Kernidee der offenen Gesellschaft als Fundament liberalen Denkens.
Streitgespräch über die Krise des Liberalismus
Bernd Ulrich
Trumps Triumph in den Vereinigten Staaten, Zölle statt Freihandel, Nannystaat statt Eigenverantwortung: Der Liberalismus hat abgewirtschaftet. Wie beeinflusst das unsere Erwartungen an die Politik?
🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 02:08:36 „Alle derzeitigen Krisen haben zweierlei gemeinsam. Zum einen liegt ihre Ursache nicht in staatlichem Handeln, sondern in der kaum kontrollierten Betätigung individueller Freiheit. Zum anderen nur mit einer deutlichen Ausweitung staatlicher Macht lässt sich dem beikommen.“
Jochen Wegner zitiert aus einem Streitgespräch zwischen Bernd Ulrich und Christian Lindner aus dem Jahr 2010, in dem Ulrich eine fundamentale Liberalismuskritik formulierte. Lindner widerspricht dieser Schwarz-Weiß-Sicht auf die Rolle des Staates.
Spiegelporträt über Christian Lindner
Christian Lindner erklärt in der Talkshow „Hart aber fair", warum er nicht zur FDP zurückkehren wird, obwohl die Partei in Bedeutungslosigkeit droht zu versinken. Der Ex-Parteichef kritisiert dabei scharf die Berichterstattung über ihn, insbesondere ein Spiegel-Porträt, das minutiös persönliche Details wie seine Essgewohnheiten dokumentierte und diese mit privaten körperlichen Unsicherheiten verknüpfte. Lindner wendet sich gegen solche übergriffig wirkende Charakterisierungen durch den Journalismus, die seine persönliche Integrität verletzten.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 02:13:15 „Gab es ein Spiegelgespräch oder ein Spiegelporträt, wo der Journalist da intensiv darüber geschrieben hat, ich esse keine Pommes. Warum esse ich keine Pommes?“
Lindner ärgert sich über ein Spiegel-Porträt, in dem ein Journalist ausführlich darüber schrieb, dass Lindner keine Pommes isst, und dies mit seinen Gewichtsproblemen in der Jugend verknüpfte. Er empfindet solche Berichterstattung über körperliche Makel als übergriffig.
Zur Person: Franz Josef Strauß (Günter Gaus Interview)
Günter Gaus / ZDF
Legendäres ZDF-Interview aus den 1960er Jahren zwischen Journalist Günter Gaus und CSU-Politiker Franz Josef Strauß. Die berühmte Szene zeigt Strauß, der auf eine Frage mit minutenlanger Husten- und Rauchpause antwortet – ein eindrucksvolles Beispiel für nonverbale Kommunikation und politisches Timing. Ein historisches Dokument zur Rhetorik und Sachtheit der Ära.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 02:14:00 „Die Szene, ich glaube, das war das Interview Franz Josef Strauß, kurz bevor oder nachdem er CSU-Vorsitzender geworden ist. Wir sind also zweite Hälfte 60er Jahre und Gauss stellt Strauß eine Frage. Strauß beginnt erst mal richtig eklig zu husten“
Lindner beschreibt die legendäre TV-Interviewszene, in der Franz Josef Strauß nach einer Frage von Günter Gaus minutenlang hustet, sich eine Zigarre anzündet und dann erst antwortet – als Beispiel für 'beredtes Schweigen' als verlorenes Stilmittel.
Zur Person – Interview mit Franz Josef Strauß
Günter Gaus
Tiefgehendes Porträt-Interview mit einem führenden Politiker aus den 1960er Jahren. Die Sendung zeichnet sich durch intensive Gesprächsführung aus, mit Momenten der Stille und Nachdenklichkeit, die die Komplexität des Gesprächspartners offenbaren.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 02:15:55 „Die Szene, ich glaube, das war das Interview Franz Josef Strauß, kurz bevor oder nachdem er CSU-Vorsitzender geworden ist. Wir sind also zweite Hälfte 60er Jahre und Gauss stellt Strauß eine Frage. Strauß beginnt erst mal richtig eklig zu husten, meiner Erinnerung.“
Lindner erinnert sich an eine legendäre Szene aus der Interview-Sendung 'Zur Person' von Günter Gaus, in der Franz Josef Strauß minutenlang schweigt, hustet und sich eine Zigarre anzündet, bevor er antwortet. Lindner nutzt die Anekdote als Beispiel für verlorengegangene Tiefe in der heutigen Clip-Kultur.
Doktor Murkes gesammeltes Schweigen
Heinrich Böll · 2009
Gewiß hat man den Satiriker Böll, den Meister der kleinen Form, über dem Romancier Böll zu Unrecht übersehen. »Doktor Murkes gesammeltes Schweigen« gehört zu den besten satirischen Erzählungen des Autors. Bölls Humor ist Vereinfachung ins Phantastische, die Verlogenheit und Talmiglanz unbarmherzig entlarvt. Die Attacken, die er reitet, bewahren den Humor – sie belehren, ohne zu verletzen. Ihre groteske Komik trifft ins Schwarze: sie bewirkt Lachen und Schmunzeln und treibt zur Einsicht.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:17:06 „Das war zu offensichtlich. Kurz Dr. Murke.“
Jochen Wegner macht eine beiläufige Anspielung auf Heinrich Bölls Satire über das gesammelte Schweigen, nachdem Lindner ausführlich über die Kunst des beredten Schweigens in der Gesprächsführung gesprochen hat – am Beispiel des Günter-Gaus-Interviews mit Franz Josef Strauß.
24
· 2001
Die Handlung des Thrillers spielt sich in 24 Stunden ab. Jack Bauer, Chef einer Anti-Terror-Einheit, erfährt, dass seine Tochter entführt wurde und muss gleichzeitig einen Anschlag auf den Präsidentschaftskandidaten vereiteln. Dazu bleiben ihm nur 24 Stunden. Diese 24 Stunden sind exakt auf 24 Episoden verteilt, teilweise mit Split-Screen, um die sich überstürzenden Ereignisse zeitgenau zu dokumentieren.
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:17:33 „Jack Bauer. Staffel 2. Besser wird es nicht mehr. Bring me up to speed.“
Christoph Amend zitiert die Figur Jack Bauer aus der TV-Serie '24' und nennt Staffel 2 als Höhepunkt. Er nutzt das Zitat 'Bring me up to speed' als Referenz, die Lindner als perfekte Redewendung aufgreift.
Drive
Nicolas Winding Refn · 2011
Tagsüber arbeitet "Driver" unauffällig als Stuntfahrer in Hollywood, abends holt er sich seinen Kick, indem er Aufträge für die Mafia erledigt und sein Können als halsbrecherischer Fahrer von Fluchtautos unter Beweis stellt. Als einer der Raubzüge schiefgeht, gerät er unter Verdacht seiner Auftraggeber, die ein Kopfgeld auf ihn aussetzen. Fortan muss er beweisen, wie viel ihm an seinem Überleben gelegen ist.
🗣 Christian Lindner empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:23:11 „Weil Ryan Gosling in Drive ja ein ganz klein bisschen in die Richtung von Steve McQueen geht. Ist ja auch ein Roadmovie. [...] Drive spannender, auch der großartige Soundtrack übrigens von Drive, super.“
Lindner nennt Drive als einen seiner Lieblingsfilme und schwärmt vom Soundtrack. Er spielt Nightcall von Kavinsky vor und erzählt, dass er über den Drive-Soundtrack zum Chromatics-Fan wurde.
Le Mans
Steve McQueen · 1971
Der Spielfilm mit Charakter einer Dokumentation beschränkt sich mit Ausnahme einiger Rückblenden auf das (fiktive) Rennen des Jahres 1970, für das Szenen des echten Rennens verwendet wurden. Er handelt von der Rivalität zwischen dem US-amerikanischen Rennfahrer Michael Delaney auf einem Porsche 917, der im Jahr zuvor einen Rennunfall verursachte, bei dem sein Freund und Rennfahrerkollege Piero Belgetti tödlich verunglückte, und seinem deutschen Rivalen Erich Stahler, auf Ferrari 512S, die sich a
🗣 Christian Lindner empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:23:52 „Zweitens wegen des genrebildenden Films Le Mans. Großartige Produktion. Ein bisschen langweilig aus heutiger Sicht. Aber es ist mit Siegfried Rauch, der den Ferrari-Piloten spielt.“
Im A-oder-B-Spiel wählt Lindner Steve McQueen statt Ryan Gosling und begründet dies unter anderem mit dem Rennfilm 'Le Mans'. Er würdigt den Film als genrebildend, räumt aber ein, dass er aus heutiger Sicht etwas langweilig sei.
Bullitt
· 1968
Polizei-Detective Frank Bullitt steht unter Druck. Ein Kronzeuge, der unter seiner Bewachung stand, ist niedergeschossen worden. Bei seinen Ermittlungen macht Bullitt eine brisante Entdeckung... Jetzt steht Bullitt selbst auf der Abschussliste der Verbrecherorganisation und ihm bleiben nur 24 Stunden Zeit, die Killer zu entlarven.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 02:24:03 „Und wegen Bullitt. Alles heute nicht mehr so ganz so spannend. Drive spannender, auch der großartige Soundtrack übrigens von Drive, super. Aber eben Steve McQueen eben wegen der historischen Bedeutung.“
Neben 'Le Mans' nennt Lindner auch 'Bullitt' als Grund für seine Wahl von Steve McQueen. Er erkennt an, dass die Filme aus heutiger Sicht weniger spannend sind als moderne Produktionen wie Drive, betont aber McQueens historische Bedeutung.
Nightcall
Kavinsky und Lovefoxxx
Atmosphärisches Synthwave-Stück mit hypnotischen Synthesizern und melancholischem Charakter. Die Komposition besticht durch ihren slowburn-Aufbau und wurde in verschiedenen Interpretationen, von elektronisch dicht bis seelenvoll, dargeboten. Ein ikonischer Song, der Elektronik und emotionale Tiefe vereint.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 02:24:53 „Nightcall ist das Lied, oder? Von Kavinsky und Love Fox, ja. Das Nightcall ist ein gutes.“
Im Gespräch über den Soundtrack von 'Drive' identifiziert Lindner den Song 'Nightcall' von Kavinsky als eines der herausragenden Stücke. Er hat den gesamten Soundtrack auf seinem Telefon gespeichert.
Drive (Soundtrack)
Cliff Martinez
Der Drive-Soundtrack des Komponisten Cliff Martinez ist für seine atmosphärische Elektronik-Instrumentalmusik bekannt. Martinez schuf die instrumentalen Stücke des Films und etablierte sich als prägender Komponist für moderne Thriller-Soundtracks. Die Musik kombiniert Synthesizer-getriebene Elemente mit filmischen Texturen und ist ein Klassiker für Fans von 80er-Jahre-inspirierter Filmmusik.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 02:24:57 „Cliff Martinez hat darauf einige gute Stücke. Können Sie mal kurz anspielen?“
Lindner zeigt sich als Kenner des Drive-Soundtracks und erwähnt neben Kavinsky auch den Filmkomponisten Cliff Martinez, der die instrumentalen Stücke des Soundtracks beigesteuert hat.
Chromatics
Die Chromatics waren eine US-amerikanische Band aus Portland, Oregon.
🗣 Christian Lindner empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:25:18 „Aber sehr cool finde ich, da bin ich übrigens erst drauf gestoßen über den Soundtrack Drive. Ich bin großer Chromatix-Fan. Ich auch. Das ist ja lustig.“
Lindner outet sich als großer Fan der Band Chromatics und erzählt, dass er über den Drive-Soundtrack auf sie aufmerksam wurde. Christoph Amend teilt diese Begeisterung – ein überraschender gemeinsamer Musikgeschmack zwischen Politiker und Journalist.
Kill for Love
Chromatics · 2012
Die Chromatics waren eine US-amerikanische Band aus Portland, Oregon.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 02:25:40 „Ich habe Best of Lady, sage ich nur. [...] Insbesondere das 2012er Album Kill for Love.“
Im Gespräch über Musikgeschmack erwähnt Christian Lindner das 2012er Album Kill for Love der Band Chromatics. Christoph Amend bestätigt begeistert, dass er alle Chromatics-Alben besitzt. Es ist eine beiläufige, aber enthusiastische Erwähnung im Rahmen eines Austauschs über Musikvorlieben.
Hypnotized
Chris Ortega
"Hypnotized" ist eine Single des Künstlers Chris Ortega, die Christian Lindner sich als Vinyl-Single zugelegt hat. Die etwa vier bis fünf Jahre alte Platte kaufte er im Vintage-Zustand über eBay, um sie seiner Plattensammlung hinzuzufügen. Die Erwähnung illustriert sein Interesse an analogem Sound und dem Sammeln älterer Schallplatten.
🗣 Christian Lindner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:26:31 „Ich glaube, ich habe mir Vintage-mäßig gekauft von Chris Ortega Hypnotized. Vintage ist vier, fünf Jahre alt, die Single.“
Christian Lindner erzählt von seinem kürzlichen Plattenkauf. Die Single Hypnotized von Chris Ortega hat er sich als Vinyl-Sammler zugelegt, offenbar günstig bei eBay erstanden. Eine beiläufige Erwähnung im Kontext seiner Plattensammlung und seines DJ-Plattenspielers.
Kritik der zynischen Vernunft
Peter Sloterdijk · 1983
Sloterdijks Untersuchung des Zynismus als Überlebensstrategie der Moderne. Er analysiert die kynische Tradition des Widerstands – vom antiken Diogenes bis zur zeitgenössischen Kritik – und zeigt, wie akademische Philosophie selbst zur Provokation werden kann. Ein Werk über Kritik, Widerstand und die Frage nach Sinn ohne Gott.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:29:10 „Ich habe hier eine, ich glaube sogar Originalausgabe von Peter Sloterdijk Kritik der zynischen Vernunft. Herr Lindner hat mir schon den Band entrissen, Band 2, in dem eine großartige Sentenz auch da, wo der kleine Zettel drin ist.“
Die Kritik der zynischen Vernunft von Sloterdijk wird zum zentralen Gesprächsthema. Jochen Wegner hat eine Originalausgabe mitgebracht. Sowohl Lindner als auch Wegner haben das Buch als Teenager gelesen und waren davon beeindruckt. Lindner liest sogar eine Passage vor und erklärt, wie ihn der 'kynische Impuls' – der Widerstandsgeist des Diogenes – als Schüler fasziniert hat. Er bewundert, wie ein akademischer Philosoph über Ärsche philosophiert und damit die akademische Philosophie selbst herausfordert.
Sphären-Trilogie (Blasen, Globen, Schäume)
Peter Sloterdijk · 1998
Philosophische Trilogie zur Sphären-Theorie: Blasen thematisiert Intimität und Dualität, Globen behandelt historische und politische Räume, Schäume erforschen vernetzte und offene Welten. Ein Meisterwerk der Existenzphilosophie, das Zusammenleben und menschliche Nähe durch raumtheoretische Metaphern neu denkt.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 02:33:34 „Hat er doch gemacht. Ungefähr 25 Jahre später in der Triologie Blasen, wo es um Globen und Schäume geht, taucht das natürlich auch nochmal später auf.“
Christian Lindner verweist auf Sloterdijks spätere Sphären-Trilogie als eine Art Fortschreibung der Themen aus der Kritik der zynischen Vernunft. Er kennt das Werk offenbar gut genug, um die thematische Verbindung herzustellen. Die Erwähnung zeigt Lindners Belesenheit im Werk Sloterdijks.
Du musst dein Leben ändern
Peter Sloterdijk · 2009
Die Kleine Bibliothek der Weltweisheit versammelt berühmte Werke zur klugen und gelungenen Lebensführung. Sie befassen sich mit den zeitlos gültigen Fragen: Was überhaupt ist Glück? Was müssen wir tun, wie sollen wir handeln? Wie können wir mit Rückschlägen des Lebens am besten umgehen? Was sind wir unseren Mitmenschen schuldig? Und worin besteht ein richtiges, ein gerechtes Leben? Die hier versammelten Texte sind als Meisterwerke der Weltweisheit und Lebenskunst in das Gedächtnis der Menschheit...
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:33:44 „Du musst dein Leben ändern. Das passt besser zu Ihnen. Habe ich auch dabei.“
Jochen Wegner erwähnt ein weiteres Sloterdijk-Buch, das er ebenfalls mitgebracht hat, und findet, dass der Titel 'Du musst dein Leben ändern' gut zu Lindners Biografie passt. Es handelt sich um das 2009 erschienene Werk. Eine kürzere Erwähnung im Kontext des Sloterdijk-Gesprächs.
Wie Demokratien sterben
Steven Levitsky / Daniel Ziblatt · 2018
»Das wichtigste Buch der Trump-Ära« The Economist Ausgezeichnet mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis als bestes Sachbuch des Jahres Demokratien sterben mit einem Knall oder mit einem Wimmern. Der Knall, also das oft gewaltsame Ende einer Demokratie durch einen Putsch, einen Krieg oder eine Revolution, ist spektakulärer. Doch das Dahinsiechen einer Demokratie, das Sterben mit einem Wimmern, ist alltäglicher – und gefährlicher, weil die Bürger meist erst aufwachen, wenn es zu spät ist.
🗣 Christian Lindner empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:35:00 „Bei Herrn Zieblatt, der dieses neue Buch geschrieben hat, wie Demokratien sterben, der Harvard-Professor, den, kleiner Spoiler, bin ich dabei nach Deutschland zu einer Veranstaltung der FDP einzuladen.“
Auf die Frage, bei welchem Autor er zuletzt Kontakt aufgenommen hat, nennt Lindner den Harvard-Professor Ziblatt und dessen Buch 'Wie Demokratien sterben'. Lindner ist so beeindruckt, dass er Ziblatt zu einer FDP-Veranstaltung nach Deutschland einladen möchte. Das Buch ist sein jüngstes Beispiel dafür, wie er als Politiker auf Autoren zugeht, die ihn intellektuell inspirieren.
Team of Teams
Stanley McChrystal · 2015
What if you could combine the agility, adaptability, and cohesion of a small team with the power and resources of a giant organization? 'Team of Teams provides a blueprint for how to cope with increasing complexity in the world. A must read for anyone who cares about the future - and that means all of us' Daniel Levitin, author of The Organized Mind ________________ When General Stanley McChrystal took command of the Joint Special Operations Task Force in Iraq in 2003, he quickly realized that c...
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:43:07 „Es gibt ein Buch, das heißt Team of Teams von Sandy McChrystal, diesem US-General. Nee, das hat mich nicht beeinflusst, weil ich muss leider eine Wissenslücke gestehen. Ich kenne es nicht.“
Jochen Wegner fragt Lindner, ob das Buch 'Team of Teams' von US-General McChrystal ihn beeinflusst habe – zumal Marco Buschmann oft daraus zitiere. Lindner gesteht überraschend offen, das Buch nicht zu kennen. Wegner hatte angenommen, dass Führungsprinzipien der FDP aus diesem Buch stammen, was Lindner verneint.
Finks Krieg
Martin Walser
Martin Walsers Roman "Finks Krieg" zeichnet das Porträt eines Protagonisten, der sich vollständig in eine politische und persönliche Sackgasse verstrickt hat. Das Werk ist relevant, da es existenzielle Parallelen zu realen Politikern wie Jürgen Möllemann zieht und damit Fragen über die zerstörerischen Konsequenzen von Verstricktheit und moralischem Versagen aufwirft.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 02:59:53 „Ich habe mal von Martin Walser Fink's Krieg gelesen, einer, der sich total verrannt hat. Ich darf die Parallele nicht zu lang ziehen. Wenn man das Buch weiß, es gibt sehr existenzielle Parallelen zwischen dem Protagonisten im Roman und Jürgen Möllemann.“
Lindner zieht eine literarische Parallele zwischen dem Protagonisten in Walsers Roman und Jürgen Möllemann, der sich politisch verrannt habe. Er bricht den Vergleich dann bewusst ab, weil die Parallelen ihm zu existenziell erscheinen, und kehrt zur politischen Ebene zurück.
Schattenjahre
Christian Lindner
Memoirs über die Erfahrungen in der FDP-Führung und die Phase nach dem Ausscheiden aus der Koalition. Das Buch dokumentiert die Häme von Medien und politischen Gegnern sowie zentrale Wendepunkte im politischen Kampf der Partei, illustriert durch Anekdoten aus der Politiklandschaft.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:14:29 „Aber ich habe ja ihr Buch gelesen. Und auch da steht etwas, was ich auch dachte. Es gab mehrere wichtige Punkte, aber es gab diesen einen Wendepunkt, wenn der nicht gekommen wäre. Und das war Katja Suding in Hamburg, richtig?“
Jochen Wegner bezieht sich mehrfach auf Lindners Buch, das er zur Vorbereitung gelesen hat – er spricht von 'nach Lektüre von 800 Seiten Lindner'. Er nutzt das Buch als Quelle für Anekdoten, etwa die Szene mit Westerwelles Anruf zum Generalsekretärsposten und den Wendepunkt mit Katja Suding in Hamburg. Der genaue Titel wird nicht genannt, es handelt sich vermutlich um 'Schattenjahre'.