Die sogenannte Gegenwart – Wir haben nichts zu verlieren als unsere Ketten!
#022

Wir haben nichts zu verlieren als unsere Ketten!

Die sogenannte Gegenwart / 03. Mai 2021 / 12 Medien

Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

Zwei Feuilletonisten wagen sich an den Bitcoin — nach monatelanger Vorbereitung, die vor allem Ijoma Mangold als Literaturwissenschaftler an seine Grenzen brachte. Vorher wird im Gegenwartscheck der Rosenquarzroller gewürdigt, jenes Beauty-Gadget, das die paradoxe Anforderung der Kosmetikindustrie verkörpert: permanent innovativ und gleichzeitig in der Natur verwurzelt zu sein.

„Seit Monaten raucht mir der Kopf, seit Monaten versuche ich, die Blockchain zu begreifen. Und das ist ja für einen Literaturwissenschaftler, wie ich einer bin, der sich eher auf den Schwung der Worte als auf die Logik von Formeln versteht, wirklich keine ganz einfache Sache.“
🗣 Ijoma Mangold

Erwähnte Medien (12)

Allegro Pastell

Allegro Pastell

Leif Randt · 2020

Germany's next Lovestory. Leif Randt erzählt vom Glück. Von Tanja und Jerome, von Wirklichkeit und Badminton, von idealen Zuständen und den Hochzeiten der anderen. Eine Lovestory aus den späten Zehnerjahren. Tanja Arnheim, deren Debütroman PanoptikumNeu Kultstatus genießt, wird in wenigen Wochen dreißig. Mit Blick auf den Berliner Volkspark Hasenheide wartet sie auf eine explosive Idee für ihr neues Buch.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:04:06 „Irgendwann war das quasi neu. Dann hat es, würde ich so sagen, in Allegro Pastel unser von uns beiden bewunderte Schriftsteller live randexzessiv aufgegriffen und verwendet. Da würde ich sagen, das war so die Phase, okay, kurz vorm Durchbruch zum Standard.“

Ijoma Mangold beschreibt die Karriere des Wortes 'nice' durch verschiedene kulturelle Phasen. Er verortet den Roman 'Allegro Pastell' von Leif Randt als den Moment, in dem das Wort kurz vor dem Mainstream-Durchbruch stand – der Autor habe es literarisch aufgegriffen.

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Ministerium der Träume

Ministerium der Träume

Hengameh Yaghoobifarah · 2021

Als die Polizei vor ihrer Tür steht, bricht für Nas eine Welt zusammen: ihre Schwester Nushin ist tot. Autounfall, sagen die Beamten. Suizid, ist Nas überzeugt. Gemeinsam haben sie alles überstanden: die Migration nach Deutschland, den Verlust ihres Vaters, die emotionale Abwesenheit ihrer Mutter, Nushins ungeplante Mutterschaft. Obwohl ein Kind nicht in ihr Leben passt, nimmt Nas ihre Nichte auf.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:04:18 „Der Mainstream war dann erreicht, gewissermaßen Späß mit Jagobi Farah, Ministerium der Träume. Da sprachen alle nur noch von nice. Da wusste man, das ist jetzt voll in der Breite angekommen.“

Im Kontext der Verbreitung des Wortes 'nice' nennt Mangold den Roman 'Ministerium der Träume' als den Punkt, an dem das Wort den vollen Mainstream erreicht hatte. Das Buch dient hier als kultureller Marker für den Höhepunkt eines Sprachtrends.

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Der Prinz von Bel-Air

Der Prinz von Bel-Air

· 1990

Der Prinz von Bel-Air (Originaltitel: The Fresh Prince of Bel-Air) ist eine US-amerikanische Sitcom mit Will Smith in der Hauptrolle, die von 1990 bis 1996 auf NBC lief. Die Serie handelt vom Alltag des jungen William „Will“ Smith, der von seiner Mutter nach Bel-Air geschickt wurde, um dort zeitweise bei seinen wohlhabenden Verwandten zu leben und einen guten Schulabschluss zu erlangen.

🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:05:11 „Dann haben die vielleicht alte Prinz von Bel-Air-Folgen gerade bei Super RTL gesehen oder so aus den 80ern“

Wird scherzhaft als mögliche Erklärung genannt, warum Jugendliche das Wort 'fresh' verwenden könnten

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Artikel über die Bearbeitung der Erika-Fuchs-Übersetzungen von Donald Duck

Artikel über die Bearbeitung der Erika-Fuchs-Übersetzungen von Donald Duck

Erika Fuchs übersetzte die Donald-Duck-Comics von 1951 bis 1988 ins Deutsche und prägte dabei eine eigene literarische Sprache mit Konjunktiven, Zitaten aus der Hochkultur und dem sogenannten 'Erikativ'. Nun sollen ihre Übersetzungen in Neuausgaben bearbeitet werden, um sie an heutige moralische und sprachliche Standards anzupassen. Der Artikel diskutiert, ob solche Eingriffe in historische Übersetzungsleistungen legitim sind oder kulturelles Erbe beschädigen. Er steht im Kontext einer breiteren Debatte um das Redigieren klassischer Texte – ähnlich wie bei Roald Dahl oder Karl May.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:17:01 „Ich habe kürzlich irgendwo gelesen, ich glaube in der FAZ, ein interessanter Artikel, wie die Übersetzung von der Erika Fuchs, die Donald Duck legendärerweise ja ins Deutsche übersetzt hat, jetzt bearbeitet werden soll“

Wird als Beispiel für den Trend genannt, kulturelles Erbe an heutige moralische Standards anzupassen

Zum Artikel bei FAZ Details
Donald Duck (Erika-Fuchs-Übersetzungen)

Donald Duck (Erika-Fuchs-Übersetzungen)

Erika Fuchs · 1995

Die Donald-Duck-Comics von Erika Fuchs sind ein Klassiker der deutschen Kinder- und Jugendliteratur. Die legendäre Übersetzerin hat mit ihrer kreativen und humorvollen Adaptation Generationen von Lesern geprägt. Der Artikel zeigt die zeitlose Bedeutung dieser Comics, die bis heute Eltern ihren Kindern vorlesen und damit eine liebgewonnene Tradition weitergeben.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:17:14 „Ich habe kürzlich irgendwo gelesen, ich glaube in der FAZ, ein interessanter Artikel, wie die Übersetzung von der Erika Fuchs, die Donald Duck legendärerweise ja ins Deutsche übersetzt hat, jetzt bearbeitet werden soll und natürlich alles eliminiert werden soll, was irgendwie gegen Ableism, Lookism, Racism, Sexism und was es sonst noch im Angebot gibt, bereinigt werden soll.“

Mangold greift Ninas Thema der zeitgemäßen Überarbeitung von Kinderliteratur auf und verweist auf die geplante Bearbeitung der legendären Erika-Fuchs-Übersetzung von Donald Duck, bei der problematische Begriffe wie 'Fettwanst' getilgt werden sollen – ein Beispiel dafür, wie kulturelles Erbe an heutige Moralvorstellungen angepasst wird.

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Artikel über die Bearbeitung der Erika-Fuchs-Übersetzung

Artikel über die Bearbeitung der Erika-Fuchs-Übersetzung

Erika Fuchs hat Donald Duck und andere Disney-Figuren ab den 1950er Jahren ins Deutsche übersetzt und dabei eine legendäre, literarisch anspruchsvolle Sprache geprägt. Nun plant der Egmont-Verlag, diese klassischen Übersetzungen zu überarbeiten, um sie an heutige Sprachsensibilitäten anzupassen. Der Artikel beleuchtet die Debatte, ob und wie kulturelles Erbe verändert werden darf, und welche Verantwortung Verlage gegenüber dem Originalwerk und dem Publikum tragen. Kritiker sehen in der Überarbeitung einen Eingriff in ein kulturhistorisch bedeutsames Werk.

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:17:14 „Ich habe kürzlich irgendwo gelesen, ich glaube in der FAZ, ein interessanter Artikel, wie die Übersetzung von der Erika Fuchs, die Donald Duck legendärerweise ja ins Deutsche übersetzt hat, jetzt bearbeitet werden soll.“

Mangold erwähnt einen FAZ-Artikel über die geplante Überarbeitung der Erika-Fuchs-Donald-Duck-Übersetzung. Er ist sich nicht ganz sicher, ob es die FAZ war, nutzt den Artikel aber als Beleg für den Trend, kulturelles Erbe an heutige Sensibilitäten anzupassen.

Zum Artikel bei FAZ Details
Hoddeln

Hoddeln

"Hoddeln" ist ein Rap-Song deutscher Top-Künstler, der den Bitcoin- und Kryptowährungs-Hype der frühen 2020er Jahre thematisiert. Der Track zeigt, wie Krypto-Slang wie "Hodeln" in die deutsche Hip-Hop-Kultur eingezogen ist und als neuer Insider-Code funktioniert. Das Lied dokumentiert ein kulturelles Phänomen: die Integration von Finanz-Trends in Rap-Lyrics und die zentrale Rolle von Insider-Begriffen in der Rap-Szene.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:30:51 „Ich glaube vor drei Jahren oder so, gab es einen Wahnsinnssong, wo ungefähr jeder wichtige deutsche Rapper dabei war. Und sie haben alle zusammen über Bitcoins und über Kryptowährungen gerappt, weil sie das so als Hype-Thema entdeckt haben. Hoddeln hieß der Song.“

Lars Weisbrod beschreibt die kulturelle Seite des Bitcoin-Hypes und nennt als Beispiel einen deutschen Rap-Song, an dem zahlreiche bekannte Rapper beteiligt waren. Der Song nutzte Bitcoin-Slang als neue Codes in den Texten – ein Phänomen, das Lars mit der typischen Rap-Kultur vergleicht, in der Insider-Begriffe eine zentrale Rolle spielen.

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Skin in the Game

Skin in the Game

Nassim Nicholas Taleb · 2018

Warum wir nur denen vertrauen sollten, die etwas zu verlieren haben Zu viele Menschen mit Macht und Einfluss, so Nassim Nicholas Taleb, müssen nicht wirklich den Kopf hinhalten für das, was sie tun und veranlassen. Intellektuelle, Journalisten, Bürokraten, Banker – sie vor allem haben kein »Skin in the Game« und entscheiden daher schlecht. Taleb zeigt, wie »Skin in the Game«, ein fundamentales Konzept des Risikomanagements, auf alle Bereiche des Lebens übertragen werden kann.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:35:59 „Stichwort Skin in the Game, mit eigenem Geld dabei sein. Und zwar jetzt nicht einfach, weil man damit Geld verdienen will, sondern weil man damit beglaubigt, dass es nicht nur dahingeredet ist.“

Ijoma Mangold verwendet den Begriff 'Skin in the Game' als Konzept dafür, dass man durch eigenes finanzielles Investment seine Überzeugung beglaubigt – etwa dass Social Media oder Bitcoin das nächste große Ding ist. Der Ausdruck geht auf Nassim Nicholas Talebs gleichnamiges Buch zurück.

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The Byzantine Generals Problem

The Byzantine Generals Problem

Leslie Lamport, Robert Shostak, Marshall Pease

Das Byzantine Generals Problem ist ein Gedankenexperiment, das die Konsensfindung in verteilten Systemen mit potentiell fehlerhaften oder böswilligen Teilnehmern untersucht. Die Studie präsentiert die byzantinische Fehlertoleranz als Lösungsansatz für sichere Konsensmechanismen in Netzwerken, auch wenn einzelne Knoten ausfallen oder sich falsch verhalten.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:47:53 „Nämlich das Problem der byzantinischen Generäle. Und ich glaube, das sollten wir auch kurz erklären, bevor wir dann erklären, was der Bitcoin als Lösung anbietet.“

Lars Weisbrod und Ijoma Mangold diskutieren ausführlich das berühmte informatische Gedankenexperiment der byzantinischen Generäle als Grundlagenproblem, das die Blockchain-Technologie löst. Sie erklären das Problem der Konsensfindung in verteilten Systemen mit möglichen Verrätern und die byzantinische Fehlertoleranz.

🎓 Google Scholar 📄 Original Details
Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System

Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System

Satoshi Nakamoto · 2008

A purely peer-to-peer version of electronic cash would allow online payments to be sent directly from one party to another without going through a financial institution. Digital signatures provide part of the solution, but the main benefits are lost if a trusted third party is still required to prevent double-spending.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:52:01 „Aber Satoshi Nakamotos Leistung muss wohl darin bestanden haben, diese drei Elemente zusammengeführt zu haben in einem berühmten White Paper. Ich glaube, das ist 2008 veröffentlicht worden und da hat er den Bitcoin skizziert.“

Ijoma Mangold erklärt die Entstehungsgeschichte des Bitcoin und hebt das 2008 veröffentlichte White Paper von Satoshi Nakamoto als Schlüsselmoment hervor. Die Leistung des pseudonymen Autors habe darin bestanden, drei bestehende Wissensgebiete – Kryptografie, verteilte Computernetzwerke und Spieltheorie – erstmals in einem Konzept zusammenzuführen.

Zum Artikel bei Nakamotoinstitute.org Details
Fairy Tales Retold

Fairy Tales Retold

History is told from one person’s perspective. Sometimes they don’t get it right. Fairy Tales Retold is a collection of six of your favorite childhood stories retold from the perspective of someone unexpected. Hear the real story behind the tales you think you know. Included in the collection: Cinderella is Evil Saving Rapunzel Killing Snow White Ugly Sleeping Beauty I Love Little Red The Beast with no Beauty The stories are also available individually.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:56:43 „Das heißt Fairy Tales Retold und da geht es darum, dass Märchen, alte Märchen oder die Standardmärchen, neu geschrieben werden, aber im Hinblick auf Diversität und Gender und all sowas. Ein User hat geschrieben, also ein Elternteil, danke für dieses Buch, da ging es um die sieben Zwerge, jetzt konnten wir als People of Color uns in einem dieser Zwerge wiederfinden.“

Nina Pauer stellt eine Kinderbuchreihe vor, die klassische Märchen unter Diversitäts- und Genderaspekten neu erzählt. Sie beschreibt es als Beispiel für einen breiteren Trend zeitgemäßer Kinderliteratur, die traditionelle Rollenbilder und Stereotype hinterfragt.

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Star Wars

Star Wars

George Lucas · 1977

Seit der Vernichtung der Jedi-Ritter steht die Galaxie unter der grausamen Herrschaft des Imperiums. Nur eine kleine Gruppe von Rebellen, angeführt von der schönen Prinzessin Leia, widersetzt sich der dunklen Macht. Als es ihnen gelingt, die geheimen Baupläne für den gefährlichen Todesstern zu entwenden, gerät das Imperium in Aufruhr. Durch Zufall gelangen die Pläne ausgerechnet in die Hände des Farmerjungen Luke Skywalker, der spürt, dass er sein bisheriges Leben hinter sich lassen muss. Gemein

🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:09:39 „Das klingt schon so toll. Also das ist vielleicht auch das Faszinierende. Das klingt schon wie aus Star Wars oder so. Wir müssen zu Ada in System Cardano.“

Lars Weisbrod vergleicht die Begrifflichkeiten der Kryptowelt – insbesondere den Coin ADA auf dem System Cardano – mit der Science-Fiction-Welt von Star Wars. Der Vergleich unterstreicht humorvoll, wie futuristisch und fremdartig die Terminologie der Blockchain-Technologie auf Außenstehende wirkt.

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