Die sogenannte Gegenwart – Vom Obstler-Revival bis zum Techno-Feudalismus
#047

Vom Obstler-Revival bis zum Techno-Feudalismus

Die sogenannte Gegenwart / 27. Juni 2022 / 14 Medien

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

Live-Aufnahme im Berliner Radialsystem vor der Sommerpause: Statt Promi-Gästen setzen die drei auf ihr Publikum und spielen den Gegenwartscheck in einer XXL-Variante — mit Handzeichen-Abstimmung im Saal statt der üblichen gegenseitigen Punktevergabe.

„Die anderen Podcasts, die sind selber Promis oder haben Promi-Gäste. Wir nicht. Wir sind ganz bescheiden. Wir haben keine Promi-Unterstützung. Wir haben nur euch.“
🗣 Lars Weisbrod

Erwähnte Medien (14)

Fest & Flauschig

Fest & Flauschig

Jan Böhmermann, Olli Schulz

Fest & Flauschig mit Jan Böhmermann und Olli Schulz. Der preisgekrönte, verblüffend fabelhafte, grenzenlos fantastische Podcast für sie, ihn und es.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:06:56 „Also gemischtes Hack und fest und flauschig immer zwei Männer“

Als weiteres Beispiel für den männlichen Laber-Podcast, in dem zwei Männer ohne festes Thema reden

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Der Score

Der Score

Citì Nguyen

Citi Nguyens Buch erforscht die Macht von Bewertungssystemen und Scores in modernen Gesellschaften. Es zeigt, wie diese scheinbar neutralen Messgrößen unsere Ziele, Wünsche und Urteile subtil lenken und formen. Das Werk legt offen, wie Scoring-Logiken unsere Entscheidungen steuern – und bietet gleichzeitig Wege auf, wie man sich diesem Einfluss bewusst entziehen kann. Ein wichtiges Werk für alle, die verstehen möchten, wie Datenmetriken unsere Welt prägen.

🗣 Lars Weisbrod empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:07:02 „Objektiv, messbar, vergleichbar. So sieht Erfolg heute aus. Zahlen entscheiden, wer sichtbar ist, wer relevant, wer vorne liegt. Scores wirken harmlos, doch sie formen unsere Wünsche, Ziele und Urteile. Der Score von Citi Nguyen legt offen, wie diese Logik uns lenkt und wie man sich ihr entzieht. Citi Nguyen. Der Score. Erschienen bei CH Beck.“

Das Buch wird in einem eingeblendeten Werbetext vorgestellt, der zwischen den Gesprächsrunden eingespielt wird. Es geht um die Macht von Bewertungssystemen und Scores in der Gesellschaft und wie sie unser Denken und Handeln formen.

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Gemischtes Hack

Gemischtes Hack

Felix Lobrecht, Tommi Schmitt · 2018

Felix Lobrecht (Comedian und Autor) und Tommi Schmitt (TV-Moderator und Kolumnist) haben einen Podcast. Jeden Mittwoch exklusiv als Video-Podcast auf Spotify.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:07:57 „Also gemischtes Hack und fest und flauschig immer zwei Männer, die halt wirklich auch viel labern, lachen, also auch schon in der Aufmachung, die im Bett liegen und telefonieren und sowas.“

Nina Pauer stellt ihre These vom weiblichen Laber-Podcast vor und nennt Gemischtes Hack als prototypisches Beispiel für den männlichen Laber-Podcast, bei dem zwei Männer ohne festes Thema miteinander reden.

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Fix und 40

Fix und 40

Katja Berlin

Du willst gesünder leben, fitter werden und nachhaltig abnehmen – aber für Diäten, stundenlanges Training und Zeit-für-dich-selbst ist dein Alltag einfach zu voll?Dann bist du hier richtig.In Gesund & Fit mit Mimi Lawrence bekommst du klare, ehrliche Impulse für deinen Körper und deinen Kopf – die in deinem echten Leben funktionieren. Besonders für Frauen über 40, die endlich ohne Stress und Verzicht ihre Ziele erreichen wollen.Ich bin #1 Spiegel-Bestseller-Autorin mit Fokus auf gesunde Veränder...

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:08:29 „Und dann hat man so ein festes Thema. Und jetzt ist meine These, dass es langsam Gegenwart wird. Zumindest ich die Versuche sehe, dass man auch Frauen-Laber-Podcasts macht. Also es gibt ja die großartige Katja Berlin, die immer diese Torten der Wahrheit in der Zeit macht. Die hat zum Beispiel einen Podcast, da gibt es noch ein Thema, Fix und 40 heißt der.“

Nina Pauer stellt ihre These vor, dass der weibliche Laber-Podcast ein neues Gegenwartsphänomen ist. Sie nennt Katja Berlins Podcast 'Fix und 40' als ein Beispiel, wobei sie anmerkt, dass dieser noch ein Thema hat – im Gegensatz zum reinen Laber-Format.

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Torten der Wahrheit

Torten der Wahrheit

Katja Berlin

Katja Berlins neues Buch „Wofür Frauen sich rechtfertigen müssen" ist eine Sammlung ihrer wöchentlichen ZEIT-Grafikkolumne „Torten der Wahrheit". Darin hinterfragt die Autorin mit satirischen Infografiken deutsche Debatten-Grundlagen wie die Rentenlücke, den Lehrermangel oder Quotenfrauen und analysiert vermeintliche Wahrheiten neu. Berlin enthüllt dabei Schwachstellen in Politik und Gesellschaft – ihre Grafiken wurden millionenfach im Netz geteilt. Das 160-seitige Softcover-Buch kostet 15 Euro.

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:08:29 „Also es gibt ja die großartige Katja Berlin, die immer diese Torten der Wahrheit in der Zeit macht.“

Nina Pauer erwähnt Katja Berlins wiederkehrende Kolumne 'Torten der Wahrheit' in der ZEIT beiläufig, um die Person Katja Berlin vorzustellen, bevor sie auf deren Podcast zu sprechen kommt.

Zum Artikel bei ZEIT Online Details
Bauerfeind und Kuttner

Bauerfeind und Kuttner

Katrin Bauerfeind und Sarah Kuttner kennen sich seit ihren medialen Anfängen. Die Moderatorinnen sind etablierte (Business)Frauen und Wortakrobatinnen, die mit beiden Beinen – egal ob in Gummistiefeln oder Stilettos – fest im (Medien)Leben stehen. Obwohl man Konkurrenz vermuten könnte, konnten sich die beiden auf Anhieb leiden und nehmen sich in unregelmäßigen Abständen vor, endlich regelmäßiger zu telefonieren – klar, wie alle in der Branche. Jetzt machen sie’s endlich, wirklich.

🗣 Nina Pauer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:08:52 „Und dann gibt es aber Bauerfeind und Kuttner. Und das heißt nur Bauerfeind und Kuttner. Und die sitzen dann zusammen und ich habe das mir mal angehört. Und da geht es auch erst mal einfach nur, also wird so die Woche lang, Revisited und was war jetzt so, die Queen hatte Geburtstag, haha und wo sitzt du gerade?“

Nina Pauer nennt den Podcast 'Bauerfeind und Kuttner' als zentrales Beispiel für ihre These des weiblichen Laber-Podcasts. Sie beschreibt das Format als einen typisch männlich konnotierten Sound – lockeres Wochenresümee ohne festes Thema – der nun von zwei Frauen bedient wird.

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The Sopranos

The Sopranos

David Chase · 1999

Der Mafiaboss Tony Soprano aus New Jersey hat mit persönlichen und beruflichen Problemen zu kämpfen, die sich auf seine psychische Verfassung auswirken und ihn dazu bringen, sich in psychotherapeutische Behandlung zu begeben.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:10:11 „Es gibt diese ganz wichtige Stelle in dieser, ja, für die Gegenwart so wichtigen Serie Sopranos. Ganz am Anfang, wo Tony Soprano sagt, er hat keine Lust, über seine Gefühle zu reden. Und die Gesellschaft will immer, dass Männer, die haben den Männern erzählt, dass sie über ihre Gefühle reden müssen. And now they won't shut up anymore.“

Lars Weisbrod zitiert eine Szene aus den Sopranos, um das Phänomen des männlichen Laber-Podcasts zu illustrieren. Tony Sopranos Unwillen, über Gefühle zu reden, dient als Ausgangspunkt für die These, dass Männer, einmal zum Reden ermutigt, nicht mehr aufhören – und das Zeitalter der männlichen Laber-Podcasts eingeläutet haben.

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Techno-Feudalismus

Techno-Feudalismus

Yanis Varoufakis · 2024

Ohne dass wir es wirklich gemerkt haben, wurde der Kapitalismus ersetzt. Vielleicht waren wir zu abgelenkt von der Pandemie, von den endlosen Finanzkrisen und dem Aufstieg von TikTok. Aber in ihrem Windschatten, argumentiert Yanis Varoufakis, hat sich in den letzten Jahren ein neues, noch ausbeuterischeres System etabliert: der Technofeudalismus.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:12:04 „Und zwar gibt es Leute wie Baroufakis, benutzt den Begriff gerne, oder falls jemand kennt, Mazzucato, diese linke Star-Ökonomin. Die sprechen von einem neuen Feudalismus, gerne auch von einem Techno-Feudalismus, weil die These dahinter ist oft sowas wie, die großen Silicon Valley-Konzerne sind so mächtig, die sind letztlich Monopole.“

Lars Weisbrod bringt als Gegenwartscheck-Vorschlag die Rückkehr des Feudalismus-Begriffs ein. Er verweist auf Varoufakis und Mazzucato, die von einem Techno-Feudalismus sprechen – der These, dass Tech-Konzerne wie Feudalherren Monopolrenditen abschöpfen und wir gar nicht mehr im Kapitalismus leben.

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A Magna Carta for the Knowledge Age

A Magna Carta for the Knowledge Age

· 1967

Very Short Introductions (VSI) ist eine 1995 begonnene Buchreihe von Oxford University Press mit kurzen Einführungen in Wissensgebiete. Bis 2022 sind 719 Bände erschienen. Sie ähnelt der französischen Buchreihe Que sais-je ? oder deutschen Reihe C.H. Beck Wissen. Bibliotheken und andere Institutionen können die Reihe Online abonnieren.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:18:14 „Ich habe jetzt wegen dem Interview, was ich geführt habe, das heißt irgendwie Magna Carta of the Cyberspace, so ein libertäres, Cypherpunk-mäßiges Manifest von 94. Und die reden ja so, als wäre das alles für immer vorbei. Als gäbe es nie wieder Materie.“

Lars Weisbrod verweist auf ein libertäres Cypherpunk-Manifest aus den 90er Jahren, um Ijoma Mangolds These von der Rückkehr der Rohstoffe zu unterstützen. Er kontrastiert die damalige Überzeugung, Materie sei für immer überwunden, mit der heutigen Realität steigender Gaspreise und Rohstoffknappheit.

Zum Artikel bei Alamut.com Details
Magna Carta of the Cyberspace

Magna Carta of the Cyberspace

· 2020

After the 2013 Snowden revelations Sir Tim Berners-Lee called for an open source internet Magna Carta. Author Lars Hilse answered this call, and after hundreds of hours of research came up with the first draft of the "Global Internet Magna Carta"; The GLINMACA project for short. The author organised the translation into the globally most spoken languages in order to make it widely accessible to large parts of the world.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:18:43 „das heißt irgendwie Magna Carta of the Cyberspace, so ein libertäres, Cypherpunk-mäßiges Manifest von 94“

Ein libertäres Manifest aus den 90ern wird als Beispiel dafür herangezogen, wie damals das Ende der Materialität proklamiert wurde

Zum Artikel bei Aclu.org Details
Schwarzes Quadrat

Schwarzes Quadrat

Kasimir Malewitsch

Kasimir Malewitschs 'Schwarzes Quadrat' (1915) ist ein ikonisches Gründungswerk der Suprematismus-Bewegung – ein schwarzes Quadrat auf weißem Grund, das radikalen Minimalismus verkörpert. Es repräsentiert Reduktion auf das Wesentliche und wurde im Podcast-Kontext als Metapher für das Paradox universeller Inklusion verwendet: Wenn man alle Identitäten repräsentieren will, landet man am Ende bei einem einzigen, universellen Symbol.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:23:50 „Wenn diese Flagge immer weiter spinnt, was kommt dann am Ende raus? Dann ist man doch wieder bei, wer ist das? Malevich, schwarzes Quadrat. Dann würde man einfach sagen, mach doch einfach nur ein Symbol und das heißt halt alles dann am Ende.“

Lars Weisbrod zieht Malewitschs 'Schwarzes Quadrat' als Vergleich heran, um das Paradox der Progress Pride Flag zu illustrieren: Wenn man immer mehr Identitäten auf einer Flagge repräsentieren will, landet man irgendwann wieder bei einem einzigen universellen Symbol – dem radikalen Minimalismus der Moderne.

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Looper

Looper

Rian Johnson · 2012

Man befindet sich im Jahre 2040: In der zukünftigen Welt von "Looper" sind Zeitreisen kein Problem. Allerdings sind sie gesetzlich verboten. Nichtsdestotrotz macht sich ein Verbrecher-Syndikat die Technologie zunutze und schickt ihre Auftragskiller in die Vergangenheit, um die unvorbereiteten Zielpersonen dort zu töten und die Spuren in der Vergangenheit auch gleich zu beseitigen. Einer dieser Killer ist Joe. Der junge Mann ist einer der besten seines Fachs, eiskalt und effizient.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:24:57 „Es gibt in einem meiner Lieblings-Zeitreisefilme, Looper, gibt es diese tolle Szene, wo ein Mann aus der Zukunft mit einem Mann aus der Vergangenheit spricht und sich so aufregt, dass der so retro angezogen ist. Und er sagt dann zu ihm, mach doch mal was anderes, immer eine Krawatte. Bind dir doch mal was Blinkendes um den Hals.“

Lars Weisbrod zitiert eine Szene aus dem Zeitreisefilm 'Looper', um zu illustrieren, wie schwierig es ist, Modetrends vorherzusagen. Die Szene, in der ein Zeitreisender seinem früheren Ich verzweifelt modische Ratschläge gibt, dient als humorvolle Einleitung zu einem Fashion-Gegenwartscheck.

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Wirtschaftspodcast

Wirtschaftspodcast

Moritz Schularick

IHK-Hauptgeschäftsführerin Susanne Herre und Moderator Martin Hoffmann sind unterwegs in Betrieben der Region und sprechen mit Menschen, die Wirtschaft möglich machen. Echt, nah und ohne Business-Smalltalk. Jetzt reinhören und entdecken, was unsere Unternehmen bewegt. Und am besten gleich abonnieren!

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:30:42 „Also das sinkt so herab zu so dem allgemeinen Gut und die echten Forscher, ja drüben im Wirtschaftspodcast mit Moritz Schularek wird wahrscheinlich eher über die Fragen geredet, wie kann man Kausalität mit verschiedenen Techniken aus dem Datensatz kitzeln und nicht einfach mehr Leute befragen.“

Lars Weisbrod diskutiert den Gegenwartscheck-Vorschlag zum Phänomen 'N gleich 1' und grenzt den alltagssprachlichen Gebrauch statistischer Begriffe vom wissenschaftlichen Diskurs ab. Den Wirtschaftspodcast mit Moritz Schularick nennt er als Beispiel für einen Ort, an dem echte methodische Fragen wie Kausalitätsanalyse besprochen werden – im Gegensatz zum inflationären Gebrauch von 'N gleich 1' in Medien-Bubble-Debatten.

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Tatort

Tatort

ARD · 1970

Unter dem Titel Tatort sind streng genommen Dutzende von Krimiserien vereint. Jede ARD-Anstalt produziert innerhalb der Tatort-Reihe 90 Minuten lange Filme mit eigenen Ermittlern, die in der Regel Mordfälle aufzuklären haben. Auch das Schweizer und das Österreichische Fernsehen schicken eigene Polizisten ins Rennen. Einige Folgen wurden vom ORF außerhalb der offiziellen Tatort-Reihe ohne die ARD produziert und in der Erstausstrahlung nur in Österreich in der Erstausstrahlung gesendet.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:50:38 „Da war das schon so ein bisschen drin, die letzten Jahre, würde ich sagen, aber natürlich gerade fand ich interessant, das, was du gesagt hast mit dem, dass es nicht schmutzig sein sollte und sowohl moralisch natürlich, aber auch so mit Öl und Kohle und so, während man vorher gedacht hat, okay, die Kumpel im Bergwerk mit ihren dreckigen Gesichtern, die im Tatort so aufgemalt worden sind, das ist jetzt vorbei.“

Nina Pauer diskutiert Ijoma Mangolds These von der Rückkehr der Rohstoffe und erwähnt den Tatort als kulturelle Referenz für die Darstellung von Bergarbeitern und der schmutzigen Seite der Industrie.

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