Ist Homeoffice nur eine Phase
Ijoma Mangold, Nina Pauer, Lars Weisbrod
Nach vier Jahren Podcast treffen sich erstmals alle drei Hosts im selben Studio — eine Rückanalogisierung, die gleich zum Thema wird: Wie halten wir es mit der Arbeit? Statt wie zuletzt zu fragen, ob Vollzeit das Leben kaputt macht, drehen sie den Spieß um und wollen wissen, ob die grassierende Sehnsucht nach weniger Arbeit, Viertagewoche und Homeoffice uns am Ende nicht eher unglücklich macht.
„Heute könnte man eigentlich fragen, macht Teilzeit unser Leben kaputt?“
Erwähnte Medien (18)
Alle Zeit
Teresa Bücker · 2022
Soziale Gerechtigkeit bedeutet gerechte Verteilung von Zeit. Zeit ist die zentrale Ressource unserer Gesellschaft. Doch sie steht nicht allen gleichermaßen zur Verfügung. Teresa Bücker, eine der einflussreichsten Journalistinnen in Deutschland, macht konkrete Vorschläge, wie eine neue Zeitkultur aussehen kann, die für mehr Gerechtigkeit, Lebensqualität und gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgt.
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:02:04 „Wir hatten ja einmal eine Folge, Lars, du und ich, über Theresa Bückers Buch Alle Zeit. Die Folge hieß Macht Vollzeit unser Leben kaputt. Jetzt heute könnte man eigentlich fragen, macht Teilzeit unser Leben kaputt?“
Nina Pauer verweist auf eine frühere Podcast-Folge, in der sie Teresa Bückers Buch 'Alle Zeit' besprochen haben. Das Buch dient als Ausgangspunkt für die heutige Diskussion über Arbeit, wobei sich die Fragestellung von damals ('Macht Vollzeit unser Leben kaputt?') ins Gegenteil verkehrt hat.
Nur zwei Dinge
Gottfried Benn
Kurzes Gedicht über das Paradox von Arbeit und Glück. These: »Dumm sein und Arbeit haben, das ist das Glück.« Das Werk hinterfragt romantische Vorstellungen intellektuellen Glücks und setzt stattdessen auf die Tugend der Einfachheit gepaart mit Tätigkeit.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:02:29 „Das berühmte Benz Zitat, das Krächzen der Raben ist auch ein Stück, dumm sein und Arbeit haben, das ist das Glück.“
Lars Weisbrod zitiert Gottfried Benn zu Beginn der Diskussion über das Glück der Arbeit. Das Gedicht wird als berühmtes Zitat eingeführt, das die These stützt, dass Arbeit glücklich machen kann. Ijoma Mangold stimmt dem Zitat sofort zu.
Gefährdet die Revolution in der Arbeitswelt unseren Wohlstand?
Politikpodcast-Folge der ZEIT, die hinterfragt, ob die Revolution in der Arbeitswelt unseren Wohlstand gefährdet. Die Folge ist Teil einer breiten gesellschaftlichen Debatte zum Thema Arbeit in Deutschland.
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:16:37 „Die Kollegen vom Politikteil haben eine Folge gerade, die heißt Gefährdet die Revolution in der Arbeitswelt unseren Wohlstand? Unsere Kollegen vom Podcast ist das eine Blase, fragen lohnt sich Arbeit etwa doch?“
Nina Pauer verweist auf eine aktuelle Folge des ZEIT-Politikpodcasts, um zu zeigen, dass das Thema Arbeit gerade in vielen Redaktionen gleichzeitig verhandelt wird. Die Erwähnung unterstreicht die Breite der gesellschaftlichen Debatte.
ZEIT-Interview mit Olaf Scholz (Bürgergeld / sittliche Pflicht)
Olaf Scholz stellt in einem ZEIT-Interview seine Wohngeldreform vor, mit der mehr Menschen aufgrund steigender Mieten und Energiepreise staatliche Hilfe erhalten sollen. Parallel dazu wird das neue Bürgergeld ab Anfang 2023 Hartz IV ablösen. Scholz betont in dem Gespräch, dass Arbeit für ihn eine sittliche Pflicht darstellt, was die politische Dimension der Arbeitsdebatte unterstreicht.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:20:53 „Olaf Scholz, der bei uns in der Zeit im Interview nochmal gesagt hat, auf die Diskussion um das Bürgergeld angesprochen. Ja, Arbeit sei für ihn, wie hat er gesagt, mit Luther gesprochen, schon eine sittliche Pflicht.“
Ein ZEIT-Interview mit Bundeskanzler Scholz wird als Beispiel für die politische Dimension der Arbeitsdebatte angeführt
The Bear
Christopher Storer · 2022
Ein junger Koch kämpft mit einem widerspenstigen Team darum, einen Sandwich-Laden umzukrempeln.
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:23:57 „Ijeoma, du und ich hatten ja eine Folge über The Bear, wie das Zusammenarbeiten in einer hitzigen Küche funktioniert“
Die Serie wird als Beispiel für die Darstellung von Zusammenarbeit und Arbeitskultur in einer Küche herangezogen
Erstes Buch Mose (Genesis)
· 1987
Das Erste Buch Mose erzählt die Ursprungsgeschichte des Volkes Israel. In der behandelten Episode liegt der Fokus auf der Josefsgeschichte: Josef wird als Sklave nach Ägypten gebracht, deutet Träume des Pharao und wird dessen Stellvertreter. Die Novelle bietet zeitlose Einsichten in Themen wie Aufstieg durch Verstand, Wirtschaftsmigration und Krisenmanagement.
🗣 Ijoma Mangold zitiert daraus bei ⏱ 00:35:46 „Und dann wurden Adam und Eva, das ist ja bekannt, aus dem Paradies vertrieben. Und zwar mit einem sehr wichtigen Satz. Sie sollen nämlich seither im Schweiße ihres Angesichts ihr Brot verdienen.“
Ijoma Mangold zitiert die Vertreibung aus dem Paradies als anthropologisches Grundargument für die Arbeit. Er nutzt die Genesis-Erzählung, um zu begründen, dass Arbeit seit jeher dem Überleben dient und nicht primär der Selbstverwirklichung – als Gegenposition zur Millennial-Forderung nach Work-Life-Balance.
Die deutsche Ideologie
Karl Marx · 2023
Die Anthologie 'Karl Marx: Die deutsche Ideologie' eröffnet einen faszinierenden Blick in die Entwicklung der marxistischen Theorie und beleuchtet die Bandbreite des literarischen Schaffens von Karl Marx und Friedrich Engels. Diese Sammlung umfasst zahlreiche Schriften, die nicht nur das übergreifende Thema der materialistischen Geschichtsauffassung veranschaulichen, sondern auch stilistisch eine bemerkenswerte Vielfalt aufweisen, von theoretischen Abhandlungen bis hin zu kritischen Essays.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:38:05 „Marxe Utopie, dass man morgens Schriftstelle ist, mittags fischen geht, abends jagen und... Ja, aber das reicht ja auch, Ulrike Herrmann oder so. Und das umzusetzen führte, wir wissen es, zum Gulag und zu völlig zerfallenden Städten.“
Ijoma Mangold verweist auf Marx' berühmte Vision aus der 'Deutschen Ideologie', wonach der Mensch in einer kommunistischen Gesellschaft morgens jagen, mittags fischen und abends Kritik üben könne. Er nutzt das Zitat, um die Utopie einer nicht-entfremdeten Arbeit als gescheitert zu diskreditieren und die Diskussion über die Vier-Tage-Woche historisch einzuordnen.
Das Ende des Kapitalismus
Ulrike Herrmann · 2022
Demokratie und Wohlstand, ein längeres Leben, mehr Gleichberechtigung und Bildung: Der Kapitalismus hat viel Positives bewirkt. Zugleich ruiniert er jedoch Klima und Umwelt, sodass die Menschheit nun existenziell gefährdet ist. » Grünes Wachstum« soll die Rettung sein, aber Wirtschaftsexpertin und Bestseller-Autorin Ulrike Herrmann hält dagegen: Verständlich und messerscharf erklärt sie in ihrem neuen Buch, warum wir stattdessen »grünes Schrumpfen« brauchen.
🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:38:05 „Marxe Utopie, dass man morgens Schriftstelle ist, mittags fischen geht, abends jagen und... Ja, aber das reicht ja auch, Ulrike Herrmann oder so.“
Ijoma Mangold erwähnt Ulrike Herrmann beiläufig im Zusammenhang mit Marx' Arbeitsutopie und systemkritischen Gegenentwürfen zum Kapitalismus. Der konkrete Werktitel wird nicht genannt, aber die Referenz deutet auf Herrmanns bekanntes Buch über das Ende des kapitalistischen Wachstumsmodells hin.
Regula Benedicti
Benedikt von Nursia · 2018
Die Benediktsregel, auch Benediktusregel oder Benediktinerregel (lat. Regula Benedicti [RB]), ist ein vom hl. Benedikt von Nursia um 540 verfasstes Klosterregularium, das er für das von ihm gegründete Gemeinschaftskloster Monte Cassino in Mittelitalien aufstellte. Seit dem Mittelalter ist es die Grundlage des Ordens der Benediktiner (Ordo Sancti Benedicti (OSB)).
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:49:36 „Am Beginn des christlichen Abendlandes steht ja der Klostergründer Benedikt und der hat diese berühmte Regel entworfen, auf Lateinisch ora et lavora, beten und arbeiten. Und dieser Kern, den hat auch der Bundeskanzler angesprochen, als er auf Luther verwies, ist eben doch das Sinnstiftung.“
Ijoma Mangold zitiert die Benediktsregel als Ursprung der abendländischen Arbeitsethik. Er argumentiert damit, dass Arbeit nicht nur ökonomische Notwendigkeit sei, sondern auch Struktur und Sinn stifte – und dass in der Work-Life-Balance-Debatte die sinnstiftende Funktion der Arbeit zu sehr unterschätzt werde.
Text übers Nichtstun
Nina Pauer
Der Artikel untersucht das Konzept der Faulheit in der modernen Leistungsgesellschaft. Die Autorin Nina Pauer zeigt auf, dass Arbeitsstress heute weniger aus der Arbeit selbst, sondern aus anderen Lebensbereichen wie Kindererziehung, Sozialleben und Ernährung entsteht, die sich zunehmend als Arbeit anfühlen. Der Text hinterfragt, was Faulheit im heutigen Kontext von Work-Life-Balance und Bürgergeld überhaupt noch bedeutet.
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:54:10 „Ich habe mal einen Text für Zeit Online übers Nichtstun und wie schwierig das ist geschrieben und da ist mir das so aufgefallen, dass das, was wir unter Arbeit, unter Arbeitsstress, also Arbeit, die stresst, dass das gar nicht mehr für viele nicht mehr in der Arbeit stattfindet, sondern in allem anderen außer Arbeit.“
Nina Pauer verweist auf einen eigenen Artikel für Zeit Online, in dem sie über die Schwierigkeit des Nichtstuns geschrieben hat. Dabei fiel ihr auf, dass Stress heute weniger aus der Arbeit selbst kommt, sondern aus allen anderen Lebensbereichen – Kindererziehung, Sozialleben, Ernährung, Kommunikation –, die sich zunehmend wie Arbeit anfühlen.
Star Trek: Voyager
· 1995
Star Trek - Raumschiff Voyager ist die vierte im Star-Trek-Universum angesiedelte Fernsehserie. Die Serie handelt von der Reise der USS Voyager, die am anderen Ende der Galaxie gestrandet ist und sich durch unbekanntes Gebiet auf den Weg nach Hause macht.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:55:14 „Nee, nee, es war leider genau wie in dem Star Trek Voyager Meme, wo zwei Crewmitglieder das gefragt werden, you're friends? Und ich sag nämlich ja und die sagt nee, eigentlich nicht.“
Lars Weisbrod greift ein bekanntes Meme aus Star Trek: Voyager auf, um die Dynamik zwischen ihm und Nina Pauer zu illustrieren. Jemand hatte die beiden gefragt, ob sie Freunde seien – und wie in der Serienszene antworten beide gegensätzlich, was die spezifische Nähe-Distanz-Beziehung unter Kollegen humorvoll auf den Punkt bringt.
On Love
Harry Frankfurt · 2010
Whatever benefits and rewards it may sometimes be possible to attain by bullshitting, by dissembling, or by sheer mendacity, societies cannot afford to tolerate anyone or anything that fosters a slovenly indifference to the distinction between true and false. In a world of spin, rhetoric, blagging and bullshitting, a basic level of scepticism and the impulse to question first impressions is widely considered a virtue.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:56:40 „es gibt von dem Philosophen Harry Frankfurt, ein recht berühmtes Buch, wo er über Liebe schreibt und er sagt, was das Tolle an Liebe ist, sie schafft Gründe“
Das Buch wird als philosophische Grundlage herangezogen, um den Wert von Arbeit als sinnstiftendes Element zu erklären
Arbeit verteidigt (Buch über Arbeit)
Thomas Vazek · 2013
Das wahre Leben beginnt nicht erst nach Feierabend Hier ist es: Ein positives Buch über Arbeit! Der Burnout-Debatte stellt Thomas Vašek die These entgegen, dass Arbeit nicht per se krank macht. Sie bindet in die Gesellschaft ein, stiftet Sinn und gibt Struktur. Die Work-Life-Balance dagegen ist ein Selbstbetrug, da sie den Arbeitnehmer nicht als handelndes Subjekt betrachtet und suggeriert, das wahre Leben beginne erst nach Feierabend.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:56:40 „Und dann hat Thomas Vazek, ein deutscher Publizist, mal ein Buch über Arbeit geschrieben, wo er Arbeit verteidigt hat, analog mit diesem Frankfurt-Algorithmus. Was an Arbeit toll ist, ist, sie schafft Gründe.“
Das Buch wird als Verteidigung der Arbeit angeführt, die analog zu Harry Frankfurts Liebesbegriff argumentiert, dass Arbeit Gründe und Sinn schafft
The Reasons of Love
Harry Frankfurt · 2009
From the author of the #1 New York Times bestseller On Bullshit, a profound meditation on how and why we love In The Reasons of Love, leading moral philosopher and bestselling author Harry Frankfurt argues that the key to a fulfilled life is to pursue wholeheartedly what one cares about, that love is the most authoritative form of caring, and that the purest form of love is, in a complicated way, self-love. Through caring, we infuse the world with meaning.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:57:17 „Es gibt von dem Philosophen Harry Frankfurt ein recht berühmtes Buch, wo er über Liebe schreibt und er sagt, was das Tolle an Liebe ist, sie schafft Gründe. Das ist seine Formulierung.“
Lars Weisbrod zitiert Harry Frankfurts zentrale These, dass Liebe Gründe schafft – also dem Leben Richtung und Motivation gibt. Er nutzt dieses philosophische Argument als Brücke, um eine analoge Verteidigung der Arbeit einzuführen: Auch Arbeit schaffe Gründe, morgens aufzustehen und sich Kollegen verpflichtet zu fühlen.
Arbeit verteidigt (Arbeitsbuch analog zu Frankfurt)
Thomas Vašek · 2013
Der Publizist argumentiert, dass Arbeit fundamental für ein sinnvolles Leben ist. Analog zu Harry Frankfurts Philosophie zeigt er, wie Arbeit nicht nur materielle Sicherheit schafft, sondern auch Gründe gibt, Struktur in den Alltag bringt und Menschen durch gegenseitige Verpflichtung verbindet. Eine philosophische Verteidigung der Arbeit im 21. Jahrhundert.
🗣 Lars Weisbrod empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:57:25 „Und dann hat Thomas Warczek, ein deutscher Publizist, mal ein Buch über Arbeit geschrieben, wo er Arbeit verteidigt hat, analog mit diesem Frankfurt-Algorithmus. Was an Arbeit toll ist, ist, sie schafft Gründe.“
Lars Weisbrod erwähnt ein Buch des deutschen Publizisten Thomas Vašek (im Transkript als 'Warczek' wiedergegeben), der Harry Frankfurts These auf Arbeit überträgt: Arbeit schaffe Gründe – sie gibt dem Tag Struktur und schafft Verbindlichkeit gegenüber Kollegen. Der genaue Titel ist aus dem Gespräch nicht eindeutig zu ermitteln.
Wir nennen es Arbeit: Die digitale Bohème
Sascha Lobo, Holm Friebe · 2006
You can find something better than the daily grind almost anywhere! They are living contentedly without a permanent work contract and are realising that old dream of a self-determined life. By means of a new technology they create their own projects, their own logos, and their own spheres of activities. For them, the Internet is not only a tool and a playing field, but also a source of income, a vital artery for life.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:01:23 „Es gab diese Phase mit dem berühmten Buch von etwas Besseres als die Festanstellung, finden wir überall, von Holm Friebe und Sascha Lobo, glaube ich. Wir nennen es Arbeit. Wir nennen es Arbeit, genau, so war der Titel.“
Das Buch wird als historische Referenz für die Phase der Selbstständigkeits-Euphorie Anfang der Nullerjahre in Deutschland erwähnt
Wir nennen es Arbeit
Holm Friebe, Sascha Lobo · 2006
You can find something better than the daily grind almost anywhere! They are living contentedly without a permanent work contract and are realising that old dream of a self-determined life. By means of a new technology they create their own projects, their own logos, and their own spheres of activities. For them, the Internet is not only a tool and a playing field, but also a source of income, a vital artery for life.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:02:37 „Es gab diese Phase mit dem berühmten Buch von etwas Besseres als die Festanstellung, finden wir überall, von Holm Friebe und Sascha Lobo, glaube ich. Wir nennen es Arbeit, genau, so war der Titel. Das nomadische, selbstständige Ich-AG.“
Lars Weisbrod erinnert an das Anfang-der-Nullerjahre-Manifest von Holm Friebe und Sascha Lobo, das Selbstständigkeit und digitales Nomadentum als progressive Alternative zur Festanstellung propagierte. Er kontrastiert diese damalige Aufbruchstimmung mit der ernüchternden Realität: Selbstständigkeit wurde oft zum Steuervermeidungstrick und zur Prekarisierung, nicht zur Befreiung.
Interview mit Lea Rhein (Letzte Generation)
Lea Rhein, Sprecherin der Klimabewegung Letzte Generation, erklärt in einem Interview die Gründe für einen strategischen Wechsel der Protestmethoden. Die Bewegung gibt die Taktik des Straßenklebens auf und sucht nach neuen Formen des Aktivismus. Die konkreten Alternativen – wie die Mobilisierung größerer Menschenmengen und Aktionen an Orten der fossilen Zerstörung – bleiben dabei zunächst noch unklar definiert.
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 01:06:41 „Ich habe mir so ein Interview durchgelesen mit der Sprecherin Lea Rhein und die redet ganz viel darüber, warum sie das nun machen und sowas. Und ich habe die ganze Zeit versucht zu gucken, was machen sie denn jetzt stattdessen.“
Nina Pauer leitet die Prognosefrage der Folge ein, indem sie auf ein Interview mit Lea Rhein, Sprecherin der Letzten Generation, verweist. Darin erklärt Rhein, warum die Bewegung sich nicht mehr auf die Straße kleben will – doch die alternativen Protestformen bleiben laut Pauer nebulös: mehr Menschen auf der Straße, Aktionen an Orten fossiler Zerstörung.