Ist Monogamie nur was für Faule
Nina Pauer, Lars Weisbrod
Was ist so verlockend an der Polyamorie — und warum leben trotzdem fast alle monogam? Nina und Lars nehmen sich das Dauerthema vor und fragen, ob die Mehrheitsgesellschaft schlicht zu bequem für offene Beziehungsmodelle ist, obwohl Polycules und Beziehungsanarchie seit Jahren als Zukunftsmodell gehandelt werden. Dabei nutzen sie ihre eigene wechselnde Podcast-Dreierbesetzung als augenzwinkernden Anschauungsfall.
„Sind wir Monogamen zu faul für Polyamorie?“
Erwähnte Medien (25)
Gemischtes Hack
Felix Lobrecht, Tommi Schmitt · 2018
Felix Lobrecht (Comedian und Autor) und Tommi Schmitt (TV-Moderator und Kolumnist) haben einen Podcast. Jeden Mittwoch exklusiv als Video-Podcast auf Spotify.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:03:33 „Es hat ihn tatsächlich mal ein anderer Podcast-Star mir eingeschickt, nämlich Tommy Schmidt von Gemischtes Hack und jetzt hat er ja auch so einen tollen Fußball-Podcast und so weiter.“
Lars Weisbrod erwähnt den Podcast beiläufig, um Tommy Schmidt als Quelle für seinen Gegenwartscheck-Vorschlag zum Wort 'fair' einzuordnen. Es handelt sich um eine reine Kontextnennung, nicht um eine inhaltliche Empfehlung.
Justice as Fairness
John Rawls · 2001
This book originated as lectures for a course on political philosophy that Rawls taught regularly at Harvard University in the 1980s. In time the lectures became a restatement of his theory of justice as fairness, revised in light of his more recent papers and his treatise Political Liberalism (1993).
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:04:54 „Fair ist ja ein Gerechtigkeitskonzept oder eine Form von Gerechtigkeit. Justice as Fairness, sagen die Philosophen, glaube ich, manchmal.“
Lars Weisbrod diskutiert die Bedeutung des Wortes 'fair' als Gesprächsbestätigung im Gegenwartscheck und ordnet es philosophisch ein, indem er auf Rawls' berühmtes Gerechtigkeitskonzept verweist.
Emotionale Granularität
Emotionale Granularität ist die Fähigkeit, Gefühle differenziert zu unterscheiden – nicht nur grob zwischen gut und schlecht, sondern feinere emotionale Nuancen zu erkennen. Der Artikel beleuchtet diese Kompetenz als positive psychologische Eigenschaft und zeigt, wie Menschen von einer feiner abgestimmten Emotionalität profitieren.
🗣 Nina Pauer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:07:23 „Mein erster Punkt ist ein schöner Begriff, den ich bei Zeit Online gelernt habe und der mir sowas von total unsere Gegenwart zusammenzufassen scheint auf einem gewissen Gebiet und zwar der Begriff der emotionalen Granularität. Das war ein längerer Artikel und da ging es darum, dass das eine Fähigkeit ist.“
Nina Pauer beschreibt einen längeren Artikel auf Zeit Online über emotionale Granularität – die Fähigkeit, Gefühle nicht nur grob als 'gut' oder 'schlecht' zu beschreiben, sondern feiner zu differenzieren. Sie sieht darin die positive Kehrseite des Diagnosewahns: statt Pathologisierung eine gefeierte Kompetenz zum feinkörnigen Fühlen.
Emotionale Granularität (Artikel)
Der Artikel behandelt emotionale Granularität – die Fähigkeit, Gefühle differenziert wahrzunehmen und zu unterscheiden. Menschen mit höherer Granularität erkennen feine Nuancen zwischen Emotionen, während andere kaum zwischen Angst und Wut unterscheiden können. Die Zeit untersucht, ob diese Fähigkeit eine psychische Superkraft ist.
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:07:43 „das war ein längerer Artikel und da ging es darum, dass das eine Fähigkeit ist“
Ein Artikel auf Zeit Online über emotionale Granularität – die Fähigkeit, Gefühle differenziert zu benennen
Was machst du am Wochenende?
Christoph Amend / Die Zeit
Jede Woche fragen Ubin Eoh und Christoph Amend eine Gästin oder einen Gast “Und was machst du am Wochenende?“. Eine Stunde lang geht es um die zwei kürzesten Tage der Woche – um Rituale, Erinnerungen, Erholungsversuche und um jede Menge Empfehlungen für ein gelungenes Wochenende: Bücher und Spiele, Serien und Filme, Getränke und Snacks, der nächste große Hit und Produkte aller Qualität und Art.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:11:40 „Adam Soboschinski, unser Föter und Kollege, war mal zu Gast im Podcast 'Was machst du am Wochenende?' Und da hat er so schön darüber erzählt, dass früher man einfach, wenn man spazieren gegangen ist in der Stadt, einfach bei Leuten mal geklingelt hat.“
Lars Weisbrod verweist auf eine Episode dieses Podcasts, in der sein Kollege Adam Soboschinski über das Verschwinden des spontanen Vorbeischauens bei Leuten sprach. Die Erwähnung dient als Illustration für seine These, dass auch das Telefonieren eines Tages aussterben könnte.
Welche Generation bist du? (Test)
Der Generationentest der ZEIT hinterfragt die übliche Einteilung nach Geburtsjahr und stellt stattdessen die innere Haltung in den Fokus. Durch interaktive Fragen ermittelt er, welche Generation der Nutzer tatsächlich in sich trägt – unabhängig vom tatsächlichen Alter. Der Test zeigt, dass man beispielsweise als Boomer im Herzen Gen Z oder als Millennial mit Gen-X-Hang unterwegs sein kann.
🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:11:47 „da gab es auf Zeit Online einen Test sehr zu empfehlen. Welche Generation bist du?“
Ein interaktiver Test auf Zeit Online, der die Generation anhand von Fragen bestimmt
Welche Generation bist du?
Interaktiver Test von Die Zeit, der die psychologische Generationenzugehörigkeit untersucht – unabhängig vom tatsächlichen Geburtsjahrgang. Der Test hinterfragt die gängige Sortierung von Generationen nach Alter und berücksichtigt stattdessen innere Einstellungen und Verhaltensweisen. Durch verschiedene Fragen wird ermittelt, ob man eher eine Boomer-, Gen-X-, Millennial- oder Gen-Z-Mentalität hat.
🗣 Nina Pauer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:12:46 „Ich habe gerade vorgestern diesen, da gab es auf Zeit Online einen Test sehr zu empfehlen. Welche Generation bist du? Ja, ich sag jetzt nicht, was bei mir rausgekommen ist, weil es nicht die richtige rausgekommen ist.“
Nina Pauer erwähnt einen interaktiven Generationen-Test auf Zeit Online, den sie empfiehlt. In dem Test wird unter anderem gefragt, warum man gerade 'die Krise kriegt' – eine der Antwortmöglichkeiten ist 'unterdrückte Nummer ruft an', was ins Gespräch über die Telefonier-Angst der Millennials passt.
I Hate the Internet
Jarett Kobek · 2016
In New York in the middle of the twentieth century, comic book companies figured out how to make millions from comics without paying their creators anything. In San Francisco at the start of the twenty-first century, tech companies figured out how to make millions from online abuse without paying its creators anything. In the 1990s, Adeline drew a successful comic book series that ended up making her kind-of famous.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:19:21 „Und die Geschichte dieser Amerikanerin, die kann man auch nachlesen in einem Roman, den ich hier schon mal erwähnt habe, den ich sehr liebe, von Jared Kobach, der heißt auf Deutsch, ich hasse dieses Internet, auf Englisch, I hate the Internet. Das ist eine ganz tolle Gesamtbetrachtung der kalifornischen Ideologie und des Silicon Valleys.“
Lars Weisbrod empfiehlt den Roman im Kontext der Entstehungsgeschichte des Begriffs Polyamorie. Das Buch beschreibt die kalifornische Ideologie und das Silicon Valley, einschließlich der Erfindung der Polyamorie um 1990 in der Gegend von San Francisco. Er betont, dass er den Roman sehr liebt.
A Bouquet of Lovers
Morning Glory Zell-Ravenheart · 2005
The term "polyamory" describes non-monogamous relationships based on honesty and affection. Presenting a fascinating peek inside the polyamorous lifestyle from a Pagan perspective, Raven Kaldera offers practical insight and spiritual depth into a vastly misunderstood way of life. Relating polyamory to astrology and the elements (air, fire, water, earth, and spirit), the author addresses all aspects of the polyamorous life, including family life, sexual ethics, emotional issues, proper etiquette,...
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:20:36 „Der Text heißt Bouquet of Lovers, also ein Strauß an verschiedenen Liebhabern und da erfindet sie dieses Wort und sie ist ansonsten Hexe, aber für den Text geben wir noch einen.“
Lars Weisbrod erklärt die Herkunft des Begriffs Polyamorie. Der kurze Essay von nur vier bis fünf Seiten stammt aus dem Jahr 1990 von Morning Glory Zell-Ravenheart, einer selbsternannten Hexe aus der Gegend von San Francisco, die darin das Wort Polyamorie erstmals prägte.
Titelgeschichte über Polyamorie
Artikel der New York Times zum Thema Polyamorie, den die Podcaster Nina Pauer und Lars Weisbrod als Recherchereferenz für ihre Sendung herangezogen haben. Der Beitrag behandelt das Konzept und die praktischen Aspekte von Beziehungsformen mit mehreren Partnern und diente als eine von mehreren journalistischen Grundlagen für die redaktionelle Auseinandersetzung mit dem Thema.
🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:23:03 „Wir haben vieles davon versucht zu sichten, unter anderem eine schöne Geschichte in den New York Times, eine Titelgeschichte im New York Magazine.“
Nina Pauer zählt die Materialien auf, die sie und Lars Weisbrod für die Sendung zum Thema Polyamorie gesichtet haben. Die Titelgeschichte im New York Magazine wird als eines von mehreren Recherchequellen genannt.
Protokolle über Polyamorie
Bebilderte Reportage in der New York Times über eine polyamore Großbeziehung, in der mehrere Personen gleichzeitig in romantischen Beziehungen miteinander verbunden sind. Der Artikel dokumentiert die Dynamiken und Strukturen dieser komplexen Beziehungskonstellation und macht den Begriff "Polycule" einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.
🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:23:03 „Wir haben vieles davon versucht zu sichten, unter anderem eine schöne Geschichte in den New York Times, eine Titelgeschichte im New York Magazine.“
Nina Pauer und Lars Weisbrod erwähnen bebilderte Protokolle in der New York Times über eine polyamore Großbeziehung (Polycule). Lars Weisbrod lernte dort erstmals den Begriff 'Polycule' kennen.
Lessons from a 20-Person Polycule
Ein New York Times-Artikel dokumentiert die Lebensweise und Beziehungsdynamiken einer 20-köpfigen Polyamorie-Gruppe in Boston. Der Text zeigt, wie solche Großbeziehungen Grenzen setzen, Eifersucht bewältigen und Gemeinschaft fördern. Er liefert Einblicke in Polyamorie-Vokabular und praktische Strategien zur Organisation von Mehrpersonen-Beziehungen.
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:26:42 „Der Text heißt, es war vom April diesen Jahres und heißt Lessons from a 20, in Klammern Ausrufezeichen, 20-Person-Polycule. Also es sind echt viele Leute.“
Nina Pauer stellt einen Artikel der New York Times vor, der Protokolle aus einer 20-köpfigen Polyamorie-Gruppe in Boston dokumentiert. Der Text liefert den zentralen Anlass für das Gespräch über Polyamorie-Vokabular, Beziehungsmodelle und die Frage, wie solche Großbeziehungen organisiert werden.
Alles Liebe! Polyamorie – hält das?
SWR-Dokumentation über eine vierköpfige polyamore Gruppe (drei Frauen und ein Mann) mit Kindern in Deutschland. Der Film stellt ein realistisches Porträt von Polyamorie dar, das dem gesellschaftlichen Klischee von flüchtigem Experiment widerspricht. Die Protagonisten reflektieren humorvoll über ihre Erfahrungen als häufig dokumentierte Fallbeispiele.
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:34:21 „Vielleicht sprechen wir einmal über die SWR-Doku. Alles Liebe, Ausrufezeichen, Polyamorie, Gedankenstrich hält das? Die haben wir geguckt und da gibt es so ein Pärchen, kann man ja eben nicht sagen, eine Vierer-Polycule, drei Frauen und einen Mann.“
Nina Pauer und Lars Weisbrod haben sich diese SWR-Dokumentation als Vorbereitung auf das Gespräch angesehen. Die Doku zeigt eine vierköpfige polyamore Gruppe mit Kindern in Deutschland und dient als Kontrastfolie zum eher klischeehaften Bild von Polyamorie als jugendlichem Experiment. Die Protagonisten reflektieren darin selbstironisch, wie oft sie schon für Dokus interviewt wurden.
Multiamory
Multiamory offers support and advice for modern relationships. Whether you are monogamous, polyamorous, swinging, casually dating, or if you just do relationships differently, we see you and we’re here for you. Multiamory is a proud member of Pleasure Podcasts. For network details, contact cameron@pleasurepodcasts.com.
🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:40:14 „Sie haben aus einem anderen Podcast, aus einem Multi-Amory-Podcast, wenigstens ist es dann nur Latein, wenn man Multi-Amory sagt. Multi-Amory-Podcast, was gelernt und dieser Podcast hat ihnen beigebracht, Agile Scrum, auf ihre Beziehung zu übertragen.“
Im Zusammenhang mit dem New-York-Times-Artikel über das Bostoner Polycule erwähnt Lars Weisbrod einen Podcast namens Multiamory, aus dem die Teilnehmer die Methode 'Agile Scrum' aus der IT-Arbeitswelt auf ihre Beziehungskommunikation übertragen haben. Dies dient als Beispiel für die Durchdringung von Beziehungssprache mit neoliberalem Arbeits-Vokabular.
The Ethical Slut
· 2017
The classic guide to love, sex, and intimacy beyond the limits of conventional monogamy has been fully updated to reflect today’s modern attitudes and the latest information on nontraditional relationships. “One of the most useful relationship books you could ever read, no matter what your lifestyle choices.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:45:45 „Es gibt das eine große Buch, das jeder zu Hause hat, ungelesen, der sich irgendwie mal für das Thema interessiert hat, das heißt The Ethical Slut. Ende der 90er zum ersten Mal erschienen, Autoren gerade vergessen, The Ethical Slut, also die moralische Schlampe.“
Lars Weisbrod erwähnt das Standardwerk der Polyamorie-Bewegung als das Buch, das jeder besitzt, der sich je für das Thema interessiert hat – aber typischerweise ungelesen im Regal steht. Er ordnet es als zentrales Werk ein, das die moralische Rahmung von nicht-monogamen Beziehungen geprägt hat.
Is Monogamy Morally Permissible?
Harry Chalmers · 2023
The downsides of monogamy are felt by most people engaged in long-term relationships, including restrictions on self-discovery, limits on friendship, sexual boredom, and a circumscribed understanding of intimacy. Yet, a "happily ever after" monogamy is assumed to be the ideal form of romantic love in many modern societies: a relationship that is morally ideal and will bring the most happiness to its two partners. In Why It’s OK to Not Be Monogamous, Justin L.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:49:38 „Begegnete mir neulich ein Philosophie-Paper, Harry Chalmers heißt der Autor, ich habe nicht weiter was zu ihm recherchiert, ein Philosoph. Und das hatte den schönen Titel, ist Monogamie moralisch erlaubt? Also es drehte die Frage mal um und fragte, naja, ist eigentlich Monogamie vielleicht nicht nur nicht moralischer, sondern sogar unmoralisch als Polygamie?“
Lars Weisbrod stellt ein philosophisches Paper vor, das die übliche Fragestellung umdreht: Statt zu fragen, ob Polyamorie moralisch vertretbar ist, fragt es, ob Monogamie moralisch erlaubt ist. Er findet die Argumentation nur mittelmäßig überzeugend, aber den Perspektivwechsel anregend – besonders die Analogie zur Freundschaft, wo Exklusivitätsansprüche als seltsam gelten würden.
SWR-Dokumentation über Polyamorie
Eine SWR-Dokumentation über Polyamorie, die ein Polycule aus Stuttgart porträtiert. Im Zentrum steht die Frage, wie Menschen bewusst mit Eifersucht in nicht-monogamen Beziehungsstrukturen umgehen und diese Gefühle als kulturelle Prägungen überwinden.
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:52:07 „Also dieser Jadu, das ist einer aus der Polycule aus, ich glaube Stuttgart, aus der SWR-Doku und der sagt ja, dass dann die Immogen fängt dann noch was mit einem Schweden an und meldet das natürlich an oder es ist natürlich vor aller Augen.“
Nina Pauer bezieht sich auf eine SWR-Dokumentation über ein polyamores Polycule aus Stuttgart, die sie im Vorfeld der Folge gesehen haben. Sie beschreibt, wie einer der Protagonisten namens Jadu seine Eifersuchtsanfälle als 'Nachwehen der Monogamie' beschreibt und bewusst überwindet.
Philosophie-Paper über Monogamie und Polyamorie
Harry Chalmers
Philosophisches Essay von Harry Chalmers zur Kritik der Monogamie. Chalmers argumentiert, dass man sich moralisch verpflichtet sollte, sich für den Partner zu freuen – auch bei Erfolgen außerhalb der Beziehung. Ein Gedankenexperiment zur Frage, ob exklusive Partnerschaft moralisch zu rechtfertigen ist.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:54:48 „Aber andererseits, ich meine, in diesem Philosophie-Paper von diesem Harry Chalmers, das ist so sein ganz banales Argument. Er sagt, wenn ich eine romantische Beziehung mit jemandem habe, dann müsste ich mich aus moralischen Gründen eigentlich freuen, wenn der einen tollen Erfolg im Job hat.“
Lars Weisbrod greift erneut auf das Philosophie-Paper von Harry Chalmers zurück, das bereits in früheren Abschnitten der Episode besprochen wurde. Hier nutzt er Chalmers' Argument, dass man sich für den Partner freuen sollte – auch bei romantischen Erfolgen außerhalb der Beziehung – als philosophische Herausforderung an die Monogamie.
Lacan-Zitat über die Liebe
Jacques Lacan · 2007
Lacans paradoxale Definition der Liebe: das Geben von etwas, das man nicht hat, an jemanden, der es nicht braucht. Eine Gegenposition zu nutzenorientierten Beziehungsmodellen, die die irrationale, sich der Kalkulation entziehende Natur der Liebe betont.
🗣 Lars Weisbrod zitiert daraus bei ⏱ 01:02:29 „Da fällt mir dann immer ein, dass ich in diesem Podcast mal Lacan zitiere. Hätte ich auch nicht gedacht. Ich kenne auch sonst nichts von ihm groß, aber es gibt von Lacan diesen Satz, Liebe ist, ich glaube es geht ungefähr so wie, Liebe ist etwas, was man nicht hat, jemandem geben, der es nicht braucht.“
Lars Weisbrod zitiert Jacques Lacans berühmte Definition der Liebe als Gegenposition zur nutzenorientierten Polyamorie-Argumentation. Er sieht darin den Kern der Monogamie-Verteidigung: Liebe müsse sich einer Nutzenkalkulation entziehen, was in den durchorganisierten Polybeziehungen verloren gehe.
Challengers
Luca Guadagnino · 2024
Die ehemalige Tennisspielerin und heutige Trainerin Tashi hat ihren Mann Art in einen weltberühmten Grand-Slam-Champion verwandelt. Um ihn aus seiner jüngsten Pechsträhne aufzurütteln, meldet sie ihn für ein "Challenger"-Turnier an - die unterste Stufe der Profi-Turniere -, bei dem er seinem ehemals besten Freund und Tashis Ex-Freund gegenübersteht.
🗣 Lars Weisbrod empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:03:28 „vielleicht können wir einmal ganz am Ende noch auf einen Film zu sprechen kommen, den wir gesehen haben. Achso, wo ich dich gezwungen habe, den auch noch zu gucken. Challengers mit Zendaya.“
Der Film wird als Beispiel für Eifersuchts-Erotik und Konkurrenzverhältnisse diskutiert, als Gegenentwurf zur polyamoren Idee der Eifersuchtsüberwindung
Dune (2021)
Denis Villeneuve · 2021
„Dune“ erzählt die packende Geschichte des brillanten jungen Helden Paul Atreides, dem das Schicksal eine Rolle vorherbestimmt hat, von der er niemals geträumt hätte. Um die Zukunft seiner Familie und seines gesamten Volkes zu sichern, muss Paul auf den gefährlichsten Planeten des Universums reisen. Nur auf dieser Welt existiert ein wertvoller Rohstoff, der es der Menschheit ermöglichen könnte, ihr vollständiges geistiges Potenzial auszuschöpfen.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:03:58 „Challengers mit Zendaya. In unserer losen Reihe, wie bei Dune, wir besprechen Zendaya-Filme aus dem ersten Halbjahr nochmal durch, über die damals alle geredet haben.“
Lars Weisbrod erwähnt Dune beiläufig als einen weiteren Zendaya-Film, den sie in einer früheren Folge bereits besprochen haben. Er dient nur als Verweis auf eine wiederkehrende Rubrik im Podcast.
Sex and the City
Darren Star · 1998
Die Protagonistinnen sind vier New Yorker Frauen, deren amouröse und sexuelle Erlebnisse und Freundschaft ebenso wie ihre Auseinandersetzungen, Diskussionen und Gedanken zu fast allen Fragen menschlicher Beziehungen dargestellt werden.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:07:21 „Und auf der ersten Ebene ist es so ein bisschen die klassische Frage, die wir ja bei Sex and the City und den 1000 Filmen durchexerziert haben. Die Frau sieht sich zwei männlichen Prinzipien gegenüber, wo sie sich dann doch Schwierigkeiten hat, sich zu entscheiden.“
Lars Weisbrod verweist auf Sex and the City als Beispiel für das klassische Erzählmuster, in dem eine Frau zwischen zwei männlichen Typen wählen muss – dem bodenständigen und dem wilden. Er nutzt die Serie als Referenzpunkt, um das Dreiecksverhältnis im Film Challengers einzuordnen.
Helene Fischer Kinderliederalbum
Helene Fischer
Helene Fischer veröffentlicht am 1. November ihr erstes Kinderliederalbum und signalisiert damit eine mögliche Neuausrichtung ihrer Karriere. Die Moderatorin Nina Pauer stellt die Frage auf, ob dieser Schritt eine neue künstlerische Epoche einleiten könnte. Allerdings äußert Moderator Lars Weisbrod Skepsis und sieht wenig Anzeichen für eine echte Neuerfindung der Künstlerin.
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 01:12:27 „Helene Fischer hat angekündigt, dass sie ein Kinderalbum jetzt machen möchte mit Kinderliedern. Und zwar nicht nur eins, sondern es ist sozusagen, sie schwenkt so ein bisschen, vielleicht sogar ein bisschen um. Am 1. November kommt ein Kinderliederalbum raus und ich habe kurz reingehört.“
Nina Pauer stellt das angekündigte Kinderliederalbum von Helene Fischer als Prognosefrage vor: Könnte dieser Schwenk eine neue Epoche für Helene Fischer einleiten? Lars Weisbrod ist skeptisch und glaubt nicht an eine Neuerfindung, da kein Innovationsdruck bestehe.
Helene Fischer Dokumentation
Diese Dokumentation beleuchtet Helene Fischers frühe Karrierejahre und zeigt, wie die deutsche Künstlerin von ihren Managern in die Richtung des Schlagers gelenkt wurde. Die Doku verdeutlicht Fischers künstlerisches Potenzial als Tänzerin und ihre körperliche Präsenz auf der Bühne. Sie wirft die Frage auf, welche alternativen musikalischen Wege die Sängerin hätte einschlagen können und ob sie sich mit neuen Projekten wie Kinderliedern neu erfinden könnte.
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 01:13:00 „Und es gibt ja so eine großartige Doku über Helene Fischer von ihren ganz frühen Anfängen und da geht es irgendwie darum, also da merkst du so, sie kann, weil sie ja auch sozusagen fast artistisch, also sie ist ja so auf der Bühne so mit ihrem Körper so präsent und vom Tanz her auch so.“
Nina Pauer erwähnt eine Dokumentation über die frühen Anfänge von Helene Fischer, in der deutlich wird, dass Fischer auch einen anderen musikalischen Stil hätte einschlagen können, aber von ihren Managern in Richtung Schlager gelenkt wurde. Die Doku dient als Hintergrund für die Frage, ob Fischer sich jetzt mit Kinderliedern neu erfinden könnte.
In der Weihnachtsbäckerei
Rolf Zuckowski
Rolf Zuckowski und die Weihnachtsbäckerei – ein Klassiker der deutschen Weihnachtskultur, der seit Jahrzehnten jedes Jahr aufs Neue Erfolg hat. Der Musiker liefert zuverlässig ab und generiert wie Mariah Carey mit ihrem weihnachtlichen Evergreen jährlich neue Tantiemen. Ein Auftritt, der zeigt, warum dieser Song zeitlose Relevanz in der deutschsprachigen Festtagskultur besitzt.
🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:13:51 „Und zu den Liedern, die du da schon hören könntest, das sind aber neue Lieder, Original Material oder nimmt sie Klassiker, singt sie von der Weihnachtsbäckerei und nimmt Klassiker neu auf?“
Lars Weisbrod erwähnt den Kinderlieder-Klassiker 'In der Weihnachtsbäckerei' beiläufig als Beispiel, um zu fragen, ob Helene Fischers Kinderalbum aus Neuem Material besteht oder bekannte Kinderlieder neu interpretiert.