Die Erschaffung der Welt
Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler
Sabine Rückert und Johanna Haberer erklären, warum zwei Pfarrerstöchter einen Bibelpodcast starten: Ein Auftritt bei Jan Böhmermann, bei dem Sabine den Witz einer ihrer Krimiüberschriften erklären musste, brachte so viel Zuspruch, dass der Plan reifte. Kein Kirchenfunk, kein Theologieseminar — sondern das Nacherzählen von Geschichten, in denen die westliche Kultur wohnt, begleitet von einer 400 Jahre alten, sechs Kilogramm schweren Familienbibel.
„In den biblischen Geschichten sind Sabine und ich aufgewachsen. Sie gehören sozusagen zur Innenausstattung unserer Hirne, Herzen. Biografien.“
Erwähnte Medien (7)
Neo Magazin Royale
Jan Böhmermann · 2013
Das Neo Magazin Royale ist eine von Jan Böhmermann moderierte satirische Late-Night-Show, die in Köln-Ehrenfeld produziert und seit dem 31. Oktober 2013 wöchentlich auf ZDFneo ausgestrahlt sowie in der ZDFmediathek bereits vorab zum Abruf bereitgestellt wird. Außerdem wird die Show seitdem in einem größeren Studio produziert und Böhmermann von einer Liveband unterstützt.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:18 „Ich war kürzlich eingeladen, bei Jan Böhmermann in seiner Sendung Neo Magazin Royal und habe dort eine Geschichte vorgestellt, eine Kriminalgeschichte vorgestellt, die hieß Der verlorene Hirte.“
Sabine Rückert erzählt, wie der Podcast entstanden ist: Bei einem Auftritt in Jan Böhmermanns Sendung stellte sie eine Kriminalgeschichte vor und merkte, dass Böhmermann die biblische Anspielung im Titel nicht erkannte. Das brachte sie auf die Idee, einen Bibelpodcast zu machen.
Der verlorene Hirte
Sabine Rückert
Investigativer Artikel über einen Pastor, der sich als charismatischer und beliebter Gemeindeleiter präsentiert, aber schwere Verbrechen gegen Konfirmanden begeht. Die Kriminalgeschichte von Sabine Rückert beleuchtet, wie der Priester seine Vertrauensstellung systematisch missbraucht hat, während er seine dunklen Seiten geschickt vor der Gemeinde verbirgt. Ein tiefgehendes Portrait über manipulative Autorität und sexuellen Missbrauch in der Kirche.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:18 „Ich war kürzlich eingeladen, bei Jan Böhmermann in seiner Sendung Neo Magazin Royal und habe dort eine Geschichte vorgestellt, eine Kriminalgeschichte vorgestellt, die hieß Der verlorene Hirte.“
Sabine Rückert erwähnt ihre eigene Kriminalgeschichte 'Der verlorene Hirte', deren Titel ein Wortspiel mit dem biblischen Gleichnis vom verlorenen Schaf ist. In ihrer Geschichte ist es ein krimineller Pastor – also der Hirte, der verloren geht. Die Geschichte dient als Auslöser für die Idee zum Bibelpodcast.
Cartoon über Gottes Ebenbild (Nase)
Robert Gernhardt
Robert Gernhardt setzt sich in seinen Cartoons humorvoll mit theologischen Konzepten auseinander. Ein Cartoon zeigt ein Männchen mit riesiger Nase, das Gott fragt, warum es mit diesem Makel ausgestattet wurde – Gott antwortet daraufhin mit einer noch größeren Nase und erklärt, dass der Mensch sein Ebenbild ist. Der Cartoon stellt das religiöse Konzept der Gottesebenbildlichkeit auf den Kopf und nutzt die Absurdität der Situation für kritische Satire. Gernhardt verbindet biblisches Wissen mit schwarzem Humor und hinterfragt damit auf spielerische Weise menschliche Vorstellungen von Perfektion und Göttlichkeit.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:13:29 „Und da gibt es diesen berühmten Cartoon, den ich besonders gern habe, wo ein kleines Männchen auf der Erde liegt mit einer gigantischen Kartoffelnase im Gesicht und ruft, Gott, Gott, warum habe ich so eine Nase? Aber es gibt keine Antwort.“
Sabine Rückert erzählt ausführlich einen Cartoon von Robert Gernhardt, den sie als bibelfesten Satiriker einführt. Der Cartoon zeigt ein Männchen, das Gott nach seiner riesigen Nase fragt – und Gott antwortet schließlich mit einer noch größeren Nase: 'Weil du mein Ebenbild bist.' Eine humorvolle Wendung des theologischen Ebenbildlichkeitskonzepts.
Der Herr der Ringe
J. R. R. Tolkien
Ein ungewöhnlicher Held. Eine Reise voller Gefahren. Das größte Abenteuer aller Zeiten. In einem ruhigen Dorf im Auenland bekommt der junge Frodo ein Geschenk, das sein Leben für immer verändern wird – den Einen Ring, der seit Jahrhunderten als verschollen galt. Ein mächtiges und furchterregendes Ding, mit dem der Dunkle Herrscher einst Mittelerde versklavte.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:19:33 „Und man fragt sich, also ein bisschen, ganz ehrlich, hört sich ein bisschen an wie bei Gollum. Und Gollum redet ja auch so, dieser merkwürdige Kauz vom Herrn der Ringe, das ist diese vollkommen einsame Figur, die da ganz allein im Stein wohnt, in so Wasserpfützen und der redet auch immer zu mit sich selber und auch immer in der Wir-Form.“
Sabine Rückert zieht einen überraschenden Vergleich zwischen Gott in der Schöpfungsgeschichte und Gollum aus dem Herrn der Ringe. Beide sprechen in der Wir-Form mit sich selbst, beide sind einsam. Johanna Haberer kontert mit der historischen Erklärung, dass der Plural 'Elohim' die vielen Götter der altorientalischen Umwelt in einen integriert.
Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?
Richard David Precht · 2024
Der große Bestseller in neuer Ausgabe! Bücher über Philosophie gibt es viele. Aber Richard David Prechts Buch ist anders als alle anderen. Denn es gibt bisher keines, das den Leser so umfassend und kompetent – und unter Berücksichtigung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse – an die großen philosophischen Fragen des Lebens herangeführt hätte: Was ist Wahrheit? Woher weiß ich, wer ich bin? Was darf die Hirnforschung? Prechts Buch schlägt einen weiten Bogen über die verschiedenen Disziplinen und is...
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:21:28 „Man kann sich das so vorstellen, wer bin ich und wenn ja, wie viele. Es ist der Versuch zu integrieren viele Vorstellungen von Gott, aber dann in einem, sagen wir mal, geistigen und intellektuellen Akt zu sagen, es ist die Aufgabe, die vielen in eins zu denken.“
Johanna Haberer greift den bekannten Buchtitel von Richard David Precht auf, um zu erklären, warum Gott in der Genesis im Plural von sich spricht. Der Name 'Elohim' integriert die vielen Götter der altorientalischen Umwelt in einen einzigen – ein theologischer Akt der Vereinigung.
Mona Lisa
Leonardo da Vinci
Ölmalerei von Leonardo da Vinci aus dem frühen 16. Jahrhundert. Das berühmte Porträt zeigt eine Frau und folgt den stilisierten Schönheitsidealen der Renaissance mit charakteristischen Merkmalen wie dünnen Augenbrauen und feinen Gesichtszügen. Das Werk exemplifiziert die porträtistische Konvention seiner Epoche, in der viele Frauenporträts einem standardisierten Schönheitskanon folgten. Es zählt zu den weltweit bekanntesten Kunstwerken der Malerei.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:25:45 „Es ist so ungefähr, wie wenn du das Bild von der Mona Lisa anschaust und sagst, das taugt aber nicht als Passbild. Also Passbild, das ist sozusagen die naturwissenschaftliche Erkenntnis, die dich genau ablichtet und sieht, wie du älter wirst und so.“
Johanna Haberer nutzt die Mona Lisa als Vergleich, um zu erklären, warum die Schöpfungsgeschichte nicht als naturwissenschaftlicher Bericht gelesen werden sollte. So wie die Mona Lisa kein Passfoto ist, aber das Wesen des Menschen einfängt, so birgt der Schöpfungstext Wahrheit und Weisheit jenseits biometrischer Fakten.
Sonnenblumen
Vincent van Gogh · 1888
Postimpressionistische Ölgemälde von Vincent van Gogh aus den 1880er Jahren. Die Serie zeigt Sonnenblumen in charakteristischer Malweise – nicht botanisch präzise, sondern künstlerisch interpretiert, um das Wesen und die Vitalität der Blüten einzufangen. Ein Meisterwerk, das Schönheit, Vergänglichkeit und van Goghs persönliche emotionale Verbindung zur Natur ausdrückt.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:26:25 „Oder lass die, was weiß ich, Van Goghs. Sonnenblumen, lass einen Botaniker darüber reden, okay, der redet vollkommen anders oder einen Agrarwissenschaftler. Aber Van Gogh hat die Sonnenblumen eingefangen und hat das Wesen der Sonnenblumen eingefangen.“
Als zweites Beispiel neben der Mona Lisa vergleicht Johanna Haberer die Schöpfungsgeschichte mit Van Goghs Sonnenblumen. Ein Botaniker würde Sonnenblumen anders beschreiben als Van Gogh – aber Van Gogh fängt ihr Wesen ein. Genauso sollte man biblische Texte als große Poesie lesen, nicht als naturwissenschaftliche Abhandlung.