ZEIT Verbrechen – In der U-Bahn raucht man nicht!
#111

In der U-Bahn raucht man nicht!

ZEIT Verbrechen / 28. Juni 2022 / 7 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker

In dieser Live-Folge stellt Daniel Müller die neue Ausgabe des ZEIT Verbrechen-Magazins vor, deren Titelthema Drogen ist: Autor Jörg Böckheim erzählt darin schonungslos von seiner eigenen Heroinsucht, die ihn als Spiegel-Redakteur bis zur Beschaffungskriminalität trieb — und eine Recherche verfolgt die blutige Spur des Kokains von Südamerika über Afrika bis nach Berlin. Außerdem wird die Krimiautorin Andrea Schenkel als neue Kolumnistin vorgestellt, die aus den USA über amerikanische Verbrechen berichten wird, und ein Porträt eines Kinderarztes erzählt, wie er Gewalt an Kindern aufdeckte, die selbst nicht sprechen konnten.

„Die können nichts sagen, da muss der Arzt erkennen an den Spuren, was passiert ist.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (7)

Tannöd

Tannöd

Andrea Schenkel · 2011

Friedrich-Glauser-Preis 2007 in der Kategorie Debütroman, 1. Platz Deutscher Krimi Preis 2007.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:03:11 „Tannöd hat die geschrieben.“

Andreas Sentker stellt die Kriminalschriftstellerin Andrea Schenkel als neue Autorin für das ZEIT Verbrechen Magazin vor. Sabine Rückert wirft ein, dass Schenkel den berühmten Krimi 'Tannöd' geschrieben hat, um dem Publikum einzuordnen, wer diese Autorin ist.

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Interview mit dem Opfer (Spiegel Online)

Interview mit dem Opfer (Spiegel Online)

jjo: Welche Form von Verbundenheit spürt man als selbst gefangener Journalist mit den anderen Geiseln? Ist da immer noch eine professionelle Distanz, oder fühlt man sich in einer Schicksalsgemeinschaft? Andreas Lorenz: Ich war mit den anderen Geiseln…

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:05:17 „Ich lese mal vor, was das Opfer, über das wir gleich reden werden, selbst zu Protokoll gegeben hat. Und zwar nicht bei uns, sondern bei den Kollegen von Spiegel Online. Die haben mit ihm offenbar ein Interview gemacht.“

Andreas Sentker liest aus einem Spiegel-Online-Interview mit dem 76-jährigen Opfer des U-Bahn-Überfalls vor, in dem dieser den Abend der Weihnachtsfeier und die Umstände vor dem Angriff schildert. Das Interview dient als Einstieg in die Fallerzählung.

Zum Artikel bei Spiegel Details
Viel zu viele kriminelle junge Ausländer

Viel zu viele kriminelle junge Ausländer

Ein BILD-Artikel vom 28. Dezember 2007, der sich mit der Thematik von Antisemitismus unter Migranten und Fragen zur Einbürgerungspraxis auseinandersetzt. Der Artikel wurde von der Zeitung prominent platziert und diente zeitgleich als Plattform für die wahlkampfkommunikative Forderungen von Politiker Roland Koch in Hessen, der sich zu kriminellen jungen Ausländern äußerte. Der Text illustriert das Zusammenspiel von Medienpräsenz und politischer Kampagnenführung bei sensiblen Themen.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:11:11 „Viel zu viele kriminelle, das war die Schlagzeile der Bild-Zeitung. Am 28. Dezember.“

Sabine Rückert beschreibt die Bild-Zeitung-Schlagzeile vom 28. Dezember 2007, in der Roland Koch mit seinen Forderungen zu kriminellen jungen Ausländern groß gefeatured wurde. Der Artikel diente als Vehikel für Kochs Wahlkampfstrategie in Hessen.

Zum Artikel bei BILD Details
I Essay

Internet-Videokolumne zum U-Bahn-Überfall

Jens Jessen

Jens Jessen, Feuilletonchef der ZEIT, veröffentlichte eine kontroverse Videokolumne zu einem U-Bahn-Überfall, in der er den verprügelten Rentner kritisch als Spießer charakterisierte. In der Kolumne argumentierte er, dass Deutschland weniger ein Problem mit ausländischer Kriminalität als vielmehr mit einheimischer Intoleranz habe. Das Video entfachte eine heftige öffentliche Debatte und rief extreme Reaktionen hervor, darunter Morddrohungen und breite mediale Kritik an Jessens Deutung des Vorfalls.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:21:55 „Es gab einen zweiten großen Aufschrei. Das war ein Video vom Feuilleton-Chef der Zeit, Jens Jessen. Ich kann dir mal vorlesen, was die Bild-Zeitung geschrieben hat über Jens Jessen.“

Sabine Rückert beschreibt eine kontroverse Videokolumne von ZEIT-Feuilletonchef Jens Jessen, in der dieser den verprügelten Rentner als Spießer bezeichnete und die These aufstellte, Deutschland habe eher ein Problem mit einheimischer Intoleranz als mit ausländischer Kriminalität. Das Video löste einen Shitstorm, Morddrohungen und eine breite Mediendebatte aus.

Zum Artikel bei BILD Details
Der feine Kulturschef der Zeit verhöhnt den verprügelten Rentner

Der feine Kulturschef der Zeit verhöhnt den verprügelten Rentner

Der Artikel behandelt einen Fall von Gewalt gegen einen älteren Menschen und die konträren Reaktionen darauf in der Presse. Er dokumentiert, wie die Bild-Zeitung kritisiert, dass der ZEIT-Feuilletonchef Jens Jessen dem Opfer eine Mitschuld zuweist und von einheimischer Intoleranz spricht, anstatt die Gewalttat eindeutig zu verurteilen. Der Text zeigt einen Konflikt zwischen populistischer und intellektueller Deutung eines gesellschaftlichen Konflikts aus dem Januar 2008.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:22:06 „Die Bild-Zeitung hat geschrieben... Der feine Kulturschef der Zeit verhöhnt den verprügelten Rentner. Vom 15. Januar 2008.“

Sabine Rückert zitiert einen Bild-Zeitungsartikel vom 15. Januar 2008, der sich empört über eine Videokolumne des ZEIT-Feuilletonchefs Jens Jessen äußerte, in der dieser dem verprügelten Rentner eine Mitschuld zuschrieb und von 'einheimischer Intoleranz' sprach.

Zum Artikel bei ZEIT Online Details
Die drei Musketiere

Die drei Musketiere

Alexandre Dumas · 2023

Die drei Musketiere, französischer historischer Abenteuerroman, des Alexandre Dumas, gehört zum Mantel- und Degengenre, in dem Heroen für die Gerechtigkeit kämpfen: Der Roman spielt zwischen 1625 und 1628 und erzählt die Abenteuer eines jungen Mannes namens d'Artagnan, eine Figur, die auf Charles de Batz-Castelmore d'Artagnan basiert, der sein Zuhause verlässt, um nach Paris zu reisen, in der Hoffnung, sich den Musketieren der Garde anzuschließen.

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:45:49 „Und dann sagte der Staatsanwalt Lafleur, ein 33-jähriger, sehr engagierter, sehr ehrgeiziger Staatsanwalt, der so ein bisschen aussah wie einer von den drei Musketieren, so ein Mustasch im Gesicht.“

Sabine Rückert beschreibt das Auftreten des Staatsanwalts Laurent Lafleur im Prozess um den U-Bahn-Angriff. Sie vergleicht sein Erscheinungsbild – insbesondere seinen Schnurrbart – mit einer Figur aus Dumas' Roman. Der Vergleich unterstreicht die theatralische Inszenierung, die sie dem Staatsanwalt vorwirft.

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Big Brother

Big Brother

John de Mol · 2000

100 Tage, 24 Stunden Überwachung, ein Container und kein Kontakt zur Außenwelt: Die Bewohner leben 100 Tage gemeinsam in ihrer neuen Wohngemeinschaft im Container und stehen dabei unter 24-stündiger Kameraüberwachung. Big Brother sieht alles. Big Brother gibt die Regeln vor. Big Brother ist unberechenbar.

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:54:36 „Und heute sitzt ja Ronald Schill, sitzt ja im Big Brother Container und lässt sich da bespaßen. Gnadenlos. Gnadenlos. So ist es gekommen und genau da gehört er hin.“

Im Gespräch über populistische Justizpolitik kommt Sabine Rückert auf den ehemaligen Hamburger Innensenator Ronald Schill zu sprechen, der als 'Richter Gnadenlos' bekannt war. Sie merkt süffisant an, dass er inzwischen als Teilnehmer der Reality-TV-Show Big Brother gelandet ist – für sie ein passender Kommentar zu seinem politischen Niedergang.

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