Große Verbrecher, Teil 1 – Gottes Hass
Sabine Rückert, Andreas Sentker & Erich Follath
Der Journalist und Politologe Erich Follath berichtet von seinen persönlichen Begegnungen mit dem israelischen Friedensnobelpreisträger Yitzhak Rabin, der einem politischen Attentat zum Opfer fiel. Follath zeichnet das Bild eines schroffen, arroganten Spitzenpolitikers aus europäischer Elite, der Journalisten verachtete und dennoch als Verteidigungsminister das Vertrauen der Israelis gewann — bevor er ermordet wurde.
„Er konnte nicht mit Journalisten umgehen, er hat wenig von den Kollegen gehalten und einigermaßen konsequent wurde er dann auch abgewählt.“
Erwähnte Medien (8)
ZEIT Verbrechen (Fernsehserie/Verfilmung)
Paramount+ · 2024
In vier Filmen setzen sich vier herausragende Regisseurinnen und Regisseure mit Grenzen und Möglichkeiten des (True)-Crime-Genres auseinander - jeweils inspiriert von einer Episode des Podcasts "Zeit Verbrechen".
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:12 „Ihr wisst ja schon, dass Zeitverbrechen verfilmt wird und zwar vom neuen Streamingdienst Paramount+. Produziert werden im Moment vier Filme, die auf vier Geschichten basieren oder von ihnen erheblich inspiriert sind.“
Sabine Rückert kündigt an, dass vier Geschichten aus dem Podcast von Paramount+ verfilmt werden. Eine der Folgen wird von Helene Hegemann inszeniert, Dreharbeiten finden Ende Mai/Anfang Juni in Berlin statt. Es handelt sich um eine Ankündigung im Rahmen des Podcasts.
Hymne des Friedens (Shir LaShalom)
Shir LaShalom (Hymne des Friedens) ist ein israelisches Lied, das zum Symbol der Friedensbewegung wurde. Seine weltweite Bekanntheit verdankt es vor allem der Friedenskundgebung vom 4. November 1995 in Tel Aviv, bei der der israelische Ministerpräsident Yitzhak Rabin das Lied öffentlich sang – kurz vor seiner Ermordung. Das Lied steht seither als kraftvolles Zeichen für Friedenssehnsucht und die historische Chance einer Friedensregelung im Nahost-Konflikt.
🗣 Erich Follath referenziert bei ⏱ 00:10:52 „Dann war neben ihm ein Sänger, ein friedensbewegter Sänger und gemeinsam wurde die Hymne des Friedens gesungen. Das war eine sehr aufbauende, sehr friedliche, sehr schöne Stimmung.“
Erich Follath schildert die Friedenskundgebung am 4. November 1995 in Tel Aviv, bei der Rabin kurz vor seiner Ermordung gemeinsam mit einem Sänger die berühmte israelische Friedenshymne 'Shir LaShalom' sang. Das Lied wurde zum Symbol dieses historischen Abends.
Die Bibel
Die Bibel als Klassiker der Weltliteratur und religiöses Fundament – ein Werk, das in westlichen Kulturen ständig zitiert wird, vielen Menschen aber weitgehend unbekannt bleibt. Jan Böhmermann nennt sie als eine seiner größten Wissenslücken und beschreibt das Unbehagen, nicht mitreden zu können, wenn andere Bibelreferenzen einbauen. Eine Anleitung zum Nachschlagen für alle, die ihre Kulturkompetenz erweitern möchten.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:19:33 „Tief in der Bibel, in der Geschichte und im Mythos. Also der Historiker Yuval Noah Harari hat ja auch gesagt, wir in Israel lesen zu viel in alten Schriften und wenn man hier deine Texte liest, lieber Erich, dann kann man ihm nur zustimmen.“
Sabine Rückert analysiert ausführlich die biblischen Bezüge der handelnden Personen — Yitzhak (Isaak), Yigal (Held König Davids und Kundschafter des Mose), Haggai (einer der kleinen Propheten). Sie zeigt, wie tief der israelisch-palästinensische Konflikt in biblischen Narrativen verwurzelt ist und wie die Bibel als Legitimationsgrundlage für territoriale Ansprüche dient.
21 Lektionen für das 21. Jahrhundert
Yuval Noah Harari · 2018
Yuval Noah Harari ist der Weltstar unter den Historikern. In «Eine kurze Geschichte der Menschheit» erzählte er vom Aufstieg des Homo Sapiens zum Herrn der Welt. In «Homo Deus» ging es um die Zukunft unserer Spezies. Sein neues Buch schaut auf das Hier und Jetzt und konfrontiert uns mit den drängenden Fragen unserer Zeit.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:19:33 „Also der Historiker Yuval Noah Harari hat ja auch gesagt, wir in Israel lesen zu viel in alten Schriften und wenn man hier deine Texte liest, lieber Erich, dann kann man ihm nur zustimmen.“
Im Gespräch über die tiefe Verankerung des israelisch-palästinensischen Konflikts in biblischen Texten und religiösen Ansprüchen auf das Land zitiert Sabine Rückert den israelischen Historiker Yuval Noah Harari mit seiner Kritik an der übermäßigen Orientierung an alten Schriften in Israel.
Neues Testament
· 2015
Das Neue Testament entwickelt eine eigenständige Liebestheorie, die die mittelalterliche Theologie maßgeblich beeinflusste. Sie bildet eine der Grundlagen für das abendländische Verständnis von Liebe und prägt Philosophie bis heute.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:20:46 „Und es ist vollbracht, auch mit biblischen Anschätzen. Ja, aber in merkwürdiger Weise ein neues Testament.“
Nachdem Erich Follath berichtet, dass Yigal Amir im Verhörraum 'Es ist vollbracht' rief – eine Anspielung auf die letzten Worte Jesu am Kreuz (Johannes 19,30) –, ordnet Sabine Rückert dies als Zitat aus dem Neuen Testament ein, was für einen ultraorthodoxen Juden eine bemerkenswerte Wortwahl sei.
Grabrede für Yitzhak Rabin
Noa Ben Artzi-Pelossof
Die Grabrede der 18-jährigen Noa Ben Artzi-Pelossof für ihren verstorbenen Großvater Yitzhak Rabin gilt als eine der bewegendsten Reden der israelischen Geschichte. Sabine Rückert würdigt in ihrem Artikel die emotionale Kraft dieser Rede, die sogar als bewegender als die Auftritte des US-Präsidenten Clinton und des jordanischen Königs beschrieben wird. Die Rede zeigt die persönliche Bindung zwischen Großvater und Enkelin und ihre tiefe Trauer um den ermordeten israelischen Premierminister.
🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:24:56 „Großpapa, du warst das Feuer an unserem Lager und jetzt sind wir alle ohne Fackel in der Finsternis. Uns ist es kalt. Größere als ich haben dich gerühmt, aber keinem von ihnen war, so wie mir, das Glück beschieden, deine zärtlichen Umarmungen zu spüren.“
Sabine Rückert zitiert ausführlich die weltberühmte Grabrede der 18-jährigen Enkelin Rabins. Die Rede wird als weltbewegend beschrieben und auch von Erich Follath als der bewegendste Moment der Trauerfeier hervorgehoben — noch vor den Auftritten des US-Präsidenten Clinton und des jordanischen Königs.
Fernsehserie von Noa Ben Artzi-Pelossof
Noa Ben Artzi-Pelossof
Fernsehserie der israelischen Juristin und Regisseurin Noa Ben Artzi-Pelossof, Enkelin des ermordeten Ministerpräsidenten Jitzhak Rabin. Das Werk dokumentiert ihre künstlerischen Arbeiten neben ihrer erfolgreichen Karriere als Staatsanwältin. Die Serie zeigt die vielfältige professionelle Ausrichtung einer Angehörigen der israelischen Politikdynastie und ihre Arbeiten für das israelische Fernsehen.
🗣 Erich Follath erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:27:09 „Sie hat dann ihre eigene Karriere gemacht, sie wurde Juristin, Staatsanwältin, hat dann Filme gedreht, sehr gute übrigens, sie hat eine Fernsehserie gedreht für das israelische Fernsehen.“
Erich Follath erzählt vom weiteren Lebensweg der Rabin-Enkelin Noa. Neben ihrer juristischen Karriere hat sie auch Filme und eine Fernsehserie für das israelische Fernsehen produziert, bevor sie versuchte, in die Politik zu gehen. Der genaue Titel wird nicht genannt.
Thora
Ten-year-old Thora, daughter of a mermaid mother and a human father, has many adventures at sea until she must return to the English seaside town of Grimli and save her mother who has been captured by the greedy real estate developer, Frooty de Mare.
🗣 Erich Follath referenziert bei ⏱ 00:35:18 „Er hat sich immer als Intellektuellen gesehen und er hat sich als einen Bibelversteher gesehen, als einen Thora-Leser, Thora-Exegeten und er hat deshalb eigentlich immer darauf gewartet, ob es nicht einen interessanten Brief, eine interessante Mitteilung gibt.“
Erich Follath beschreibt das Selbstbild des Rabin-Attentäters Jigal Amir im Gefängnis. Amir sah sich als religiösen Intellektuellen und Thora-Gelehrten, was erklärt, warum er die meiste Fanpost ignorierte und erst auf Larissas intellektuellen Brief reagierte.